Haifa

Haifa
Wappen von Haifa
Flagge von Haifa
Flagge von Haifa
Haifa
Basisdaten
hebräisch:חיפה
arabisch:حيفا
Staat:Israel Israel
Bezirk:Haifa
Koordinaten:32° 49′ N, 34° 59′ O
Höhe:475 m
Fläche:63,67 km²
 
Einwohner:283.640 (Stand: 2018)[1]
Bevölkerungsdichte:4.455 Einwohner je km²
 
Gemeindecode:4000
Zeitzone:UTC+2
Postleitzahl:31000–32000
 
Gemeindeart:Stadt
Gliederung:32 Ortsteile
Bürgermeister:Jona Jahaw (Kulanu)
Website:
Haifa (Israel)
Haifa

Haifa (hebräisch חֵיפָה; modernhebräische Aussprache meist [ˈxajfa], manchmal auch [ˈxɛfa] oder puristisch (normativ) [xejˈfa];[2] arabisch حيفا, DMG Ḥayfā ['ħajfa], Aussprache im lokalen arabischen Dialekt [ˈħeːfa]) ist mit 281.087 Einwohnern im Jahr 2017[3] die drittgrößte Stadt Israels (nach Jerusalem und Tel Aviv). Die heutige Großstadt an der Mittelmeerküste existiert seit Mitte des 18. Jahrhunderts und war bis Mitte der 1940er Jahre eine überwiegend arabische Stadt, dazu gehörten fast alle Muslime, das Gros der Christen und ein Drittel bis die Hälfte der Juden Haifas; bereits seit der Antike existierten Siedlungen an dieser Stelle. Im Großraum Haifa leben etwa 600.000 Menschen. Zu ihm gehören auch die Städte der Krajot, Tirat Carmel, Daliyat al-Karmil und Nescher. Im November 2018 gewann die Sozialdemokratin Einat Kalisch-Rotem die Bürgermeisterwahl gegen den bisherigen Amtsinhaber Jona Jahaw. Es ist das erste Mal seit der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren, dass eine Frau Bürgermeisterin in einer Großstadt wird.[4]

Geographie

Geographische Lage

Haifa liegt in Nordisrael an der Bucht von Haifa und am nördlichen Abhang des Karmelgebirges am Mittelmeer. Am nordwestlichen Stadtrand befindet sich Israels größter Seehafen.


Ausdehnung des Stadtgebiets

Durch die Lage am Berghang hat Haifa eine besondere städtische Gliederung. Die verschiedenen Stadtteile steigen vom Meeresniveau bis auf eine Höhe von etwas über 400 m an. Dabei lassen sich drei Bebauungsgebiete unterscheiden:

  • Am Meer in der Unterstadt haben sich in Nähe zum Hafen große Industriegebiete mit Raffinerie, großen Durchgangsstraßen und Bahnanlagen angesiedelt. Der größte Teil der arabischen Bevölkerung Haifas wohnt in diesem Teil der Stadt (der auch ha-ʿIr, wörtl. die Stadt genannt wird).
  • Auf halber Höhe (80–120 Meter über dem Meer) in der mittleren Stadt befinden sich die Hauptgeschäftszonen und Verwaltungseinrichtungen. Dieser Stadtteil, Hadar ha-Karmel, entstand 1920.
  • Im höchstgelegenen Teil Haifas, Har ha-Karmel, haben teure Hotels und Restaurants ihren Standort und befinden sich die teuersten Wohngegenden der Stadt. Am südlichen Ausgang der Stadt, an ihrer höchsten Stelle, liegt auf über 400 Metern die Universität Haifa mit einem markanten Hochhausturm.

Die verschiedenen Ebenen Haifas werden durch die einzige Untergrundbahn Israels, die Karmelit, verbunden.

Klima

Haifa hat ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und kühlen, regnerischen Wintern. Nach der effektiven Klimaklassifikation von Wladimir Peter Köppen und Rudolf Geiger wird dies als Csa (Heiße-Sommer-Mittelmeerklima) klassifiziert. Der Frühling beginnt im März, wenn die Temperaturen zu steigen beginnen. Bis Ende Mai erfolgt eine deutliche Erwärmung, die die heißen Sommertage ankündigt. Die durchschnittliche Temperatur im Sommer beträgt 26 °C und im Winter 12 °C. Schnee ist in Haifa selten, aber Temperaturen um 3 °C sind unter Umständen möglich, meist in den frühen Morgenstunden. Die Luftfeuchtigkeit ist das ganze Jahr über eher hoch, Regen tritt meist zwischen September und Mai auf. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 538 l/m².

Haifa
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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92
 
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0
 
31
24
 
 
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30
22
 
 
28
 
28
19
 
 
77
 
24
14
 
 
136
 
19
11
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: [5][6]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Haifa
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Mittl. Tagesmax. (°C)17,017,519,623,926,229,331,131,429,928,024,019,224,8
Mittl. Tagesmin. (°C)8,98,710,513,617,220,623,023,621,718,514,110,916
Niederschlag (mm)124,992,252,823,62,70,00,00,01,228,077,4135,5Σ538,3
Sonnenstunden (h/d)5,66,19,410,611,712,412,412,210,89,98,36,79,7
Regentage (d)10873100002610Σ47
Wassertemperatur (°C)17171718212427272825221921,9
Luftfeuchtigkeit (%)65696868717270706765606567,5
T
e
m
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a
t
u
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17,0
8,9
17,5
8,7
19,6
10,5
23,9
13,6
26,2
17,2
29,3
20,6
31,1
23,0
31,4
23,6
29,9
21,7
28,0
18,5
24,0
14,1
19,2
10,9
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
N
i
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c
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g
124,9
92,2
52,8
23,6
2,7
0,0
0,0
0,0
1,2
28,0
77,4
135,5
 JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Quelle: [5][6]

Geschichte

Vorgeschichte

In der Kebara-Höhle am westlichen Steilhang des Karmel, südlich von Haifa, wurde 1983 bei archäologischen Ausgrabungen eine 60.000 Jahre alte Begräbnisstätte eines Neandertalers gefunden. Einem schädellosen Kiefer konnte noch ein Zungenbein zugeordnet werden, was den Schluss zulässt, dass dieser Mann zur Lautsprache fähig war. Anthropologen aus Durham vermuten, dass die Vorfahren der Neandertaler bereits vor mehr als 300.000 Jahren sprechen konnten.

Die Skhul-Höhle, etwa 100 Meter von der Kebara-Höhle entfernt, beherbergt 80.000 bis 120.000 Jahre alte Fossilien, die zunächst als „Mount Carmel Neanderthals“ bezeichnet wurden. Heute werden die Funde zumeist als Begräbnisstätten von frühen anatomisch modernen Menschen interpretiert, die im Karmel-Gebirge zugleich oder in mehrfachem zeitlichen Wechsel mit Neandertalern lebten.

Frühgeschichte

Die frühe Siedlungsgeschichte um den Standort des heutigen Haifa gilt als ähnlich wie die der ganzen Küstenregion. Während der mediterranen Bronzezeit, ab dem 14. Jahrhundert v. Chr., entstand eine Hafensiedlung an der Mündung des Kischon Flusses. Diese bestand bis zum 10. Jh. v. Chr. Daneben entstand eine zweite Stadt südlich des Karmel-Kaps, welche während der ganzen Antike hindurch bestand. In hellenisch-römischer Zeit war ihr Name Sycaminum. Hier gab es keinen Hafen, aber Landwirtschaft und Industrie, unter anderem Glasfabrikation und Purpurfarbenproduktion.[7]

Antike

Im Bereich des heutigen Haifa bestanden über Jahrhunderte hinweg verschiedene kleinere Orte. Im heutigen Gebiet von Haifa wurde eine antike Siedlung gefunden, die den Phöniziern zugeordnet wird. Dies wird hauptsächlich auf den Fund einer Siedlung mit großen Mengen an phönizischen Keramikfragmenten zurückgeführt.[8] Die Griechen und Römer nannten Haifa Sycaminon. Ihr Standort war der einzige vor dem Nordwestwind geschützte in der natürlichen Bucht, sodass hier ein kleiner Hafen entstand, der bis zur Zeit der christlichen Kreuzzüge bestand. Später wurde hier ein arabisches Fischerdorf gegründet, Haifa alʿAtiqah, und das mit einer Festung gesicherte neue Haifa durch Dhaher al-Omar, siehe unten.[7]

Haifa wird in der Bibel nicht erwähnt. Lange Zeit hatte die Stadt geringe Bedeutung, da ihr Standort mehrere Nachteile hatte. Durch das Gebirge war es schwer, um das Karmelkap nach Süden zu reisen. Östlich der Stadt, im Mündungsgebiet des Qischon, lagen ausgedehnte Sümpfe. Außerdem war der Ort ungünstig für die Anlage eines Hafens, da der Südrand der Bucht von Haifa den Westwinden ungeschützt ausgesetzt war. Daher war Akko lange Zeit die wichtigste Stadt in der Gegend.

Kreuzzüge

Während der Zeit der christlichen Kreuzzüge wurde Haifa mehrfach erobert und war Zentrum einer Seigneurie im Königreich Jerusalem. 1265 wurde es endgültig von den Mamluken erobert und zerstört, sodass es bis weit in die frühosmanische Zeit nur ein unbedeutendes Fischerdorf blieb.[9]:7seq., 9seqq.

Osmanische Zeit

Aus dem Jahre 1575 stammt ein erster Bericht aus der Zeit der Osmanen, die 1516 den Mamluken Haifa wie die gesamte Levante abgenommen hatten, der von einer Siedlung in den Ruinen des mittelalterlichen Cayphas spricht.[9]:15 Der heutige Name Haifas entstammt dem arabischen Gebrauch des Wortes al-Ḥayfah / الحيفة, was „die nahe“ bedeutet, und durch volksetymologische Umdeutung des Namens Cayphas entstand, den die Kreuzfahrer als Bezeichnung für Haifa von den Römern übernommen hatten.

