Kantabrien

Comunidad Autónoma de Cantabria (spanisch)
Cantabria 
Kantabrien
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Wappen
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Basisdaten
Land:Spanien Spanien
Hauptstadt:Santander
Fläche:5.321,33 km²
Einwohner:585.402 (1. Januar 2022)[1]
Bevölkerungsdichte:110 Einw./km²
Ausdehnung:Nord–Süd: ca. 83 km
West–Ost: ca. 137 km
Zeitzone:UTC +1
ISO-3166-2-Code:ES-CB
Website:cantabria.es
Politik und Verwaltung
Autonomie seit:11. Januar 1981
Präsident:María José Sáenz de Buruaga (PP)
Vertretung in den
Cortes Generales:
Kongress: 5 Sitze
Senat: 5 Sitze
Gliederung:10 Comarcas
8 Gerichtsbezirke
102 Gemeinden
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Kantabrien (spanisch Cantabria) ist eine am kantabrischen Meer (Golf von Biskaya) gelegene Autonome Gemeinschaft im Norden Spaniens. Sie wird von den Regionen Asturien, Kastilien-León und Baskenland umschlossen. Die Autonome Gemeinschaft besteht lediglich aus der gleichnamigen Provinz (früher Provinz Santander). Hauptstadt Kantabriens ist die Hafen- und Industriestadt Santander.

Geographie und Klima

Kantabrien ist hügelig bis bergig. Die höchsten Erhebungen befinden sich in den Picos de Europa, einem Massiv im Kantabrischen Gebirge mit Gipfeln von über 2000 Metern.

Das Klima in Kantabrien ist im Küstenbereich maritim und feucht mit kühlen Sommern und milden Wintern. Im Landesinneren herrscht zum Teil Gebirgsklima vor.

Größte Orte

(Stand: 1. Januar 2022)

GemeindeEinwohner
Santander171.693
Torrelavega51.142
Castro Urdiales33.109
Camargo30.374
Piélagos26.279
El Astillero18.153
Santa Cruz de Bezana13.482
Laredo10.967
Santoña10.857
Los Corrales de Buelna10.742
Reinosa8.660

Bevölkerungsentwicklung der Provinz

Politische Gliederung

Kantabrien gliedert sich administrativ in 102 Conceyos (dt. Räte, Städte und Gemeinden nach dem Muster der Municipios im übrigen Spanien), die nach dem Autonomiestatut zu Comarcas (entspricht in etwa Regierungsbezirken oder Landkreisen) zusammengefasst werden können, was aber bisher nicht vollständig geschehen ist.

Comarcas

Comarcas in der autonomen Gemeinschaft Kantabrien
ComarcaGemeindenEinwohner
1. Januar 2022
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
Hauptort
Asón-Agüera 915.446561,2828Ramales de la Victoria
Besaya 1189.986432,12208Torrelavega
Campoo-Los Valles 1117.5611.012,0917Reinosa
Costa Occidental 819.545317,8461San Vicente de la Barquera
Costa Oriental 453.823144,33373Laredo
Liébana 75.230574,839Potes
Saja-Nansa 1223.738857,9328Cabezón de la Sal
Santander 8271.248262,951.032Santander
Trasmiera 1962.658558,96112Santoña
Valles Pasiegos 1326.167599,0044Santa María de Cayón
Provinz Cantabria102585.4025.321,33110Santander

Gerichtsbezirke

Gerichtsbezirke in der autonomen Gemeinschaft Kantabrien
GerichtsbezirkGemeindenEinwohner
1. Januar 2022
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
Hauptquartier
Castro Urdiales 335.807190,17188Castro Urdiales
Laredo 1136.338593,1561Laredo
Medio Cudeyo 2051.098829,9762Medio Cudeyo
Reinosa 1117.5611.080,8316Reinosa
San Vicente de la Barquera 1920.6201.243,9517San Vicente de la Barquera
Santander 6263.918206,781.276Santander
Santoña 1237.058281,95131Santoña
Torrelavega 20123.002894,53138Torrelavega
Provinz Cantabria102585.4025.321,33110Santander

Geschichte

In der Höhle Cueva del Mirón bei Ramales de la Victoria wurde im Jahr 2010 der älteste Beleg für eine Beisetzung in der Epoche des Magdalénien auf der Iberischen Halbinsel entdeckt, die rund 18.700 Jahre alte, so genannte Dama Roja de El Mirón (die „Rote Dame von El Mirón“).

