Sammlung Bründl

Die Sammlung Bründl ist eine Privatsammlung originaler Kleidung, Jagd-, Kriegs-, Schmuck- und Gebrauchsgegenstände der Indianer, Cowboys und Pioniere aus der Zeit des Wilden Westens.[1][2]

Beschreibung

Die Sammlung umfasst über 1.000 Exponate und befindet sich im Privatbesitz von Heinrich Bründl.[3] Sie gilt nach der Sammlung des ehemaligen Richters und Autoren Karl-Heinrich Gehricke (Indianermuseum Gevezin) als eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Deutschland.[4][5]

1996 wurden einzelne Exponate aus Bründls Sammlung im Rahmen einer Ausstellung des US-amerikanischen Malers Michael Coleman im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München gezeigt und erweckten das Interesse des Publikums. Der anlässlich einer Sonderausstellung im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum – bei der die Sammlung 1999/2000 erstmals in vollem Umfang gezeigt wurde[6] – herausgegebene Ausstellungskatalog mit deutschem und englischem Begleittext zu den Exponaten diente auch Richard Kinseher als Quelle für das Buch Werk Der Bogen in Kultur, Musik und Medizin, als Werkzeug und Waffe.[7]

Seit 2002 war die Sammlung in Form einer Wanderausstellung unter dem Titel Im Reich der Bisonjäger in mehreren deutschen Museen für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Februar 2004 strahlte das Bayerische Fernsehen in der Reihe Zwischen Spessart und Karwendel einen Bericht über Bründl und seine Sammlung aus.[8] Claus-Dieter Steyer stufte Mitte 2004 die Bedeutung Bründls in Fachkreisen in einem Artikel im Tagesspiegel höher als die des indianischen Schauspielers Silkirtis Nichols alias „Buffalo Child“ ein.[9] Bründl findet als Sammler indianischer Kulturgüter in Fachkreisen auch international Erwähnung.[10]

Im Rahmen der Wanderausstellung Mythos Wild West wurde die Sammlung 2009 auf der Oberrhein Messe in Offenburg wieder in vollem Umfang präsentiert. Im Rahmen der Eröffnung wurde die Sonderausstellung dabei von der Ethnologin Sonja Schierle erläutert,[11][12] der Leiterin des Fachreferats Nordamerika und des Bereichs Museumspädagogik im Stuttgarter Linden-Museum.[13] Die Badische Zeitung bewertete die Sammlung am 11. August 2009 mit den Worten: „Die Originalzeugnisse in der Sammlung Bründl atmen den Geist der untergegangenen Kultur der nordamerikanischen Indianer von 1850 bis 1900, der Trapper, Cowboys und Goldgräber. Sie halten sowohl einer romantischen wie auch volkskundlichen oder waffentechnischen Betrachtung mühelos stand.“[2]

Der Sammler Heinrich Bründl

Das kulturelle Interesse von Heinrich „Heinz“ Josef Bründl (* 1948) entstand über die Mitgliedschaft im Cowboy Club München, als er knapp 20 Jahre alt war. Nach eigenen Angaben inspirierten den gelernten Metzger Aquarelle und Stiche Karl Bodmers, der von 1832 bis 1834 mit Maximilian zu Wied Nordamerika bereiste.

In die Vereinigten Staaten reiste er erstmals 1974. Das erste originale Kleidungsstück seiner Sammlung war ein Paar Mokassins. In Deutschland gründete er eine Firma und spezialisierte sich beruflich auf den Import von Wild-West-Artikeln und Dekorationsarbeiten. So baute er originalgetreue Kulissen für Indianerlager und Saloons, stattete zahlreiche Hotels, Freizeitparks und Messen aus und gründete 1987 in Poing den Westernpark No Name City, den er bis 1995 betrieb.[14] Er lebt in Pliening.[15]

Ausstellungen und Museumsleihgaben (Auswahl)

Literatur

  • Mythos Wild West: die Sammlung Bründl. Ausstellungskatalog, Winona, 1999.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 85 Jahre Oberrhein Messe Offenburg Die Sonderschau: Mythos Wild West (Pressemitteilung), Oberrhein Messe Offenburg, 2. September 2009.
  2. a b Der Wilde Westen liegt auf dem Messeareal: Schau bei der Oberrheinmesse, Badische Zeitung, 11. August 2009.
  3. Gefangen im Wilden Westen, Badische Zeitung, 25. September 2009.
  4. a b 61. Verbrauchermesse ab Samstag: Energiesparen, Tierschau, Konzerte, Osthessen, 14. Mai 2009.
  5. Historie, Museum Wiesbaden Naturhistorische Sammlungen.
  6. Im Rahmen der Oberrhein Messe 2009 vom 26. September bis 4. Oktober: Mythos Wild West – die neue Sonderschau über Indianer – Bisonjäger – Cowboys – Glücksritter – Desperados - Die Sammlung Bründl, RegioTrends, 30. März 2009.
  7. Richard Kinseher: Der Bogen in Kultur, Musik und Medizin, als Werkzeug und Waffe, BoD 2005, S. 245. ISBN 978-3-8311-4109-8
  8. Zwischen Spessart und Karwendel: Wilder Westen im Landkreis München Heinz Bründl und seine Indianersammlung, Bayerisches Fernsehen, Februar 2004.
  9. Claus-Dieter Steyer: Wilder Westen im stillen Osten, Der Tagesspiegel, 28. Juli 2004.
  10. Larry Belitz: Captured Crow lance and beaded case: in a battle around 1840, a Lakota Sioux killed a Crow warrior and captured his lance with its beaded case as war trophies.. In: Whispering Wind, Ausg. 42, Nr. 4, März 2014.
    Anm.: Die angebliche Herkunft der dort genannten Sammlungsgegenstände aus dem Linden-Museum wurde im Juli 2014 von der Leiterin des Fachbereichs Nordamerika des Museums Sonja Schierle richtiggestellt. Sie wurden von Bründl von einem mecklenburgischen Sammler erworben. Ferner stammt die beschriebene Lanze aus der Zeit um 1890.
  11. Edith Schreiner: Rede OB Schreiner zur Eröffnung Oberrhein Messe (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) (PDF), 26. September 2009.
  12. Verbrauchermessen haben Zukunft", Badische Zeitung, 28. September 2009.
  13. Team: Fachreferate. Linden-Museum, Stuttgart.
  14. Wilder Westen auf der Messe, Baden Online, 20. August 2009.
  15. "Ars terra incognita": Erste Messe für Außereuropäisches, 9. November 2002.
  16. Im Reich der Bisonjäger: Nordamerikas Tierwelt und seine Ureinwohner, Stadtmuseum Ingolstadt, 2008.
  17. Die grabenden Hunde, Bild der Wissenschaft, 19. Oktober 2004.
  18. Im Reich der Bisonjäger, Lokschuppen Rosenheim.
  19. Im Reich der Bisonjäger, onlinestreet.de, 2002.
  20. Indianer Nordamerikas: Die Sammlung Heinz Bründl, Museum Wiesbaden Naturhistorische Sammlungen.
  21. Jean-Loup Rousselot, Gerd Guck: Wakan Tanka: die Indianer der Plains und Prärie (Ausstellungskatalog), Landkreis Passau, 2002.
  22. Mythos Wild West: die Sammlung Bründl; Katalog anläßlich der Ausstellung Indianer und der Wilde Westen; 5. Juni 1999 – 9. Januar 2000 ; Deutsches Jagd- und Fischereimuseum München, Winona, 1999.