Tennisweltrangliste

Die Tennisweltrangliste, für die Herren herausgegeben von der ATP und für die Damen von der WTA, ist eine nach dem gleichen Konzept erstellte Weltrangliste im Tennis. Für sie werden bei den Herren die bei den besten 18 (in wenigen Fällen 19) Tennisturnieren erspielten Punkte aus den vergangenen 52 Wochen addiert und daraus wöchentlich die jeweilige Position bestimmt. Bei den Damen werden die Ergebnisse der besten 16 Turniere verwendet.

Die Weltrangliste spielt bei den meisten Tennisturnieren eine wichtige Rolle. Von ihr hängt ab, an welcher Position der jeweilige Spieler „gesetzt“ wird. Die Setzliste wiederum legt fest, welche Spieler wann gegeneinander antreten. Mit ihr wird unter anderem gewährleistet, dass die besten Spieler nicht schon in den ersten Runden aufeinandertreffen.

Herren-Weltrangliste

Bis 2008 wurde bei der Herren-Weltrangliste zwischen zwei Modellen unterschieden. Zum einen gab es das Champions Race, das zu Beginn der Saison 2000 eingeführt, ab 2006 eingeschränkt (s. u.) und mit Ablauf der Saison 2008 eingestellt wurde; zum anderen das auch noch heute fortgeführte Entry-System, die Berechnungsmethode der alten Weltrangliste. Beide Listen wurden parallel geführt, wobei die Bedeutung der beiden Additionsverfahren auch unter Experten umstritten war.

ATP-Ranking

In der Saison 1973 wurde das ATP-Ranking eingeführt, bei dem die Resultate der jeweils zurückliegenden 52 Wochen in die Wertung eingehen. Nach der Einführung des Champions Race (Resultate der bisherigen Saison) wurde das System beibehalten, weil es gerade zu Beginn der Saison eher ein aussagekräftiges Bild über die tatsächlichen Kräfteverhältnisse im Herrentennis gibt. Aus diesem Grund dient es auch als Basis der Setzliste bei allen Turnieren. Unter der Bezeichnung Entry-System wurde diese Weltrangliste zwischen 2000 und 2005 parallel zum Champions Race geführt. Seit der Saison 2006 gilt das Entry-System wieder als offizielle Weltrangliste der ATP und erhielt die neue Bezeichnung „ATP-Ranking“.

Mit der Saison 2009 wurde die Punkteverteilung in der Weltrangliste verändert. Die Punktezahl für Turniersiege bei Grand-Slam- und Masters-Series-Turnieren wurde verdoppelt, während die für kleinere Turniere nur in geringerem Ausmaß angehoben wurde. Auch wurde die Punktezahl für das Erreichen der aufeinander folgenden Turnierrunden nicht gleichmäßig erhöht; vielmehr ist das Erreichen der nächsthöheren Runde (Achtelfinale, Viertelfinale usw.) durch eine relativ höhere Punktezahl heutzutage stärker gewichtet.

Mit der Saison 2024 wurde die Punkteverteilung in der Weltrangliste erneut verändert. Die Punktezahl für das Erreichen der einzelnen Turnierrunden wurde leicht erhöht.

Berechnung des ATP-Rankings seit 2009

Allgemeines

Für jeden Spieler gehen bis zu 19 Turnierergebnisse in die Wertung ein. Diese Ergebnisse sind auf die folgende Art und Weise festgelegt:

- die vier Punktresultate aus den Grand-Slam-Turnieren. Nimmt ein Spieler, aus welchem Grund auch immer, an einem oder mehreren Grand-Slam-Turnieren nicht teil, so werden ihm hierfür 0 Punkte notiert. Er kann also ein Grand-Slam-Turnier (A-Turnier) nicht durch ein beliebiges Turnier ersetzen. Dies gilt auch für den Fall, dass er wegen Verletzung oder Krankheit nicht antreten kann. Für das ATP-Ranking wird dies trotzdem wie ein gespieltes Turnier gewertet.