Der Fund des Kessels von Cabárceno datiert in die Bronzezeit. In der Antike wurde das Gebiet vom Stamm der Kantabrer (Cantabri) besiedelt, von denen diese Region ihren Namen hat.

Die Kantabrer wurden im 5. Jahrhundert von den Westgoten verdrängt, als diese im Zuge der Völkerwanderung die Iberische Halbinsel eroberten und ein kantabrisches Herzogtum mit dem Hauptort Amaya gründeten. Doch schon im 8. Jahrhundert fiel Iberien fast vollständig unter die Herrschaft der Mauren, außer Kantabrien und Asturien. Ausgehend von hier begann die Reconquista, und bald schon waren Teile des Kantabrischen Gebirges wieder in christlicher Hand.

Alfons II. besiegte den maurischen Herrscher Hischam I. nördlich von Los Barrios de Luna in einer der letzten Schlachten um Kantabrien und vertrieb die Mauren in die Meseta. Alfons III. gründete schließlich das Königreich Asturien-León. Ferdinand I. eroberte die Region und so fiel sie im 13. Jahrhundert dem Königreich Kastilien zu.

Im frühen 19. Jahrhundert besetzten die Franzosen den Norden Spaniens und das Kantabrische Gebirge wurde erneut zum Ausgangspunkt des Widerstandes. Die Guerrilleros führten einen erfolgreichen Krieg gegen die französischen Besatzer.

Die mit der Krone von Kastilien assoziierten Königreiche wurden 1833 im Zuge einer durch den Minister Javier de Burgos durchgeführten territorialen Neugliederung Spaniens in historische Regionen eingeteilt, die wiederum in Provinzen gegliedert wurden. Die Provinz Santander zählte zur Region Altkastilien.

In der Phase des Übergangs zur Demokratie (transición) nach dem Tod Francisco Francos war das Thema der Regionalisierung eine der drängendsten und am meisten umstrittenen Fragen. Man bildete 1981 schließlich die Autonome Gemeinschaft Kantabrien, die lediglich aus der gleichnamigen Provinz (früher Provinz Santander) besteht.

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Panoramablick vom Ort Santa Marina aus (im Hintergrund das Kantabrische Gebirge)

Politik

Die Autonome Gemeinschaft Kantabrien besteht seit dem 11. Januar 1981. Sie verfügt über folgende politische Organe: die gesetzgebende Versammlung, die Regierung und den Präsidenten der Autonomen Gemeinschaft, der dieser vorsteht:

Parlamento de Cantabria (Wahl vom 26. Mai 2019)
ParteiPRCPPPSOEC'sVOX
Stimmen37,64 %24,04 %17,61 %7,94 %5,05 %
Sitze149732
Gobierno de Cantabria: Koalition PRC/PSOE
Presidente de la Comunidad Autónoma: Miguel Ángel Revilla Roiz (PRC)

Wirtschaft

Santander

Größere Industriegebiete befinden sich in der Hauptstadt Santander und den umliegenden Ortschaften sowie in der Stadt Torrelavega, wo sich u. a. größere Chemiewerke der Firmen Solvay, Sniace und Firestone befinden. Der Schwerpunkt des industriellen Sektors liegt in diesen beiden Oberzentren in der Veredelung von Rohstoffen aus der Region sowie dem benachbarten Asturien. In der Bucht von Santander befinden sich Fabriken der herstellenden Industrie.

Ferner hat traditionell der Bergbau maßgebliche Bedeutung. Insbesondere Zink-, Blei- und Eisenerz, aber auch Steinkohle werden abgebaut.

In Los Corrales de Buelna produziert Nissan Motor Ibérica auf 132.000 Quadratmetern mit 681 Mitarbeitern Motoren und Getriebe.[2]

Castro Urdiales

Die Stadt Castro Urdiales im Osten ist Teil des Großraumes Bilbao im benachbarten Baskenland.

Die übrige Region ist dünn besiedelt und eher landwirtschaftlich geprägt. Die dortige Industrie beschäftigt sich überwiegend mit der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Neben der Viehhaltung ist der Fischfang und der vornehmlich inländische Tourismus in Kantabrien von wirtschaftlicher Bedeutung.