Der Beduine Dhaher al-Omar, aus eigenem politischen, militärischen und pekuniären Vermögen autonomistischer Regionalpotentat über Galiläa, geflissentlich dem osmanischen Fiskus die geforderten Steuern zahlend und offenen Konflikt mit der wenig präsenten Hohen Pforte meidend, hatte Alt-Haifa 1752/1753 eingenommen.[9]:33 Nach Überfällen maltesischer Piraten, die gelegentlich gar bei schlechtem Wetter auf Reede vor Haifa ausharrten, erhielt Dhaher al-Omar Geld vom Sultan, mit dem er bis 1754 zum Schutz des Örtchens die Reste einer Festung, deren Bau wohl Frankreichs König Ludwig IX.[10] veranlasst hatte, erneuerte.[11]

Dann ließ Dhaher al-Omar 1761/1762 Haifa niederreißen und zwei bis drei Kilometer südöstlich neu anlegen.[9]:33seqq. Er ließ eine neue Siedlung mit geschlossener Stadtmauer im Gebiet der heutigen Unterstadt (הָעִיר הַתַּחְתִּיתHaʿĪr haTachtīt) errichten und einen neuen Ankerplatz ausbauen. Oberhalb der Stadt errichtete er eine Festung al-Qalʿa / لقلعة, jedoch eigentlich Burǧ al-Salām / برج السلام genannt, wovon sich der bis heute übliche Name des Viertels בּוּרְג'Būrdsch, arabisch البرج herleitet.[9]:37 Die Reste der Festung waren bis in die 1950er Jahre sichtbar, wo sich heute der Park Gan haSikkaron gegenüber vom Rathaus befindet.[9]:37

Dhaher al-Omar nannte den neuen Ort al-ʿImāra al-Ǧadīda / العمارة الجديدة, was in etwa das Neue Gemäuer bedeutet.[9]:36 Die Einwohner sagten lieber al-Ḥayfah al-Ǧadīda / الحيفة الجديدة, Neues Haifa und setzten sich durch, jedoch fand sich noch 1806 bei Beduinen die Bezeichnung ʿImāra / العمارة als Name für Haifa.[9]:36

Zunächst zählte Neu-Haifa nicht mehr als 250 Einwohner, darunter der Kern aus Alt-Haifa.[9]:39 Dhaher al-Omar warb Einwanderer zur Entwicklung der Stadt, wobei er Nichtmuslime nicht diskriminierte, und förderte die Wirtschaft. Anton Prokesch von Osten bemerkte, dass unter den Muslimen der Stadt, die wohl noch vor den Christen die Hälfte ihrer Einwohner ausmachten, Nordafrikaner dominierten wie auch unter den wenigen Juden am Ort, die aus dem algerischen Oran stammten.[12] Der osmanische Statthalter 1829, ein Muslim, stammte von Algier, woher gebürtig auch schon sein Vorgänger 30 Jahre früher war.[13]

Die Stadt entwickelte sich, im 19. Jahrhundert konnte Haifa an Bedeutung gewinnen. Haifa zählte im Jahr 1815 etwa 1.000 Einwohner, 1830 etwa 3.000.[7][14] Ein weiterer Impuls war 1869 die Gründung eines Dorfes, der Deutschen Kolonie, durch christliche Siedler der Tempelgesellschaft aus dem Königreich Württemberg – damals etwas außerhalb der Stadt, unterhalb des heutigen Schrein des Bab. Sie gaben Modernisierungsimpulse durch modernes Handwerk, Landwirtschaft, Industrie, Gesundheits- und Transportwesen und veranlassten den Bau der ersten Mole. Haifa wurde zu einem wichtigen Knotenpunkt für christliche Pilgerreisende. Einige Siedler der Tempelgesellschaft wirkten als Vizekonsuln europäischer und nordamerikanischer Regierungen.[15] Das Wirken der Templer von Haifa führte zur Stärkung der Verbindungen des Deutschen Reichs und der osmanischen Regierung.

Ein wichtiges Ereignis war der Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. und seines Gefolges in Haifa auf seiner Palästinareise 1898. Hierfür wurde eine zweite Mole in den Hafen gebaut. Diese dienten auch anderen Reisenden, beispielsweise dem Sacerdote Edoardo Torriani,[16] einem katholischen Priester und Pilger aus dem Tessin, am 5. April 1906[16] als ersehnte Zuflucht, hatte er doch, von Alexandria kommend, drei Tage auf einem vom Sturm umtosten Schiff ausgeharrt.

(c) צילום:ד"ר אבישי טייכר, CC BY 2.5
Denkmal für den Besuch Wilhelms II. und Auguste Victorias am 25. Oktober 1898

In Erinnerung an den Besuch Wilhelms wurde ein Denkmal errichtet. Der Bau einer Landebrücke war der Beginn des weiteren Ausbaus des Hafens. Außerdem regte der Kaiser an, Haifa an die Hedschasbahn anzuschließen. 1905 erhielt die Stadt mit der Jesre'eltalbahn ihren ersten Bahnanschluss nach Damaskus, 1913 einen weiteren nach Akko.

Durch den gleichzeitigen Ausbau der Landstraßen nach Akko, Nazareth und auf den Karmel und den Betrieb erster Hotels wurde die wirtschaftliche Entwicklung Haifas maßgeblich geprägt. Im Jahre 1907 unternahm Paul Nathan, Direktor des Hilfsvereins der deutschen Juden, seine erste Palästinareise,[17] um einen geeigneten Ort zur Errichtung einer technischen Hochschule, das spätere Technion, zu finden. Die Wahl fiel 1908 auf Haifa. Im Auftrag des Hilfsvereins errichtete Alex Baerwald 1912/1913 dessen erstes Hochschulgebäude. Das Sandsteingebäude (heute Wissenschaftsmuseum) mit der eklektisch-orientalisierenden Hauptfassade ist als Teil eines auf die See hin orientierten Ensembles angelegt, zu dem auch das noch heute bestehenden Hebräische Realgymnasium (Beit haSefer haReʾali) gehört. Haifa wurde damit in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zur modernsten Stadt der Levante. Das Technion, dessen Labors und Werkstätten bis zu Beginn des Kriegs noch nicht vollständig eingerichtet waren, konnte dann dessentwegen den Betrieb nicht aufnehmen und die Mittelmächte richteten darin 1917 bis 1918 ein Lazarett ein.

Die arabische Einwanderung vom Libanongebirge (von dort vor allem Maroniten[9]:70) und aus anderen Teilen der Levante hatte den christlichen Anteil an Haifas Bevölkerung bis 1856 schon auf 40 % gehoben.[9]:60 Mit dem Bau der Jesreʾeltalbahn bis 1904 und dem Ausbau und Aufleben des Hafenbetriebs mit Bahnanschluss wuchs Haifas Bevölkerung. Die Bevölkerungszahl stieg von 2.500 im Jahr 1854 auf 8.000 im Jahr 1891 und auf 15.000 im Jahr 1913.[7] Muslime zogen verstärkt aus Galiläa und dem Mutesarriflik Libanonberg zu, deren viele als Bahn- und Hafenarbeiter ihren Lebensunterhalt fanden, wodurch sie bis 1910 zur größten Religionsgemeinschaft der Stadt avancierten, nicht aber zur Mehrheit.[9]:128 Die zweite bedeutende Gruppe an Zuzügen waren jüdische Araber, vor allem aus Nordafrika[18]:149 und türkische Juden.[9]:71

Britische Zeit

Im Zuge des Palästinafeldzugs des Ersten Weltkrieges gegen die Streitkräfte der Mittelmächte Osmanisches Reich, Deutschland und Österreich-Ungarn eroberte britische (Sherwood Forester Yeomanry) und indische Kavallerie (Brigaden Jodhpur Lancers und Mysore Lancers) der Triple Entente Haifa, das sie am 23. September 1918 einnahmen. Deutsches Asien-Korps und osmanische Armee hatten die Stadt verteidigt, während ihnen Österreich-Ungarns Truppen in Palästina vom Karmel aus den Rücken deckten. Auf Veranlassung eines bahaitischen Soldaten im britischen Stab in Kairo, war über Baron Lamington Feldmarschall Edmund Allenby aufgetragen worden, die Sicherheit der Zivilisten Haifas und insbesondere jene des dort ansässigen Religionsführers ʿAbdul-Bahāʾ zu gewährleisten, dessen Glauben in der osmanischen Caesorapapie als Häresie galt, aber viele Anhänger in Britisch-Indien zählte. Die Besatzungsverwaltung Occupied Enemy Territory Administration South (OETA South) ersetzte die osmanische Verwaltung, soweit nicht ohnehin durch Flucht der Amtsträger paralysiert.

Auf der Konferenz von Sanremo im April 1920 einigten sich die Entente-Mächte darauf, Palästina in britische Obhut zu geben, woraufhin am 1. Juli 1920 offiziell die britische Zivilverwaltung die OETA ablöste.[19]:143 Der Völkerbund legitimierte das Übereinkommen der Entente von San Remo, indem er Großbritannien 1922 das Mandat für das neu als Verwaltungseinheit geschaffene Palästina erteilte. Die Türkei, die Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches, legalisierte schließlich das britische Mandat durch den Vertrag von Lausanne, der am 24. Juli 1923 unterzeichnet wurde und nach den Ratifikationen am 5. August 1925 in Kraft trat.[19]:150[20]

Der zweite und der dritte Nationalkongress der Araber in Palästina fand im November 1919[21] und im Dezember 1920[21] in Haifa statt. Der Kongress von 1920 forderte eine Selbstregierung und eine gewählte Abgeordnetenkammer aus „Mitgliedern des arabischsprachigen Volkes, die zu Beginn des Krieges in diesem Gebiet gelebt hatten“.[21] Die Delegierten wählten Musa Kazim al-Husaini zum Vorsitzenden des Arabischen Exekutivkomitees.[21] Jüdische Palästinenser gründeten eine Personalkörperschaft, die aus Beiträgen ihrer Mitglieder Schulen, kulturelle Einrichtungen und eine Mitgliedervertretung unterhielt, die erstere am 19. April 1920 erstmals wählten.

Haifa, 1925 -1937
Haifa, 1925-1937

Während der Zeit des britischen Völkerbundmandats für Palästina wurde Haifa größte Stadt des Mandatsgebiets, wobei zuwandernde Muslime deren Zahl von etwa 9.400 (um 1920) mehr als verdoppelten, wie auch die gut 6.000 Juden der Stadt sich durch natürliche Geburten und Zuzug auf 16.000 verstärkten.[18]:151 Haifa spielte eine wichtige Rolle als Eisenbahnknotenpunkt. Neben der existierenden schmalspurigen Jesreʾeltalbahn über Afula nach Darʿā und Damaskus bauten die Britischen Militärbahnen in Palästina 1917 die Sinai-Bahn und 1918 die Ostbahn, um Haifa ans Sultanat Ägypten anzubinden. Das Technion nahm 1924 endlich den Lehrbetrieb auf.

