Johann Flierl

Johann Flierl mit 28 Jahren

Johann Flierl (* 16. April 1858 in Buchhof bei Fürnried, heute Gemeinde Birgland, Oberpfalz; † 30. September 1947 in Neuendettelsau) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Missionar und Gründer der Neuendettelsauer Mission in Neuguinea.

Flierl trat 17-jährig in die Neuendettelsauer Missionsanstalt ein und reiste 1878 als Missionar zunächst nach Südaustralien aus.[1] Dort war er sieben Jahre lang unter den Dieri, Ureinwohnern der Inlandswüste, tätig.[1]

Nachdem der nordöstliche Teil der Insel Neuguinea 1885 deutsche Kolonie geworden war (Kaiser-Wilhelms-Land), reiste Flierl 1886 als erster protestantischer Missionar in das neue deutsche Schutzgebiet. Dort gründete er eine Missionsstation in Simbang bei Finschhafen und später die Gesundheitsstation Sattelberg (1892) und die Station Heldsbach (1904).[2] Als Feldleiter der Mission erreichte Flierl, dass die Neuendettelsauer Missionare auch nach dem Ersten Weltkrieg in Neuguinea weiterarbeiten durften. Flierl selbst blieb bis 1930 in Neuguinea. Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden 18 Missionsstationen und 25.000 Christen wurden getauft.

Heute ist die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea mit über einer Million Mitgliedern (1.269.361 laut der letzten Volkszählung von 2011) die größte evangelische Kirche im pazifischen Raum.[3] Einer seiner Ur-Enkel ist der evangelisch-lutherische Theologe Peter Pilhofer.

Literatur

  • Traugott Farnbacher und Gernot Fugmann (Hrsg.): Johann Flierl: Ein Leben für die Mission – Mission für das Leben, Erlanger Verlag für Mission und Ökumene, 2. durchgesehene Auflage, Neuendettelsau 2009, 218 S., ISBN 978-3-87214-524-6.
  • Georg Pilhofer: Flierl, Johann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 246 f. (Digitalisat).
  • Christian Keyßer: Mission im Leben der Menschen. hrsg. von Gernot Fugmann und Philipp Hauenstein, Neuendettelsau : Erlanger Verl. für Mission und Ökumene, 2011, 226 S., ISBN 978-3-87214-533-8
  • Georg Pilhofer: Geschichte der Neuendettelsauer Mission in Neuguinea, 3 Bände, Neuendettelsau 1961–1963.
  • Als Pioniermissionar in das ferne Neu Guinea. Johann Flierls Lebenserinnerungen, herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Susanne Froehlich. Teil I: 1858–1886, Teil II: 1886–1941 (Quellen und Forschungen zur Südsee A.5), Wiesbaden: Harrassowitz 2015.
  • Friedrich Wilhelm BautzFlierl, Johann. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 59–60.
  • Traugott Farnbacher: Gemeinde verantworten: Anfänge, Entwicklungen und Perspektiven von Gemeinde und Ämtern der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea, LIT Verlag: Munster – Hamburg – London 1998, 500 pp., ISBN 3-8258-3848-X.

Weblinks

Commons: Johann Flierl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Susanne Froehlich in: Als Pioniermissionar in das ferne Neu Guinea. Johann Flierls Lebenserinnerungen, herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Susanne Froehlich. Teil I: 1858--1886, Teil II: 1886--1941 (Quellen und Forschungen zur Südsee A.5), Wiesbaden: Harrassowitz 2015, Band I, S. XVII.
  2. Vergl. Susanne Froehlich, Harrassowitz 2015, Band I, S. XVII--XVIII.
  3. Hermann J. Hiery in seinem Vorwort ebd., S. VIII.

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Bild von Johann Flierl um 1886 / ca 28 Jahren