Paul Schmidt-Roller

Paul Schmidt-Roller (* 23. April 1891 in Cainsdorf bei Zwickau; † 8. November 1963 in Zwickau) war ein deutscher Maler, Kunstlehrer und Textilgestalter.

Leben

Von 1905 bis 1909 war der Sohn eines Schmiedes an der Plauener Kunstschule in Ausbildung. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Textilgestalter tätig, wurde er durch den Krieg am Besuch der Kunstakademie Dresden gehindert. Seit 1920 war er als freischaffender Maler tätig, ab 1930 arbeitete er als Lehrer an der Plauener Kunstschule und nahm auch dort seinen Wohnsitz. 1945 hatte er durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges den Verlust seines Hauses in Plauen und zahlreicher Arbeiten zu beklagen. Seitdem war er in Steinpleis bei Werdau ansässig.

Ab 1958 kommt es unter dem Motto „Kunst hilft Kohle“ zu Studieneinsätzen von Künstlern in Regionen des Bergbaus und der kohleverarbeitenden Industrie der DDR. Paul Schmidt-Roller nahm dabei in einer Künstlerbrigade mit dreizehn Künstlern, darunter Erhard Zierold, Karl Heinz Jakob, Edgar und Erika Klier, Käthe Walther und Erik Winnertz, an Produktions- und Porträtstudien von Bergarbeitern des Steinkohlenwerks Martin Hoop in Zwickau teil. Ziel war vor allem, die Werktätigen in der Produktion ganz im Sinn des Sozialistischen Realismus darzustellen.[1]

Er war in den Nachkriegsjahren langjähriger Vorsitzender des Arbeitsgebietes Zwickau im Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBKD) und als Dozent im Fach Malen an der Mal- und Zeichenschule (MuZ) in Zwickau zusammen mit Tatjana Lietz und Erik Magnus Winnertz tätig.[2]

Würdigungen

Paul Schmidt-Roller erhielt 1960 den Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau.[3]

Werke und Ausstellungen

  • 1. März – 25. Mai 1953: 3. Deutsche Kunstausstellung Dresden, im Albertinum, vier Bilder („In der Schmiede der MTS“, „Brucker im Garten“, „Nationalpreisträger Alfred Naumann“, „Alte Weide“)
  • 24. September – 22. Oktober 1961: Jubiläumsausstellungen Paul Schmidt-Roller und Albert Schwarz, Zwickau, Städtisches Museum[4]
  • Illustrationen im Buch: Rolf Ketzel: Die Burgsteinwirte und ihre Gäste, Vogtland Verlag, ISBN 3-928828-30-4
  • 16. Mai – 18. Juli 2010: Kunst und Kohle, posthum in den Kunstsammlungen Zwickau des Städtischen Museums Zwickau[5]

Literatur

  • Unbearbeiteter Nachlass in den Städtischen Museen Zwickau, Informationen durch die Städtischen Museen Zwickau
  • Corinna Halbrehder: Die Malerei der Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung der DDR, I–VIII, (920 Kurzbiographien), Vlg. P. Lang, 1995, S. 317

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Manuela Bonnke: Kunst in Produktion: Bildende Kunst und volkseigene Wirtschaft in der SBZ/DDR. Böhlau, Köln 2007, ISBN 978-3-412-35805-1, S. 161 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Edmund Käbisch: Spuren aus den Akten zur Malerin Tatjana Lietz. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  3. Stadt Zwickau: Preisträgerliste. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.zwickau.de. 8. Oktober 2009, archiviert vom Original am 14. Januar 2011; abgerufen am 24. Juli 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zwickau.de
  4. Kunstchronik, Band 14, Hrg.: Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, Verband Deutscher Kunsthistoriker, H. Carl, München, 1961, S. 264
  5. termine-archiv: Kunst und Kohle