Schatzbuch der Grafschaft Mark

Das Schatzbuch der Grafschaft Mark, Schatboick in Marck Anno 1486, ist ein Steuerverzeichnis für die Grafschaft Mark aus dem Jahr 1486. Dieses Dokument über die Schatzung ist heute eine wichtige historische Quelle zur westfälischen Siedlungs- und Agrargeschichte in der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit.

Anlass war, dass Landesherr Johann II. von Kleve-Mark aufgrund von Kriegen und Luxusansprüchen seine Finanzen konsolidieren wollte. Auf den beiden Landtagen zu Wickede (bei Dortmund) am 24. April und 4. Mai 1486 wurde eine allgemeine Landsteuer beschlossen, bei der erstmals nicht nur die Städte, sondern auch die Bewohner des ländlichen Raums veranlagt wurden. Das Schatzbuch führt die Bewohner der einzelnen Orte und Bauerschaften namentlich auf. Die Steuer wurde nicht auf die Fläche, sondern auf den Wert des Gutes bezogen.

Schatzbuch der Grafschaft Mark
Wert des GutesSchatzungsanschlag
200 Gulden6 Gulden
100 Gulden4 Gulden
75 Gulden3 Gulden
50 Gulden2 Gulden
37 ½ Gulden1 ½ Gulden = 6 Ort
25 Gulden1 Gulden

Die Steuer wurde auf zwei Jahre verteilt, die jeweils an Martini (11. November) zu zahlen war. Das Volumen der Steuer betrug 11.000 Gulden, die aber nicht alle eingenommen werden konnten. Hinzu kamen wiederum auch die Kosten für die Erhebung.

Das Schatzbuch wird im Original im NRW-Landesarchiv, Abteilung Westfalen, Münster, aufbewahrt.

Literatur

  • Willy Timm (Bearb.): Schatzbuch der Grafschaft Mark, 1486. Stadtarchiv (Hellweg-Bücherei), Unna 1986, ISBN 3-87298-042-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Aloys Meister (Hrsg.): Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909.

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Schatzungsregister für die Grafschaft Mark.jpg
Seiten aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486. Originaltitel: Schatboick in Marck Ao 1486. Links Eintragungen im Amt Blankenstein für die Bauerschaft Bonsfeld, rechts für die Bauerschaft Elfringhausen.