- die acht Punktresultate aus den Masters-1000-Turnieren (B-Turniere). Eigentlich gibt es neun B-Turniere, aber das Turnier von Monte Carlo wird in diesem Zusammenhang wie ein C-Turnier behandelt. Auch hier gilt: Tritt ein Spieler, egal aus welchem Grund, zu einem B-Turnier nicht an, werden ihm hierfür 0 Punkte notiert. Er kann also ein versäumtes B-Turnier nicht durch ein C-, D- oder E-Turnier ersetzen.

- die sechs besten Punktresultate aus C- (500er-Serie, Masters 1000 Monte Carlo), D- (250er-Serie), E- (Challenger-Serie) und F-Turnieren (Future-Serie). Für die Spieler, die zum Ende der Vorsaison zu den Besten 30 der Weltrangliste gehörten, gibt es dabei eine Sonderregel: vier C-Turniere müssen in der folgenden Saison absolviert werden (aber nicht unbedingt in die Wertung eingehen), von denen mindestens eines nach den US Open gespielt sein muss. Nimmt ein Top-30-Spieler an keinem C-Turnier nach den US Open teil, werden ihm einmal 0 Punkte angerechnet. Hat er innerhalb der letzten 52 Wochen insgesamt weniger als vier C-Turniere gespielt, so werden ihm ebenfalls für jedes fehlende Turnier 0 Punkte notiert.

- als mögliches zusätzliches 19. Ergebnis werden die erreichten Punkte bei den saisonabschließenden ATP Finals angerechnet.

Als Maximalpunktzahl kann ein Spieler somit 21.000 Punkte (Grand Slams: 4x2000, ATP Finals: 1500, Masters: 9x1000, C-Turniere 5x500) erreichen. Die höchste Punktzahl, die ein Spieler in der ATP-Weltrangliste erreichte, waren 16.950 Punkte; Novak Đoković erreichte diese Bestmarke am 6. Juni 2016.

Sollte allerdings ein Spieler aufgrund seiner zu niedrigen Weltranglistenposition an einem der zwölf Pflichtturniere (vier Grand-Slam- (A) und acht Masters-Turniere (B)) nicht teilnehmen, kann ein anderes Turnier in die Wertung eingebracht werden. Wenn er aber bei einem dieser Pflichtturniere im Hauptfeld (Main Draw) steht – ob durch direkte Qualifikation über die Weltranglistenposition, als Qualifikant, als Lucky Loser oder über eine Wildcard – fließt das Ergebnis bei diesem Turnier automatisch in die Wertung ein, auch wenn eine Verletzung die Teilnahme verhindert.

Eine weitere Ausnahme betrifft Spieler, die zu Beginn einer neuen Saison
a) mehr als 600 Spiele in ihrer Karriere bestritten haben,
b) mindestens 12 Saisons absolviert haben,
c) mindestens 31 Jahre alt sind.
Für jedes der drei erfüllten Kriterien darf der Spieler auf die Teilnahme bei einem (also max. drei) B-Turnier verzichten, ohne dafür 0 Punkte zu erhalten. Das fehlende Ergebnis darf er durch ein anderes Turnierergebnis (C- bis F-Turniere) ersetzen.

Hat ein gesetzter Spieler in der ersten Runde ein Freilos und verliert dann in der zweiten Runde, werden ihm für dieses Turnier keine Punkte gutgeschrieben. Ebenso verhält es sich bei Wildcard-Spielern bei Grand-Slam- bzw. Masters-Series-Turnieren (dort gibt es schon für ein Erstrunden-Aus Weltranglistenpunkte): sie erhalten nur Weltranglistenpunkte, wenn sie die zweite Runde erreichen.

Weltranglistenpunkte für Mannschafts-Turniere

In den Jahren 2009 bis 2015 wurden auch Weltranglistenpunkte für Siege in Davis-Cup-Partien (C-) vergeben. Insgesamt konnte ein Spieler dadurch im Saisonverlauf bis zu 625 Punkte gewinnen. So wurden für jeden Matcherfolg in der ersten Runde 40 Punkte, im Viertelfinale 65 Punkte, im Halbfinale 70 und im Finale 75 Punkte gutgeschrieben. Diese Punkte wurden aber nur für Matches gutgeschrieben, die noch für die Gesamtentscheidung der Davis-Cup-Partie relevant waren. Für so genannte dead rubber, also Spiele, die noch ausgetragen werden, obwohl die Davis-Cup-Partie insgesamt bereits entschieden ist, gab es keine Punkte. Gewann ein Spieler alle möglichen acht Partien im Saisonverlauf, erhielt er (neben den regulären 500 Punkten für die Matcherfolge) auch noch einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 125 Punkten. Für Spieler, die nur sieben Matches für sich entschieden, aber mit ihrem Team den Davis Cup gewannen, gab es einen geringeren Bonus von 75 Punkten.

