Miguel Pereira

Município de Miguel Pereira
Miguel Pereira
Lago Barão de Javary.jpg
Binnensee Lago Javary im Stadtgebiet von Miguel Pereira
Miguel Pereira (Brasilien)
Miguel Pereira
Koordinaten22° 27′ S, 43° 28′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Rio de Janeiro
Symbole
Brasao-miguelpereira.jpg
Wappen
Bandeira de Miguel Pereira.jpg
Flagge
GründungStadtrecht: 2. Oktober 1955 (67 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
StaatBrasilien
BundesstaatRio de Janeiro
Gliederung3 Distrikte
Höhe618 m
Klimatropisches Höhenklima, Cfa
Fläche287,9 km²
Einwohner24.642 (2010[1])
Dichte85,6 Ew./km²
Schätzung25.622 (1. Juli 2021)[1]
GemeindecodeIBGE: 3302908
Postleitzahl26900-000
Telefonvorwahl(+55) 24
ZeitzoneUTC−3
Websitewww.pmmp.rj (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
StadtpräfektAndré Pinto de Afonseca (2021–2024)
ParteiPSC
Kultur
SchutzpatronAntonius von Padua
StadtfestStadtgründungsfest: 25. Oktober
HDI0,745 (hoch) (2010)
Munizip Miguel Pereira, Ortssitz
Munizip Miguel Pereira, Gemeindefläche

Miguel Pereira, amtlich portugiesisch Município de Miguel Pereira, ist eine Gemeinde im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Die Gemeinde erhielt am 25. Oktober 1955 die Stadtrechte. 2021 betrug die Einwohnerzahl von Miguel Pereira 25.622 Bewohner, die Miguelenser genannt werden und auf einer Gemeindefläche von rund 287,9 km² leben.[1]

Toponymie

Benannt ist der Ort nach dem Medizinethiker und Sanitärwissenschaftler Miguel da Silva Pereira (1871–1918).[2]

Geographie

Das Gemeindegebiet liegt in der Bergregion der Serra do Tinguá, im Süden grenzt es an die Serra do Couto, einem Abschnitt der Serra do Mar, der sich an der Grenze zwischen Miguel Pereira, Petrópolis und Duque de Caxias (Xerém) erstreckt. Sein höchster Punkt ist der Pico do Couto (1766 m). Das Munizip hält rund 30 % Anteil an der unter strengem Schutz stehenden Reserva Biológica do Tinguá.[3]

Umliegende Gemeinden sind Duque de Caxias, Engenheiro Paulo de Frontin, Japeri, Nova Iguaçu, Paracambi, Paty do Alferes, Petrópolis und Vassouras.

Vegetation

Das vorherrschende Biom ist Mata Atlântica.

Hydrografie

Durch die Gemeinde fließt in west-östlicher Richtung der Rio Santana.

Klima

Die Gemeinde hat mildes, warmes und gemäßigtes Klima, Cfa nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 20,7 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1575 mm im Jahr. Im Südsommer fallen in Miguel Pereira deutlich mehr Niederschläge als im Südwinter.[4]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Miguel Pereira
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Temperatur (°C)23,523,722,721,218,717,917,418,419,821,121,322,7Ø20,7
Niederschlag (mm)271195203946134353576120207244Σ1575

Geschichte

Das Land war ursprüngliches Siedlungsgebiet der Puri-Indianer. Die historische Entwicklung von Miguel Pereira ist mit der von Vassouras und Paty do Alferes sowie mit der Ausbreitung des Kaffeeanbaus im Tal des Rio Paraíba do Sul verbunden. Zunächst ein Halteplatz von Tropeiros, die den Caminho Novo benutzten, hier den Teil der als Caminha Novo do Tingá bekannt ist, nannte man ihn Barreiros oder Tejuco und später Estiva. Barreiros gehörte 1872 zur Fazenda São Francisco, Eigentum von Antônio Francisco Apolinário. Das Territorium lag zwischen Vassouras und Paty de Alferes und das Gebiet wurde zur Zeit der Provinz Rio de Janeiro durch Vassouras verwaltet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts bildete sich ein kleiner urbaner Kern. Ansonsten lebte die Bevölkerung auf Fazendas.