2022: Ausbesserungswerk von 1932

Die kurzlebige osmanische Bahnstrecke Haifa–Akko bauten sie wieder auf und die dann zivilen Palestine Railways 1932 aus. An dem neuen Streckenabschnitt errichteten sie auch das Ausbesserungswerk Qischon nahe der Bucht von Haifa, das bis zum Zweiten Weltkrieg mit 2.000 Arbeitern größter Industriebetrieb Palästinas war. 1925[22] wurde die arabische Bahnarbeitergewerkschaft gegründet.

Im Jahre 1926 erließ die britische Mandatsregierung die palästinensische Religious Communities (Organisation) Ordinance (Verordnung bezüglich religiöser Gemeinschaften (Organisation)),[23] nach der sie religiöse Gemeinschaften auf deren Antrag hin als öffentlich-rechtliche Personalkörperschaft anerkennen konnte, falls zu implementierende oder gegebenenfalls bestehende Statuten der Religionsgemeinschaft den durch die Verordnung festgelegten Prinzipien (wie freie, gleiche Beteiligung der Mitglieder einer Personalkörperschaft an der Bestimmung ihrer Aufgaben und Geschicke) entsprachen. Die Mandatsregierung erkannte die Personalkörperschaft der jüdischen Palästinenser an, nachdem zum 1. Januar 1928 die Jewish Community Rules in Kraft getreten waren.[23] Wahlberechtigt zu deren Vertretungsorganen, Repräsentantenversammlung und Nationalrat, waren alle palästinensischen und staatenlosen Juden beiderlei Geschlechts, die mindestens ein Jahr ihren gewöhnlichem Aufenthalt im Lande hatten.[24]

Gemäß Verordnung von 1926 erkannte die Mandatsregierung auch die muslimische Gemeinschaft des Landes sowie die Christen verschiedener Konfessionen als Personalkörperschaften an. Die von der Mandatsregierung angeregte Organisation auch dieser Körperschaften nach demokratischen Prinzipien lehnten die vorher schon ohne breitere Legitimation gebildeten muslimischen Organe aber ab und behielten ihr bereits geübtes Honoratiorenmodell bei. Auch unter den Kirchen richteten nur einige gewählte Selbstvertretungsorgane (Landessynoden) ihrer Mitglieder ein. Im Jahre 1932 traten mit Karl Ruff und Walter Aberle aus der Deutschen Kolonie der Stadt zwei Haifaner und überhaupt erstmals nichtjüdische Palästinadeutsche der NSDAP/AO bei.[25]

Der moderne Zivilhafen wurde ebenfalls fertiggestellt. Das Hafenbecken wurde durch zwei steinerne Wellenbrecher geschützt und vertieft, die Steine kamen aus einem Steinbruch im nahe gelegenen Ort Atlit.[26] Er wurde am 31. Oktober 1933[27] eröffnet, als die britische Regierung begann, Haifa als wichtigen Marinestützpunkt auszubauen. Während die Zahl der Hafenarbeiter täglich bei 1.000 bis 2.000 Arbeitern lag,[22] erreichte sie in der Zeit der Orangenernte 2.600 bis 3.200 Personen.[22] Nach Beginn des Arabischen Aufstands im Sommer 1936 begann Haifa den Hafen von Jaffa an Bedeutung zu übertreffen.[27]

Der Erdaushub aus der Bucht ermöglichte die Anlage eines Geländes von 340[27] Dunam Größe, das für neue Hafen- und Bahnanlagen und den Bau einer breiten Durchgangsstraße benutzt wurde. Zudem wurde in den Jahren ab 1934[27] eine Rohölleitung der Iraq Petroleum Company aus Kirkuk[28] im Irak gebaut. Durch diese Großprojekte zogen zu 75 %[27] arabische Wanderarbeiter aus dem näheren und weiteren Umland nach Haifa. Die restlichen etwa 25 %[27] kamen aus Ägypten, Transjordanien und dem Hauran.[27] 1930 waren von 650[27] Bauarbeitern bereits 110[27] jüdisch. Ab 1938[28] entstand die Erdölraffinerie Oil Refineries.

Auch der Zuzug jüdischer Einwanderer verstärkte sich und erreichte ab 1933 Züge einer Masseneinwanderung durch Flüchtlinge aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Das wichtigste jüdische Viertel wurde Hadar haKarmel nahe der Festung. Gleichzeitig bauten Juden auch auf dem Karmel-Steilhang und auf dem Kamm des Karmel-Berges ihre Häuser. Der Verkauf von Grund und Boden durch arabische Eigentümer an Juden beschränkte sich auf zumeist landwirtschaftlich nicht nutzbare Flächen, vor allem Sanddünen und Sümpfe, in Tälern und Ebenen.

Dies führte zur geografischen Trennung der arabischen von der jüdischen Bevölkerung. Arabische Bewohner blieben in den bergigen Regionen, Juden wohnten in Ebenen, Dünengelände und drainiertem Sumpfgebiet. Die Sümpfe um die Mündung des Qischon wurden trockengelegt und Gebiete an der Bucht weiter jüdisch besiedelt. Die Personalkörperschaft der jüdischen Palästinenser schuf sich ihre eigene Infrastruktur, unterhielt aus Beiträgen der Mitglieder ein Schulwesen und ein Gesundheitswesen. Die Infrastruktur, die die britische Mandatsregierung aus Steuern aller finanzierte, wozu Juden ihrer höheren Steuerkraft wegen überproportional beitrugen, besonders Schulen und Gesundheitseinrichtungen, wurde fast ausschließlich von der arabischen Bevölkerung genutzt. So unterstützte das gute Steueraufkommen auf bessere Einkommen in aufstrebenden im internationalen Wettbewerb sich bewährenden modernen jüdischen Gewerben die geringer Verdienenden, die trotz Unterbeschäftigung in ihrer herkömmlich extensiven, ertragsarmen und einkommensschwachen Landwirtschaft wie anderer traditioneller Produktion dennoch zunehmend moderne Infrastruktur im Bildungs-, Gesundheits- und Verkehrswesen genießen können. Durch die gesunkene Kindersterblichkeit wuchs auch die arabische Bevölkerung.[7]

Ehemalige Buchenwald-Häftlinge auf einem Schiff im Hafen von Haifa, 15. Juli 1945

Während des Zweiten Weltkriegs bombardierten auf der italienischen Ägäis-Insel Rhodos stationierte italienische Luftwaffenverbände am 15. und 24. Juli sowie am 21. September 1940 Haifa. Ziele waren der Hafen und die großen Erdölraffinerien, die an die Pipeline aus dem Nord-Irak angeschlossen waren. Die Bombardierungen verursachten Verluste unter der Bevölkerung, so starben am 24. Juli 48[28] Araber, 15[28] Juden und ein Brite. Die Treibstoffanlagen standen danach vier Wochen still.[28] Am 21. September gab es 39 Tote.[29]

Ausstellungsstück zur Patria im Schifffahrtsmuseum Haifa

Unter dem Kommando von Jitzchak Sadeh platzierten Hagana-Mitglieder in Haifa eine Bombe auf dem britischen Truppentransporter Patria, um die Deportation von jüdischen Flüchtlingen aus Palästina zu sabotieren, die zuvor größtenteils auf den Schiffen Milos, Pacific und Atlantic vor der Verfolgung in Europa nach Palästina geflüchtet waren. Als die Bombe am 25. November 1940 detonierte, beschädigte sie das Schiff stärker als geplant und die Patria sank. Ein Großteil der an Bord befindlichen Menschen konnte gerettet werden. Vermutlich kamen 267 Personen ums Leben.[30]

Der Beschluss der UNO vom 29. November 1947, im Mai 1948 das Mandatsgebiet zu teilen, sah die Gründung eines arabischen und eines jüdischen Staates vor, der unter Einschluss der weithin unbewohnten Wüste Negev mehr als die Hälfte des Mandatsgebiets ausmachen sollte. Nach dem Teilungsplan der UNO sollte auch Haifa Teil des zu gründenden jüdischen Staates sein. Seit der Zeit der britischen Herrschaft bildeten Juden in Haifa (wie auch in Jerusalem und Tel-Aviv) die Bevölkerungsmehrheit. Für einige neue jüdische Ortschaften waren bereits Teile der Sümpfe um das Mündungsgebiet des Kischon trockengelegt worden.[7]

(c) Bundesarchiv, Bild 183-2007-0220-504 / CC-BY-SA 3.0
8. Oktober 1947: Kranke jüdische Einwanderer werden von Bord des Schiffes Jewish State gebracht, bevor das Schiff nach Zypern weitergeleitet wird.
Bevölkerung der Stadt Haifa[7]
JahrEinwohner gesamtJüdische Einwohner
1922024.000006.000
1931050.000016.000
1936100.000050.000
1938099.000048.000
1945138.000075.500
1947140.000074.000
1948[31]098.600085.600
1950140.000122.000
1952150.000 (Ballungsraum 50.000)
1961183.000173.500
1970217.000204.000
1980230.000 (Ballungsraum 150.000)214.000
1985225.000205.700
1994246.700221.700
2000270.500227.400

Vor der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 lebten rund 62.500 Araber in Haifa.[32] Für den Fall der Gründung eines Staates für Juden – neben einem für nichtjüdische Araber – kündigten die benachbarten Staaten Königreich Ägypten, Königreich Irak, Syrien und Transjordanien – sämtlich Mitglieder der Arabischen Liga – die Invasionen ihrer Streitkräfte an, um die Gründung Israels militärisch zu unterbinden bzw. rückgängig zu machen. Am 7. Dezember 1947 gründete sich auf Initiative des Bankiers Raschid al-Ḥaǧǧ Ibrahim (رشيد الحاج إبراهيم; 1889–1953) das 15-köpfige örtliche arabische Nationalkomitee (NC) unter seinem Vorsitz als Vertretung der nichtjüdischen arabischen Haifaner. Wie die leitenden Vertreter der zionistischen Juden in der Stadt trat Raschid al-Ḥaǧǧ Ibrahim dafür ein, in der Stadt nicht zu kämpfen.