Einen Teilnahmebonus in Höhe von zehn Punkten gab es für Spieler, die in der ersten Turnierrunde kein live match (also Spiele mit Relevanz für das Gesamtergebnis) für sich entscheiden konnten. Auch in der Playoff-Runde wurden Weltranglistenpunkte vergeben. Für den ersten Sieg gab es fünf Punkte, für den zweiten Sieg zusätzliche zehn Punkte.

Ließ ein Spieler eine Runde aus, so erhielt er in der nächsten Runde die Punktezahl, die in der vorherigen vergeben worden wäre. So erhielt bspw. ein Spieler, der nur das Viertelfinale für seine Nation bestritt, für einen Sieg dort 40 statt 65 Punkte. Bei einer Teilnahme am Halbfinale würde er dort dann 65 statt 70 Punkte pro Sieg erhalten. Als Sonderfall wurde gewertet, wenn ein Spieler entweder die erste Runde oder das Viertelfinale ausließ und anschließend Halbfinale und Finale bestreitet; dann erhielt er für das Halbfinale nur die Punkte, die er für einen Viertelfinalsieg bekommen hätte, im Finale dann aber die volle Punktzahl.

2009 bis 2012 wurden außerdem auch für den World Team Cup in Düsseldorf Weltranglistenpunkte vergeben, um die direkt vor den French Open stattfindende Veranstaltung für die Top-Spieler attraktiver zu gestalten. Dabei erhielt die Nr. 1 der Mannschaft max. 250 Punkte (je 35 für einen Sieg in den drei Gruppenspielen sowie 95 Punkte für einen Sieg im Finale und zusätzlich 50 Bonuspunkte, wenn er alle vier Matches und die Mannschaft auch den WTC gewann) und die Nr. 2 der Mannschaft max. 175 Punkte (25 Punkte für Gruppenspiele, 50 Punkte fürs Finale, 50 Bonuspunkte). Im Doppel wurde bei der Punktevergabe dabei unterschieden, ob das Match noch Einfluss auf den Ausgang des „Länderkampfs“ hatte (max. 250 Punkte: 35/95/50) oder nicht (max. 50 Punkte: 10/20/-).

Punkte-Aufschlüsselung ab 2024

TurnierkategorieGesamtsumme
Preisgeld
SFHFVFAFR3R2R1Zusätzliche
Qualifikationspunkte
Qq2q1
Grand Slam (A)20001300800400200100501025168
ATP Finals (B+)max.
1500
200 für jeden Gruppenspielsieg (drei Matches)
+400 für den Halbfinalsieg, +500 für den Finalsieg
ATP Tour Masters 1000 (B)10006504002001005010 (30)(10)25 (16)*16 (8)*
Olympische Spiele (B-)750450340 (3.)
270 (4.)
13570355
ATP Tour 500 (C)50033020010050(25)20 (10)*10 (4)*
ATP Tour 250 (D)2501651005025(13)12 (5)*6 (3)*
ATP Challenger Tour 175175.000 $ +H1759050251363
ATP Challenger Tour 125150.000 $ +H125645016853
ATP Challenger Tour 100105.000 $100502514742
ATP Challenger Tour 7575.000 $75442212642
ATP Challenger Tour 5050.000 $5025148431
ITF World Tennis Tour25.000 $ +H2516831
ITF World Tennis Tour25.000 $2516831
ITF World Tennis Tour15.000 $ +H158421
ITF World Tennis Tour15.000 $158421
  • Erklärung Kopfzeile: S = Sieger; F = Finalist; HF = Halbfinale erreicht; VF = Viertelfinale; AF = Achtelfinale; R3 = Runde 3 usw.; Q = Sieger der letzten Qualifikationsrunde; q2 = Verlierer der letzten Qualifikationsrunde; q1 = Verlierer der vorletzten Qualifikationsrunde
  • +H = Turniere, die zusätzlich zum Preisgeld die Unterkunft für die Spieler tragen, werden in die jeweils nächsthöhere Preisgeldkategorie gestuft
  • (*): Qualifikationsboni werden auf den Wert in Klammern reduziert, wenn die Teilnehmerzahl im Hauptfeld der Turniere mehr als 56 (Masters 1000) oder 32 (World Tour 500 & 250) beträgt
  • (**): Im Doppel werden Ranglistenpunkte bei Future-Turnieren erst ab dem Halbfinale vergeben
  • (#): Punkte fürs Achtelfinale 2016 um 1 erhöht und Punkte für die Qualifikation um 2 gesenkt
  • (##): Hospitality 2016 ergänzt und Punkte von der höheren Kategorie übernommen

