Heldenberg

Heldenberg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Heldenberg
Heldenberg (Österreich)
Basisdaten
Staat:Österreich
Bundesland:Niederösterreich
Politischer Bezirk:Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen:HL
Hauptort:Kleinwetzdorf
Fläche:27,40 km²
Koordinaten:48° 30′ N, 15° 57′ O
Höhe:238 m ü. A.
Einwohner:1.462 (1. Jän. 2023)
Bevölkerungsdichte:53 Einw. pro km²
Postleitzahlen:3704, 3701, 3710
Vorwahl:02956
Gemeindekennziffer:3 10 19
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Wimpffen-Gasse 5
3704 Kleinwetzdorf
Website:www.heldenberg.gv.at
Politik
Bürgermeister:Günther Brandstätter (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Heldenberg im Bezirk Hollabrunn
Lage der Gemeinde Heldenberg im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)Alberndorf im PulkautalGöllersdorfGrabernGuntersdorfHadresHardeggHaugsdorfHeldenbergHohenwarth-Mühlbach am ManhartsbergHollabrunnMailbergMaissauNappersdorf-KammersdorfPernersdorfPulkauRavelsbachRetzRetzbachSchrattenthalSeefeld-KadolzSitzendorf an der SchmidaWullersdorfZellerndorfZiersdorfNiederösterreich
Lage der Gemeinde Heldenberg im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Heldenberg ist eine Gemeinde mit 1462 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2023) im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich (Österreich).

Geografie

Heldenberg liegt im Tal der Schmida im Weinviertel. Die Fläche der Gemeinde umfasst 27,40 Quadratkilometer. Davon sind 53 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 10 Prozent Weingärten und 28 Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2023[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Glaubendorf, Großwetzdorf, Kleinwetzdorf, Oberthern und Unterthern.

Gemeindezusammenlegungen

Mit der NÖ. Kommunalstrukturverbesserung wurde 1967 aus den Gemeinden Oberthern und Unterthern die Gemeinde Thern. 1971 wurden die Orte Glaubendorf, Kleinwetzdorf und Großwetzdorf zusammengeführt und die Gemeinde Heldenberg gebildet. Der neue Name der Gemeinde nimmt Bezug auf die Gedenkstätte Heldenberg. 1972 schloss sich die Gemeinde Thern der Großgemeinde Heldenberg an.[3]

Nachbargemeinden

Ziersdorf
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtHollabrunn
Großriedenthal (TU)Großweikersdorf (TU)

Geschichte

Ober- und Unterthern

In einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich IV. aus dem Jahr 1066 wird der Ort Ternie erstmals urkundlich erwähnt.

Eine Unterscheidung von Oberthern und Unterthern gibt es erstmals in einem Urbar des Stiftes Passau aus dem Jahre 1320, wo ein Inferior Tern und ein Superior Tern genannt wird.

Die mittelalterlichen Besitzverhältnisse zeigen im Jahr 1590 Besitzungen vom Stift Göttweig, vom Stift Garsten sowie der Gräfin Hardegg. 1401 dürfte die Kirche in Oberthern errichtet worden sein, urkundlich belegt ist eine Kirchenobligation aus dem Jahr 1635. Die Kirche wurde durch einen Zubau im Jahr 1961 erweitert.

Obwohl bereits im 17. Jahrhundert von der Ansässigkeit eines Lehrers in Oberthern berichtet wird, sah erst die Theresianische Schulreform 1787 für Ober- und Unterthern eine eigene Schule vor. Die Volksschule Oberthern wurde 1966 aufgelassen und dem Schulsprengel Großweikersdorf zugeschlagen.

Groß- und Kleinwetzdorf

Die erste zweifelsfreie Erwähnung des Namens Wetzdorf stammt aus dem Gültbuch (Einnahmenverzeichnis) des Stiftes Zwettl aus dem Jahr 1346.[4]

Die Pfarre wurde 1783 im Zuge der josephinischen Reformen gegründet.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in Kleinwetzdorf das Schloss Wetzdorf erbaut, eine aus drei Höfen bestehende, zweigeschoßige Anlage, die 1726 um eine Schlosskapelle erweitert wurde. Joseph Gottfried Pargfrieder, ein Lieferant der k.u.k. Armee, erwarb 1832 das Schloss und ließ die Gedenkstätte Heldenberg (1846–1849) sowie den englischen Garten mit kegelförmigem Aussichtsberg anlegen.

Glaubendorf

Der Name des Ortes leitet sich vom Vornamen Chlubo ab, etymologisch also nicht von „glauben“, sondern von „(auf)klauben“ (sammeln, aufheben). In alten Urkunden wurde die Schreibweise Chlubendorf verwendet, die früheste urkundliche Erwähnung erfolgte um das Jahr 1130 als Cloubendorf.[5]

In Glaubendorf entstanden um etwa 5000 v. Chr. zwei Kreisgrabenanlagen. Die kleinere Anlage Glaubendorf 1 besteht aus zwei konzentrischen Gräben. Glaubendorf 2 umfasst drei Gräben von 71 m, 90 m und 109 m Durchmesser um einen inneren Palisadenkreis mit 50 m Durchmesser (d.s. 158 m Länge, 650 Baumstämme). Durch geomagnetische Prospektion wurden fünf (ursprünglich wahrscheinlich sechs) Erdbrücken als Zugänge ins Innere und zwei Tore im Palisadenring nachgewiesen. Das Aushubvolumen wird auf 6100 m³ geschätzt, die Bauzeit auf 3 bis 5 Jahre.[6][7]

Rekonstruktion einer Kreisgrabenanlage für die Niederösterreichischen Landesausstellung 2005

Für die NÖ. Landesausstellung 2005 wurde am Heldenberg in Kleinwetzdorf eine Kreisgrabenanlage rekonstruiert. Sie ist nunmehr Bestandteil der regulären Ausstellung am Heldenberg.