In Erwartung dieses durch die Nachbarstaaten angekündigten Krieges verließen vor allem solche nichtjüdischen Araber mit verwandtschaftlichen Verbindungen ins Ausland oder die ihren Aufenthalt außer Landes selbst finanzieren konnten, Palästina auf Zeit,[33]:95 bis sie nach einem erhofften arabischen Sieg zurückkehren könnten. Bis Mitte März 1948 hatten, laut Beobachtungen Raschid al-Ḥaǧǧ Ibrahims, 25.000 bis 30.000 arabische Palästinenser Haifa verlassen.[34]:107[35] Viele Flüchtlinge gingen auch unter dem Eindruck von Angriffen auf Zivilisten wie im nahen Balad asch-Schaych (heute zu Nescher) geschehen, andere flohen aufgrund der Nachricht vom Massaker in Deir Jassin am 9. April 1948.

Im Vorlauf des Einmarsches der Streitkräfte arabischer Nachbarstaaten mühten sich die Parteien im Lande – einerseits antizionistische überwiegend nichtjüdische und zionistische überwiegend jüdische Palästinenser andererseits – darum, auch mit Gewalt Positionen und Posten einzunehmen bzw. zu halten, die im bevorstehenden Krieg strategisch wichtig erschienen, was sich zum Bürgerkrieg zwischen arabischen und jüdischen Palästinensern auswuchs. Ab Dezember 1947 sickerte die aus Freiwilligen gebildete irreguläre Arabische Befreiungsarmee, finanziert durch die Arabische Liga, ins Mandatsgebiet Palästina ein,[36] und beteiligte sich am Bürgerkrieg.

Nach Rückzug der Briten aus dem Stadtgebiet in den Hafen kam es ab 21. April 1948 zu Gefechten zwischen arabischen und jüdischen irregulären Streitkräften. Der Irgun terrorisierte arabische Zivilisten.[34]:100seq. Jüdische Kämpfer erlangten die Oberhand in Haifa und am 22. April 1948 endeten die Gefechte und beide Seiten schlossen einen Waffenstillstand, wobei die Juden den Schutz und Verbleib der nichtjüdischen arabischen Zivilisten zusicherten, während die arabischen Kämpfer ihre Waffen niederlegten bei freiem Geleit.

Jamal al-Hussayni, Präsident des AHC, sagte in der Sitzung zum Auszug nichtjüdischer Araber aus Haifa in der UNO am 23. April 1948: „Die Araber wollten sich nicht einem Waffenstillstand unterwerfen, der Schande gebracht hätte, und zogen es vor, ihre Wohnungen aufzugeben, ihre Habseligkeiten und alles, was sie auf dieser Welt besaßen, und die Stadt zu verlassen. Das haben sie tatsächlich getan.“[37] Die New York Times berichtete, „die Massenevakuierung, zum Teil aus Angst, zum Teil durch Anweisungen der arabischen Führer verursacht, hinterließ das arabische Quartier von Haifa als Geisterstadt.“[38] Es blieben etwa 3.000 arabische Nichtjuden in Haifa,[18]:152 nach anderen Angaben ca. 15.000 Araber,[7][32][39] die dem arabischen Druck, die Stadt zu verlassen, nicht nachgegeben hatten.

Im Staat Israel (seit 1948)

Am 14. Mai 1948, Stunden vor Ablauf des britischen Mandats um Mitternacht und dem Abzug der letzten britischen Einheiten via Haifa, verlas David Ben-Gurion die Erklärung der Unabhängigkeit Israels im bereits geräumten Tel Aviv. In Haifa ging die Gründung des Staates Israel feierlich über die Bühne, da Juden schon drei Wochen vorher die Hafenstadt komplett eingenommen hatten. In vielen anderen Gegenden des Landes marschierten die Armeen Ägyptens, Transjordaniens, des Iraks und Syriens ein und führten den Krieg um Israels Unabhängigkeit, in dem die kämpfenden Parteien gewisse Linien erlangten, die sie 1949 im Waffenstillstand als Grüne Linie zwischen den Stellungen der Kriegsgegner fixierten.

Einen Friedensschluss lehnten die arabischen Kriegsparteien ab, entsprechend gab es keine grenzüberschreitende Reiseregelung. So blieben die internationalen Eisenbahnlinien (HBT-Linie und die alte Jesreʾeltalbahn) eingestellt. Eine Pipeline aus dem Königreich Irak wurde ebenfalls gesperrt, so dass kein Ölexport über Haifa mehr erfolgte. Damit hatte der Hafen sein ausländisches Hinterland verloren, nahm aber die zentrale Stellung für Israel ein, das ohne für Güterverkehr offene Landgrenzen diesen außer per teurer Luftfracht nur per Seefracht abwickeln konnte. Haifa wurde zunächst auch Ziel vieler Schiffe mit jüdischen Flüchtlingen, die den Holocaust überlebt hatten. Deren Zahl erreichte zwischen Mitte Mai 1948 und Ende 1951 etwa 3000 Personen pro Woche.[7] Neben europäischen, landeten in jenen Jahren auch arabische Juden, die ihre nordafrikanischen Heimatregierungen vertrieben hatten, im Hafen Haifas an. Insgesamt ließen sich in diesem Zeitraum rund 40.000[22] Neueinwanderer im Zentrum von Haifa nieder.

Militär geleitet arabische nichtjüdische Haifaner mit Habe bei der Zwangsumsiedlung ins Wadi Nisnas, Juli 1948

Nichtjüdische Araber, die geblieben waren, stellte die provisorische Regierung Israels zunächst unter Militäraufsicht mit beschränktem Bewegungsradius. Dazu wies die Regierung arabischen Haifanern Wohnsitze im Viertel Wadi Nisnas an, das in der Mandatszeit das Gros der zuziehenden Christen aufgenommen hatte.[18]:151 Viele verbliebene arabische Haifaner waren katholische Melkiten. Nach Aufhebung der Aufsicht 1966 konnten alle arabischen Haifaner ihren Wohnsitz wieder frei wählen und sich frei bewegen.

In die leer stehenden Wohnstätten der geflohenen nichtjüdischen arabischen Haifaner quartierten die Behörden arabische jüdische Flüchtlinge und Vertriebene aus Ägypten, Irak, Jemen, Libyen, Marokko oder Syrien ein, unter anderem im zuvor von arabischen Nichtjuden bewohnten Viertel Wadi Salib.[22] Im Jahr 1952 gründeten der Maki-Politiker Emile Habibi[22] und der Trotzkist Jabra Nicola[22] in Haifa die marxistische Zeitung al-Jadid (الجديد, DMG al-Ǧadīd ‚Der Neue‘).[22] Am 9. Juli 1959[22] kam es zu den ersten Protesten[40] der Mizrachim in Israel gegen ihre Diskriminierung[22] durch aschkenasische Elite, denen am 11. Juli[22] Ausschreitungen in anderen Orten folgten. Autos und Geschäfte wurden beschädigt[22] und die Lokale der Histadrut[22] und Mapai[22] angegriffen. 13[22] Polizisten wurden verletzt, 34[22] Demonstranten festgenommen.

Haifa wurde durch das fortgesetzte Wachstum zur flächenmäßig größten israelischen Stadt. Durch die Topographie und die Höhenunterschiede haben sich drei Zentren entwickelt: Das erste Zentrum bildet die Unterstadt unmittelbar am Hafen. Hier, am Fuß des Berges, liegen die meisten Wohnungen ärmerer arabischstämmiger jüdischer und arabische Israelis. Das zweite Zentrum ist die Terrasse von Hadar ha-Karmel, es ist das Haupteinkaufs- und Vergnügungszentrum mit Verwaltungsgebäuden und Ämtern. Das dritte Zentrum liegt auf dem Kamm des Karmel mit Kulturinstitutionen wie Theater und Konzerthallen, außerdem Hotels, Cafés und gehobenen Geschäfte. Hier liegen auch die Universitäten, die 1963 neu gegründete Universität Haifa und der neue Campus des knapp 40 Jahre älteren Technions, inmitten bewaldeter Erholungsgebiete.[7]

Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 hat Haifa 40.000 russische Juden aufgenommen. Das wachsende Israel brachte auch wachsenden Seegüterverkehr mit sich, so dass in Aschdod ein zweiter, voll funktionshähiger Überseehafen entstand, der 1965 in Betrieb ging. Im 21. Jahrhundert dann machte Aschdods Hafen gelegentlich demjenigen Haifas den Rang als wichtigster des Landes streitig.

Terroranschläge und Raketenbeschuss

  • Am 2. Dezember 2001 wurden bei einem Selbstmordattentat in einem vollbesetzten Linienbus 16 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt.[41]
  • Am 31. März 2002 starben bei einem erneuten Selbstmordanschlag eines Palästinensers mindestens 15 Menschen, rund 45 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Selbstmord-Attentäter sprengte sich im Restaurant „Matza“ im Haifaer Stadtteil Neve Sha´anan in die Luft. Inhaber des Restaurants war ein israelischer Araber und viele Araber verkehrten dort. Es galt als ausgeschlossen, dass palästinensische Terroristen ein arabisches Lokal als Ziel auswählen würden.[42]
  • Am 5. März 2003 verübte ein Selbstmordattentäter einen weiteren Anschlag auf einen Egged-Bus der Linie 37, auf der Moriah-Avenue. 17 Passagiere wurden getötet, darunter 14 Passagiere im Alter zwischen 12 und 22 Jahren.
  • Am 4. Oktober 2003 zerstörte ein Selbstmordattentat das Restaurant „Maxim“, ein Symbol für das Miteinander seiner jüdischen und christlich-arabischen Eigentümer, vollständig.
  • Im Israel-Libanon-Konflikt 2006 gerieten Haifa und Umgebung durch die Hisbollah unter Beschuss von Katjuscha-Raketen und Raketen neuerer Bauart, die vermutlich aus dem Iran stammten. Es gab mehrere Tote. Unter anderem wurden Eisenbahnanlagen, das Industriegebiet und der Hafen getroffen.