Punkte-Aufschlüsselung von 2009 bis 2023

TurnierkategorieGesamtsumme
Preisgeld
SFHFVFAFR3R2R1Zusätzliche
Qualifikationspunkte
Qq2q1
Grand Slam (A)2000120072036018090451025168
ATP Finals (B+)max.
1500
200 für jeden Gruppenspielsieg (drei Matches)
+400 für den Halbfinalsieg, +500 für den Finalsieg
ATP Tour Masters 1000 (B)1000600360180904510 (25)(10)25 (16)*16 (8)*
Olympische Spiele (B-)750450340 (3.)
270 (4.)
13570355
ATP Tour 500 (C)5003001809045(20)20 (10)*10 (4)*
ATP Tour 250 (D)250150904520(10)12 (5)*6 (3)*
Davis Cup (C-)+75 für 7 Siege
+50 für 8. Sieg
75/Sieg70/Sieg65/Sieg40/Sieg
10/Niederl.
Relegation: 5 für einen Sieg,
15 für zwei Siege
ATP Challenger Tour 125150.000 $ +H125754525105
ATP Challenger Tour 110150.000 $11065402095
ATP Challenger Tour 100125.000 $10060351885
ATP Challenger Tour 90100.000 $9055331785
ATP Challenger Tour 8075.000 $8048291573
ATP Challenger Tour 5050.000 $503015741
ITF World Tennis Tour25.000 $ +H2012631
ITF World Tennis Tour25.000 $2012631
ITF World Tennis Tour15.000 $ +H106421
ITF World Tennis Tour15.000 $106421
  • Erklärung Kopfzeile: S = Sieger; F = Finalist; HF = Halbfinale erreicht; VF = Viertelfinale; AF = Achtelfinale; R3 = Runde 3 usw.; Q = Sieger der letzten Qualifikationsrunde; q2 = Verlierer der letzten Qualifikationsrunde; q1 = Verlierer der vorletzten Qualifikationsrunde
  • +H = Turniere, die zusätzlich zum Preisgeld die Unterkunft für die Spieler tragen, werden in die jeweils nächsthöhere Preisgeldkategorie gestuft
  • (*): Qualifikationsboni werden auf den Wert in Klammern reduziert, wenn die Teilnehmerzahl im Hauptfeld der Turniere mehr als 56 (Masters 1000) oder 32 (World Tour 500 & 250) beträgt
  • (**): Im Doppel werden Ranglistenpunkte bei Future-Turnieren erst ab dem Halbfinale vergeben
  • (#): Punkte fürs Achtelfinale 2016 um 1 erhöht und Punkte für die Qualifikation um 2 gesenkt
  • (##): Hospitality 2016 ergänzt und Punkte von der höheren Kategorie übernommen

