Zierenberg

WappenDeutschlandkarte
Wappen der Stadt Zierenberg

Koordinaten: 51° 22′ N, 9° 18′ O

Basisdaten
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk:Kassel
Landkreis:Kassel
Höhe:279 m ü. NHN
Fläche:86,55 km2
Einwohner:6547 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte:76 Einwohner je km2
Postleitzahl:34289
Vorwahl:05606
Kfz-Kennzeichen:KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel:06 6 33 029
Stadtgliederung:7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Poststraße 20
34289 Zierenberg
Website:www.stadt-zierenberg.de
Bürgermeister:Rüdiger Germeroth (SPD)
Lage der Stadt Zierenberg im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarWesertalReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild
Blick auf Zierenberg vom Aussichtsturm auf dem Großen Bärenberg

Zierenberg ist eine Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Kassel. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie

Lage

Zierenberg liegt im Habichtswälder Bergland im Naturpark Habichtswald. In diesem Bergland befindet sich die Kernstadt auf etwa 242 (an der Untermühle) bis 345 m ü. NHN (am Hang des Großen Schreckenbergs) im Zierenberger Grund, dem von der Warme durchflossenen Talabschnitt zwischen Hohem Dörnberg (578,7 m) im Südosten und Großem Bärenberg (600,7 m) im Südwesten. Nordwestlich schließt sich, auch als Teil des Berglandes, der Malsburger Wald an.

Nachbargemeinden

Zierenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Breuna, im Osten an die Gemeinden Calden, Ahnatal und Habichtswald sowie im Südwesten und Westen an die Stadt Wolfhagen (alle im Landkreis Kassel). Wenige Kilometer südsüdwestlich der Kernstadt liegt eine durch einen nur wenige hundert Meter breiten und an die Stadt Wolfhagen grenzenden Ausläufer der Gemeinde Habichtswald vom Hauptteil des Zierenberger Gebiets getrennte Stadtgebiet-Exklave mit den beiden Stadtteilen Burghasungen und Oelshausen. Dieses Gebiet ist im Nordosten und Osten von der Gemeinde Habichtswald, im Süden von der Gemeinde Schauenburg und im Westen und Nordwesten von der Stadt Wolfhagen umgeben (alle im Landkreis Kassel).

Stadtgliederung

Zur Stadt gehören neben der Kernstadt Zierenberg die Stadtteile Burghasungen, Escheberg, Hohenborn, Laar mit Rangen, Oberelsungen und Oelshausen. Zudem gehören der Weiler Friedrichsaue sowie die nebeneinander liegenden Weiler Heilerbach und Friedrichstein zu Zierenberg.

Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2015:

HauptwohnungNebenwohnungGesamt
Zierenberg37381773915
Oberelsungen1267451312
Burghasungen93030960
Oelshausen53216548
Escheberg25227
Laar12214
Hohenborn16218
Gesamt:65202746794

Geschichte

Matthäus Merian: Zyrenberg 1655, Stich aus der Topographia Hassiae

Zierenberg wurde im späten 13. Jahrhundert gegründet und diente dem hessischen Landgrafen Heinrich I. zur Sicherung seiner Herrschaft im oberen Warmetal. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Zierenberg erfolgte unter dem Namen Thirberg bzw. Thirberch im Jahr 1298.[3]

Im Jahre 1293 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen; 1298 erhielt Zierenberg die Stadtrechte.[4] Zierenberg war Sitz des Amtes Zierenberg. Das von Heinrich Brant um 1450 errichtete Rathaus ist das älteste datierte gotische Fachwerkhaus in Hessen. Das Schloss Escheberg wird seit seinem Bau um 1530 von der Familie von der Malsburg bewohnt. Zierenberg war Verwaltungssitz des landgräflich-hessischen Amts Zierenberg und während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) des Kantons Zierenberg.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständige Gemeinde Laar auf freiwilliger Basis eingegliedert.[5] Am 31. Dezember 1970 schlossen sich Escheberg und Hohenborn der Stadt Zierenberg an.[6] Burghasungen, Oberelsungen und Oelshausen folgten am 1. Februar 1971.[7][8] Für alle nach Zierenberg eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[9]

