Minardi M01

Minardi M01

Ein Minardi M01 beim Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola

Konstrukteur:Italien Minardi
Designer:Gustav Brunner (techn. Direktor)
Gabriele Tredozi (Designer)
Jean-Claude Migeot (Aerodynamik)
Vorgänger:Minardi M198
Nachfolger:Minardi M02
Technische Spezifikationen
Chassis:Wabenkernsandwich-Monocoque mit Deckschichten aus CFK
Motor:Ford-Cosworth Zetec-R VJ 2.998 cm³, 72°-V10-Saugmotor
Radaufhängung vorn:Doppelquerlenkerachse mit innenliegenden Federn und Stoßdämpfern, betätigt über Schubstangen aus CFK
Radaufhängung hinten:Doppelquerlenkerachse mit innenliegenden Federn und Stoßdämpfern, betätigt über Schubstangen aus CFK
Länge:4420 mm
Breite:1800 mm
Reifen:Bridgestone
Benzin:Elf
Statistik
Fahrer:20. Italien Luca Badoer
20. Frankreich Stéphane Sarrazin
21. Spanien Marc Gené
Erster Start:Großer Preis von Australien 1999
Letzter Start:Großer Preis von Japan 1999
StartsSiegePolesSR
16
WM-Punkte:1
Podestplätze:
Führungsrunden:— über 0 km
Stand: Saisonende 1999
Vorlage:Infobox Rennwagen/Wartung/Alte Parameter

Der Minardi M01 war der Formel-1-Rennwagen von Minardi für die Saison 1999, der an allen 16 Rennen der Saison teilnahm.

Technik und Entwicklung

Der technische Direktor für die Entwicklung war Gustav Brunner. Ihm unterstanden Gabriele Tredozi für die Konstruktion sowie Jean-Claude Migeot für die aerodynamische Form des Wagens.[1][2]

Motor war der Zetec-R-VJ-V10-Saugmotor von Ford mit einem Hubraum von 2.998 cm³ und einem Zylinderbankwinkel von 72°. Er leistete bei 16.000/min ungefähr 548 kW (735 PS). Der Motor war auf Stand 1998; im Stewart SF2 wurde diesen schon im Vorjahr verwendet. Dadurch waren, neben den Triebwerken von Arrows, diese nur wieder-aufbereiteten Motoren die Schwächsten im ganzen Starterfeld.

Das selbstentwickelte Halbautomatikgetriebe hatte sechs Gänge. Als Radaufhängung wurde vorne eine Doppelquerlenkerachse mit innenliegenden Federn und Stoßdämpfern, betätigt über Schubstangen aus CFK, verwendet. Hinten wurde eine Doppelquerlenkerachse mit innenliegenden Federn und Stoßdämpfern, betätigt über Schubstangen aus CFK, verwendet.[3]

Renngeschichte

Das Team begann nach dem Minardi M198 eine neue Namensfolge mit dem M01, da dieser Wagen einen Neuanfang innerhalb des Teams symbolisieren soll. Hauptgeldgeber für das Team war Telefónica, der Sponsorenbeitrag des spanischen Telekommunikationsunternehmen füllte den größten Teil des Budgets und finanzierte auch im Sommer ein Aerodynamik-Paket, woraufhin die Leistung des Wagens ab dem Großen Preis von Deutschland deutlich verbessert wurde. Der neue Wagen drehte mit Luca Badoer Ende Januar in Mugello die ersten Testrunden[4] und wurde offiziell am 8. Februar 1999 in Barcelona der Weltöffentlichkeit präsentiert.[5]

Der größte Erfolg in der Saison wurde beim Großen Preis von Europa erzielt, als Marc Gené den sechsten Platz erreichte und somit den ersten Weltmeisterschaftspunkt seit Australien 1995 erzielte. Allerdings hätte Minardi in diesem Rennen mehr Punkte erzielen können, da Luca Badoer auf Platz vier liegend mit einem Getriebedefekt 13 Runden vor dem Ende ausschied. Mit diesem Punkt erreichte Minardi punktegleich mit Arrows vorübergehend den neunten Platz in der Konstrukteurswertung. Zu Saisonende fiel Minardi aber durch Toranosuke Takagis siebten Platz in Australien auf den zehnten Platz zurück, da Badoers beste Platzierung der achte Platz in San Marino war. Dennoch konnte damit das neue Team BAR, das von British American Tobacco finanziell gestützt wurde, hinter sich gelassen werden.