Punkte-Aufschlüsselung vor 2009

TurnierkategorieGesamtsumme
Preisgeld
SFHFVFAFR3R2R1Zusätzliche
Qualifikationspunkte
Grand Slam (A)10007004502501507535515
Tennis Masters Cup (B+)max.
750
100 für jeden Gruppenspielsieg (drei Matches)
+200 für den Halbfinalsieg, +250 für den Finalsieg
Tennis Masters Series (B)50035022512575355 (15)(5)15*
Olympische Spiele (B-)400280205 (3.)
155 (4.)
10050255
International Series Gold (C)1.000.000 $ +H300210135752515510*
International Series Gold (C)1.000.000 $250175110602515510*
International Series (C)800.000 $ +H250175110602515510*
International Series (C)800.000 $225155100552010510*
International Series (D)600.000 $20014090501555
International Series (D)400.000 $17512075401555
Challenger (E)150.000 $ +H1007045231023
Challenger (E)150.000 $90634021913
Challenger (E)125.000 $80563619813
Challenger (E)100.000 $70493116713
Challenger (E)75.000 $60422714613
Challenger (E)50.000 $55382413512
Challenger (E)37.500 $50352212512
Futures (F)15.000 $ +H2416841
Futures (F)15.000 $1812631
Futures (F)10.000 $128421
  • Erklärung Kopfzeile: S = Sieger; F = Finalist; HF = Halbfinalist; VF = Viertelfinale; AF = Achtelfinale; R3 = Runde 3 usw.
  • +H = Turniere, die zusätzlich zum Preisgeld die Unterkunft für die Spieler tragen, werden in die jeweils nächsthöhere Preisgeldkategorie gestuft
  • (*): Qualifikationsbonus wird auf fünf Punkte reduziert, wenn die Teilnehmerzahl im Hauptfeld der Turniere 32 (International Series) bzw. 64 (Masters Series) beträgt.

ATP Race

Das Champions Race wurde von der ATP vor allem aus Marketinggründen eingeführt, um ein auch für Gelegenheitszuschauer leichter verständliches Weltranglistensystem zu haben. Es erinnerte bspw. an Wertungen wie in der Formel 1. Alle Spieler begannen jede Saison bei 0 Punkten und bekamen für ihre Ergebnisse eine bestimmte Punktezahl gutgeschrieben. Diese richtete sich nach der Kategorie und dem Preisgeld des Turniers. Am meisten Punkte erhielt der Sieger eines Grand-Slam-Turniers (200), danach folgte der Sieg bei einem Turnier der Masters Series (100) und dann die kleineren Turniere der International Series (35-60). Der unterlegene Finalist erhielt eine geringere Punktezahl (140/70/24-42) usw. Zusätzliche Bonuspunkte gab es für Spieler, die über die Qualifikation das Hauptfeld erreicht hatten. Insgesamt konnten nur 18 Turniere in diese Wertung einfließen (die vier Grand-Slam-Turniere, die neun Masters-Series-Turniere sowie die fünf besten Wertungen aus anderen Turnieren). Die ersten acht Plätze im Champions Race ermöglichten dann die Teilnahme am Tennis Masters Cup, der Tennisweltmeisterschaft am Ende jeder Saison. Befand sich einer der vier Grand-Slam-Sieger nicht unter den Top 8 (aber unter den 20 Besten) der Weltrangliste, konnte er dennoch an dem Turnier teilnehmen – außer ihm waren dann nur noch die sieben Besten der Rangliste qualifiziert. Auch für die Spiele beim Masters Cup gab es Race-Punkte, so dass für die acht qualifizierten Spieler der Cup ein zusätzliches 19. Turnier war.

Maximal (außer Qualifikationsbonus) konnte ein Spieler also 2.150 Punkte im Champions-Race erreichen (800 Punkte über Grand-Slam-Turniere, 900 Punkte über die Masters-Series, 300 Punkte über die zusätzlichen Turniere, sowie 150 Punkte für den Masters-Cup). Dieser Zahl am nächsten kam Roger Federer, als er in der Saison 2006 1.674 Punkte zu Buche stehen hatte.

Zur Saison 2006 reagierte die ATP auf die immer wieder neu formulierte Kritik am Champions Race und stellte dessen Stellenwert zurück. Das Klassement wurde zwar fortgeführt, aber erst mit den Turnieren ab den US Open als Qualifikationsrangliste für den Masters Cup in den Vordergrund gestellt.