Aufschwung erhielt der Ort durch den Anschluss an die ehemalige Eisenbahnstrecke Linha Auxiliar. 1897 wurde die Kapelle Santo Antonio eingeweiht. 1918 wurde Estiva zu Ehren des Mediziners in Miguel Pereira umbenannt. Pereira hatte die heilklimatische Wirkung des Ortes erkannt und propagiert. Die Elektrifizierung erfolgte 1927. Durch das Gesetz Nr. 1056 vom 31. Dezember 1943 wurde der Distrito de Miguel Pereira als 10. Distrikt von Vassouras geschaffen. Seit Anfang der 1950er Jahre gab es Emanzipationsbestrebungen. Durch das Gesetz Nr. 2626 vom 25. Oktober 1955 wurden die beiden Distrikte Miguel Pereira und Distrito de Governador Portela aus Vassouras ausgegliedert und zur neuen selbständigen Stadt Miguel Pereira erhoben, Governador Portela wurde zum zweiten Distrikt des Munizips.

Kommunalpolitik

Stadtpräfekt (Bürgermeister) ist seit der Kommunalwahl 2020 für die Amtszeit von 2021 bis 2024 André Pinto de Afonseca des Partido Social Cristão (PSC).[5]

Gemeindegliederung

Miguel Pereira ist in drei Distrikte gegliedert: 1. der Distrito de Miguel Pereira, 2. der Distrito de Governador Portela, benannt nach dem zweiten Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro namens Francisco Portela, 3. seit 1987 der Distrito de Conrado, benannt nach dem Oberst der kaiserlichen Ingenieurstruppe Conrado Jacob Niemeyer, der sich noch vor Mitte des 19. Jahrhunderts Verdienste um den Straßenbau in der Serra do Tingá erworben hatte.

Der erste Distrikt enthält als Sitz der Gemeinde das Zentrum mit Hauptkirche, Rathaus und Museen. Auf dem Gemeindegebiet sind weitere Ortsteile (bairros), zumeist ländlicher Art, verstreut. Davon namentlich bekannt Alto da Boa Vista, Arcádia, Barão de Javary, Conceição, Cupido, Estância Aleluia, Futurista, Lagoinha, Pantanal, Parque Guararapes, Praça da Ponte, Plante Café, Rio d’Ouro, Roseiral, Vale da Pontresina, Vera Cruz, Vila Margarida, Vila Suissa, Village São Roque, Vista Alegre.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Das Gemeindegebiet umfasste 2010 85,21 km². Dort lebten in diesem Zeitraum 24.642 Einwohner. 1987 wurde der zum Munizip Vassouras gehörende Bezirk Distrito de Conrado in Miguel Pereira eingegliedert.

JahrEinwohnerStadtLand
196014.9675.8029.165
197013.6527.3306.322
198014.73311.5373.196
199119.44615.9423.504
200023.90220.0813.821
201024.64721.5083.139
202125.622??

Quelle: IBGE (2011)[6]

Ethnische Zusammensetzung

Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 23.902 Einwohnern, Stand 2010 mit 24.642 Einwohnern):[7]

Zehnjahresvergleich 2000/2010
Gruppe*Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos13.200 (55,22 %)  12.144 (49,28 %)  Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos8.487 (35,51 %)  9.673 (39,26 %)  Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos1.976 (8,27 %)  2.717 (11,02 %)  Schwarze
Amarelos56 (0,23 %)  63 (0,26 %)  Asiaten
Indígenas51 (0,21 %)  45 (0,18 %)  indigene Bevölkerung
ohne Angabe133

*) Anmerkung: Das IBGE verwendet für Volkszählungen ausschließlich diese fünf Gruppen. Es verzichtet bewusst auf Erläuterungen. Die Zugehörigkeit wird vom Einwohner selbst festgelegt.[8]

Verkehr

Die Entfernung zur Landeshauptstadt Rio de Janeiro beträgt 120 km. Erreichbar ist die Gemeinde über die Landesstraßen RJ-125, RJ-121 und RJ-115.

