Stemshorn

WappenDeutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten:52° 27′ N, 8° 22′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis:Diepholz
Samtgemeinde:Altes Amt Lemförde
Höhe:91 m ü. NHN
Fläche:8,84 km²
Einwohner:708 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte:80 Einwohner je km²
Postleitzahl:49448
Vorwahl:05443
Kfz-Kennzeichen:DH, SY
Gemeindeschlüssel:03 2 51 036
Adresse der Verbandsverwaltung:Hauptstraße 80, 49448 Lemförde
Website:www.lemfoerde.de
Bürgermeister:Heiner Lindemann (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Stemshorn im Landkreis Diepholz
KarteLandkreis DiepholzNiedersachsenNordrhein-WestfalenNordrhein-WestfalenLandkreis OsnabrückLandkreis Nienburg/WeserBremenDelmenhorstLandkreis VerdenLandkreis VechtaLandkreis OldenburgLandkreis CloppenburgStemshornLemfördeQuernheimBrockumMarlQuernheimHüdeLembruchDümmerDiepholzDrebberBarnstorfWetschenDickelRehdenHemslohBarverFreistattWehrbleckBahrenborstelVarrelKirchdorfWagenfeldBarenburgBarenburgEydelstedtSulingenDrentwedeScholenEhrenburgNeuenkirchenMaasenBorstelSiedenburgMellinghausenStaffhorstSchwafördenAsendorfAffinghausenSudwaldeSchwarmeMartfeldBruchhausen-VilsenTwistringenBassumSykeWeyheStuhr
Karte

Stemshorn ist eine Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen.

Geografie

Geografische Lage

Stemshorn liegt im Naturpark Dümmer unweit des Dümmers und des Stemweder Berges zwischen Osnabrück und Bremen. Die Gemeinde gehört zur Samtgemeinde Altes Amt Lemförde, die ihren Verwaltungssitz in dem Flecken Lemförde hat.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete

Das Gebiet der Gemeinde Stemshorn gehört hydrologisch zum Einzugsgebiet der Hunte und damit zum Flusssystem der Weser. Es befindet sich in der Dümmerniederung[2] und ist hydrologisch eng mit dem Dümmer verbunden.

Östlich und nördlich des Gemeindegebiets erstreckt sich der flache Niederungsraum des Dümmers, eines der größten Binnengewässer Niedersachsens, der von der Hunte durchflossen wird. Die Hunte selbst durchquert das Einzugsgebiet des Dümmers von Süden nach Norden, bildet streckenweise die westliche Gemeindegrenze von Stemshorn.

Neben der Hunte treten in der Dümmerniederung zahlreiche kleinere Gräben, Vorfluter und Auenbereiche auf, die im Verbund mit den Feuchtgebieten und Mooren stehen und zum Oberflächenwasserhaushalt der Region beitragen.

Das Gemeindegebiet von Stemshorn liegt im Naturpark Dümmer[3] in der flachen Dümmerniederung, die durch ausgedehnte Feuchtgebiete und Niedermoore geprägt ist. Ein bedeutender Teil dieser Moorlandschaft ist das Ochsenmoor, ein ehemals eigenständiges Naturschutzgebiet mit Niedermoorflächen, Röhrichten und Feuchtwiesen, das heute gemeinsam mit benachbarten Schutzgebieten als Teil des Naturschutzgebiets „Dümmer, Hohe Sieben und Ochsenmoor“ (NSG HA 251)[4] ausgewiesen ist und Lebensraum für zahlreiche Feuchtgebietstypen und Vogelarten bietet. Darüber hinaus stehen die Moor und Feuchtgebietsreste der Dümmerniederung – einschließlich der Torf und Niedermoorflächen – im landschaftlichen Zusammenhang mit der regionalen Moorstruktur des Dümmerraums.[5]

Die Dümmerniederung ist eine historisch stark durch Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung veränderte Moor- und Feuchtlandschaft, was zu hydrologischen und ökologischen Herausforderungen führt. Intensive Landwirtschaft und die historische Entwässerung der Moore haben zur Anreicherung von Nährstoffen, Eutrophierung des Dümmers, Rückgang von Röhrichten, Verlust submerser Vegetation und Störung natürlicher Wasserstände beigetragen, was den Lebensraum für viele Arten beeinträchtigt.

Konkrete Maßnahmen im Rahmen von Land, Wasser und Naturschutzprojekten umfassen u. a. die Wiedervernässung von Niedermoorflächen, die Steuerung und naturnahe Unterhaltung von Gräben und Wehreinrichtungen, extensivierte Bewirtschaftung von Grünland, Anlage von Schilfpoldern zur Reduktion von Nährstoffeinträgen, Schaffung strukturreicher Gewässerränder sowie Kooperationen zwischen Naturschutzverbänden, Unterhaltungsverbänden, Landwirten und Kommunen zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Förderung der Artenvielfalt.[6]

Untergrundverhältnisse

Stremshorm liegt in der Dümmerniederung der Norddeutschen Tiefebene, deren Untergrund überwiegend aus quartären Lockersedimenten glazialen Ursprungs besteht.

