Leon Phokas (Antiochia)

Leon Phokas (mittelgriechisch Λέων ὁ Φωκᾶς; * vor 970; † nach März 990) war ein byzantinischer Rebell gegen Kaiser Basileios II.

Leben

Leon Phokas war der ältere Sohn des Gegenkaisers Bardas Phokas. Dieser hatte sich im Spätsommer 987 in Charsianon zum Basileus ausgerufen und in der Folgezeit fast ganz Kleinasien erobert. Leon wurde als Gouverneur von Antiochia am Orontes eingesetzt, das er nach der Niederlage und dem Tod seines Vaters am 13. April 989 mithilfe zahlreicher Armenier und Muslime zur Festung ausbaute und noch sechs Monate halten konnte. Am 3. November 989 wurde Leon Phokas von den Antiochenern entmachtet und kurz darauf durch den Magistros Michael Burtzes gefangen genommen. Basileios II. verbannte ihn nach Dorylaion. Leons jüngerer Bruder Nikephoros, der nach dem Tod seines Vaters den Usurpator Bardas Skleros unterstützt hatte, wurde begnadigt.

Quellen

Literatur

  • Franz Dölger: Regesten der Kaiserurkunden des Oströmischen Reiches von 565–1453. Teil 1, Halbband 2: Regesten von 867–1025 (= Corpus der griechischen Urkunden des Mittelalters und der neueren Zeit. Reihe A: Regesten. Abt. 1, Tl. 1, Halbbd. 2). 2. Auflage neu bearbeitet von Andreas E. Müller. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-51351-4, Nr. 769 f., 772b.
  • Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Thomas Pratsch, Beate Zielke, Harald Bichlmeier, Bettina Krönung, Daniel Föller, Alexander Beihammer, Günter Prinzing: Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit. 2. Abteilung: (867–1025). Band 4: Landenolfus (#24269 ) – Niketas (#25701). Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-016669-9, S. 155–156 Nr. 24519 (mit weiteren Angaben zu arabischen Quellen).