Territorialgeschichte und Verwaltung im Überblick

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Zierenberg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[3][10]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Zierenberg 6595 Einwohner. Darunter waren 136 (2,1 %) Ausländer, von denen 63 aus dem EU-Ausland, 42 aus anderen Europäischen Ländern und 34 aus anderen Staaten kamen.[13] Bis zum Jahr 2019 erhöhte sich die Ausländerquote auf 5,4 %. Nach dem Lebensalter waren 1071 Einwohner unter 18 Jahren, 1499 zwischen 18 und 49, 1488 zwischen 50 und 64 und 1536 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 2901 Haushalten. Davon waren 831 Singlehaushalte, 834 Paare ohne Kinder und 942 Paare mit Kindern, sowie 252 Alleinerziehende und 39 Wohngemeinschaften. In 606 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 1902 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[14]

Einwohnerzahlen

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

Zierenberg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
1.558
1840
  
1.634
1846
  
1.757
1852
  
1.770
1858
  
1.763
1864
  
1.763
1871
  
1.601
1875
  
1.534
1885
  
1.576
1895
  
1.693
1905
  
1.490
1910
  
1.535
1925
  
1.815
1939
  
1.734
1946
  
2.920
1950
  
2.862
1956
  
2.465
1961
  
2.545
1967
  
3.205
1973
  
5.855
1975
  
6.004
1980
  
6.462
1985
  
6.603
1990
  
6.535
1995
  
6.783
2000
  
6.888
2005
  
6.822
2010
  
6.651
2011
  
6.595
2015
  
6.568
2020
  
6.547
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]; Hessisches Statistisches Informationssystem[15]; Zensus 2011[13]
Ab 1971 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]
• 1834:1375 evangelische (= 92,41 %), 7 katholische (= 0,47 %), 106 jüdische (= 7,12 %)Einwohner
• 1961:2273 evangelische (= 89,31 %), 206 katholische (= 8,09 %) Einwohner
• 1987:5125 evangelische (= 79,64 %), 735 katholische (= 11,42 %), 575 sonstige (= 8,9 %) Einwohner[16]
• 2011:4424 evangelische (= 67,08 %), 634 katholische (= 9,31 %), 1537 sonstige (= 23,31 %) Einwohner[16]

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[17][18][19][20]

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung 54,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
30,2
(−14,5)
20,1
(−5,8)
19,9
(n. k.)
13,3
(−9,3)
11,7
(n. k.)
4,8
(−2,1)
2016

2021

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Zierenberger Liste
d Unabhängige Wählergemeinschaft
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe - Hell
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe - Hell
Sitzverteilung
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften%
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands30,2944,71452,31644,61445,314
CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands20,1625,9821,9724,9823,67
ZieLeZierenberger Liste19,96—-
UFWUnabhängige Freie Wählergemeinschaft13,3422,6721,3723,17
GrüneBündnis 90/Die Grünen11,74
FDPFreie Demokratische Partei4,826,924,617,427,52
UWGUnabhängige Wählergemeinschaft16,25
FWGFreie Wählergemeinschaft7,53
Gesamt100,031100,031100,031100,031100,031
Wahlbeteiligung in %54,453,552,449,961,5

Bürgermeister

Am 28. September 2014 wurde Stefan Denn (SPD) mit 56,2 % der Stimmen, gegen drei Gegenkandidaten, im ersten Wahlgang für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt, nachdem er bereits am 14. September 2008 mit 50,9 % auch im ersten Wahlgang gewählt worden war. Sein Vorgänger, den er am 1. Januar 2009 ablöste, war Jürgen Pfütze, der in einer Stichwahl am 10. Oktober 2002 mit einem Stimmenanteil von 58,6 % zum dritten Mal wiedergewählt worden war. Denn trat am 1. November 2020 nicht mehr zur Wahl an. Neuer Bürgermeister ab dem 1. Januar 2021 ist Rüdiger Germeroth, der mit 74,1 % der Stimmen im ersten Wahlgang gewählt worden war.

Rathaus Zierenberg (Gotisches Fachwerkhaus)

Bürgermeister mit Amtszeit:[21]

Conrad Brede1856–188025 Jahre
Karl Kupferschläger1880–191132 Jahre
Wiegand Pitz1912–193322 Jahre
Wilhelm Schäfer (NSDAP)1933–194512 Jahre
Heinrich Ledderhose1945–19484 Jahre
Konrad Bürgel (SPD)1948–19569 Jahre
Rudolf Walther (SPD)1957–197216 Jahre
Georg Hildebrandt (SPD)1972–198413 Jahre
Horst Buchhaupt (SPD)1984–19907 Jahre
Jürgen Pfütze (SPD)1991–200818 Jahre
Stefan Denn (SPD)2009–202012 Jahre
Rüdiger Germeroth (SPD)[22]2021–

Magistrat

Der von der Stadtverordnetenversammlung am 26. April 2021 für die Legislaturperiode 2021–2026 gewählte und aus zehn ehrenamtlichen Stadträten und dem Bürgermeister bestehende Magistrat setzt sich wie folgt zusammen:[23]

