Wüste (Remscheid)

Wüste
Stadt Remscheid
Koordinaten: 51° 12′ 43″ N, 7° 12′ 28″ O
Höhe: 260 m ü. NN
Postleitzahl:42369
Vorwahl:0202
Wüste (Remscheid)

Lage von Wüste in Remscheid

Hofschaft „Wüste“ in Remscheid
Landwirtschaftlicher Betrieb Wüste 7

Wüste ist eine Hofschaft im Norden der bergischen Großstadt Remscheid (Stadtbezirk Lüttringhausen) in Nordrhein-Westfalen/Deutschland unmittelbar an der Stadtgrenze zu Wuppertal-Ronsdorf.

Lage und Beschreibung

Sie erstreckt sich vom Leyerbachtal den Höhenzug hinauf Richtung Flügel und liegt auf einer Höhe von etwa 260 Metern über Normalnull. In Wüste gibt es heute etwa 20 Wohngebäude.

Im Tal gab es den heute nicht mehr bestehenden Wüster Hammer. Friedrich Wilhelm Erbschloe jun. errichtete 1779 den sog. „Erbschloe Hammer“.[1] Der zugehörige ehemalige Mühlengraben ist das letzte sichtbare Stück zugehöriger Geschichte, denn 1996 ist das Gebäude abgerissen worden, um einem Regenrückhaltebecken Platz zu machen. Der Wüsterkotten war ein alter Schleifkotten, der bachabwärts in Richtung August-Erbschloe-Straße lag.

Hier im Tal verlief auch die am 21. August 1891 eröffnete und am 30. August 1959 stillgelegte Strecke der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn. Bahnstationen befanden sich in Graben und Halbach. Heute verkehrt hier eine überörtliche Buslinie (670) zwischen Remscheid und Ronsdorf.

Geschichte

Eine erste Erwähnung des Ortes fand im Jahre 1520 statt.[2] In der Topographia Ducatus Montani von Erich Philipp Ploennies von 1715 ist er als „a.d.Wüste“ aufgezeichnet.

Wüsterhammer im Tal des Leyerbachs (1994)

Um 1710 war Wüste unter dem Namen Halbachswüste Teil der Honschaft Erbschlö des Kirchspiels Lüttringhausen im Amt Beyenburg. Im 19. Jahrhundert dagegen ist die Zugehörigkeit zur Honschaft Hohenhagen der Bürgermeisterei Lüttringhausen belegt.[3]

1815/16 wurden 100 Einwohner gezählt.[4] Der laut der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf 1832 als Weiler kategorisierte Ort wurde als Wüste bezeichnet und besaß zu dieser Zeit neun Wohnhäuser, sechs Fabrikationsstätten und Mühlen und sieben landwirtschaftliche Gebäude. Zu dieser Zeit lebten 66 Einwohner im Ort, davon 62 evangelischen und vier katholischen Glaubens.[4] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden für Wüste sieben Wohnhäuser mit 57 Einwohnern angegeben.[5]

Literatur

  • Hans Kadereit: Wo noch gebeiert, gehaspelt und gedengelt wird, ein historischer Bildband. Lüttringhausen, RGA-Buchverlag, Remscheid 2009, ISBN 978-3-940491-07-7

Einzelnachweise

  1. Firma-Erbschloe
  2. Klaus-Günther Conrads, Günter Konrad: Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein | von 1246 bis 1699. In: ronsdorfer-buergerverein.de. www.ronsdorfer-buergerverein.de, abgerufen am 1. Februar 2016.
  3. Ernst Erwin Stursberg: Alt-Lüttringhausen, Mann Verlag, 1950
  4. a b Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  5. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlichen statistischen Bureau. In: Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII, 1888, ZDB-ID 1046036-6 (Digitalisat).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Wüste 7 (Remscheid).jpg
Autor/Urheber: DiAuras, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wüste 7 (Remscheid)
Remscheid Wueste.JPG
Autor/Urheber: Hans Kadereit in der Wikipedia auf Deutsch, Lizenz: GFDL 1.3
Wüste in Remscheid
Stadtgliederung Remscheid (SVG Version).svg
Autor/Urheber: User:Johannes1024, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Stadtgliederung Remscheid, SVG Version
Wiki Wüsterhammer.JPG
Autor/Urheber: Hans Kadereit in der Wikipedia auf Deutsch, Lizenz: GFDL 1.3
Wüsterhammer