Bürgermeister

  • 1873–1877: Najib Effendi al-Yasin
  • 1878–1881: Ahmad Effendi Jalabi
  • 1881–1884: Mustafa Bey al-Salih
  • 1885–1903: Mustafa Pasha al-Khalil
  • 1904–1910: Jamil Sadiq
  • 1910–1911: Rif'at al-Salah
  • 1911–1913: Ibrahim al-Khalil
  • 1914–1920: Hassan Shukri
  • 1920–1927: Abd al-Rahman al-Haj
  • 1927–1940: Hassan Shukri
  • 1940–1951: Schabtai Levy
  • 1951–1969: Abba Chuschi
  • 1969–1973: Moshe Flimann
  • 1974–1975: Yosef Almogi
  • 1975–1978: Jerucham Zeisel
  • 1978–1993: Arie Gur'el
  • 1993–2003: Amram Mitzna
  • 2003 (interim): Giora Fischer
  • 2003–2018: Jona Jahav
  • 2018–2024: Einat Kalisch-Rotem[4]
  • Seit 2024: Jona Jahaw[43]

Religionen und Ethnien

Panorama Haifas mit Schrein des Bab, Dagonsilo und Hafen

Mit dem traditionellen Charakter Haifas als Arbeiterstadt hängt ein gewisser Pragmatismus seiner Bewohner im Umgang miteinander zusammen. Ethnische oder religiöse Auseinandersetzungen sind selten. Der Einfluss Religiöser ist gering; nur rund drei Prozent der jüdischen Bevölkerung sind Charedim (gegenüber circa acht Prozent im Landesdurchschnitt). Rund 67 Prozent der jüdischen Einwohner gelten als säkular (gegenüber circa 44 Prozent im Landesdurchschnitt).[44] Der vergleichsweise geringe Einfluss der Religion ist daran erkennbar, dass Haifa bis 2019 die einzige Stadt in Israel war, in der auch an Sabbat öffentliche Verkehrsmittel fahren. Haifa gilt als einer der wenigen Orte in Israel, an denen arabische wie nichtarabische Juden und nichtjüdische Araber ohne größere Spannungen zusammenleben.

(c) Hanay, CC BY-SA 3.0
Prophet-Elias-Kathedrale von Südwesten, 2011

Arabische Israelis bilden nach offiziellen Angaben 14 Prozent und nach inoffiziellen Angaben mehr als 18 Prozent der gesamten Stadtbevölkerung.[45] 23 Prozent der Bevölkerung des Bezirks Haifa (einschließlich der Stadt) und 52 Prozent der Bevölkerung des Nordbezirks, der zum Einzugsgebiet- der Stadt zählt. (Im Landesdurchschnitt sind ca. 20 Prozent der Israelis Araber.) Während im Zentrum des Landes rund 95 Prozent der arabischen Bevölkerung muslimisch sind, sind es im Bezirk Haifa rund 81 Prozent und im angrenzenden Nordbezirk rund 71 Prozent. An der Universität Haifa sind ca. 40 Prozent arabische Studenten.[46]

Der Rest sind arabische Christen sowie Drusen.[47] Unter Israels Städten hat Haifa nach Nazareth in absoluten Zahlen die zweitgrößte christliche Bevölkerungsgruppe. Mit gut 7 % Christen unter allen Haifanern belegt die Stadt nach Prozenten Rang 25 in Israel. Von den 20.000 Christen (2021) unter den Einwohnern der Stadt waren 16.100 (80 %) Israelis arabischer oder arabisierter Ethnizität, die einschließlich von Muslimen und Drusen in Haifa insgesamt etwa 31.000 Personen zählten. Haifa ist mit zwei Kathedralen ein christliches Zentrum: Die Ludwigskathedrale von 1883 bis 1889 ist Sitz des Bischofs der maronitischen Erzeparchie Haifa e Terra Santa, während die melkitisch-katholische Erzeparchie Akka mit der Prophet-Elija-Kathedrale von 1939 ihre Bischofskirche ebenfalls in der nordisraelischen Metropole angesiedelt hat.

Schrein des Bab (Bahai)

Neben Juden, Christen, Drusen und Muslimen gibt es in Haifa eine weitere Glaubensgemeinschaft: Inmitten der nördlichen Hangstruktur des Karmel befindet sich das Weltzentrum der Bahai, Mitglieder einer in Persien entstandenen und von dort vertriebenen neuzeitlichen Weltreligion.

Auf dem Berg Karmel befindet sich auch das Karmelitenkloster Stella Maris und ein christlicher Wallfahrtsort: die Höhle, in der der Prophet Elija gewohnt haben soll. Die Stella-Maris-Kirche gilt als das Marienheiligtum des Heiligen Landes. Ebenfalls auf dem Karmel auf dem Technioncampus befindet sich die Ohel-Aharon-Synagoge.

Im Stadtviertel Kababir leben Angehörige der Ahmadiyya, einer selbstständigen islamischen Glaubensgemeinschaft, und unterhalten die Mahmud-Moschee.

Stadtbild

Dagonsilo von Klarwein, 1951–55

Den besten Blick über die gesamte Stadt bietet die Louis Promenade, eine Aussichtsstraße, die sich im oberen Teil Haifas am Hang entlangzieht. Von dort kann man die Bucht von Haifa überblicken und bei guter Sicht bis zum Hermongebirge sehen. Die Louis Promenade führt auch zum oberen Eingang der Hängenden Gärten der Bahai (siehe Religionen und Ethnien), die seit ihrer Eröffnung im Jahre 2001 das Stadtbild dominieren und von Amram Mitzna aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur als achtes Weltwunder bezeichnet wurden. 2008 wurde der Schrein des Bab, der als Wahrzeichen der Stadt gilt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.[48]

An den unteren Eingang der Bahai-Gärten schließt sich die Ben-Gurion-Straße mit der deutschen Siedlung an (siehe Geschichte), wo sich auch die Touristeninformation, Restaurants und ein Stadtmuseum (im ehemaligen Gemeindezentrum der Tempelgesellschaft) befinden.

Im Bereich des Hafens ist das Dagonsilo, 1953–55 von Ossip Klarwein, zur Speicherung von Getreide das auffälligste Gebäude. Mit einer Höhe von 68 Metern beherrscht das Silo selbst von höher gelegenen Stadtteilen den Blick auf die Bucht. Im Küstenbereich bestimmen Industrieanlagen und Verkehrsadern das Stadtbild. Strände gibt es im Stadtbereich kaum, erst in den letzten 2010er Jahren wurden südlich der Stadt an der Karmelküste gezielt Strände erschlossen, um Haifa für den Tourismus interessanter zu machen.

Auf halber Höhe des Berges befinden sich verschiedene öffentliche Bauwerke, die Fußgängerzone und das erste Gebäude des Technion, der 1925 eröffneten technischen Hochschule.[49]

Wirtschaft und Infrastruktur

Teilansicht der Marinebasis Haifa Liegeplätze an der Außenmole

Überblick

Haifa ist außer durch seine Geographie vor allem durch seine Eigenschaft als Industriestandort geprägt. Der Hafen hat einen Jahresumschlag von rund 20 Millionen Tonnen.[50] In seiner Nähe liegt eine der beiden israelischen Raffinerien.

Verkehr

Durch die Lage am Nordhang des Karmelgebirges muss sich die Verkehrsführung in Haifa relativ stark den geographischen Gegebenheiten anpassen. Die meisten größeren Straßen sowie die Gleisanlagen der israelischen Eisenbahn verlaufen daher im flachen unteren Teil der Stadt am Fuß des Karmelgebirges.

Wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel für den städtischen wie überörtlichen Verkehr sind die Busse der Buskooperative Egged. Der zentrale Anlaufpunkt der Buslinien war bis Ende 2001 der zentrale Omnibusbahnhof Haifa Bat Gallim. Dieser Busbahnhof war über einen Tunnel mit dem gleichnamigen Bahnhof der Israel Railways verbunden. Seit am 1. Januar 2002 der neue Busbahnhofs haMifratz neben dem im Vorjahr eröffneten gleichnamigen Bahnhof in Betrieb ging, enden die von Norden kommenden Linien dort. Ende 2003 wurde mit Chof haKarmel ein weiterer neuer Busbahnhof im Südwesten der Stadt eröffnet, die Bussteige am Busbahnhof Bat Gallim wurden daraufhin geschlossen und zwischen den beiden neuen Busbahnhöfen wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Durch die Lage der neuen Busbahnhöfe an den entgegengesetzten Enden der Stadt müssen die überörtlichen Linien nicht mehr die Innenstadt durchqueren.

Haifa Merkaz – haSchmona

Die Eisenbahn spielt im Stadtverkehr eine vergleichsweise geringe Rolle, da sie mit der Hauptlinie nur die Stadtviertel am Meer bedient. Haifa hat sechs Bahnhöfe an der Hauptlinie nach Tel Aviv und Naharija. Innerhalb der Stadtgrenzen liegen die Bahnhöfe Haifa Chof haKarmel, Haifa Bat Gallim, Haifa Merkaz – haSchmona (Mitte), Haifa Merkasit haMifratz; Chutzot haMifratz und Kirjat Chaim (von Süden nach Norden; die ehemalige Stadt Kirjat Chaim ist inzwischen ein Stadtteil Haifas). Haifa wurde 2008 von zwei Intercitylinien bedient, die im Norden bis Naharija verkehren; im Süden führen die Küstenbahn der Hauptlinie entlang der Mittelmeerküste durch Tel Aviv nach Be’er Scheva bzw. von Tel Aviv über den Flughafen Ben Gurion nach Modiʿin bzw. Jerusalem. Zwischen Haifa Chof haKarmel im Süden und Kirjat Motzkin im Norden verkehrt außerdem eine Vorortlinie. 2016 wurde mit der Neuen Jesreʾ eltalbahn wieder eine Bahnverbindung von Haifa nach Beit Scheʾan eröffnet, die die 1948 bis 1951 abschnittsweise aufgegebene und demontierte alte Jesreʾeltalbahn ersetzt. 2018 folgte die Karmiʾelbahn nach Karmiʾel. Eine Schnellstraßenbahn nach Nazareth ist in Planung.

Seit 1959 verfügt Haifa außerdem über eine als U-Bahn bezeichnete unterirdische Standseilbahn, die Karmelit. Nach einem schweren Brandschaden ruhte der Verkehr seit dem 4. Februar 2017.[51] Mit neuen Waggons eröffnete die Bahn am 4. Oktober 2018 wieder den Betrieb. Momentan befindet sich das Spurbussystem Metronit im Bau, das im Endausbau den Norden von Haifa sowie die Krajot erschließen wird.

Bis vor einigen Jahren bestanden zwei Fährverbindungen von Athen (Piräus) über Zypern nach Haifa, mit denen Haifa von Europa aus mit dem eigenen Kraftfahrzeug zu erreichen war. Diese Verbindungen liegen derzeit still. Haifa hat seit 1934 mit dem Flughafen Haifa einen kleinen Flughafen für Inlandsflüge.