BürgermeisterRüdiger Germeroth(SPD)
Erster StadtratHeinz Behr(CDU)
StadtratHans-Peter Schäfer(SPD)
StadtratStefan Borger(SPD)
StadtratVolker Schäfer(SPD)
StadtratHeinrich Gerhardt(CDU)
StadtratRichard Leck(ZieLe)
StadträtinStefanie Sauer(ZieLe)
StadträtinAnna-Lena Bayer(UFW)
StadträtinAnja Käckel(Grüne)
StadtratLutz Kuschel(FDP)

Partnerschaften

Die Stadt Zierenberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Stadtkirche Zierenberg mit Seccomalereien

Zu den Sehenswürdigkeiten von Zierenberg gehören:[24]

Lokale Sagen

Die Zerstörung der Gudenburgen

Auf dem Gudenberg standen einst zwei Burgen. Die obere Burg wurde von den Groppe von Gudenberg, die untere von den Wolff von Gudenberg bewohnt. Zwischen der Frau des Groppe und Eckhard Wolff von der unteren Burg entspann sich ein Liebesverhältnis, das die Frau trotz Ermahnungen des Groppe nicht gewillt war zu beenden. Er schwor Rache. Als kurze Zeit später die Burgen von Landgraf Heinrich I. belagert wurden, sorgte, nur um seinem Nachbarn zu schaden, der Groppe dafür, dass seine eigene Burg eingenommen werden konnte. Nun war es ein Leichtes für die Truppen des Landgrafen, von dort aus auch die untere Burg zu erobern. Der Landgraf ließ beide Burgen zerstören und sie wurden nicht wieder aufgebaut.[26]

Die Gründung von Zierenberg

Die Einwohner der Dörfer Rohrbach, Lutzewarthen und Hilleboltzen hatten Landgraf Heinrich bei der Einnahme der Gudenburgen geholfen. Als Dank beschenkte er sie großzügig mit Land im Umkreis des Bärenbergs und der Gudenberge. Sie verließen nun ihre Dörfer und bauten aus den Steinen der zerstörten Gudenburgen auf diesem Land die Stadt Zierenberg.[27]

Das Kind von Brabant am Heiligenborn

In der Nähe des inzwischen wüsten Zierenberger Dorfes Rohrbach fließt ein kleiner Bach, der Heiligenborn heißt, weil die Rohrbacher in ihm ihre Kinder taufen ließen. Hierher verirrte sich der spätere hessische Landgraf Heinrich, genannt Kind von Brabant. Er war mit acht Jahren in das nahe Kloster Hasungen geschickt worden, wo er sich mit dem Sohn eines Köhlers angefreundet hatte. Eines Tages versuchten Heinrich und sein Freund, ein Eichhörnchen im Wald zu fangen. Dabei verloren sie sich aus den Augen und Heinrich verirrte sich im Wald. Die Suche nach dem Jungen verlief erfolglos. Früh am nächsten Morgen machte sich der Köhler mit seinem Hund auf, um auf eigene Faust zu suchen. Er fand Heinrich schließlich an einer Eiche beim Heiligenborn schlafend vor. Zum Dank holte Heinrichs Mutter Sophie von Brabant den Köhler als Stallmeister auf ihr Schloss nach Marburg.[28]

Der Schatz im Krambeul

Eines Nachts, als ein Zierenberger Schäfer seine Herde am Krambeul eingepfercht hatte, fiel ihm in der Nähe ein geheimnisvolles Licht auf. Als er sich näherte, sah er eine Jungfrau, die schweigend auf eine Stelle am Boden deutete. Der Schäfer verstand sofort und begann, an der Stelle zu graben. Tatsächlich fand er einen Kessel voller Reichtümer, den er überglücklich nach Hause bringen wollte. Der Kessel war aber zu schwer, um ihn zu tragen. „Hilf Gott“ entfuhr es dem Schäfer, als er versuchte, den Kessel hochzuheben. Sofort waren alle Schätze, der Kessel, das Licht, das Loch und auch die Jungfrau verschwunden und der Schäfer stand allein in der Nacht.[29]

