Juan-de-Fuca-Platte

Seismische Ereignisse mit M >4.0 an der Juan-de-Fuca-Platte zwischen 1870 und 2001.
Subduktion der Juan-de-Fuca-Platte und Vulkanismus der Kaskadenkette

Die Juan-de-Fuca-Platte ist eine kleine, rein ozeanische Lithosphärenplatte am Nordostrand des Pazifikbeckens auf Höhe der kanadischen Provinz British Columbia sowie der US-Bundesstaaten Washington und Oregon. Sie grenzt westlich an die Pazifische Platte und östlich an die Nordamerikanische Platte. Benannt ist die Platte nach der Juan-de-Fuca-Straße südlich von Vancouver Island. Von der Juan-de-Fuca-Platte im engeren Sinn ist eine Juan-de-Fuca-Platte im weiteren Sinn (engl. Juan de Fuca microplate system) zu unterscheiden. Letztgenannte umfasst erstgenannte sowie zwei weitere Kleinplatten, die Explorer-Platte und die Gorda-Platte (auch Gorda-Region genannt und dann nicht als separate Platte ausgehalten[1][2]).

Die westliche Grenze der Juan-de-Fuca-Platte (im weiteren Sinn) wird durch ein System aus Spreizungsrücken gebildet, die durch Transformstörungen gegeneinander versetzt sind (siehe → Juan-de-Fuca-Rücken). Die südlichste dieser Transformstörungen, die auch die Südgrenze des Plattensystems bildet, heißt Mendocino-Verwerfung (engl. Mendocino fracture zone). Die östliche Grenze ist durch eine Subduktionszone gekennzeichnet, die Cascadia-Subduktionszone, die eng mit der Entstehung des Kaskadengebirges auf der Nordamerikanischen Platte und dem dortigen Vulkanismus verknüpft ist.[3] Aufgrund der Lage von Rücken und Subduktionszone nimmt das Alter der Kruste des Kleinplattensystems von Westen nach Osten zu. An der Subduktionszone erreicht es mit ca. 11 Mio. Jahren (jüngeres Miozän) den Maximalwert.[1]

Die Juan-de-Fuca-Platte (im weiteren Sinn) ist ein isolierter Rest der Farallon-Platte, der heute rund 2500 km vom nächstgelegenen Farallon-Fragment, der Cocosplatte, entfernt liegt. Der seinerzeit noch größere Vorläufer der Juan-de-Fuca-Platte, der sich vor ca. 55 Millionen Jahren entlang der Mendocino-Verwerfung von der Farallon-Platte löste, wird Vancouver-Platte genannt.[4]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Joann M. Stock, Jeffrey Lee: Do microplates in subduction zones leave a geological record? Tectonics. Bd. 13, Nr. 6, 1994, S. 1472–1487, doi:10.1029/94TC01808 (alternativer Volltextzugriff: Caltech).
  2. Rob Govers, Paul T. Meijer: On the dynamics of the Juan de Fuca plate. Earth and Planetary Science Letters. Bd. 189, Nr. 3–4, 2001, S. 115–131, doi:10.1016/S0012-821X(01)00360-0 (alternativer Volltextzugriff: Universiteit Utrecht).
  3. US Geological Survey: Why Study Cascade Volcanoes?
  4. Tanya Atwater, Joann Stock: Pacific-North America Plate Tectonics of the Neogene Southwestern United States: an Update. S. 393–421 in: Wallace G. Ernst, Clemens A. Nelson (Hrsg.): Integrated Earth and Environmental Evolution of the Southwestern United States. Bellwether Publishing, Columbia (MD) 1998, ISBN 0-9665869-0-5, S. 409.

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Karte der seismischen Aktivität im Nordwesten der USA und im Süden British Columbias in den Jahren 1870 bis 2001(?). Die grünen Punkte und Kreise repräsentieren Flachherdbeben in der kontinentalen Kruste der Nordamerikanischen Platte. Die roten Punkte und Kreise repräsentieren Flach- und Tiefherdbeben in der ozeanischen Kruste der Juan-de-Fuca-, Explorer-, und Gorda-Platte, einschließlich des subduzierenden Teils der Platte („slab“). Die Größe eines Symbols (kleiner Punkt, großer Punkt, kleiner Kreis, großer Kreis) entspricht der Stärke des Erdbebens, das es markiert. Die Dreiecke symbolisieren aktive Vulkane. Die gestrichelten Linien parallel zur Deformationsfront sind Isobathen des subduzierenden Teils der Platte, die zeigen, dass unter Washington der Abtauchwinkel des Slabs weniger steil ist als unter Oregon und British Columbia. Der weiße Pfeil zeigt auf das Epizentrum des sogenannten Nisqually-Bebens vom 28. Februar 2001 (M 6.8), eines der schwersten Erdebeben in der Geschichte des US-Bundesstaates Washington.
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Subduction process of the Juan de Fuca Plate in Oregon, USA as a cutaway graphic