Mit der Saison 2009 wurde das „Race“ im Rahmen der Einführung der ATP Tour und der Umstellung der Weltrangliste eingestellt. Dem (ursprünglichen) ATP Race ähnliche Wertungen, die zu Jahresbeginn mit Punktestand Null beginnen, werden im Einzel und für Doppelteams aber weiterhin parallel zur Weltrangliste geführt; nach diesen Wertungen bestimmt sich die Qualifikation für die ATP Finals. Die Wertigkeit der einzelnen Turniere bei der Punktevergabe ist dort mit der des ATP Ranking identisch.

Punktevergabe – Aufschlüsselung

TurnierkategorieGesamtsumme
Preisgeld
SFHFVFAFR3R2R1Zusätzliche
Qualifikationspunkte
Grand Slam (A)20014090503015713
Tennis Masters Cup (B+)max.
150
20 für jeden Gruppenspielsieg (drei Matches)
+40 für den Halbfinalsieg, +50 für den Finalsieg
Tennis Masters Series (B)1007045251571 (4)(1)3*
International Series Gold (C)1.000.000 $60422715532*
International Series Gold (C)800.000 $50352212532*
International Series (C)1.000.000 $50352212532*
International Series (C)800.000 $45312011422*
International Series (D)600.000 $402818103 (4)(2)1
International Series (D)400.000 $352415831

(*) Die Qualifikationsboni werden auf einen Punkt reduziert, wenn sich die Teilnehmerzahl im Hauptfeld der Turniere über 32 (International Series) bzw. 64 (Masters Series) beläuft.

Die bisherigen Weltranglistenersten

Damen-Weltrangliste

WTA Tour Ranking

Die WTA erstellt seit Ende 1975 wöchentlich eine Weltrangliste. Diese erscheint während der Saison immer zu Wochenbeginn, die Montage während der großen zweiwöchigen Veranstaltungen (Grand-Slam-Turniere, Indian Wells und Miami) ausgenommen. Sie umfasst jeweils die Turniere der vergangenen 52 Wochen, wobei für jede Spielerin maximal die 16 punktbesten Ergebnisse (Doppel: 11) unter Berücksichtigung folgender Kriterien gewertet werden:

  • Für jede Spielerin, die sich für das Hauptfeld der verpflichtenden Turniere (Kategorie: Premier Mandatory), der Grand-Slam-Turniere und der WTA-Meisterschaften qualifiziert, zählen diese Veranstaltungen zu den besten 16 (11) Ergebnissen.
  • Für jede Top-20-Spielerin zählen zwei Turniere der Kategorie Premier 5 zu den besten 16 (11) Ergebnissen.

Voraussetzung, um in der Weltrangliste geführt zu werden, ist ein Mindestalter von 14 Jahren sowie die Teilnahme an mindestens drei Turnieren. 2006 veränderte die WTA ihr Ranking-System: seither werden bei Turnieren nur noch Punkte für die jeweils erreichte Runde vergeben (siehe untenstehende Tabelle). Zuvor erhielt eine Spielerin für jeden Sieg zusätzliche Bonuspunkte („quality points“), abhängig von der Weltranglistenposition der Gegnerin. Der von Justine Henin gehaltene Rekord von 7.626 Punkten war noch nach dem alten System zustande gekommen.

Race to the Championships

Das Race to the Championships bei den Damen ist das Pendant zum Champions Race der Herren. Auch diese Rangliste beginnt jede Saison wieder bei Null und erfasst die Ergebnisse der Spielerinnen im Kalenderjahr. Die bei den Turnieren erzielten Punkte werden addiert – im Gegensatz zum normalen WTA-Ranking gibt es allerdings keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl Turniere, die in die Wertung eingehen. Zum Ende der Saison haben sich die acht besten Spielerinnen dieser Wertung für die WTA Championships Anfang November qualifiziert. Anders als die ATP verwendet die WTA je Turnier für beide Ranglisten dieselbe Punkte-Bewertung.

