Van Hool

Van Hool NV

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RechtsformNaamloze vennootschap (N.V.)
Gründung1947
SitzKoningshooikt, Provinz Antwerpen, Belgien
LeitungFilip Van Hool (CEO)
Mitarbeiterzahl4000 (2012)[1]
BrancheFahrzeugbau
Websitehttps://www.vanhool.be/de/
Van-Hool-Linienbus in Brüssel in den 1980er Jahren
Van-Hool-O-Bus in Gent
Doppeldeckerbus Van Hool Astromega
Doppelgelenkbus Van Hool New AGG 300 in Hamburg
Doppelgelenkbus Van Hool ExquiCity 24 EV
Van Hool A12
Van Hool A12 Heck
Ein am neuen Produktionsstandort in Nordmazedonien produzierter Van Hool EX16M

Van Hool [vɑnˈɦoːl] ist ein belgischer Nutzfahrzeughersteller für Stadtbusse, Oberleitungsbusse, Reisebusse sowie Auflieger, Fahrgestelle und Tankcontainer. Das Unternehmen wird seit seiner Gründung als Familienunternehmen geführt.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1947 von Bernard Van Hool in dem belgischen Dorf Koningshooikt (Provinz Antwerpen) gegründet. In den ersten Jahren waren 22 Mitarbeiter sowie – neben dem Firmengründer – fünf weitere Familienmitglieder beschäftigt. Die Busse wurden zunächst in Einzelfertigung produziert, wobei sich das Fahrzeugdesign an den seinerzeit populären US-amerikanischen Straßenkreuzern orientierte.[2]

Wirtschaftliches Wachstum brachte 1951 ein Großauftrag der belgischen Armee zur Lieferung von über hundert Werkstattwagen-Aufbauten sowie seit 1954 die Lieferung von Nutzfahrzeugen in die Kolonie Belgisch-Kongo. Bis Ende 1955 war die Zahl der Beschäftigten auf 240 gestiegen; ein Jahr später wurde der 1000. Reisebus ausgeliefert.

Im Februar 1957 wurde mit Fiat ein Abkommen über die Lieferung von Dieselmotoren und mechanischen Komponenten wie Schaltgetriebe und Achsen unterzeichnet. Das Unternehmen entwickelte sich vom Karosseriebauer zum vollwertigen Hersteller von kompletten Linien- und Reisebussen, die den Markennamen Van Hool Fiat trugen. Daneben blieb das Unternehmen jedoch ein renommierter Karosseriehersteller, was diesem eine weitere Expansion ermöglichte. Die Zusammenarbeit zwischen Van Hool und Fiat war schon zu Beginn sehr erfolgreich: Im August 1958 wurde der 100. Van-Hool-Fiat-Omnibus übergeben und im Juli 1961 der 500. Van-Hool-Fiat-Reisebus. 1981 wurde das Abkommen mit Fiat beendet.

1965 begann das Unternehmen mit der Produktion von Sattelaufliegern; diese Sparte hat sich bis heute als wichtiges Standbein der Firma bewährt. 1966 hatte das Unternehmen rund 880 Beschäftigte. Im gleichen Jahr begann der Export in den als schwierig geltenden US-amerikanischen Markt: Dabei wurden Van-Hool-Fahrzeuge zunächst als Shuttlebusse zwischen dem New Yorker Zentrum und den Flughäfen der Stadt eingesetzt.

1972 wurde Van Hool vom irischen Staat gebeten, die Busproduktion der staatlichen irischen Gesellschaft C.I.E. in Inchicore zu übernehmen. Dazu wurde die Firma Van Hool McArdle gegründet. Der irische Busmarkt erwies sich jedoch als zu klein, um dort genügend Busse rentabel zu produzieren. Diese Aktivitäten endeten daher 1978.

1974 starb der Firmengründer Bernard Van Hool; zwei Jahre später wurde die PVBA Van Hool & Zonen in die Aktiengesellschaft Van Hool NV überführt. Um die Vorteile eines Familienunternehmens, insbesondere die Unabhängigkeit von an Dividendenausschüttung orientierten Aktionären zu erhalten und feindliche Übernahmen auszuschließen, verblieb das Gesamtkapital in Familienbesitz. Van Hool ist heute eines der wenigen klassischen Familienunternehmen im Bereich der Busherstellung.

1978 stellte Van Hool auf dem Pariser Autosalon mit dem Modell Alizée ein neues Busmodell vor, von dem bereits ein Jahr später 500 Fahrzeuge verkauft waren. Das hieraus abgeleitete Modell T815 Acron mit (seinerzeit noch unüblichen) abgesenktem Fahrerplatz und ungewöhnlich großer Panorama-Frontscheibe wurde der bisher erfolgreichste Van-Hool-Reisebus.

1980 stellte das Unternehmen seinen ersten Gelenkbus AG280 vor. Im gleichen Jahr erschienen die Niederflurbusse AU141 und AU138. Wesentliche Neuerung war der zwischen den Achsen stehend eingebaute Motor.