Sport

Im Mai 2018 fand in Miguel Pereira ein Ein-Stern-Turnier der FIVB World Tour statt, eine Saison später gab es am gleichen Ort ein Event der Frauen.

Sehenswürdigkeiten

1897 errichtete Eisenbahnbrücke Viaduto Paulo de Frontin
  • Naturschutzgebiet Reserva Biológica do Tinguá, dort finden sich die Steinruinen der Kirche Santana das Palmeiras
  • Eisenbahnbrücke Viaduto Paulo de Frontin
  • Lago Javary
  • Eisenbahnmuseum Museu Ferroviário de Miguel Pereira, Estação de Governador Portela im Distrito de Governador Portela[9]
  • Parque Municipal de Miguel Pereira (Stadtpark)
  • Capela dos Escravos (Sklavenkapelle), in Governador Portela
  • Wasserfälle (Cachoeiras), in Vera Cruz
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigen
Binnensee Lago Javary

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Vítor Luís Pereira da Silva (* 1959), Fußballspieler und -trainer

Literatur

  • Lei Orgânica Municipal de Miguel Pereira de 05 de abril de 1990. Atualizado até 07 de abril de 2021. Miguel Pereira 2021 (brasilianisches Portugiesisch, leg.br [PDF] – Gemeindestatut).

Weblinks

Commons: Miguel Pereira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Miguel Pereira – Panorama. IBGE, abgerufen am 2. September 2022 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Miguel Pereira – História. IBGE, abgerufen am 2. September 2022 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. MMA/IBAMA (Hrsg.): Plano de Manejo da Reserva Biológica do Tinguá-RJ. 2006 (brasilianisches Portugiesisch, gov.br [PDF]). Abgerufen am 1. September 2022.
  4. Klima Miguel Pereira: Wetter, Klimatabelle & Klimadiagramm für Miguel Pereira. In: climate-data.org. de.climate-data.org, abgerufen am 2. September 2022.
  5. André Português PSC 20 – Candidato a prefeito – Miguel Pereira - RJ – Eleições 2020. In: com.br. Estadão, 15. November 2020, abgerufen am 1. September 2022 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. Evolução da divisão territorial do Brasil 1872–2010 (= IBGE [Hrsg.]: Documentos para disseminação. Memória institucional. Nr. 17). 2011, ISBN 978-85-240-4208-9, ISSN 0103-6459, Evolução da população, segundo os municípios – 1872/2010, S. 215 (brasilianisches Portugiesisch, ibge.gov.br [PDF; 122,3 MB; abgerufen am 2. September 2022]).
  7. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 7. Juni 2022 (brasilianisches Portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Miguel Pereira (RJ) und Cor ou raça).
  8. IBGE: Manual do Recenseador. Rio de Janeiro 2009, S. 152 (brasilianisches Portugiesisch, gov.br [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 16. Oktober 2022] Anweisung an den Zähler: „Falls die Aussage nicht einer der in der Frage genannten (fünf) Alternativen entspricht, lesen Sie die Optionen noch einmal vor, damit die Person sich in diejenige einordnen kann, die sie für am geeignetsten hält. Sie sollten zu keinem Zeitpunkt die Antwort des Befragten beeinflussen … Indigen wird angekreuzt für die Person, die sich selbst als indigen oder indianisch (portugiesisch: índia) bezeichnet.“).
  9. Museu Ferroviário Miguel Pereira. In: museusdorio.com.br. Abgerufen am 12. September 2022 (brasilianisches Portugiesisch).

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Lago de Javary, Miguel Pereira
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Barão de Javary, Miguel Pereira, Rio de Janeiro
Viaduto Engenheiro Paulo de Frontin MP.JPG

Foto do Viaduto Ferroviário Engenheiro Paulo de Frontin no município de Miguel Pereira, Estado do Rio de Janeiro. Com mais de 100 anos foi tombado pela Câmara Municipal como patrimônio histórico municipal.

Ver: pt:Paulo de Frontin
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