Vitex doniana

Vitex doniana

Vitex doniana

Systematik
Euasteriden I
Ordnung:Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie:Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie:Viticoideae
Gattung:Vitex
Art:Vitex doniana
Wissenschaftlicher Name
Vitex doniana
Sweet

Vitex doniana ist eine Pflanzenart aus der Gattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie ist West-, Zentral- und Ostafrika bis in südliche Afrika verbreitet.

Beschreibung

Laubblatt
Etwas eingetrocknete Früchte

Vegetative Merkmale

Vitex doniana wächst als laubabwerfender Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 25 Meter sowie einen Stammdurchmesser von bis über 100 Zentimeter. Die bräunliche bis grau-braune Borke ist rissig bis furchig und abblätternd oder schuppig.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist bis zu 20 Zentimeter lang. Die einfachen und zusammengesetzt handförmigen Blattspreiten besitzen drei bis sieben Blättchen. Die Blättchenstiele sind bis 2,5 Zentimeter lang. Die kurz gestielten, ganzrandigen, ledrigen und fast kahlen Blättchen sind bei einer Länge von 6 bis 14, selten bis zu 25 Zentimeter sowie einer Breite von 3 bis 8, selten bis zu 10 Zentimeter[1] eiförmig bis elliptisch oder verkehrt-eiförmig mit gerundetem bis eingebuchtetem oder seltener spitzem oberen Ende.

Generative Merkmale

Es werden achselständige und kleinere, mehr oder weniger rostig behaarte, länger gestielte Zymen gebildet. Die Blütenstiele sind kurz.

Die zwittrigen und relativ kleinen, weißen bis hellvioletten, -purpurfabenen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der bis 5 Millimeter lange, becherförmige Kelch mit kleinen Zipfeln ist außen rostig behaart. Die Kronblätter sind in der typischen Form der Lippenblütler, sie sind in einer bis 6 bis 8 Millimeter langen Röhre verwachsen mit zweilippigen Lappen, der mittlere Lappen der Unterlippe ist vergrößert und im unteren Teil gelblich behaart, bis 4,5 Millimeter lang und länger wie die anderen 4, bis 3 Millimeter langen Lappen. Die vier Staubblätter sind didynamisch und etwas vorstehend. Der vierkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit einem längeren Griffel.

Die bei einem Durchmesser von 2 bis 3 Zentimeter rundlichen Steinfrüchte enthalten mehrere Samen und sind dunkel- bis schwarz-violett, mehr oder weniger beige gepunktet, glatte und es ist ein bleibender Kelch vorhanden. Der holzige Steinkern enthält bis zu vier Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.

Vorkommen

Vitex doniana hat ursprüngliche Vorkommen in fast ganz Afrika von Mauretanien bis Mosambik und in Madagaskar.[2]

Taxonomie

Vitex doniana wurde 1826 von Robert Sweet in Sweet's Hortus Britannicus: or a catalogue of plants cultivated in the gardens of Great Britain Teil 2, Seite 323 erstbeschrieben. Das Artepitheton doniana ehrt George Don Junior, der diese Art in Sierra Leone 1824 entdeckt und gesammelt hat.[3]

Verwendung

Die Früchte sind essbar und werden roh, gekocht oder kandiert konsumiert. Aus den Samen kann ein Öl gewonnen werden

Die Rinde, Wurzeln und Blätter sowie die Früchte werden medizinisch genutzt.

Das mittelschwere, weiche und nicht beständige Holz wird für einige Anwendungen genutzt. Es ist bekannt als African oak, Meru oak oder Vitex.

Ein deutsch-britisches Forscherteam fand heraus, dass die Weibchen der Anubispaviane die Früchte manchmal während der Regenzeit als "Verhütungsmittel" genießen - vermutlich, weil sie während dieser kühlen und nassen Tage besonders krankheitsanfällig sind.[4]

Literatur

  • Food and fruit-bearing forest species. 1: Examples from Eastern Africa, FAO Forestry Paper 44/1, FAO 1983, ISBN 92-5-101385-3, S. 139–142, online (PDF; 8,3 MB).
  • Jules Janick, Robert E. Paull. The Encyclopedia of Fruit and Nuts. CABI, 2008, ISBN 0-85199-638-8, S. 905 f.
  • Martin Chudnoff: Tropical Timbers of the World. Agriculture Handbook 607, USDA Forest Service, 1984, S. 288, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.

Einzelnachweise

  1. Keith Coates Palgrave: Trees of southern Africa. Struik Publishers, Cape Town 1988. S. 808.
  2. Vitex doniana. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 30. September 2025.
  3. Robert Sweet: Hortus Britannicus. Seite 323. eingescannt.
  4. Berliner Morgenpost vom 21.07.2007: Paviane verhüten mit schwarzen Pflaumen.
Commons: Vitex doniana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Auf dieser Seite verwendete Medien