Terry Winograd

Terry Allen Winograd (* 24. Februar 1946 in Takoma Park, Maryland) ist ein US-amerikanischer Informatiker, bekannt für Forschungen zur Künstlichen Intelligenz (KI). Von 1989 bis 2012 war er Professor für Informatik an der Stanford University.

Winograd 2006

Leben

Winograd studierte am Colorado College (Bachelor-Abschluss in Mathematik 1966) und nach einem Jahr als Fulbright-Stipendiat am University College London 1967, wo er sich mit Linguistik beschäftigte, am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort entwickelte er in dessen AI-Lab[1] bei Seymour Papert und Marvin Minsky 1968 bis 1970 für seine Dissertation (1970) das SHRDLU, ein Programm, das versuchen sollte, sich in natürlicher Sprache über eine Spielzeugwelt von Bauklötzchen zu unterhalten und dabei die Schwierigkeiten der Programmierung natürlicher Dialoge aufzeigte. 1970 bis 1973 war er Instructor für Mathematik und Assistant Professor für Elektrotechnik am MIT.

1973 ging er an die Stanford University, wo er in den 1970er Jahren seine Untersuchungen in der KI zum Verständnis natürlicher Sprachen weiterbetrieb. Daneben arbeitete er 1972 bis 1983 in den Laboratorien des nahen Xerox PARC. Von einer geplanten Buchreihe Language as a cognitive process erschien aber nur der erste Band (1983, über Syntax). 1974 war er Assistant Professor, 1979 Associate Professor und ab 1989 Professor in Stanford.

2005 war er Gründungsmitglied des Hasso Plattner Institute of Design (d.school) in Stanford. Unterbrochen wurde seine Lehrtätigkeit in Stanford durch Aufenthalte 2002/03 bei Google, bei denen er ab 2001 Berater ist (Google-Mitgründer Larry Page war ein Student von Winograd, der 1998 die Universität verließ, um Google zu gründen), und 1992/93 bei Interval Research, für die er 1993 bis 1998 als Berater arbeitete. Weitere langjährige Beratertätigkeiten waren 1987 bis 1996 bei Action Technologies in Alameda und ab 2004 für xRefer.

In den 1980er Jahren wandte er sich unter dem Einfluss der Kritik von Hubert Dreyfus und der Begegnung mit dem chilenischen Philosophen Fernando Flores, mit dem er ein KI-kritisches Buch schrieb, zunehmend von klassischer KI-Forschung ab. Stattdessen wandte er sich der Kommunikation von Mensch-Computer zu und dem Software-Engineering (zum Beispiel Design Thinking).

Er ist Mitglied der Association for Computing Machinery (ACM) und der Computer Professionals for Social Responsibility, deren Rat er als Gründungsmitglied ab 1984 angehörte und deren Präsident er 1987 bis 1990 war. Sie kritisierten in den frühen 1980er Jahren die Verwicklung von Informatikern in Forschungen für militärische Zwecke.

Er ist mit der inzwischen emeritierten Medizinprofessorin in Stanford Carol Hunter Winograd verheiratet und hat zwei Töchter.

Hector Levesque benannte eine von ihm vorgeschlagene Alternative zum Turing-Test Winograd Schema Challenge nach Winograd.

Monographien

  • Understanding Natural Language, Academic Press, New York 1972.
  • Language as a Cognitive Process: Volume I: Syntax, Addison-Wesley, Reading 1983.
  • mit Fernando Flores: Understanding Computers and Cognition: A New Foundation of Design, Ablex Publishing Corporation, Norwood 1986.
  • mit Fernando Flores: Erkenntnis Maschinen Verstehen. Zur Neugestaltung von Computersystemen (= Deutsche Übersetzung), Rotbuch Verlag, Berlin 1989.
  • mit Batya Friedman (Hrsg.): Computing and Social Responsibility: a Collection of Course Syllabi, Computer Professionals for Social Responsibility, Palo Alto 1989.
  • mit Paul S. Adler (Hrsg.): Usability: Turning Technologies into Tools, Oxford University Press, New York 1992, ISBN 0-19-507510-2.
  • mit John Bennett, Laura De Young, Bradley Hartfield (Hrsg.): Bringing Design to Software, Addison-Wesley, Reading 1996, ISBN 0-201-85491-0.

Weblinks

Verweise

  1. in dem zu gleicher Zeit auch die bekannten AI-Wissenschaftler Eugene Charniak, David Waltz, Gerald Jay Sussman, Patrick Winston als Doktoranden waren

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Image of Terry Winograd at CHI 2006 conference.