Rittersdorf (Eifel)

WappenDeutschlandkarte

Koordinaten: 50° 0′ N, 6° 30′ O

Basisdaten
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis:Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde:Bitburger Land
Höhe:285 m ü. NHN
Fläche:11,87 km2
Einwohner:1384 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte:117 Einwohner je km2
Postleitzahl:54636
Vorwahl:06561
Kfz-Kennzeichen:BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel:07 2 32 109
Adresse der Verbandsverwaltung:Hubert-Prim-Straße 7
54634 Bitburg
Website:www.rittersdorf.eu
Ortsbürgermeister:Holger Klein (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Rittersdorf im Eifelkreis Bitburg-Prüm
BitburgAuw bei PrümRoth bei PrümOlzheimNeuendorfKleinlangenfeldSchwirzheimBüdesheimWallersheimFleringenWeinsheimGondenbrettSellerichBuchetOberlascheidBleialfMützenichWinterscheidWinterspeltGroßlangenfeldBrandscheidPrümRommersheimGiesdorfHersdorfSeiwerathSchöneckenOberlauchNiederlauchOrlenbachWinringenDingdorfWatzerathPittenbachPronsfeldHabscheidMasthornHeckhuscheidMatzerathHeisdorfNimsreulandLaselWawernFeuerscheidNimshuscheidLützkampenGroßkampenbergKesfeldÜttfeldEuscheidStrickscheidLünebachLierfeldEilscheidDackscheidMerlscheidPintesfeldKinzenburgWaxweilerManderscheidLichtenbornArzfeldIrrhausenReiffSengerichLeidenbornHerzfeldEschfeldRoscheidHarspeltSevenig (Our)DahnenReipeldingenDaleidenDasburgPreischeidOlmscheidJuckenKickeshausenLauperathKrautscheidOberpierscheidNiederpierscheidLascheidHargartenLambertsbergMauelPlütscheidBurbachBalesfeldNeuheilenbachNeidenbachUschZendscheidSteinbornSankt ThomasMalbergweichMalberg (Eifel)KyllburgweilerSeinsfeldOberkailGransdorfGindorfPickließemOrsfeldKyllburgEtteldorfWilseckerBademSefferweichSeffernSchleidHeilenbachEhlenzOberweilerBickendorfNattenheimFließemRittersdorf (Eifel)LießemNiederweilerBiersdorf am SeeWiersdorfWißmannsdorfHamm (Eifel)EchtershausenBrechtFeilsdorfHütterscheidBaustertBrimingenMülbachOberweisBettingen (Eifel)OlsdorfWettlingenStockemHalsdorfEnzenDudeldorfGondorfMetterichHüttingen an der KyllRöhlScharfbilligSülmDahlemTrimportIdenheimIdesheimMeckelEßlingenOberstedemNiederstedemWolsfeldDockendorfIngendorfMesserichBirtlingenAltscheidBerkothNusbaumBiesdorfKruchtenHommerdingenHüttingen bei LahrMettendorfNiehlBurgLahrGeichlingenKörperichRoth an der OurGentingenAmmeldingen an der OurBerscheidBaulerWaldhof-FalkensteinKeppeshausenRodershausenGemündSevenig bei NeuerburgAfflerDauwelshausenScheitenkorbNasingenMuxerathObergecklerNiedergecklerSinspeltNiederradenKoxhausenHerbstmühleKarlshausenZweifelscheidLeimbachEmmelbaumAmmeldingen bei NeuerburgHeilbachUppershausenPlascheidHüttenNeuerburgScheuernFischbach-OberradenUtscheidWeidingenÜbereisenbachWallendorfBollendorfEchternacherbrückErnzenFerschweilerMindenMenningenEisenachGilzemKaschenbachNiederweisIrrelPrümzurlayAlsdorfHolsthumPeffingenSchankweilerSpangdahlemHerforstBeilingenPhilippsheimSpeicher (Eifel)PreistOrenhofenAuw an der KyllHostenNordrhein-WestfalenBelgienLuxemburgTrierLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild
Rittersdorf
Wasserburg Rittersdorf

Rittersdorf ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Geographie

Der Ort liegt in der Südeifel, ca. 4 km nördlich von Bitburg im Nimstal. Die nächste größere Stadt ist Trier (ca. 30 km).