Von den Mitbewerbern weitgehend unbeobachtet bereitete das Unternehmen 1980 ein völlig neues Produkt vor: Die Firma erkannte schon früh die künftige Bedeutung des multimodalen Verkehrs und entwickelte standardisierte Tankcontainer aus Aluminium (für Schüttgut) und Edelstahl (für Flüssigkeiten). Die so gewonnene Erfahrung machte Van Hool in den 1990er Jahren zu einem international agierenden Unternehmen in diesem Bereich.[2]

1987 unterzeichnete Van Hool einen Vertrag mit dem großen amerikanischen Busbetreiber ABC Bus Companies über den Alleinvertrieb von Van-Hool-Bussen in den USA.[3] Das Unternehmen ist ein Zulieferer für private und öffentliche Verkehrsgesellschaften und bietet komplette Serviceleistungen an. Durch dieses Abkommen sowie durch die Zusammenarbeit mit den Buslinien der zur Stagecoach Group gehörenden Coach USA sind Van-Hool-Fahrzeuge heute die meistimportierten Luxusbusse in Nordamerika. 1998 erwarb Van Hool eine Minderheitsbeteiligung an ABC Bus Companies.

1990 erwarb Van Hool den belgischen Bushersteller LAG. Dessen Produktion von EOS-Modellen wurde zunächst weitergeführt. Noch heute fertigt Van Hool an diesem Standort in der Stadt Bree Linien- und Reisebusse.

Einen neuen Fahrzeugtyp stellte das Unternehmen 2011 auf einer Konferenz der UITP in Dubai mit dem ExquiCity vor: Dieses neu konzipierte Modell bietet nach Angabe des Herstellers die Form und den Komfort einer Straßenbahn und die Flexibilität und Kosten eines Stadtbusses. Für den öffentlichen Nahverkehr in der französischen Stadt Metz erhielt Van Hool den Auftrag für die Lieferung der BRT-Linien Mettis: Dabei handelt es sich um hybride diesel-elektrische 24-m-Doppelgelenkfahrzeuge auf Basis des ExquiCity.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens bedeutete die am 20. Juli 2012 erfolgte Grundsteinlegung für eine Busproduktion nahe der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Die offizielle Eröffnung des neuen Buswerkes, das eine Investition in Höhe von 25 Millionen Euro erforderte, erfolgte am 12. Mai 2014. Mit diesem Schritt begann Van Hool mit der Verlagerung eines Teils seiner Produktion in ein Niedriglohnland. Begründet wird dies mit den zunehmenden Produktions- und insbesondere Lohnkosten in Westeuropa. Zur Zeit der Einrichtung des Werks in Nordmazedonien (damals: Mazedonien) betrugen die Lohnkosten weniger als 10 % der entsprechenden Kosten am Heimatstandort in Belgien.[4] Produziert werden die für den amerikanischen Markt vorgesehenen Modelle TX40 und CX45 sowie die für den europäischen Markt vorgesehene Baureihe EX. Die erste öffentliche Präsentation der 2015 in den Verkauf kommenden EX-Busse fand im September 2014 auf der IAA in Hannover statt.[5]

Produkte

Van Hool EX15H (ab 2015) auf der IAA 2014
Oberleitungsbus AG300 T in Solingen

Van Hool fertigt Reise- und Stadtbusse sowie Sonderanfertigungen wie Promotionfahrzeuge, Übertragungswagen und Sat-Sendewagen. Darüber hinaus werden Nutzfahrzeuge für den Gütertransport produziert.

Reisebusse

Derzeit werden u. a. folgende Baureihen angeboten:

  • TX-Baureihe in verschiedenen Längen und Aufbauhöhen, auch als Doppeldeckerbus. Chassis: Scania, VDL, ; Motoren: Scania oder PACCAR Euro 6
    • Acron, Hochdecker bis 14 m Länge
    • Alicron, Hochdecker bis 12 m Länge (eingestellt)
    • Astron, Reisesuperhochdecker 13 bis 14 m Länge
    • Astronef, Superhochdecker mit Theaterbestuhlung 12 bis 14 m Länge
    • Altano, Superhochdecker mit Unterflurcockpit und optionalem Tiefeinstieg 13 bis 14 m Länge
    • Astrobel, Doppeldecker (eingestellt)
    • Astromega, Doppeldecker 13 bis 14 m Länge
  • EX-Baureihe ab 2015. Erhältlich zunächst in drei verschiedenen Längen. Produziert in Nordmazedonien. Motoren: PACCAR Euro 6
  • Reisebusse USA: ausschließlich dreiachsige Fernbusse für den amerikanischen Markt, auch als Doppeldecker.

