Libourne

Libourne
Libourne (Frankreich)
StaatFrankreich
RegionNouvelle-Aquitaine
Département (Nr.)Gironde (33)
ArrondissementLibourne (Unterpräfektur)
KantonLe Libournais-Fronsadais
GemeindeverbandLibournais
Koordinaten44° 55′ N, 0° 15′ W
Höhe2–28 m
Fläche20,63 km²
Einwohner24.432 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte1.184 Einw./km²
Postleitzahl33500
INSEE-Code

Libourne an der Dordogne

Libourne ist eine französische Stadt mit 24.432 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (sous-préfecture) des Arrondissements Libourne.

Geographie

Lage von Libourne

Libourne liegt am Fluss Dordogne und deren Zufluss Isle. Die umgebende Region trägt die Bezeichnung Libournais und ist bekannt durch den Weinbau. Zum Libournais gehören u. a. die berühmten Appellationen von Saint-Émilion und Pomerol.

Geschichte

Libourne wurde im Jahr 1270 als Bastide an der Stelle der römischen Siedlung Fozera gegründet. Sie erhielt ihren Namen nach dem Stadtgründer, dem Engländer Roger of Leybourne. Aquitanien befand sich damals unter englischer Herrschaft.

Internierungslager Libourne

Während des Ersten Weltkriegs existierte in Libourne ein Internierungslager für Zivilisten. Interniert wurden hier Deutsche und auch Serben, wie zahlreiche Bilddokumente belegen.[1]

Abermals existierte in Libourne von 1939 bis Juni 1940 ein Internierungslager. Dabei handelte es sich um ein sogenanntes administratives Internierungslager (camp d'internement administratif)[2], in dem Menschen ohne Gerichtsurteil und nur auf der Basis einer Verwaltungsanordnung arrestiert wurden. Laut AJPN[3] befand sich das Lager am Quai du Priourat[4] und verfügte über eine Kapazität von 650 Plätzen. Interniert wurden hier feindliche Ausländer: Deutsche, Österreicher, Tschechen. 1939 waren hier 624 Personen interniert, am 19. Februar 1940 noch 170.[2][5]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19621968197519821990199920112018
Einwohner19.83422.12321.65122.11921.01221.76123.68124.511
Quellen: Cassini und INSEE

Politik

Bürgermeister war seit 1989 Gilbert Mitterrand (PS), zweiter Sohn des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand. Nach seinem Rücktritt im November 2011 wurde Philippe Buisson (PS) neuer Bürgermeister.

Städtepartnerschaften

Libourne unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Wirtschaft

Das Handelshaus Jean-Pierre Moueix, zu dessen Besitz eine Reihe der bedeutendsten Weingüter der Region zählen, hat seinen Sitz in Libourne.

Baudenkmäler

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Libourne

Persönlichkeiten

Sonstiges

Libourne ist auch der Sitz des französischen Weihnachtspostamtes.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes de la Gironde. Flohic Éditions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-125-2, S. 885–892.

Weblinks

Commons: Libourne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Datenbank des Ministère de la Culture (Suchbegriff: internement administratif libourne). Siehe dazu auch Thierry Truel: L’ennemi à la maison : les camps d’internement de Libourne et de Bazas pendant la Première Guerre mondiale, Revue historique de Bordeaux et du département de la Gironde Année 2014, 20, pp. 119–134
  2. a b Fondation pour la mémoire de la déportation: Camp d'internement Libourne
  3. AJPN - Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France (Namenlose, Gerechte und Verfolgte während der NS-Zeit in den Gemeinden Frankreichs)
  4. AJPN: Camp de Libourne durant la Seconde Guerre mondiale (WWII)
  5. Für ausführlichere Informationen siehe: LES RÉFUGIÉS À LIBOURNE, JUIN-DÉCEMBRE 1940, in: REVUE HISTORIQUE ET ARCHEOLOGIQUE DU LlBOURNAIS, 1994, pdf-Seite 7 ff.
  6. Website Libourne (Memento desOriginals vom 6. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ville-libourne.fr

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