Planosol

Planosol (PL) (von lat.: planus, eben) ist ein Begriff der Bodenkunde und benennt eine der 32 Referenzbodengruppen der World Reference Base for Soil Resources (WRB). Die Gruppe umfasst jahreszeitlich stauwasserbeeinflusste Böden mit abrupter Zunahme des Tongehalts irgendwo innerhalb von 100 cm. Stauwasserböden ohne abrupte Tongehaltszunahme gehören in der WRB zu den Stagnosolen.

Beschreibung

Bodenprofil eines Planosol

Planosole weisen innerhalb von 100 cm unterhalb der Geländeoberfläche einen abrupten Bodenartenunterschied (abrupt textural difference) von einem Bodenhorizont mit gröberer Bodenart zu einem darunterliegenden, dichteren Horizont mit feinerer Bodenart auf, das heißt, dass sich innerhalb von 7,5 cm der Tongehalt im Boden mindestens verdoppelt oder dass er um absolut 20 % ansteigt. Des Weiteren sind stagnic Eigenschaften (von lat.: stagnare, überschwemmen) diagnostisch. Diese entstehen durch zeitweilige Wassersättigung des Bodens, wodurch sich reduzierende Verhältnisse ausbilden. Der tonärmere Horizont erfüllt oft die Kriterien des albic Material, weil das Eisen in geneigten Böden in reduzierter Form lateral ausgewaschen wurde. Im tonreicheren Horizont entsteht meist eine Marmorierung.

Horizonte

Typischerweise liegt ein gebleichter, tonarmer E-Horizont über einem tonreichen, wasserstauenden B-Horizont. Der Tongehaltsunterschied beruht meist auf geologischer Schichtung, seltener auf Lessivierung.

Verbreitung

Die Planosole nehmen weltweit etwa 130 Millionen Hektar ein und entwickeln sich bevorzugt auf flachen Hängen oder in Plateaulagen oberhalb des Grundwasserspiegels. Die größten Flächen liegen dabei in den Subtropen und in den gemäßigten Klimaten mit regelmäßigen Regen- und Trockenzeiten.

Eigenschaften und Nutzung

Planosole weisen nur geringe Nährstoffvorräte (häufig Mangel an N, P, S, K, Mg) auf und können zur Aluminium-Toxizität neigen. Durch den stauenden Horizont sind Planosole nur schlecht durchwurzelbar und neigen wechselweise zu Wasserstau (Luftmangel) und Wasserstress. Dadurch sind sie kaum ackerbaulich nutzbar und werden hauptsächlich für extensive Beweidung, Grünland oder, wenn die Temperaturen es zulassen, für Nassreisanbau genutzt. Letzteres erfordert Eindeichung und Düngung.

Verwandte Bodentypen

Stauwasserböden ohne abrupten Bodenartenunterschied gehören in der WRB zu den Stagnosolen. In der Deutschen Bodensystematik gehören die Planosole je nach Intensität der Oberbodenbleichung zu den Pseudogleyen oder Stagnogleyen. Beginnt der Stauwassereinfluss erst in größerer Tiefe, so handelt es sich um Übergangssubtypen, etwa Braunerde-Pseudogley, Parabraunerde-Pseudogley, Pseudogley-Braunerde oder Pseudogley-Parabraunerde.

Weblinks

Literatur

  • IUSS Working Group WRB: World Reference Base for Soil Resources 2014, Update 2015. World Soil Resources Reports 106, FAO, Rome 2015. ISBN 978-92-5-108369-7 (PDF 2,3 MB).
  • W. Zech, P. Schad, G. Hintermaier-Erhard: Böden der Welt. 2. Auflage. Springer-Spektrum, Heidelberg 2014. ISBN 978-3-642-36574-4.
  • W. Amelung, H.-P. Blume, H. Fleige, R. Horn, E. Kandeler, I. Kögel-Knabner, R. Kretschmar, K. Stahr, B.-M. Wilke: Scheffer/Schachtschabel Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Auflage. Heidelberg 2018. ISBN 978-3-662-55870-6.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Soil profile.jpg
Schematisches Bodenprofil. Allgemeiner Aufbau. Schichtung in Horizonten.
  • O ( 0 - 5 cm): Organischer Auflagehorizont.
  • A ( 5 - 25 cm): A-Horizont - Mutterboden.
  • B ( 25 - 75 cm): B-Horizont - Mineralischer Bodenhorizont aus verwitterten und zermahlenem Gestein.
  • C ( 75 - 120 cm): C-Horizont - Mineralischer Bodenhorizont
  • R ( nicht gezeigt): Ausgangsgestein
Stagni-eutric Planosol.JPG
Autor/Urheber: Rockwurm, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Soil profile of a Stagni-eutric Planosol