Ansässige Unternehmen

Matam hi-tech park an der Universität Haifa

Im Matam Park, gelegen am südlichen Eingang der Stadt, haben viele internationale und israelische Firmen Produktions- und Forschungseinrichtungen errichtet. Zu diesen Firmen gehören Philips, Intel, IBM, Elbit, Zoran, Microsoft und Amdocs.

Die Haifa Group betreibt mit Haifa Chemicals einen weithin bekannten Produktionsstandort der wegen des sehr großen örtlichen Ammoniak-Tanks Anfang 2017 in den Schlagzeilen auftauchte.

Israels größter Technologiekonzern, die Israel Electric Corporation, hat ihren Hauptsitz im IEC Tower.

Pipeline

Eine Pipeline von der türkischen Hafenstadt Ceyhan nach Haifa ist geplant, das Projekt trägt den Namen Med Stream. Es sollen Erdgas, Rohöl, Elektrizität und Wasser transportiert werden. Die Kirkuk–Haifa Ölpipeline belieferte zwischen 1935 und 1948 die Öl- und chemische Industrie in Haifa.

Bildung

Das Technion Baerwalds im Bau, Aufnahme von 1913.
Das Technion – „Israels MIT

Haifa hat seit 1963 eine Universität mit etwa 18.000 Studenten sowie das Technion mit rund 13.000 Studenten. Eine weitere wichtige Institution der Bildungslandschaft ist das vom aschkenasischen Einwanderer Pinchas Ruthenberg gegründete Rutenberg Institute for Youth Education.

Bemerkenswert wegen der Erziehung zu Frieden und Koexistenz zwischen Juden und Arabern ist die Tätigkeit des Leo-Baeck-Erziehungszentrums.

Einwohnerentwicklung

Ergebnisse der Volkszählungen → Tabelle der Stadtverwaltungen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Internationales Archivgebäude mit Blick auf den Schrein des Bāb und den Hafen von Haifa

Bahaʾi Gärten, Terrassen und Bogen von Verwaltungsbauten

Seit ihrer Erweiterung Ende der 1990er Jahre ziehen sich die Persischen Gärten beinahe über die ganze Höhe des Hangs. Sie ziehen sich empor entlang eines Wegs von den Templer-Häusern. Im Zentrum der kunstvoll terrassenförmig angelegten Gärten befindet sich der Schrein des Bab. Darin hat der Vorläufer, der eine der Zwillingsoffenbarer aus Persien seine letzte Ruhestätte gefunden, nachdem er in Persien hingerichtet worden war. Vom Schrein des Bab kann man über die Bucht nach Bahji bei Akkon sehen. Dort hat Bahāʾullāh der zweite der Zwillingsoffenbarer verbannt aus Persien und bekannt als Stifter des Bahaitum seine letzte Ruhestätte gefunden hat. In Haifa residiert seit 1963 das demokratisch gewählte Universale Haus der Gerechtigkeit, seit 1982 mit Amtssitz am Scheitelpunkt des Bogens mit fünf Bahai-Verwaltungsbauten.[52] Die Gärten gehören zu den meistbesuchten touristischen Anziehungspunkten Israels, der Schrein des Bab gilt als Wahrzeichen der Stadt Haifa.

Folk dancing in Dado Beach, Haifa 2015

Stella Maris

An der Westseite des Karmels befindet sich das Karmelitenkloster Stella Maris mit der Elija-Höhle, die als ehemaliger Wohnort und Grab des Propheten gilt. Der Aussichtspunkt bietet einen Ausblick über die gesamte Bucht von Haifa. Ein Pfad führt von dort vorbei am Stella-Maris-Leuchtturm und einer Kapelle hinab zu einer weiteren Elijahöhle, die auch als jüdische Gedenkstätte dient.[53] Am Meeresufer befindet sich auch die Talstation der 1983–1986 errichteten Haifa-Seilbahn, die hinauf zum Aussichtspunkt führt.

German Colony (Ha-Moschava ha-Germanit)

Die von der Tempelgesellschaft gegründete „deutsche Kolonie“ liegt unterhalb der Bahai-Gärten. Der zentrale Ben-Gurion-Boulevard führt in der Sichtachse der Gärten zum Meer. Am Ben-Gurion-Boulevard liegen das Tourist-Center Haifas und eine Vielzahl von Speise- und Szenelokalen.

Wadi Nisnas

Östlich der German Colony liegt Wadi Nisnas, ein altes arabisches Viertel, das für seinen Markt bekannt ist.[54]

Museen

In der Nähe des Hafens befindet sich das Nationale maritime Museum.

In der Nähe des Bahnhofs Haifa-Mizrach befindet sich das israelische Eisenbahnmuseum, das neben vielen Bildern und Schaustücken auch eine Dampflok (C-Kuppler gebaut bei Krauss) der meterspurigen Hedschasbahn zeigt.

Berühmt ist auch das Clandestine Immigration and Naval Museum mit der Af-Al-Pi-Chen und weiteren Museumsschiffen.[55]

Das Getreidemuseum im Dagon-Silo ist nur nach Voranmeldung geöffnet.

Daneben gibt es das Hecht Museum für Archäologie auf dem Gelände der Universität, das Kunstmuseum Haifa und das israelische Nationalmuseum für Wissenschaft, Technik und Raumfahrt (Haifa) auf dem historischen Campus des Technions, das jährlich rund 200.000 Besucher zählt.

Zoologischer Garten

Der Zoo Haifa Educational Zoo & Botanical Garden befindet sich im Stadtteil Carmel gegenüber dem Bahai-Weltzentrum. Er beherbergt neben einer Vielzahl von Tieren auch ein naturhistorisches Museum.[56][57]

Theater

Haifa Theater, das älteste städtische Ensemble, wurde 1961 gegründet. Dort treten arabische und jüdische Schauspieler auf.

Im Jahre 2015 wurde im Stadtteil Wadi Salib das al-Midan-Theater eröffnet, es dient als die erste feste Spielstätte des 2011 gegründeten arabischsprachigen Khashabi-Ensemble sowie als Ort für Filmvorführungen, Konzerte und Comedy.[58][59][60][61]

Sport

Die Stadt ist Heimat des Fußballclubs Maccabi Haifa, der 1913 bereits gegründet wurde und derzeit in der 1. israelischen Liga, der Ligat haʿAl spielt. Die Mannschaft gehört mit elf Meistertiteln und fünf Pokalsiegen zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften Israels. Große Bekanntheit auf europäischer Ebene erlangte die Mannschaft, als sie sich 2002 für die Hauptrunde der UEFA Champions League qualifizierte und sowohl Olympiakos Piräus als auch Manchester United mit 3:0 bezwang. Maccabi Haifa schied mit sieben Punkten knapp hinter dem deutschen Erstligisten Bayer 04 Leverkusen als Dritter in der Gruppenphase aus. Im Vereinswappen ist der Davidstern in der Ausführung der Maccabi-Bewegung prominent. Ortsrivale des Maccabi Haifa ist der Erstligist HaPoʿel Haifa, der 1924 gegründet wurde. HaPoʿel ist hebräisch und steht für Arbeiter.

