Stemmtor
Das Stemmtor gehört zu den ältesten und robusteten Torsystemen im Wasserbau und wird als Verschlussorgan bei Schleusen, Sperrwerken oder Schiffsdocks eingesetzt. Im Detail besteht der Verschluss aus zwei seitlich angeschlagenen Torflügeln, die um vertikale Achsen drehbar sind. Beide Tore zusammen sind länger als der Abstand zwischen den beiden seitlichen Lagerpunkten und stoßen beim Schließen in der Mitte passgenau im stumpfen Winkel zusammen.[1]
Ein einzelner Flügel wird als Schlagtor oder auch Anschlagtor bezeichnet und muss einen definierten Anschlag auf der Gegenseite besitzen. Auch bei solchen Einzeltoren ist es vorteilhaft, die Torlänge größer als die Kanalbreite zu wählen, um eine ähnliche Tragwirkung zu erzielen. Für weitere Typen von Schleusentoren:
Aufbau und Funktion

In geschlossener Stellung stehen diese Flügel nicht ganz rechtwinklig zur Schleusenwand, sondern zeigen leicht in Richtung des Oberwassers. Dadurch werden die Flügel bei anstehendem Wasser am Stoß aneinander gepresst, was für eine gute Abdichtung sorgt, und das Tor bleibt von selbst zuverlässig geschlossen, solange die Wasserspiegel vor und hinter dem Tor beim Befüllen oder Entleeren der Schleusenkammer nicht ausgeglichen sind.[1] Statisch betrachtet stellen die geschlossenen Stemmtorflügel einen Dreigelenkbogen dar, bei dem der Druck, der durch die Wasserspiegeldifferenz auf das Tor wirkt, statisch günstig als Druckkraft in Längsrichtung der Torflügel seitlich über die Stemmknaggen in die Wände der Schleusenkammer abgeleitet wird, ohne das Tor stark auf Biegung (Kragarm) zu beanspruchen. Zusätzlich lehnen sich die Tore auf der Unterseite an den Schlagschwellen des Drempeldreiecks an.
In geöffneter Stellung klappen die Flügel des Stemmtors meist in eine entsprechende Stemmtornische in den Schleusenwänden, sodass sie kein Hindernis für passierende Schiffe darstellen. Diese Stemmtornischen werden in modernen Schleusen durch künstlich erzeugte Wasserbewegung, z. B. mit Hilfe von Luftsprudelanlagen, frei von Treibgut und Eis gehalten.
Die Zuverlässigkeit der dichten Absperrung durch ein Stemmtorpaar sorgt bei den Sperrwerken und besonders bei Sturmflutsperrwerken für die Kehrung von Hochwasser.
Beispiele
- Sich öffnendes Stemmtor
- Bidirektionales Stemmtorpaar
- Druck- und Dichtungsbereich eines Stemmtores
- Geöffneter Stemmtorflügel in der Stemmtornische
- (c) Phil Champion, CC BY-SA 2.0Über Hebelarme von Hand betätigte Stemmtore im englischen Rochdale Canal
Weblinks
Einzelnachweise
Auf dieser Seite verwendete Medien
(c) Phil Champion, CC BY-SA 2.0
Pinnel Lock, Rochdale Canal near Walsden
(c) Nigel Mykura, CC BY-SA 2.0
Lower Lock Gate, Howard Lock, Floating Harbour, Bristol This lower lock gate separates the Floating Harbour from the tidal River Avon. The Avon is on the right the floating harbour on the left.
The floating harbour was built in 1809 to ensure that boats loading and unloading in Bristol's harbour could remain floating at all times. Previously the huge tidal range of the river at this point meant that boats were beached on the mud at low tide. The floating harbour occupies the section of the river Avon that used to flow through the centre of the city, from Temple Meads station down to this point. Because of this lock it now has a constant water level. The tidal Avon now flows through a new channel called New Cut which runs from the Howard Lock upstream to Temple Meads. The water level on the tidal river can vary by as much as 40ft. The New Cut is in the left rear of this image. A feeder canal was cut from Temple Meads upstream to Netham Lock on the Avon to supply the floating harbour with water. Most of the boats using the lock to pass from the river to the floating harbour are now small leisure craft but the lock itself is huge and was designed to take large sailing ships. A problem soon arose after construction from the silting up of the floating harbour which is also fed by the River Frome which also flows through the city centre but is contained in a culvert and is not visible below the bridge at Wade St.
Brunel designed the Underfall sluices which were designed to produce a scouring action to remove silt from the harbour into the New Cut of the Avon. This was partially successful but the harbour still had to be dredged regularly and the dredging continues to this day.Autor/Urheber: Ikar.us (talk), Lizenz: CC BY 3.0 de
Bidirektionales Stemmtor der alten Nordschleuse in Straßburg
Autor/Urheber: Ikar.us, Lizenz: CC BY 3.0 de
ein Schleusentor der Schleuse Schwabenheim
Autor/Urheber: Dr. Karl-Heinz Hochhaus, Lizenz: CC BY 3.0
Schleusentor
Autor/Urheber: Andrzej Otrębski, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Biała Góra - the lock on the Nogat
