Hans Kramer (Baumeister)

Hans Kramer (* vor 1550; † 1577 in Weichselmünde) war ein in Dresden und Danzig tätiger deutscher Steinmetz und Festungsbauer der Renaissance.

Leben

Grabdenkmal für Günther von Bünau von Hans Kramer

Er war 1554 bis 1565 Hofsteinmetz am Hofe des Kurfürsten von Sachsen in Dresden, als Nachfolger seines Vaters Bastian Kramer, der dort von 1527 bis 1553 tätig war. Er nahm teil am Umbau des Schlosses Moritzburg bei Dresden (bis 1556) und errichtete 1554–1555 die Schlosskapelle im Stil der italienischen Renaissance. In den nächsten Jahren baute der unter Festungsbaumeister Caspar Vogt von Wierandt tätige Kramer die alten Dresdner Frauenkirche um,[1] arbeitete auch an der Wittenberger Burg und am Rathaus von Torgau.

Nach der erfolgreichen Tätigkeit in Sachsen bewarb er sich um die Stellung des Stadtbaumeisters von Danzig, wo er am 12. Mai 1565 diesen Posten übernahm. Sein erstes Werk in Danzig wurde der Entwurf des Grünen Tores (bis 1568), errichtet vom Regnier aus Amsterdam. Danach errichtete Kramer drei Bürgerhäuser: das Haus von Dirk Lylge an der Brotbänkengasse 16, später Englisches Haus genannt, das Löwenschloss an der Langgasse 35 und das Haus des Kaspar Göbel am Langen Markt 39, das im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. Gleichzeitig baute er die Danziger Festungen aus, darunter die Karren-Bastei, dann den Erdwall zwischen dieser Bastei und der Elisabeth-Bastei, wobei eine Lücke für das später gebaute Hohe Tor vorgesehen wurde. 1574–1576 errichtete er den mittleren Teil des Hohen Tores mit doppelter Durchfahrt, die das Peinkammertor umfasste.

Hans Kramer fiel im Sommer 1577 auf den Mauern der Weichselmünde-Festung während der Belagerung durch König Stephan Báthory.

Literatur

  • Jadwiga Habela: Jan Kramer (?–1577), architekt i fortyfikator gdański, in: Zasłużeni ludzie Pomorza XVI wieku, Gdańsk 1977, S. 82–87.

Einzelnachweise

  1. Robert Bruck: Die Sophienkirche in Dresden, ihre Geschichte und ihre Kunstschätze. Paderborn, ISBN 978-3-8460-2366-2, S. 19 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Nachdruck des Originals von 1912).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Schumann-Dresden 063.jpg
Abbildung 24 in Paul Schumann: Dresden

Grabdenkmal für Günther von Bünau († 1562) von Hans Kramer

Neben diesen Künstlern steht Hans Kramer, von dem nach Otto Richters Zuschreibung das mit HK bezeichnete Denkmal des Günther von Bünau († 1562) herrührt, ein Alabaster-Relief von ganz hervorragender Schönheit, das einst auf dem Frauenkirchhof stand, heute, soweit erhalten, im Stadtmuseum untergebracht ist. Hölle, Tod und Teufel durch den Opfertod und die Auferstehung Christi überwunden, das ist das Thema der eigenartigen Darstellung. Unten Christus am Kreuz, angebetet von Günther von Bünau nebst Frau, Sohn und Tochter. Hinter dem Ritter der Tod, der ihm das Stundenglas hinhält und in der anderen Hand ein Reiterpistol trägt. Hinter der Tochter der offene Höllenrachen, hinter der Frau der Teufel in Pansgestalt; am Fuße des Kreuzes ein Totenkopf, um den Kreuzesstamm sich windend eine

Schlange. Oben in einer Glorie von Engeln der auferstandene triumphierende Christus mit der Fahne und langen goldenen Ketten in der Linken, mit denen er den Tod, den Teufel und die Schlange festhält. Oben links und rechts in den Zwickeln zwei wundervolle Engel in Flachrelief, der eine mit Säule (Allegorie der Stärke), der andere mit Kreuz und Palme (Hoffnung und Friede). Darunter zwei Engelsköpfe mit Inschrifttafeln. Mit Recht bezeichnet Gurlitt dieses Relief nach Auffassung und Ausführung als eines der vollendetsten der Renaissance. (Zitat nach Schumann Seite 51)