Beide Vereine trugen ihre Spiele bis 2014 im Kiryat-Eliezer-Stadion aus. Diese Spielstätte wurde 1955 erbaut und hat Platz für 14.000 Zuschauer. Das Stadion war ein Geschenk der Unione Italiana del Lavoro, eines der größten Gewerkschaftsbündnisse Italiens, an die israelische Regierung. Von 2009 wurde das nach Sammy Ofer benannte Sammy-Ofer-Stadion als neue Heimat der beiden Konkurrenten gebaut. Es wurde im Juni 2014 fertiggestellt und besitzt ein Fassungsvermögen von 30.820 Zuschauern. Die Eröffnung und das erste Spiel im Stadion fand am 27. August 2014 zwischen HaPoʿel Haifa und HaPoʿel Akko statt.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Die Liste enthält eine alphabetische Übersicht bedeutender, im heutigen Haifa geborener Persönlichkeiten. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Haifa hatten oder nicht, ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt weggezogen und andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Abed Abdi (* 1942), arabisch-israelischer Maler und Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Kunstschmied und Dozent
  • Thal Abergel (* 1982), französischer Schachmeister
  • Amir Aczel (1950–2015), israelisch-US-amerikanischer Mathematiker, Hochschullehrer und Sachbuchautor
  • Efrat Alony (* 1975), Sängerin
  • Moran Atias (* 1981), Fernseh- und Filmschauspielerin sowie Model
  • Ariel Attias (* 1999), Leichtathlet
  • Michaël Attias (* 1968), Jazz-Saxophonist
  • Lucy Ayoub (* 1992), Moderatorin und Slam-Poetin
  • Zouheir Bahloul (* 1950), israelischer Politiker
  • Ralph Bakshi (* 1938), US-amerikanischer Filmregisseur
  • Pierre de Bané PC QC (1938–2019), kanadischer Rechtsanwalt und Politiker
  • Dan Bar-On (1938–2008), Psychologe, Autor, Holocaust- und Dialogforscher
  • Norbert Beilharz (1939–2019), deutscher Filmemacher, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur
  • Arik Benado (* 1973), Fußballspieler
  • Dana Berger (* 1970), Liedermacherin und Schauspielerin
  • Miron Bleiberg (* 1955), israelisch-australischer Fußballtrainer
  • Omri Boehm (* 1979), deutsch-israelischer Philosoph und Hochschullehrer
  • Oscar Bronner (* 1943), Zeitungsherausgeber und Maler
  • Shlomit Butbul (* 1965), österreichisch-israelische Sängerin und Schauspielerin
  • Leila Chaled (* 1944), Mitglied der linksgerichteten palästinensischen Organisation PFLP, erste weibliche Flugzeugentführerin der Geschichte
  • Aaron Ciechanover (* 1947), Biochemiker
  • Danny Cohen (1937–2019), Informatiker und Internet-Pionier
  • Anne Crawford (1920–1956), britische Schauspielerin in Film, Fernsehen und Theater
  • Joseph Croitoru (* 1960), deutscher Historiker und Journalist
  • Mikhal Dekel (* 1965), israelisch-US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin
  • David Deutsch (* 1953), Physiker und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Quantencomputer
  • Tomer Dotan-Dreyfus (* 1987), deutsch-israelischer freier Autor, Lyriker und Übersetzer
  • David Esrig (* 1935), rumänischer Regisseur
  • Ari Folman (* 1962), Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent
  • Ayana Friedman (* 1950), bildende Künstlerin
  • Yosef Garfinkel (* 1956), Archäologe
  • Willie Garnett (1936–2021), britischer Blues- und Jazzmusiker
  • Ja’el German (* 1947), Politikerin
  • Amos Gitai (* 1950), Filmregisseur, Schauspieler und Drehbuchautor
  • Ivry Gitlis (1922–2020), französisch-israelischer Violinist
  • Iddo Goldberg (* 1975), britisch-israelischer Schauspieler
  • Ofer Gon (* 1949), israelisch-südafrikanischer Ichthyologe
  • Anastasia Gorbenko (* 2003), Schwimmerin
  • Sebulon Hammer (1936–1998), Politiker, Minister und stellvertretender Premierminister
  • Haya Harareet (1931–2021), Film- und Theaterschauspielerin und Drehbuchautorin
  • Tomer Hemed (* 1987) Fußballspieler
  • Ruth Herz (1943–2023), deutsche Richterin und Fernsehdarstellerin
  • Erella Hovers (* 1956), Paläoanthropologin
  • Einat Kalisch-Rotem (* 1970), Architektin und seit 2018 Bürgermeisterin von Haifa
  • Ariel Kallner (* 1980), Politiker
  • Anan Khalaili (* 2004), Fußballspieler
  • Dan Lahav (1946–2016), Schauspieler, Theatergründer, Kunstmaler und Intendant
  • Zafra Lerman (* 1937), Chemikerin
  • Hod Lipson (* 1967), israelisch-amerikanischer Robotikforscher
  • Michal Lipson (* 1970), Physikerin
  • Uri Lubrani (1926–2018), Diplomat
  • Shiri Maimon (* 1981), Sängerin
  • Jaron Mazuz (* 1962), Politiker
  • Jona Metzger (* 1953), aschkenasischer Oberrabbiner in Israel
  • Ariel Muzicant (* 1952), Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
  • Ronnith Neumann (* 1948), Schriftstellerin und Fotografin
  • Zachi Noy (* 1953), Schauspieler
  • Ayman Odeh (* 1975), Politiker
  • Noam Okun (* 1978), Tennisspieler
  • Avshalom Pollak (* 1970), Schauspieler, Regisseur und Choreograf
  • Avichai Rontzki (1951–2018), General
  • Adi Rosenblum (* 1962), Künstlerin
  • Ronny Rosenthal (* 1963), ehemaliger Fußballspieler
  • Moshik Roth (* 1972), Koch, mit Michelin-Sternen ausgezeichnet
  • Odeya Rush (* 1997), Schauspielerin
  • Mosche Safdie (* 1938), Architekt und Städtebauer
  • Josef Schuster (* 1954), Internist und Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland
  • Giora Seeliger (* 1953), Schauspieler, Regisseur und Theaterlehrer
  • Isaiah Shachar (1935–1977), Historiker und Kunsthistoriker
  • Gene Simmons (* 1949), Bassist der Hardrockgruppe Kiss
  • Hillel Slovak (1962–1988), US-amerikanischer Musiker
  • Ron Sommer (* 1949), Manager
  • Eytan Stibbe (* 1958), Kampfpilot und Oberst der israelischen Luftwaffe, Unternehmer, Philanthrop und der zweite Raumfahrer seines Landes
  • Zohar Strauss (* 1972), Schauspieler
  • Barak Tal, israelischer Dirigent (Tel Aviv Solisten)
  • Amos Tversky (1937–1996), Psychologe
  • Gil Vermouth (* 1985), Fußballspieler
  • Yochanan Vollach (* 1945), israelischer Fußballspieler
  • Yfaat Weiss (* 1962), Historikerin, Hochschullehrerin
  • Loudy Wiggins (* 1979), australische Wasserspringerin und Olympiamedaillengewinnerin
  • Joseph Yahalom (* 1941), Literaturwissenschaftler, Hebraist und Hochschullehrer
  • Gil Yaron (* 1973), Arzt und Journalist
  • Amos Yaskil (* 1935), Maler und Grafiker
  • Yoni Zelnik (* 1975), Jazzmusiker

Ehrenbürger

  • ʿAbdul-Baha' (1844–1921), auch bekannt als Abbas Effendi, Namensgeber der Abbas Street
Commons: Haifa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Haifa – Reiseführer
  • Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
  • Fremdenverkehrsamt. In: visit-haifa.org (hebr.)
  • Infos zu Haifa. In: mainz.de
  • Klaus Hillenbrand: „Haifa ist anders“. Taz.de, 13. Oktober 2001, S. 19, archiviert vom Original am 5. August 2017; abgerufen am 6. April 2023.
  • Fotografien der Bahá’í-Gärten in Haifa. In: bahaipictures.com
  • Ulrich Sahm: Haifa im Raketenhagel. In: n-tv.de, 16. Juli 2006
  • Hafen der Hoffnung - Haifa: Das Tor Israels. Abgerufen am 29. November 2020.