Neben dem Hauptort gehören die Weiler Bildchen und Rittersdell sowie die Wohnplätze Jäschkeshof, Hohlgaß Hof, Pferdehof, Rittermühle und Wollmühle zur Gemeinde.[2]

Geschichte

Das Areal um die heutige Gemeinde Rittersdorf war schon im Frühmittelalter besiedelt, was durch den Fund von Frankengräbern nachgewiesen werden konnte. Es handelt sich um zwei Grabfelder nördlich von Rittersdorf. Beide konnten in die Zeit zwischen 500 n. Chr. bis 1220 eingeordnet werden.[3] Ferner fand man 1950 noch einen einzelnen Grabhügel mit einem Durchmesser von 12 m nordwestlich des Ortes. Dieser stammt aus der römischen Zeit und konnte zwischen 500 v. und 500 n. Chr. verortet werden. Als Beigabe wurde römische Keramik beobachtet.[4]

Rittersdorf wurde erstmals im Jahre 962 urkundlich erwähnt, als Kaiser Otto I. der Abtei St. Maximin deren Besitzungen bestätigte.[5] Damals wurde der Ort „Ratheresdorf“ genannt. Im Laufe der Zeit hat sich der Name in Rittersdorf geändert.

Zur Herrschaft Rittersdorf gehörte auch das Nachbardorf Nattenheim. Die Herrschaft stand bis Ende des 18. Jahrhunderts unter luxemburgischer Landeshoheit.

Von 1956 bis 1961 lagerten nahe dem Ort in verbunkerten Silos für die US-Streitkräfte Marschflugkörper vom Typ TM-61 Matador.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Rittersdorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

JahrEinwohner
1815595
1835775
1871854
1905840
1939875
1950892
1961990
JahrEinwohner
19701.027
1987969
19971.219
20051.366
20111.433
20171.407

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Rittersdorf besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

WahlCDUWGRGesamt
201910616 Sitze
20149716 Sitze
200910616 Sitze
200411516 Sitze

Bürgermeister

Holger Klein (CDU) wurde am 14. August 2019 Ortsbürgermeister von Rittersdorf.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 52,41 % für fünf Jahre gewählt worden.[9]

Kleins Vorgänger Walter Heyen hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt, war 2019 aber nicht erneut angetreten.[8]

Wappen

Wappen von Rittersdorf
Blasonierung: „Unter schwarzem Schildhaupt mit Sparrenbalken in Silber, gespalten, vorn in Silber ein wachsender roter Burgturm mit goldenem Tor, hinten fünffach von Gold und Rot geteilt.“[10]
Wappenbegründung: Rittersdorf war Sitz der Gemeinden, die die „Herrschaft Rittersdorf“ bildeten. Vögte dieser Herrschaft waren bis 1780 die Grafen von Manderscheid-Blankenheim. Sie führten im Wappen einen silbernen Sparrenbalken in Schwarz. Er kehrt im Schildhaupt wieder.

Im unteren, gespaltenen Schild ist vorn ein wachsender Burgturm wiedergegeben. König Rudolph von Habsburg gibt im Jahre 1290 die Erlaubnis zum Bau eines Turmes. Dieser Turm ist der noch heute erhaltene, nahezu 700 Jahre alte, mächtige Bergfried. Über Jahrhunderte war die Familie von Enscheringen Besitzer der Burganlage. Ihr Wappen ist im Schildgrund siebenfach von Gold und Rot geteilt. Es kehr hier, wegen des Schildhauptes fünffach geteilt, neben dem Burgturm wieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Burg Rittersdorf wurde als Wasserburg an der Nims am Verkehrsweg TrierBitburgPrümKöln erstmals im Jahre 1263 als Besitz der Reichsabtei St. Maximin erwähnt. 1290 entstand der 26 m hohe Bergfried. Die Burg beherbergt heute ein Restaurant und eine Außenstelle des Standesamtes der Verbandsgemeinde Bitburger Land.
  • Katholische Pfarrkirche St. Martin von 1833
  • Pfarrhaus von 1757
  • Dorfgemeinschaftshaus von 1921
  • Über das Gemeindegebiet sind mehrere Wegekreuze verteilt.
  • Der Ortskern ist Standort einiger historischer Wohnhäuser und alter Bauernhöfe

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Rittersdorf

Grünflächen und Naherholung

  • Wander- und Reitertouren in und um Rittersdorf[11][12]

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Rittersdorf

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort verfügt über mehrere angesiedelte Gewerbebetriebe. Im Ortskern befinden sich Gastronomie- sowie diverse Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Darüber hinaus ist eine Bankfiliale angesiedelt. Auch die Landwirtschaft genießt dank mehrerer Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe einen hohen Stellenwert.