Im Vergleich mit dem durchschnittlichen BIP der EU erreicht Kantabrien 2019 einen Index von 78 (EU-28: 100).[3] Im Jahr 2019 betrug die Arbeitslosenquote 10,3 %.[4]

Mit einem Wert von 0,880 erreicht Kantabrien Platz 9 unter den 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens im Index der menschlichen Entwicklung.[5]

Infrastruktur

Die Autobahn A8 verbindet Kantabrien mit dem Baskenland und Frankreich im Osten und Asturien im Westen. Im Endausbaustadium wird sie Frankreich und Portugal verbinden. Eine Nationalstraße geht über Reinosa nach Burgos in Kastilien-León. Es befindet sich im Moment eine weitere Autobahn mit der Bezeichnung „A67“ im Bau, die in Torrelavega von der A8 abzweigt und durch ein Hochtal über Reinosa nach Palencia führen wird und stückweise schon befahrbar ist.

Eine Bahnlinie der staatlichen RENFE verläuft nach Madrid, die Schmalspurbahn der Gesellschaft FEVE durchkreuzt die Region von Bilbao aus bis nach Asturien und Galicien. Da sämtliche Fernstrecken nur eingleisig ausgebaut sind und häufig von Güterzügen benutzt werden, gibt es nur wenige tägliche Zugverbindungen mit langen Fahrzeiten. Lediglich im Großraum Santander gibt es ein S-Bahn-Netz mit dichter Taktung. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke entlang der Küste des kantabrischen Meeres ist vorgesehen.

Fernbuslinien der Firma ALSA dienen als Ergänzung für die dünn getakteten Fahrpläne der beiden Bahnbetreiber.

Die wichtigste Hafenstadt ist Santander. Dort befindet sich auch ein Flughafen (IATA-Code: SDR) mit Flügen nach Amsterdam, Brüssel, Dublin, Düsseldorf, Frankfurt, Liverpool, London, Mailand, Paris, Rom, Alicante, Barcelona, den Kanarischen Inseln, Madrid, Málaga, Mallorca, Sevilla und Valencia.

Sehenswürdigkeiten und Museen

Höhlen

Bauwerke

Museen

  • Museo Marítimo del Cantábrico
  • Ethnografisches Museum von Kantabrien in Muriedas
  • Museo de Arte Moderno y Contemporáneo de Santander y Cantabria
  • Kunstmuseum Centro Botín
  • Museo Regional de Prehistoria y Arqueología de Cantabria
  • Museo de la Naturaleza de Cantabria
  • Centro de Arte Faro de Cabo Mayor, Santander
  • Museo Nacional y Centro de Investigación de Altamira
  • Artillerie Museum in Cavada

Schriftsteller aus Kantabrien

Commons: Kantabrien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Kantabrien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Cifras oficiales de población de los municipios españoles en aplicación de la Ley de Bases del Régimen Local (Art. 17). Instituto Nacional de Estadística; (Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística, Stand 1. Januar 2022).
  2. Nissan Produktionsorte Spanien (Memento vom 24. Oktober 2016 im Internet Archive) (PDF; Stand 2010).
  3. Bruttoinlandsprodukt (KKS je Einwohner), 2019. Eurostat, abgerufen am 20. August 2021.
  4. Bruttoinlandsprodukt (KKS je Einwohner), 2019. Eurostat, abgerufen am 20. August 2021.
  5. Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 12. August 2018 (englisch).

Koordinaten: 43° 18′ N, 4° 2′ W

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Cantabria in Spain (including Canarias).svg
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Lage der Region XY (siehe Dateiname) in Spanien.
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Reliefkarte von Kantabrien
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Grua de Piedra (Santander, España)
Escudo de Cantabria (oficial).svg
Escudo de Cantabria (España): El escudo de Cantabria es de forma cuadrilonga, con la punta redondeada de estilo español y el campo cortado. En campo de azur, torre de oro almenada y mazonada, aclarada de azur, diestrada de una nave natural que con la proa ha roto una cadena que va desde la torre al flanco derecho del escudo. En punta, ondas de mar de plata y azur, todo surmontado en el jefe de dos cabezas de varón, cercenadas y aureoladas. En campo de gules, una estela discoidal de ornamentación geométrica, del tipo de las estelas cántabras de Barros y Lombera. Al timbre, corona real, cerrada [...] Ley 8/1984, de 22 de diciembre. Escudo de la Comunidad Autónoma de Cantabria, en Los símbolos de las Comunidades Autónomas, del Centro de Estudios Políticos y Constitucionales Las cadenas son de sable y las cabezas de varón, surmontadas a los flancos de la nave [1].
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Castro Urdiales (Cantabria)
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Bandera de Cantabria (España): La bandera propia de Cantabria es la formada por dos franjas horizontales de igual anchura, blanca la superior y roja la inferior. Con escudo, cuya incorporación es una posibilidad, la usada oficialmente.SEV, bandera de Cantabria
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