Stadttor

Porta praetoria in Regensburg, 179 n. Chr.
Porta Nigra, ehemaliges Stadttor in Trier, 170 n. Chr.
Die Nachtwache prüft die Verkaufslegitimation einer Händlerin vor dem Einlass durch das Stadttor (romantisierende Genremalerei von Anton Seitz, 1857)
Löwentor in Mykene, 13. Jh. v. Chr.
Das spätgotische Bayertor in Landsberg am Lech
(c) Hans100, CC BY 3.0

Stadttore waren meist durch Türme besonders verstärkte Durchlässe durch die ringförmigen Stadtmauern von Städten. Tore, Türme und Mauern dienten dazu, den Stadtkern vor dem Eindringen von Feinden zu schützen. Torartige Durchlässe gab es auch schon in den ummauertem römischen Militärlagern wie zum Beispiel in Mainz und Regensburg. Der Bau von schützenden Stadtmauern und Stadttoren begann in manchen Städten schon im Mittelalter wie z. B. im Fall der Stadtbefestigung Regensburg. Erneuerungen bzw. Erweiterungen und Verbesserungen begannen dann nach 1300 und dauerten an – je nach militärischen Erfordernissen – bis zur frühen Neuzeit, als am Beginn des 17. Jahrhunderts der beginnende Dreißigjährige Krieg neue Anforderungen an die Stadttore und Stadtmauern stellte.

Beschreibung

Die Stadttore waren oft mit einer Zugbrücke ausgestattet, die den vor der Stadtmauer und der Zwingermauer verlaufenden Stadtgraben überbrückte. Der Eingang durch das Stadttor wurde zusätzlich geschützt durch herablassbare Holz- oder Eisengitter oder durch mächtige Eichentüren. In manchen Städten, zum Beispiel in Leipzig, wurden die Namen der ankommenden Reisenden bei der Abfertigung an den Toren täglich in einem Verzeichnis, dem „Torzettel“, veröffentlicht.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden in vielen Städten die Stadtmauern und auch einige Stadttore abgebrochen, wenn sie der Öffnung und der baulichen Erweiterung der Städte und dem zunehmenden Verkehr im Wege waren. Es wurden aber auch repräsentative Stadttore ohne militärische Funktion neu errichtet, die auch zur Erhebung von Zöllen dienten oder als sogenannte „Torsperren“ („kurz vor Toresschluss“), die Nachtruhe in der Stadt gewährleisten sollten. Manche dieser Tore waren in klassischer und repräsentativer Bauweise gestaltet und dienten auch der Repräsentation, wie zum Beispiel das Brandenburger Tor in Potsdam. Auch Torsperren dieser Art wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts aufgehoben.

Heute können erhalten gebliebene Stadttore Wahrzeichen einer Stadt und Anziehungspunkt für Touristen sein, wie zum Beispiel die Porta Nigra (170 n. Chr.) in Trier, die Porta Prätoria (179 n. Chr.) in Regensburg oder das Brandenburger Tor am Pariser Platz in Berlin. Einige Tore – wie zum Beispiel das mittelalterliche Ostentor und bauliche Relikte in dessen unmittelbarer Umgebung lassen auch noch die Zustände im Dreißigjährigen Krieg erkennen.

Andere ehemalige Standorte von Toren sind heute zu wichtigen städtischen Plätzen geworden, ohne dass die entsprechenden Torgebäude noch vorhanden sind.

Stadttore (Auswahl)

Europa

in chronologischer Reihenfolge:

Außerhalb Europas

in chronologischer Reihenfolge:

Bekannte Torplätze

Steintorturm in Halle

Stadttor ist auch der Name eines stadttorähnlich gebauten und 1998 fertiggestellten Bürogebäudes in Düsseldorf.

Siehe auch

Literatur

  • Hartwig Neumann: Festungsbaukunst und Festungsbautechnik. Bernard & Graefe, Bonn 1988, ISBN 3-7637-5929-8.
  • Werner Meyer: Deutsche Burgen, Schlösser und Festungen. Gondrom 1979, ISBN 3-8112-1159-5.

Weblinks

Commons: Stadttor – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Stadttor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Potsdam - Brandenburger Tor - Feldseite - 2013
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Landsberg am Lech (Oberbayern). Das spätgotische „Bayertor“. Eigene Aufnahme, Okt. 2006 / Landsberg am Lech (Upper Bavaria, Germany). The late gothic “Bayertor” (“Bavarian gate”). Own photo, Oct. 2006
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