Die Wichtelkirche

Der König der Wichtel lebte mit seinem Volk am Dörnberg. Eines Tages entdeckte er ein schönes Zierenberger Mädchen, das dort Blumen pflückte. Sofort verliebte er sich in die Schöne und bat sie, ihn zu heiraten. Da Wichtel aber Heiden sind, lehnte sie sein Angebot ab. Der Wichtelkönig versprach nun, die Ehe durch einen Priester schließen zu lassen. Nun konnte das Mädchen nicht mehr ablehnen. Der Wichtelkönig ließ nun eilig eine riesige Kirche bauen und empfing dort die Braut in der Johannisnacht zur Trauung. Diese war geblendet von der Pracht, die der König hatte auffahren lassen, gleichzeitig wurde ihr aber mulmig zumute, denn alles erschien ihr kalt und seelenlos in der Kirche. Als der Priester sie nun fragte, ob sie die Frau des Wichtelkönigs werden wolle, konnte sie nicht anders, als mit „Nein“ zu antworten. Unter Donnern und Blitzen erstarrte die Kirche zu einem Felsen, den man immer noch am Dörnberg bei Zierenberg sehen kann und der Wichtelkirche heißt.[30]

Der wilde Jäger

Eines Abends wurden die Zierenberger durch lautes Tosen erschreckt. Als sie die Ursache des Lärms finden wollten, sahen sie, dass der wilde Jäger, der dazu verdammt ist, bis zum jüngsten Tag durch die Lüfte zu jagen, auf einem weißen Pferd mit über 100 kläffenden Hunden über die Stadt hinwegfegte. Als man sein weißes Pferd am nächsten Morgen an den Gudenbergen weiden sah, eilten einige Männer hinauf, um es zu fangen. Es war aber ganz plötzlich verschwunden.[27]

Der Ursprung der Malsburg

Auf einem hohen Basaltkegel im Warmetal vor den Toren Zierenbergs stand einst die Malsburg, von der sich die Familie der Nachkommen der Burgherren folgende Geschichte erzählt. Ein Edelmann namens Otto hatte sich unter Karl dem Großen bei der Eroberung des Brunsbergs in Westfalen durch besonderen Mut hervorgetan. Zum Dank deutete Karl auf einen Hügel in der Ferne und erlaubte Otto, sich hier eine Burg zu bauen. Otto zog nun los, um den Berg zu besehen. Als Karl ihn später fragte, wie es auf dem Berg aussehe, zeigte ihm Otto drei weiße Blüten, die er dort von einem Dornenbusch mitgenommen hatte. Karl teilte nun Ottos Schild in zwei Hälften. Eine sollte einen Löwen tragen und die andere die drei Blüten. Das ist bis heute das Wappen der Familie von der Malsburg geblieben.[27]

Die weiße Jungfrau vom Schartenberg

Ein Zierenberger Schäfer weidete einst seine Tiere am Schartenberg, als ihm eine weiße Jungfrau begegnete, die auf eine schöne Blume deutete, die der Schäfer pflückte. Sofort tat sich im Boden ein Spalt auf, in dem der Schäfer unvorstellbare Mengen an Gold fand. Gierig stopfte er sich die Taschen damit voll und raffte so viel, wie er nur tragen konnte, zusammen. Als er den Heimweg antrat, schloss sich der Berg wieder hinter ihm und all sein Gold war verschwunden, denn er hatte das Kostbarste achtlos vergessen – die schöne Blume.[29]

Der Schatz der Schartenburg

In den Ruinen der Schartenburg liegt ein Schatz, den drei arme Zierenberger Männer gefunden hatten. Um ihn zu bergen, mussten sie zuerst eine Leiter bauen, mit der sie auf den Turm der Burg steigen konnten. Dort band sich einer der Männer ein Seil um den Bauch, an dem er sich in den Turm herablassen konnte. Er blickte nun in den Turm und sah ein bodenloses, dunkles Loch vor sich, das ihn mit Schrecken erfüllte. „Und sollte ich all mein Lebtage ein armer Tagelöhner bleiben, so steige ich nicht in diesen Turm“, rief er. Die drei Männer kehrten um, und der Schatz liegt noch immer im Turm.[27]

Der Markt unter den Gudenbergen

Bei den Gudenbergen gibt es ein Flurstück, das „Markt“ genannt wird, denn dorthin mussten die Bauern aus Oberelsungen vor langer Zeit ihre Abgaben bringen, die dann von Leuten ihrer Grundherren, den Adligen Wolff von Gudenberg, dort abgeholt wurden.[29]

Verkehr

Warmetalviadukt

Zierenberg liegt an der Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar mit dem jeweils nahen Zierenberger Tunnel und dem Warmetalviadukt (Zierenberger Viadukt). Die Bahnstrecke ist Teil des Netzes der nordhessischen RegioTram Kassel, die seit dem 10. Dezember 2006 zwischen Wolfhagen und Kassel verkehrt, und hat etwa halbstündige Taktzeiten. Des Weiteren verläuft durch die Zierenberger Gemarkung die Bundesautobahn 44 (Dortmund–Kassel), die über die Anschlussstelle Zierenberg an der Bundesstraße 251 beim Stadtteil Burghasungen zu erreichen ist.