Turnierkategorien

Premier Events (entsprechen den alten Tier-1- und -2-Events, unterteilt in 3 Unterklassen: Premier Mandatory, Premier 5 und Premier)
International Events (30 Turniere, entsprechen den alten Tier-3- und -4-Events)
  • ITF-Turniere verschiedener Kategorien

Liste der Punkte für WTA- und ITF-Turniere (seit 2014)

Die erste Tabelle zeigt einen Überblick über die Punkteverteilung für das Erreichen der jeweiligen Turnierrunde in den Einzelkonkurrenzen. Die Spalte „Gesamtes Preisgeld“ nennt das bei einer Veranstaltung dieser Kategorie ausgeschüttete Mindest-Gesamtpreisgeld. Die zweite Tabelle gilt für Doppelkonkurrenzen.

Einzel

TurnierkategorieSpielerinnen im HauptfeldGesamtes PreisgeldSFHFVFAFR32R64R128QLFRQ3Q2Q1
Grand Slam (A)128uneinheitlich2000130078043024013070104030202
WTA Championships (B+)86.500.000 $max. 1500max. 1080(250 für jedes gewonnene und 125 für jedes verlorene Round-Robin-Spiel, 330 fürs gewonnene Halbfinale, 420 fürs gewonnene Endspiel)
Premier Mandatory (B)96 bzw. 64110006503902151206535 51030202
Premier 5 (B)5629005853501901056013022 6151
Olympische Spiele (B-)640 $685470340/26017595551
Premier (C)56 bzw. 3234703051851005530 712518 7131
WTA Tournament of Champions (D+)8750.000 $max. 375max. 255(60 für jedes gewonnene und 25 für jedes verlorene Round-Robin-Spiel, 75 für den Halbfinalsieg und 120 für den Sieg im Endspiel)
International (D)56 bzw. 32250.000 $28018011060301-1814 8101
125.000 $ + H4 (E)32125.000 $160955729151641
ITF 100.000 $ + H4 (E)32100.000 $150905528141641
ITF 100.000 $ (E)32100.000 $140855025131641
ITF 75.000 $ + H4 (E)3275.000 $130804824121531
ITF 75.000 $ (E)3275.000 $115704221101531
ITF 50.000 $ + H4 (E)3250.000 $10060361891531
ITF 50.000 $ (E)3250.000 $8048291581531
ITF 25.000 $ + H4 (E)3225.000 $60362211612
ITF 25.000 $ (E)3225.000 $5030189511
ITF 15.000 $ (F)3215.000 $25159510
ITF 10.000 $ (F)3210.000 $1274210
  • 1 5.427.105 $: Indian Wells, Miami, Peking; 4.231.877 €: Madrid
  • 2 2.440.070 $: Doha, Rom, Montreal/Toronto, Cincinnati, Wuhan
  • 3 2 Mio. $: Dubai; 1 Mio. $: Brisbane; 710.000 $: Sydney, Paris, Charleston, Stuttgart, Birmingham, Eastbourne, Stanford, New Haven, Carlsbad, Tokio, Moskau
  • 4 Hospitality
  • 5 entfällt in Madrid und Peking wegen 64er-Hauptfeld
  • 6 nur bei 64er-Qualifikationsfeldern, ansonsten 20 Punkte für Q2
  • 7 nur bei 56er-Hauptfeldern
  • 8 nur bei 32er-Qualifikationsfeldern, ansonsten 12 Punkte für Q2

Doppel

TurnierkategoriePaare im HauptfeldSFHFVFAFR32R64QLFR
Grand Slam (A)64200013007804302401301040
WTA Championships (B+)415001050690
Premier Mandatory (B)32 bzw. 28100065039021512010
Premier 5 (B)32 bzw. 28900585350190105 11
Olympische Spiele (B-)64685470340/26017595551
Premier (C)164703051851001
International (D)16280180110601
125.000 $ + H (E)161609557291
ITF 100.000 $ + H (E)161509055281
ITF 100.000 $ (E)161408550251
ITF 75.000 $ + H (E)161308048241
ITF 75.000 $ (E)161157042211
ITF 50.000 $ + H (E)161006036181
ITF 50.000 $ (E)16804829151
ITF 25.000 $ + H (E)16603622111
ITF 25.000 $ (E)1650301891
ITF 15.000 $ (F)162515950
ITF 10.000 $ (F)16127420-

1 nur bei 28er-Hauptfeldern

Die bisherigen Weltranglistenersten

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