Das Jahr 1999 kann für Minardi als Teilerfolg angesehen werden, da sie erstmals seit vier Jahren wieder einen Punkt in der Weltmeisterschaft erreicht hatten und dadurch am Ende nicht Letzter des Klassements waren. Hauptproblem während der Saison war laut technischem Direktor Gustav Brunner die ungünstige Aerodynamik des Wagens, die jedoch durch neue Maßnahmen ab September deutlich verbessert wurde. Außerdem wurde der Wagen geringfügig zuverlässiger, sodass es nur 16 Ausfälle im Gegensatz zu den jeweils 18 in den Jahren 1997 und 1998 gab. Am auffälligsten waren Getriebedefekte, die fünf Ausfälle verursachten.

Lackierung und Sponsoring

Die Grundfarbe des M01 war ein leichtes Dunkelblau auf der oberen Seite und den Flügeln des Wagens sowie Silber auf der Nase und den Seitenkästen. Hauptsponsor war das Telekommunikationsunternehmen Telefónica, das auf dem Front- sowie Heckflügel, am Cockpit seitlich vom Fahrer und der Airbox mit gelber Schrift warb. Auf den Seitenkästen warben neben dem weiteren Hauptsponsor Fondmetal der Bremsenlieferant Brembo, der italienische Werkzeughersteller Beta Utensili und der israelische Softwarehersteller Cimatron. Ein weiterer namhafter Sponsor, der italienische Inline-Skates-Produzent Roces, warb auf der Nase des Wagens.

Fahrer

Stammfahrer waren der Ferrari-Testfahrer Luca Badoer sowie der Neuling Marc Gené, der ungefähr sieben Millionen US-Dollar an Sponsorengelder durch Telefónica mitbrachte.[5] Als Test- und Ersatzfahrer wurde der Argentinier Gastón Mazzacane nominiert. Für das zweite Rennen wurde Stéphane Sarrazin, der Ersatzfahrer von Prost Grand Prix, verpflichtet, nachdem sich Badoer bei Testfahrten eine Handverletzung zugezogen hatte und nicht am Rennwochenende teilnehmen konnte.

Weitere Verwendung der Chassis

Ein Chassis von Marc Gené ist bei der Rennstrecke Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola ausgestellt.

Ergebnisse

FahrerNr.12345678910111213141516PunkteRang
Formel-1-Weltmeisterschaft 1999Flag of Australia.svgFlag of Brazil.svgFlag of San Marino (1862–2011).svgFlag of Monaco.svgFlag of Spain.svgFlag of Canada.svgFlag of France.svgFlag of the United Kingdom.svgFlag of Austria.svgFlag of Germany.svgFlag of Hungary.svgFlag of Belgium (civil).svgFlag of Italy.svgFlag of Europe.svgFlag of Malaysia.svgFlag of Japan.svg110.
Italien L. Badoer20DNFINJ8DNFDNF1010DNF131014DNFDNFDNFDNFDNF
Frankreich S. SarrazinDNF
Spanien M. Gené21DNF99DNFDNF8DNF151191716DNF69DNF
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
GoldSieg
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
GrünPlatzierung in den Punkten
BlauKlassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
 keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung

Weblinks

Commons: Minardi M01 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. statsf1.com: Minardi M01. Stats F1, 1. Januar 2000, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).
  2. chicanef1.com: Minardi M01. Chicane F1, 1. Januar 2000, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).
  3. fedef1.com: Minardi M01. Fede F1, 1. Januar 2000, abgerufen am 31. März 2020 (englisch).
  4. grandprix.com: New cars everywhere... Grand Prix, 1. Februar 1999, abgerufen am 1. April 2020 (englisch).
  5. a b grandprix.com: Minardi names two new boys. Grand Prix, 8. Februar 1999, abgerufen am 1. April 2020 (englisch).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Flag of San Marino (1862–2011).svg
The flag of San Marino, before the 2011 standardization
Flag of the United Kingdom.svg
Flagge des Vereinigten Königreichs in der Proportion 3:5, ausschließlich an Land verwendet. Auf See beträgt das richtige Verhältnis 1:2.
Flag of Europe.svg
Die Europaflagge besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund.

Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen.

Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert.
F1 Logo.svg
Autor/Urheber:

Carter Wong Design

, Lizenz: Logo

Das offizielle Formel-1-Logo bis 2017.

Minardi M01.jpg
Autor/Urheber: Andrea borsari, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Minardi M01 exposed at the Autodromo Enzo e Dino Ferrari