Einzelnachweise

  1. אוכלוסייה ביישובים 2018 (XLSX; 130 kB) [Bevölkerung der Siedlungen 2018]. Israel Central Bureau of Statistics, 25. August 2019, abgerufen am 11. Mai 2020.
  2. M. J. Chayen: The Phonetics of Modern Hebrew. The Hague / Paris: Mouton, 1973; S. 31; Zuckermann, Ghil‘ad 2005; Ghil’ad Zuckermann: “Abba, why was Professor Higgins trying to teach Eliza to speak like our cleaning lady?” Mizrahim, Ashkenazim, Prescriptivism and the Real Sounds of the Israeli Language. In: Australian Journal of Jewish Studies 19 (2005) S. 210–231, hier S. 226.
  3. List of localities, in Alphabetical order (Memento vom 16. August 2016 im Internet Archive) Israelisches Zentralbüro für Statistik abgerufen am 13. November 2018
  4. a b Alexandra Föderl-Schmid: Überraschungen in Haifa und Jerusalem. In: sz.online, 1. November 201 8 (abgerufen am 5. November 2018)
  5. Wetterdienst Israel
  6. wetterkontor.de
  7. a b c d e f g h i j Yehuda Karmon: Israel – Eine geografische Landeskunde, (=Wissenschaftliche Länderkunden; Bd. 22), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, S. 55, 79, 159, 160–165.
  8. Mihailo S. Zekic: The Secrets of Tel Shikmona. Abgerufen am 6. Mai 2024 (englisch).
  9. a b c d e f g h i j k l m Alex Carmel (אָלֶכְּס כַּרְמֶל), Geschichte Haifas in der türkischen Zeit 1516-1918 [תּוֹלְדֹוֹֹת חֵיפָה בִּיְמֵי הַתּוּרְכִּים, Haifa: הוצאת הספרים של אוניברסיטת חיפה, 1969; dt.], Clara Zellermeyer (Übs.), Wiesbaden: Harrassowitz, 1975, (=Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins; Bd. 3), Seitenzahl wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 3-447-01636-1.
  10. Der auf französisch Roi de France genannte Kreuzfahrer beeindruckte und erhielt davon hergeleitet im Arabischen den Namen Raydafrans / ريدفرنس, auf sein Patrozinium ist Haifas maronitische Kathedrale von 1889 geweiht.
  11. Giovanni Filippo Mariti, Travels through Cyprus, Syrian and Palestine with a General History of the Levant:3 Bde. [Viaggi per l’isola di Cipro e per la Soria e Palestina fatti dall’anno 1760 al 1768: 2 Bde., Lucca 1769 und Florenz 1776; engl.], London: G. G. J. and J. Robinson, 1791, Bd. 2, S. 130.
  12. Anton Prokesch von Osten, Reise ins heilige Land im Jahr 1829, Wien: Carl Gerold, 1831, S. 19seq.
  13. Edward Daniel Clarke, Travels in Various Countries of Europe Asia and Africa: 11 Bde., London: T. Cadell and W. Davies, 1810–1823, Bd. V, S. 5.
  14. 25 Years of Haifa. Port of Haifa Authority, 1958.
  15. Der US-Amerikaner Jacob Schumacher, Vater Gottlieb Schumachers, war Vorsitzender der Templergemeinde in Haifa und Vicekonsul der USA von 1869–1908.
  16. a b Roland Hochstrasser: La gestione e la diffusione del patrimonio iconografico del Centro di dialettologia e di etnografia di Bellinzona – Eredità culturale di un territorio in movimento (= Swiss academies reports. Band 10, Nr. 3/2015). Accademia svizzera di science umane e sociali, Bern 2015, S. 47 (ein vom Maler Silvio Gilardi (1873–1943) angefertigtes Ex Voto trägt folgende Aufschrift: „Il sac[erdote] D. Edoardo Torriani parr[oco] di questa chiesa, in viaggo per Gerusalemme fù / colto della tampesta di mare tra Alessandria d’Egitto e Caifa di Galilea, stando tre / giorni in pericolo di sommergere; fece voto a Maria stella del mare, e sbarcò e salvo / alle falde del Carmelo il 5 aprile 1906.“).
  17. Zeʾev Sadmon, Die Gründung des Technions in Haifa im Lichte deutscher Politik, 1907–1920, München: Saur, 1994, S. 63. ISBN 3-598-23222-5.
  18. a b c d Avraham Lewensohn (אַבְרָהָם לֶבִינְסוֹן; 1923–1986), Reiseführer Israel mit Straßenkarten und Stadtplänen [Israel Tourguide, 21979; dt.]. Miriam Magal (Übs.), Tel Aviv-Jaffa: בית א. לבנסון und Tourguide, 1982, Seitenzahl wie hinter der Fußnotenzahl angegeben.
  19. a b Frank Foerster, Mission im Heiligen Land: Der Jerusalems-Verein zu Berlin 1852–1945, Gütersloh: Mohn, 1991, (=Missionswissenschaftliche Forschungen; [N.S.], 25), Seitenzahl wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 3-579-00245-7.
  20. Roland Löffler, „Die Gemeinden des Jerusalemsvereins in Palästina im Kontext des kirchlichen und politischen Zeitgeschehens in der Mandatszeit“, in: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem! Festschrift zum 150jährigen Jubiläum von Talitha Kumi und des Jerusalemsvereins, Almut Nothnagle (Hrsg.) im Auftr. des ‚Jerusalemsvereins‘ im Berliner Missionswerk, Leipzig: Evangelische Verlags-Anstalt, 2001, S. 185–212, hier S. 189. ISBN 3-374-01863-7.
  21. a b c d Nathan Weinstock: Terre promise, trop promise – Genèse du conflit israélo-palestinien (1882–1948). Hrsg.: Alexandra Laignel-Lavastine. Éditions Odile Jacob, Paris 2011, ISBN 978-2-7381-2684-9, S. 191.
  22. a b c d e f g h i j k l m n o p Thomas Vescovi: L’échec d’une utopie – Une histoire de gauches en Israël. Éditions La Decouverte, Paris 2021, ISBN 978-2-348-04311-6, S. 57, 111, 133, 188 f.
  23. a b A Survey of Palestine: Prepared in December, 1945 and January, 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Inquiry on Jewish Problems: 3 Bd.e, Government of Palestine (Hrsg.) im Auftr. von ‘Special Committee on Palestine of the United Nations General Assembly’ und ‘Anglo-American Committee of Inquiry on Jewish Problems in Palestine and Europe’, Jerusalem: Government Printer, 1946–1947, hier Bd. 2 (1946), S. 915.
  24. A Survey of Palestine: Prepared in December, 1945 and January, 1946 for the Information of the Anglo-American Committee of Inquiry on Jewish Problems: 3 Bd.e, Government of Palestine (Hrsg.) im Auftr. von ‘Special Committee on Palestine of the United Nations General Assembly’ und ‘Anglo-American Committee of Inquiry on Jewish Problems in Palestine and Europe’, Jerusalem: Government Printer, 1946–1947, hier Bd. 2 (1946), S. 916.
  25. Ralf Balke, Hakenkreuz im Heiligen Land: Die NSDAP-Landesgruppe Palästina, Erfurt: Sutton, 2001, S. 41. ISBN 3-89702-304-0
  26. Steine für den Hafenbau. In: Jüdische Woche, Heft 1. 1932, abgerufen am 6. Juni 2023.
  27. a b c d e f g h i Kobi Cohen-Hattab: Zionism’s Maritime Revolution – The Yishuv’s Hold on the Land of Israel’s Sea and Shores, 1917–1948 (= Yehoshua Ben-Arieh, Ruth Kark, Ran Aaronsohn, Rehav (Buni) Rubin [Hrsg.]: Israel Studies in Historical Geography (Series)). De Gruyter Oldenbourg/Hebrew University Magnes Press, Berlin-Boston/Jerusalem 2019, ISBN 978-3-11-062963-7, S. 66, 70.
  28. a b c d e Dan Diner: Ein anderer Krieg – Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg, 1935–1942. Deutsche Verlags-Anstalt (Penguin Random House), München 2021, ISBN 978-3-421-05406-7, S. 38, 134.
  29. Mordecai Naor: Eretz Israel. Das 20. Jahrhundert. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-594-4, S. 217 f.
  30. Meir Chazan: The Patria Affair: Moderates vs. Activists in Mapai in the 1940s*. (PDF) 19. September 2003, S. 63, 66 und 68, archiviert vom Original am 22. August 2016; abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  31. Die Zahl der Einwohner wurde am 8. November d. J. erhoben.
  32. a b Shai Fogelman: למה נמחקה מספרי ההיסטוריה הפגזה אחת של ההגנה ללב השוק הערבי בחיפה? In: Haaretz. 26. Mai 2011, archiviert vom Original am 8. Januar 2013; abgerufen am 6. April 2023 (hebräisch).
  33. Benny Morris, The birth of the Palestinian refugee problem, 1947–1949, Cambridge, Engl.: Cambridge University Press, 1987, Seitenzahl wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 0-521-33028-9.
  34. a b Benny Morris, The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited, Cambridge, Engl.: Cambridge University Press, 22004, Seitenzahl wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 978-0-521-00967-6.
  35. Vgl. auch Raschid al-Ḥaǧǧ Ibrahim, الدفاع عن حيفا وقضية فلسطين: مذكرات رشيد الحاج إبراهيم، 1891–1953, Beirut: Institute for Palestine Studies, 2005.
  36. Chaim Levenberg, Military Preparations of the Arab Community in Palestine: 1945–1948, London: Routledge, 1993, S. 200. ISBN 0-7146-3439-5.
  37. Vgl. im englischen Original: “The Arabs did not want to submit to a truce which would have brought shame upon them, as they rather preferred to abandon their homes, their belongings, and everything they possessed in this world, and leave the town. This is in fact what they did.”, United Nations / Nations Unies, “287th meeting/287ème séance” (23. April 1948), in: Security Council Official Records / Conseil de Securité Procès-verbaux officiels, Nr. 62, Jg. 3 (1948), S. 14.
  38. The New York Times. 3. Mai 1948.
  39. Ilan Pappe, A History of Modern Palestine, Cambridge, Engl.: Cambridge University Press, 2006, S. 129.
  40. Quynh Tran: “Frei, nicht sicher. Heute erinnern die Palästinenser an die Vertreibung ihrer Vorfahren”, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Mai 2023, S. 12.
  41. „16 Tote bei Terroranschlag in Haifa - 60 Menschen verletzt“ In: Israelnetz.de, 2. Dezember 2001; abgerufen am 31. Juli 2018.
  42. Tote und Verletzte bei Anschlag auf arabisches Lokal in Haifa. In: Israelnetz.de. 31. März 2002, abgerufen am 5. Oktober 2019.
  43. "שב לתפקיד חיי, נתחיל לתקן": יונה יהב חוגג ניצחון גדול בחיפה
  44. Demography of Haifa (Memento vom 9. April 2008 im Internet Archive)
  45. Ian Black: 'Haifa is essentially segregated': cracks appear in Israel's capital of coexistence. In: The Guardian. 19. April 2018, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 6. Mai 2024]).
  46. Ian Black: 'Haifa is essentially segregated': cracks appear in Israel's capital of coexistence. In: The Guardian. 19. April 2018, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 6. Mai 2024]).
  47. The Arab Population of Israel. (PDF) Israel Central Bureau of Statistics, 2003, archiviert vom Original am 1. Dezember 2007; abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  48. Unesco erkennt 27 Stätten neu als Welterbe an. (Memento vom 9. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today) In: sz-online.de
  49. Vgl. dazu: Shmuʾel Burmil, Ruth Enis: Landmarks in the Urban Landscape of Haifa. In: Die Gartenkunst 16 (2/2004), S. 328–338.
  50. Website des Hafens. Abgerufen am 2. September 2011
  51. Karmelit: U-Bahn in Haifa
  52. Darius Maani, Berg der Verheißung - Die Tafel vom Karmel, 1998, Schriftenreihe der Gesellschaft für Baháʾí Studien, B. 5, Hofheim 1998 Bahaʾí-Verlag, S. 51–76.
  53. Stella Maris. In: biblewalk.com, abgerufen am 10. Februar 2014
  54. Mark Weiss: Wadi Nisnas – Haifa’s hidden gem. The Jerusalem Post, 30. Mai 2020, abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  55. Clandestine Immigration and Naval Museum in Haifa. Council for Conservation of Heritage Sites in Israel, abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  56. Haifa Educational Zoo & Botanical Garden /Haifa/. Abgerufen am 6. April 2023 (englisch, hebräisch).
  57. Offizielle Webpräsenz des Zoos Haifa. Abgerufen am 6. April 2023 (hebräisch).
  58. Yair Ashkenazi: Das Khashabi Theater, ein neues künstlerisches Konzept palästinensischer Selbstbehauptung. In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office. 28. September 2016, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  59. Rana Asali: Manjm: A Palestinian Cultural Space in Haifa is Reclaiming Authentic Artistic Voice. 18. Januar 2018, abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  60. Kolja Brandtstedt: Haifa - die Hauptstadt der palästinensischen Kultur in Israel. dis:orient, 21. Juni 2015, abgerufen am 6. April 2023.
  61. Diaa Hadid: In Israeli City of Haifa, a Liberal Arab Culture Blossoms. In: The New York Times. 3. Januar 2016, abgerufen am 22. Juni 2017.
  62. Internationale Beziehungen. In: rathaus.bremen.de. Senatskanzlei Bremen, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  63. Andrea Frohmader, Martina Klüver: Die Städtepartnerschaften der Freien Hansestadt Bremen und weitere internationale Verbindungen. Bremen 10. August 2016 (rathaus.bremen.de [PDF; 2,1 MB; abgerufen am 27. Dezember 2016]).
  64. Mainzer Partnerstädte. In: Landeshauptstadt Mainz. Abgerufen am 28. Dezember 2016.
  65. Landeshauptstadt Düsseldorf: Haifa - Landeshauptstadt Düsseldorf. In: duesseldorf.de. Abgerufen am 27. Dezember 2016.
  66. Partnerstadt – Haifa (Israel). In: erfurt.de. 30. März 2013, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  67. Haifa / Israel. In: mannheim.de. Abgerufen am 2. Januar 2019.
  68. Twin City activities. Haifa Municipality, archiviert vom Original am 9. Oktober 2007; abgerufen am 14. Februar 2008 (englisch).

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Haifa, Einwandererschiff "Jewish State"

Der Strom der jüdischen Flüchtlinge nach Palästina reißt nicht ab. Immer wieder versuchen jüdische Flüchtlinge auf gecharteten Schiffen illegal nach Palästina einzuwandern, und immer wieder werden sie mit ihren Schiffen vor der Küste von britischen Kriegsschiffen aufgebracht. Die Transporte werden nach der Aufbringung nach Cypern weitergeleitet, nur Kranke werden in Palästina gelandet. Unser Bild zeigt das Einwandererschiff "Jewish State" in Haifa, wo kranke jüdische Einwanderer von Bord gebracht werden bevor das Schiff nach Cypern weitergeleitet wird. 8-10-47 R/3982/II/IC

זרם של פליטים יהודים הגיעו לפלסטינה ללא הפסק. שוב ושוב, מנסים פליטים יהודים בלתי חוקיים לעלות, ושוב הם מגיעים עם ספינות המעפילים שלהם מול חופי ספינות מלחמה בריטית. המעפילים שנתפסו נשלחו לקפריסין. התמונה מראה את האונייה "מדינת היהודים" בנמל חיפה, ממנה מורדים נישאים על אלונקה מעפילים חולים, לפני שהספינה הועברה לקפריסין
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