Linienbusse

Für den ÖPNV bietet das Unternehmen eine breite Auswahl von Linienbussen zwischen 8,5 m (Midibus) und 25 m Länge (Doppelgelenkbus) an. Neben Diesel- und CNG-Motoren werden auch Oberleitungsbusse, Brennstoffzellenbusse, ein Batteriebus sowie Hybridbusse in verschiedenen Antriebsvarianten angeboten.

Niederflurbusse

Van Hool A 308
Van Hool A 309
Van Hool A 300
Van Hool A 360
Van Hool A 330
Gelenkbus Van Hool AG 300
Doppelgelenkbus Van Hool AGG 300

Niederflurbusse mit alternativem Antriebssystem

Van Hool A 300 CNGErdgas
Van Hool A 360 CNGErdgas
Van Hool A 330 FCBrennstoffzelle
Van Hool A 300 TOberleitungsbus
Van Hool AG 300 TOberleitungsbus
Van Hool A 308 EBatteriebus
New A330 FC auf der InnoTrans 2018, Berlin

Darüber hinaus werden die BRT-Fahrzeuge ExquiCity18 und ExquiCity24 als Oberleitungsbus, Batteriebus oder Hybridbus angeboten.

Gütertransport

Van Hool fertigt am Produktionsstandort Koningshooikt Sattelauflieger für unterschiedliche Güter, Tankcontainer, Silocontainer, Wechselbrücken, Containerfahrgestelle sowie Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch.

Weltweit hat Van Hool rund 4000 Beschäftigte und produziert jährlich etwa 1200 Busse sowie 4000 Sattelauflieger und Tankcontainer. Die Exportquote beträgt über 80 % (Stand 2012).[1]

Wichtige Busnetze mit Van-Hool-Fahrzeugen

  • Seit 1991: Flughafenbusse des Flughafens Algier, darunter seit 2012 die größten Flughafenbusse der Welt[6]
  • Seit 2013: Busway-Linien Mettis in Metz
  • O-Busse der SWE, Stadtwerke Esslingen
  • bis 2019: AGG Doppelgelenkbusse für die ASEAG in Aachen
  • AGG Doppelgelenkbusse für die HHA Hamburger Hochbahn AG
  • Megabus Fernlinienverkehr mit VanHool Astromega
  • De Lijn, Regionalverkehrbetreiber Belgien, über 250 Fahrzeuge A300/AG300/A330/Trambus

Weblinks

Commons: Van Hool – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b Van Hool heute (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 3,2 MB) Unternehmensbroschüre Stand 2012, abgerufen am 12. Oktober 2014
  2. a b Van-Hool-Geschichte. (Memento vom 23. Oktober 2014 im Internet Archive) vanhool.de, abgerufen am 12. Oktober 2014
  3. A History Built on Relationships. (Memento vom 8. November 2014 im Internet Archive) ABC Bus Companies. Abgerufen am 5. Oktober 2013
  4. Niedriglohnempfänger (PDF; 233 KB) Pressemitteilung des Statistischen Amtes der Europäischen Union vom 20. Dezember 2012, Tabelle Seite 2, Spalte 2; abgerufen am 4. Januar 2015
  5. Van Hool präsentiert den EX als Weltpremiere auf der IAA. (Memento vom 23. Oktober 2014 im Internet Archive) (PDF; 335 KB) Pressemitteilung des Unternehmens vom 24. Juli 2014, abgerufen am 7. September 2014
  6. Archivierte Kopie (Memento vom 9. Juni 2013 im Internet Archive) abgerufen am 10. Oktober 2013

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This is the national flag of Belgium, according to the Official Guide to Belgian Protocol. It has a 13:15 aspect ratio, though it is rarely seen in this ratio.

Its colours are defined as Pantone black, Pantone yellow 115, and Pantone red 032; also given as CMYK 0,0,0,100; 0,8.5,79,0; and 0,94,87,0.
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Van Hool Coach EX 16 M. Engine: Paccar MX11 (Euro 6). Power: 290 kw (394 hp). Length: 13.26 m. Wheelbase: 6.79 m. Seats: 59+1+1
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As part of the fleet replacement programme, Solingen's transport system took delivery of a batch of Van Hool AG300T articulated trolleybuses in 2002. This is number 260 at Graf-Wilhelm-Platz.
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Megabus Van Hool TD925 Astromega US-spec #DD014 departs New York City on the M21 to Baltimore and Washington, D.C., on the 1745 departure.
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Van Hool Coach EX 15 H, produced in Macedonia. Engine: Paccar MX11 (Euro 6). Power: 290 kw (394 hp). Length: 12.48 m. Wheelbase: 6.01 m. Seats: 55+1+1
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Doppelgelenkbus Van Hool AGG300 als Metrobus-Linie 5 der Hamburger Hochbahn AG in Hamburg, Haltestelle Burgwedel
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SNCV replacement bus off Van-Hool for the ex-tramline "W" in Brussels. (The tramline was stopped in 1978). Typical SNCV busstop sign at the time.
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Van Hool ExquiCity 24 EV for Île-de-France mobilités on display at Busworld Europe 2023
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