Der Originalort der Anlage Glaubendorf 2 kann ebenfalls besichtigt und begangen werden (rund 500 m Feldweg beschildert ab der Bahnunterführung der Straße Glaubendorf – Ruppersthal). Die Ausmaße der Anlage sind durch Bepflanzung sichtbar gemacht worden.

Die Pfarre Glaubendorf wurde vor dem Jahr 1256 gegründet. Die Pfarrkirche wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von den Kuenringern gestiftet und ist wie jene von Kühnring den Aposteln Philippus und Jakobus geweiht. Das heutige Kirchengebäude geht in Teilen auf das 14. Jahrhundert zurück.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1.096 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1.061 Einwohner, 1981 1.074 und im Jahr 1971 1.155 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kreisgrabenanlage in Glaubendorf
Gedenkstätte Heldenberg
Pfarrkirche Großwetzdorf
Pfarrkirche Glaubendorf
Kellergasse in Oberthern

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 26, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 108. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 480. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,07 Prozent.

Verkehr

Die Haltestelle Glaubendorf-Wetzdorf ist bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 vom Personenverkehr der Franz-Josefs-Bahn bedient worden.

Bis zum 13. Dezember 2015 besaß die Gemeinde inmitten der Ortschaft Glaubendorf die Bahnhaltestelle ,,Glaubendorf-Wetzdorf". Jedoch wurde diese, trotz massiver Kritik seitens der Einwohner, am besagten Datum aufgelassen und der öffentliche Verkehr auf Busse umgestellt.[8]

Durch die Gemeinde passiert die Horner Straße ,,B4", zusätzlich führen einzelne Landstraßen in die nebenliegenden Ortschaften.

Politik

Gemeinderat

BW

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1972 waren:[15]

  • 1972–1985 Josef Scharinger
  • 1985–1996 Martin Landrichter
  • 1996–2008 Alfred Wunderer
  • 2009–2022 Peter Steinbach (ÖVP)[16]
  • seit 2022 Günther Brandstätter

Wappen

Der Gemeinde wurde 1997 folgendes Wappen verliehen: Durch eine goldene Leiste schräglinks geteilt, oben in Rot eine goldene Säulenhalle mit fünf Säulen, unten in Blau eine goldene Traube mit linksgestelltem Blatt.[17]

Die Säulenhalle symbolisiert die Gedenkstätte Heldenberg, wobei die fünf Säulen für die fünf Katastralgemeinden stehen. Die Traube weist auf die Wichtigkeit des Weinbaus für die Gemeinde hin.[18]

Weblinks

Commons: Heldenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Heldenberg, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2023 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2023), (ODS, 500 KB)
  3. Gemeinde. Gemeinde Heldenberg, abgerufen am 30. Mai 2015.
  4. Marianne Gastgeb: Heimatbuch Wetzdorf. Grosswetzdorf 2000, DNB 972132198.
  5. Franz Neugebauer: Chronik von Glaubendorf. Röm.-kath. Pfarramt Glaubendorf, Wien 1974, DNB 995678901.
  6. Informationstafel am Originalort der Anlage Glaubendorf 2
  7. Friedrich Damköhler, Josef Stefan: Die Schmida – eine Region stellt sich vor. 1. Auflage. Ziersdorf 2010, ISBN 978-3-200-02028-3, S. 156.
  8. Bürgerprotest ist angesagt! Abgerufen am 15. August 2021.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 26. März 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 26. März 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 26. März 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 26. März 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 26. März 2020.
  14. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 26. März 2020.
  15. Bürgermeister u. Vizebürgermeister. Gemeinde Heldenberg, abgerufen am 22. Oktober 2021 (österreichisches Deutsch).
  16. Gemeinderat. Gemeinde Heldenberg, abgerufen am 22. Oktober 2021 (österreichisches Deutsch).
  17. Gedächtnis des Landes - Orte: Kleinwetzdorf. Abgerufen am 22. Oktober 2021.
  18. Wappenübergabe. Gemeinde Heldenberg, abgerufen am 22. Oktober 2021 (österreichisches Deutsch).

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Kellergasse Im Entental in der KG Oberthern in Heldenberg
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Filialkirche heilige Philipp und Jakob in Glaubendorf, Gemeinde Heldenberg
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die Haltestelle Glaubendorf-Wetzdorf der Franz-Josefs-Bahn in Niederösterreich
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Die Gedenkstätte Heldenberg in Kleinwetzdorf, ein Ortsteil der niederösterreichischen Gemeinde Heldenberg. Sie wurde von Joseph Gottfried Ritter von Pargfrieder Mitte des 19. Jahrhundert westsüdwestlich des Schlosses Wetzdorf, das er 1832 kaufte, errichtet.
Links die Siegessäule mit 24 Büsten von Teilnehmern am Italienfeldzug (1848/49), rechts die Siegessäule mit 24 Büsten von Teilnehmern des Ungarnfeldzuges (1848/49), in der Mitte die Klio-Statue und dahinter die Säulenhalle.