Oberflächennah treten Torf-, Schluff- und Feinsandablagerungen auf, die aus der nacheiszeitlichen Verlandung des Dümmergebietes hervorgegangen sind. Darunter folgen sandige bis kiesige Schmelzwassersedimente sowie stellenweise Geschiebemergel aus der Saale- und Weichsel-Eiszeit.

Das erste, oberflächennahe Grundwasserstockwerk liegt in der Niederung meist sehr flach und wird bereits in etwa 0,5 bis 3 m Tiefe angetroffen. Ein zweites, regional verbreitetes Grundwasserstockwerk befindet sich in durchlässigen Sand- und Kiesschichten in etwa 5 bis 30 m Tiefe unter Geländeoberkante.[7][8][9][10]

Klima

In Stemshorn herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.

Im Jahre 2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C.

Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627[11]–2275[12] Sonnenstunden pro Jahr.

Im Zeitraum 2012–2021 betrug die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in der Region 538 mm.[13]

Geschichte

Im Gebiet von Stemshorn gab es bereits während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit eine Besiedlung. Davon zeugen die Relikte der fünf prähistorischen Brunnen von Stemshorn, die im Jahr 2017 etwa 900 Meter nordwestlich des Ortskerns beim Pipelinebau auf einer Ackerfläche entdeckt wurden.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 12. September 2021)[14]

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister seit 2016 ist Heiner Lindemann. Gemeindedirektor ist Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe.

bisherige Amtsinhaber
  • 1986–2001: Rolf Tiemann (Wählergemeinschaft)
  • 2001–2016: Hildegard Grönemeyer (Wählergemeinschaft)
  • seit 2016: Heiner Lindemann (Wählergemeinschaft)

Wappen

Blasonierung: „In Rot zwei sich schräg-kreuzende vierzinkige goldene Aalstecher mit goldenen Stielen, die im Schildfuß mit einem bewulsteten goldenen Büffelgehörn belegt sind.“

Der Schäferhof an der Hunte

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 51, BremenDiepholzBohmteOsnabrück.

Einrichtungen

Zu Stemshorn gehört der am Rande des Gemeindegebiets an der Hunte liegende Schäferhof. Dieser wurde 1950 vom Hunte-Wasserverband errichtet. Er wird jetzt vom Verein Naturraum Dümmerniederung mit dem Kommunikationsforum Alter Schafstall betrieben und ist an einen Schäfer verpachtet, der die Beweidung von Naturflächen an der Hunte und im Ochsenmoor betreibt.[15]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Ehrenbürger

  • Max Boguschewski, ehemaliger Bürgermeister
  • Rolf Tiemann, ehemaliger Bürgermeister

Religion

Stemshorn ist in die Kirchengemeinde Dielingen gepfarrt und gehört somit zum Kirchenkreis Lübbecke der Evangelischen Kirche von Westfalen.[16]

Commons: Stemshorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
  2. Dümmerniederung. Abgerufen am 4. Februar 2026.
  3. Startseite. Abgerufen am 4. Februar 2026.
  4. Naturschutzgebiet "Dümmer, Hohe Sieben und Ochsenmoor" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Archiviert vom Original am 5. Oktober 2025; abgerufen am 4. Februar 2026.
  5. https://www.naturpark-duemmer.de/juwelen-im-naturpark/moore/duemmerniederung/ochsenmoor.html
  6. https://www.nlwkn.niedersachsen.de/life-duemmer/-42625.html
  7. Hydrogeologische Räume und Teilräume 1 : 500 000 | Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. Archiviert vom Original am 31. Dezember 2025; abgerufen am 4. Februar 2026.
  8. Grundwasservorkommen | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Archiviert vom Original am 12. November 2025; abgerufen am 4. Februar 2026.
  9. Hydrogeologische Räume in Niedersachsen. Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, abgerufen am 4. Februar 2026.
  10. Geologische Karte von Niedersachsen 1: 50 000 – Grundkarte (GK50). Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, abgerufen am 4. Februar 2026.
  11. Blutana - Reisen und Urlaubsregionen in Deutschland. Abgerufen am 4. Februar 2026.
  12. Redirecting... Abgerufen am 4. Februar 2026.
  13. Klima Diepholz: Klimatabelle – Klimadiagramm. Abgerufen am 4. Februar 2026 (englisch).
  14. Ergebnis. Abgerufen am 5. April 2025.
  15. Webseite Schäferhof Dümmer, Abruf am 19. November 2019
  16. Historie der Kirchengemeinde Dielingen (Memento desOriginals vom 30. Januar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kirchengemeinde.dielingen.de

Auf dieser Seite verwendete Medien

Stemshorn in DH.svg
Deutsch (de): Lagekarte von Stemshorn, Landkreis Diepholz, Niedersachsen, Deutschland.

Hunte Schäferhof.JPG
Autor/Urheber: Corradox, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Hunte; hinter dem Deich der Schäferhof