Persönlichkeiten

  • Heiliger Heimerad († 1019 auf dem Burghasunger Berg), Priester und Wanderprediger
  • Heinrich Brant, gotischer Baumeister
  • Karl Heinrich Hünersdorf (1817–1897), deutscher liberaler Kommunalpolitiker
  • Ernst Friedrich Georg Otto von der Malsburg (1786–1824), Schriftsteller, Dichter und Gesandter, gestorben auf Schloss Escheberg
  • Hans von der Malsburg (1831–1908), Vizemarschall der althessischen Ritterschaft, Mitglied des Provinziallandtages und des preußischen Herrenhauses
  • Tim Welker (* 1993), Fußballspieler

siehe auch:

  • Kasseler Filmkollektiv, Film-Künstlervereinigung
  • Rudi Walther (1928–2010), Bürgermeister von Zierenberg und langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter

Weblinks

Commons: Zierenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Zierenberg – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 78. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 15. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2013, S. 309.
  3. a b c d e Zierenberg, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 1. September 2021). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. R. Bremer: Hessens ältestes Fachwerkrathaus wird 550 Jahre alt. In: Mitteilungen des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde N.F. 36, 2000, S. 3–8, hier S. 4.
  5. Eingliederung der Gemeinden Laar in die Gemeinde Zierenberg im Landkreis Wolfhagen vom 13. November 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 48, S. 2254, Punkt 2252 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  6. Eingliederung der Gemeinden Escheberg und Hohenborn in die Stadt Zierenberg im Landkreis Wolfhagen vom 5. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 109, Punkt 108 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  8. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  9. Hauptsatzung. (PDF; 1,6 MB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Zierenberg, abgerufen im September 2020.
  10. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 69 (MDZ Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10021517~SZ%3D277~doppelseitig%3D~LT%3DMDZ%20Digitalisat~PUR%3D).
  12. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 72 f.
  13. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Stadt Zierenberg. In: Zensus2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im September 2021.
  14. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 30 und 86;.
  15. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  16. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 84;.
  17. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  18. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  19. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  20. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  21. Bürgermeister-Direktwahlen in Zierenberg, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  22. Hessenschau.de abgerufen am 2. Nov.2020
  23. Magistrat. In: Webauftritt. Stadt Zierenberg, abgerufen im September 2021.
  24. Historische Gebäude und Plätze in Zierenberg, abgerufen im Juli 2018. (PDF; 225 kB)
  25. Auswahl der einzigartigen Seccomalerei auf www.kirche-zierenberg.de
  26. J. Schluz: Sagen und Erzählungen. In: Pädagogischer Arbeitskreis Wolfhagen (Hrsg.): Heimatbuch 1966 des Kreises Wolfhagen. Band 1. Wolfhagen 1966, S. 84–86.
  27. a b c d J. Schluz: Sagen und Erzählungen. In: Pädagogischer Arbeitskreis Wolfhagen (Hrsg.): Heimatbuch 1966 des Kreises Wolfhagen. Band 1. Wolfhagen 1966, S. 86.
  28. Das Dorf Rohrbach. Abgerufen am 2. Oktober 2016.
  29. a b c Karl Lynker: Deutsche Sagen und Sitten in Hessischen Gauen. Kassel 1854, S. 84.
  30. J. Schluz: Sagen und Erzählungen. In: Pädagogischer Arbeitskreis Wolfhagen (Hrsg.): Heimatbuch 1966 des Kreises Wolfhagen. Band 1. Wolfhagen 1966, S. 84 f.

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Wappen des Landkreises Kassel, Hessen
„Im von Blau und Gold schräglinks geteilten Schild oben der goldgekrönte und -bewehrte, wachsende hessische Löwe, unten drei fächerförmig gestellte grüne Eichenblätter, denen zwei hintereinander liegende, schräglinks gestellte schwarze Wolfsangeln aufgelegt sind.“
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Denkmalgeschütztes Rathaus in Zierenberg. Gotisierender Fachwerkbau. Ältestes erhaltenes Fachwerkhaus Hessens. Erbaut 1450 durch Henrich Brant.
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Das Warmetalviadukt der Bahnstrecke Vellmar–Volkmarsen
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Lage von Zierenberg im Landkreis Kassel, Hessen, Deutschland