Markus Geist

Markus Geist (* 1981 in Würzburg) ist ein deutscher Berufssoldat der Bundeswehr. Er wurde Ende der 2000er-Jahre gemeinsam mit drei weiteren Bundeswehrsoldaten öffentlich bekannt, als sie bei einem Afghanistan-Einsatz nach einem Selbstmordattentat unter Gefahr für ihr eigenes Leben mehrere Verletzte in Sicherheit brachten und dafür später jeweils mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet wurden.

Leben

Internes Verbandsabzeichen der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt (Oberbayern).

Markus Geist absolvierte 2001 sein Fachabitur und ging dann als Zeitsoldat (SaZ) zur Bundeswehr. Später wurde er als Berufssoldat übernommen. Seit Januar 2009 wird er als Ausbilder in der Führerausbildung an der Luftlande- und Lufttransportschule (LL/LTS) im oberbayerischen Altenstadt eingesetzt. Geist führt gegenwärtig den Dienstgrad eines Hauptfeldwebels.[1][2]

Im Rahmen der Auslandseinsätze der Bundeswehr wurde Geist im Jahr 2006 bei der Mission EUFOR RD Congo der Europäischen Union in Afrika eingesetzt. 2008 nahm er am ISAF-Einsatz in Afghanistan teil. Als dort am 20. Oktober 2008 in der Nähe von Kundus ein Selbstmordanschlag auf eine deutsche Patrouille verübt wurde, befand sich Geist in etwa 500 Meter Entfernung zum Anschlagsort. Bei dem Anschlag geriet ein Transportfahrzeug der Bundeswehr in Brand; zwei deutsche Soldaten und fünf afghanische Kinder wurden getötet, zwei weitere Soldaten und ein weiteres einheimisches Kind wurden verletzt. Trotz Gefahr fürs eigene Leben durch das brennende Fahrzeug und explodierende Munition kam Geist gemeinsam mit den Bundeswehrsoldaten Jan Berges, Alexander Dietzen, und Henry Lukács sofort zur Hilfe. Die vier Soldaten retteten die Verletzten und bargen die Toten.[3]

Orden und Ehrenzeichen

Markus Geist, damals noch Oberfeldwebel, wurde gemeinsam mit seinen drei Kameraden am 6. Juli 2009 im Kanzleramt durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet. Es waren die ersten vier Verleihungen des 2008 neu geschaffenen Ehrenkreuzes, welche die höchste Auszeichnung der Bundeswehr darstellt.[1][3]

Öffentliche Wahrnehmung

Sowohl der Selbstmordanschlag vom Oktober 2008 mit mehreren Toten und die Hilfsaktion als auch die Verleihungen der Tapferkeitsauszeichnung vom Juli 2009 erregten das Interesse der Öffentlichkeit. Über beide Ereignisse gab es in Deutschland und in anderen Ländern der Welt zahlreiche Berichterstattungen in den Massenmedien, wie im Fernsehen (u. a. N24[4], 3sat[5]) und im Hörfunk (u. a. Deutsche Welle[6]) sowie in Zeitungen (u. a. Berliner Morgenpost[7], Berliner Zeitung[2], Daily Mail[8], Der Tagesspiegel[9], Die Welt[10], Frankfurter Rundschau[11], Kölnische Rundschau[12], Mitteldeutsche Zeitung[13], NWZ[14], taz[15], The Daily Telegraph[16], WAZ[17]), in Zeitschriften (u. a. Stern) und bei Online-Publikationen (u. a. DerWesten.de[17], DW-World.de[6], Focus.de[18], FR-Online.de[11], Zeit Online[19]). Dabei wurde Markus Geist – wie die anderen drei Helfer – oft auch mit einem Kurzporträt vorgestellt[20].

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Kurzporträt von Oberfeldwebel Markus Geist. Auf: Website des Bundesministeriums für Verteidigung, Stand: 21. Februar 2011; abgerufen am 7. Juni 2011.
  2. a b Mathias Heller: Deutschlands tapferste Afghanistan-Soldaten mit Ehrenkreuz ausgezeichnet. Stillgestanden zum Ordensempfang bei der Kanzlerin. In: Berliner Zeitung vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  3. a b Merkel und Jung verleihen Ehrenkreuze für Tapferkeit. Auf: Website des Bundesministeriums für Verteidigung vom 6. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  4. Merkel will Debatte über den Wandel der Bundeswehr@1@2Vorlage:Toter Link/www.n24.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . Fernsehbeitrag in N24 vom 6. Juli 2009, sowie Nachrichtenbeitrag auf: N24.de; abgerufen am 7. Juni 2011.
  5. Helden geehrt. Kanzlerin verleiht Tapferkeitsmedaille an Soldaten. Auf: 3sat.de, sowie Beitrag im Fernseh-Magazin Kulturzeit auf 3sat vom 6. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  6. a b Peter Stützle: Bundeswehr. Ehrung für Soldaten und Angehörige. Hörfunksendung in DW-Radio vom 8. Juli 2009, sowie auf: DW-World.de; abgerufen am 7. Juni 2011.
  7. Thorsten Jungholt: Auszeichnung. Soldaten bekommen erstmals Medaille für ihre Tapferkeit. In: Berliner Morgenpost vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  8. Allan Hall: German troops get first bravery award since World War Two… even though they are not allowed to fight. In: Daily Mail vom 9. Juli 2009; englisch, abgerufen am 7. Juni 2011.
  9. Merkel fordert Anerkennung für Soldaten. „Wir reden zu wenig über Belastungen“. In: Der Tagesspiegel vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  10. (dpa/ddp/fas): Bundeswehr. Merkel zeichnet Soldaten mit Tapferkeitsorden aus. In: Die Welt vom 6. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  11. a b Bernhard Honnigfort: Tapferkeits-Orden für Bundeswehrsoldaten: Kreuz, brav. Auf: FR-Online.de, sowie in: Frankfurter Rundschau vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  12. Soldatenauszeichnung. Merkel fordert Debatte. In: Kölnische Rundschau vom 6. Juli 2009; abgerufen am 25. April 2017.
  13. Bernhard Honnigfort: Bundeswehr. Eine neue Medaille für die Tapferkeit. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 6. Juli 2009; abgerufen am 22. Juni 2018.
  14. Eine Premiere für das Kanzleramt. Bundeswehr. Selbstloser Einsatz nach Selbstmordanschlag in Kundus (Memento des Originals vom 19. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nwzonline.de. In: NWZ vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  15. Ulrike Winkelmann: Ehrenkreuz für Tapferkeit. Merkels Treueversprechen. In: taz vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  16. Germany awards first bravery medals since Second World War. In: The Daily Telegraph vom 7. Juli 2009; englisch, abgerufen am 7. Juni 2011.
  17. a b Miguel Sanches: „Ich muss die Jungs rausholen“. In: WAZ vom 6. Juli 2009, sowie auf: DerWesten.de; abgerufen am 7. Juni 2011.
  18. (gxs/AP): Bundeswehr. Tapferkeitsorden für vier deutsche Soldaten. Auf: Focus.de vom 6. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  19. Katharina Schuler: Ordensverleihung. Tapfer in Afghanistan. Auf: Zeit Online vom 6. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.
  20. Vgl. zum Beispiel: Mathias Heller: Deutschlands tapferste Afghanistan-Soldaten mit Ehrenkreuz ausgezeichnet. Stillgestanden zum Ordensempfang bei der Kanzlerin. In: Berliner Zeitung vom 7. Juli 2009; jeweils abgerufen am 7. Juni 2011.

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