Gewerbegebiete

  • Gewerbegebiet „Hohlgass“
  • Gewerbegebiet „Bildchen“

Bildung

  • Grundschule Sankt Barbara
  • Kindertagesstätte Burgzwerge

Persönlichkeiten

Literatur

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 12/I). Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3, S. 53, 239–246, 306 (315 S., Mit 12 Taf. u. 227 Abb. im Text. Nachdr. d. Ausg. Schwann, Düsseldorf 1927).
  • Michael Berens: Pfarrkirche St. Martin, Wallfahrtskapelle „Bildchen“. In: Geschichtlicher Arbeitskreis Bitburger Land (Hrsg.): Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes. S. 80 (online [PDF; abgerufen am 5. April 2018]).

Weblinks

Commons: Rittersdorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021[Version 2022 liegt vor.]. S. 103 (PDF; 2,6 MB).
  3. Frankengräber Rittersdorf. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 5. März 2021.
  4. Römischer Grabhügel Rittersdorf. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 5. März 2021.
  5. Heinrich Beyer: Urkundenbuch der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke bildenden mittelrheinischen Territorien Coblenz und Trier. Band 1. Hölscher, Coblenz 1860 (Urkunde 209).
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 19. August 2019.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Abgerufen am 19. August 2019.
  8. a b Der neue Rittersdorfer Gemeinderat. Ortsgemeinde Rittersdorf, abgerufen am 6. Juli 2021.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bitburger Land, Verbandsgemeinde, 47. Ergebniszeile. Abgerufen am 6. Juli 2021.
  10. Wappenerklärung. Abgerufen am 30. Juli 2016.
  11. Wanderroute Rittersdof-Bitburg Stahl-Bedhard-Bildchen-Rittersdorf. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  12. Reiterroute Rittersdorf in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  13. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  14. Hüttensonntag in der Eifel. Abgerufen am 10. August 2017.

Auf dieser Seite verwendete Medien

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Autor/Urheber: Gruesome Gary, Lizenz: CC BY-SA 3.0
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Rittersdorf in BIT.svg
Deutsch (de): Lagekarte von Rittersdorf, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, Deutschland.
English (en): Locator map of Rittersdorf in District of Bitburg-Prüm, Rhineland-Palatinate, Germany.
français (fr): Plan de localisation de la municipalité Rittersdorf dans l'Arrondissement d'Eifel-Bitburg-Prüm dans Rhénanie-Palatinat, Allemagne.
hornjoserbsce (hsb): Poziciska karta gmejny Rittersdorf, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, Němska.
македонски (mk): Положбена карта на Rittersdorf во рамките на Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, Германија.
Nederlands (nl): Detailkaart van Rittersdorf in de Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, Duitsland.
Esperanto (eo): Situomapo de Rittersdorf en Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, Germanio.
മലയാളം (ml): ജർമ്മനിയിലെ Rhineland-Palatinate, District of Bitburg-Prüm, Rittersdorf ഭൂപടസ്ഥാനം.
Wasserburg Rittersdorf-Eifelkreis Bitburg-Prüm.jpg
Autor/Urheber: Christian Credner, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Luftbild mit einem Fesseldrachen zur Dokumentation. Die Wasserburg steht in der Eifel im Ort Rittersdorf an der Nims. Im 13. Jh. erteilte Rudolf von Habsburg dem Luxemburger Grafen Heinrich IV. die Genehmigung zum Bau dieser Burg. Der runde Bergfried wurde erst später zum Ende des 13. Jh.angebaut. Der quadratische Wohnturm entstand erst nach 1529 in hochgotischer Zeit durch die Herren von Enscheringen. Weitgehende Zerstörungen erfolgten im 30jährigen Krieg und im pfälzischen Erbfolgekrieg 1685 - 1697. Zu Beginn des 20. Jh. sprach man wegen des sehr schlechten Zustandes von der "ehemaligen Burg Rittersdorf". Zu weitere Schäden kam es im Zweiten Weltkrieg. Danach gelangte die Anlage in öffentlichen Besitz. 1978 wurde mit hohem Aufwand und Einsatz die Restaurierung begonnen, die 1987 mit der Einweihung abgeschlossen werden konnte.