Nihontō

Die Teile einer Nihontō-Klinge und ihre japanischen Bezeichnungen
Japanische Klingen und Koshirae

Ein Nihontō (japanisch 日本刀), manchmal auch als Nippon-Tō[1] oder Shinken bezeichnet, ist ein nach traditionellen Methoden hergestelltes japanisches Schwert. Nihon steht dabei für Japan und für Schwert.

Periodische Einteilung

Die Schwerter bzw. die Klingen werden verschiedenen Perioden zugeteilt: die ältesten werden als Jōkotō (上古刀, „altertümliche Schwerter“) bezeichnet, jene ab Mitte der Heian-Zeit (794–1185) bis zur Azuchi-Momoyama-Zeit (1573–1603) oder der Keichō-Ära (1596–1615) als Kotō (古刀, „alte Schwerter“),[2][3], bis einschließlich der An’ei-Ära (1772–1781) als Shintō (新刀, „neue Schwerter“),[4] bis 1876 als Shinshintō (新新刀, „neuere neue Schwerter“),[5] und danach als Gendaitō (現代刀, „Gegenwartsschwerter“).[5]

Schwertschmiedetraditionen

Es existierten ursprünglich fünf klassische Schwertschmiedetraditionen (Gokaden) für Nihontō in Japan, denen ca. 80 % aller in der Kotō-Periode entstandenen Schwerter zugeschrieben werden.[6] Hierzu gehörten die Yamato-Tradition, die Bizen-Tradition, die Sōshū-Tradition, die Yamashiro-Tradition und die Mino-Tradition.[7]

Merkmale

Ein Nihontō besitzt üblicherweise ein Dübelloch im Nakago (dem Erl) und eine Klingenlänge von mindestens 15 cm. Durch Remontierung der Klinge kommt es allerdings gerade bei älteren Klingen vor, dass diese mehrere Dübellöcher aufweisen. Bei neueren Klingen, die zu rein ästhetischen Zwecken gefertigt wurden, können die zur Befestigung der klassischen Montierung (Koshirae) dagegen völlig fehlen. Darüber hinaus wird eine solche Klinge nur als echtes Nihontō bezeichnet, wenn sie auf traditionelle Weise und im Falle von Gendaitō von einem in Japan lizenzierten Schmied gefertigt wurde.

Arten

Naginata, Ken, Tantō, Uchigatana und Tachi

Zu den Nihontō zählen:

Zu Nihontō zählen nicht die industriell hergestellten:

Literatur

  • John M. Yumoto: Das Samuraischwert – Ein Handbuch. Ordonnanz-Verlag, 1995, ISBN 978-3-931425-00-5.
  • Leon Kapp: Japanische Schwertschmiedekunst. Ordonnanz-Verlag, 1996, ISBN 978-3-931425-01-2.
  • Noel Perrin: Giving Up the Gun: Japan’s Reversion to the Sword, 1543–1879. Boston: David R. Godine, 1979, ISBN 978-0-87923-773-8.
  • H. Russell Robinson: Japanese Arms and Armor. New York: Crown Publishers Inc., 1969. OCLC 49140.
  • Gregory Irvine: The Japanese Sword, the Soul of the Samurai. V&A Publications., 2000, ISBN 978-1-85177-314-5.
  • Inami Hakusui: Nippon-Tō, The Japanese Sword. Kyoei Printing Co., 1948. OCLC 1747709.
  • Clive Sinclaire: SAMURAI: Die Waffen und der Geist des japanischen Kriegers. Motorbuch, 2004, ISBN 978-3-613-30510-6.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Hakusui, Inami, Nippon-Tō - The Japanese Sword, Kyoei Printing Co. 1948
  2. 古刀. In: デジタル大辞泉 bei kotobank.jp. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (japanisch).
  3. 古刀. In: 大辞林 第三版 bei kotobank.jp. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (japanisch).
  4. 新刀. In: 大辞林 第三版 bei kotobank.jp. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (japanisch).
  5. a b 新新刀. In: 大辞林 第三版 bei kotobank.jp. Abgerufen am 10. Oktober 2012 (japanisch).
  6. Yumoto, John M.: Das Samuraischwert – Ein Handbuch, S. 28.
  7. Kapp, Leon/Yoshihara, Yoshindo: Modern Japanese Swords and Swordsmiths – From 1868 to the Present, S. 17.

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A range of Japanese sword types, from left to right: Naginata, Tsurugi, Tantō, Uchigatana and Tachi.
Katana diagram.svg
Diagram of a katana
Dresden-Zwinger-Armoury-Samurai-Sword.JPG
Dresdner Zwinger, 16th or 17th century armour and weapons. Samurai swords: The sabre with the white handle is a tachi, and the one with the dark one is a katana