Gotland (Schiff, 1933)

Gotland
Die Gotland 1938 in der Karibik
Schiffsdaten
FlaggeSchweden Schweden
SchiffstypFlugzeugkreuzer
KlasseEinzelschiff
BauwerftGötaverken, Göteborg
Kiellegung1930
Stapellauf1933
Indienststellung14. Dezember 1934
Außerdienststellung1956
Verbleib1963 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
134,8 m (Lüa)
Breite15,4 m
Tiefgangmax. 4,5 m
VerdrängungStandard: 4.600 t
 
Besatzung467 + 60 f. Flugzeuge
Maschinenanlage
Maschine4 Dampfkessel
Maschinen-
leistung
33.000 PS
Höchst-
geschwindigkeit
27,5 kn (51 km/h)
Bewaffnung
  • 6 × Sk 15,2 cm
  • 4 × Flak 7,5 cm
  • 8 × Flak 4 cm ab 1944
  • 6 × Torpedorohre 53,3 cm
  • 80–100 Minen
Sonstiges
Katapulte1
Bordflugzeuge6 (S 9 Hawker Osprey bis 1944)

Die Gotland war ein Flugzeugkreuzer der schwedischen Marine, gebaut ab 1930 in den Götaverken in Göteborg. Sie sollte als Kreuzer, Flugzeugmutterschiff und Minenleger eingesetzt werden können. Anfangs war die Gotland ausgerüstet mit sechs Wasserflugzeugen, vier Geschützen und vier Flugabwehrkanonen. Ab 1944 wurde das Schiff als Flugabwehrkreuzer genutzt.

Entwicklung

Ursprünglich wurde die Gotland 1926 als kleiner Flugzeugträger mit zwei Katapulten und 12 Radflugzeugen konzipiert, die an Land landen sollten. Bereits 1927 wurde das Konzept zu einem Flugzeugkreuzer abgewandelt, der nun in drei Doppeltürmen 15,2 cm-Geschütze sowie 12 Wasserflugzeuge und zwei Katapulte vorsah. Aufgrund der knappen finanziellen Mittel wurde das Konzept noch einmal überarbeitet: Der Rumpf wurde kürzer, zwei der Geschütze wurden in Kasematten untergebracht und ein Katapult blieb für den Start von sechs Flugzeugen.[1][2]

Wasserflugzeuge

Startbereite Hawker Osprey

Es befanden sich sechs Hawker Osprey an Bord. Das Schiff bot Platz für acht Hawker Ospreys und es wurde versucht, zwei weitere zu kaufen, was jedoch erfolglos blieb, da die Produktion dieses Typs eingestellt worden war. Das Schiff sollte ursprünglich bei Bedarf sogar drei weitere an Bord nehmen können. In solchen Fällen konnte das Startkatapult jedoch nicht mehr eingesetzt werden. Das Katapult startete die Flugzeuge mit Druckluft und einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Am anderen Ende des Flugdecks befand sich ein Hebekran, mit dem die Flugzeuge nach der Landung auf dem Wasser wieder an Bord gehoben wurden. In der Praxis stellte sich heraus, dass die Flugzeuge bei rauem Wetter unter den Auswirkungen von hohem Wellengang litten. Dies zwang das Schiff häufig, in einen Hafen zurückzukehren.[3]

Im Jahr 1944 wurden die Flugzeuge entfernt, stattdessen kamen acht Flugabwehrkanonen, sechs Torpedorohre sowie eine Vorrichtung zum Minenlegen hinzu.[1]

Einsatzgeschichte

Die Gotland

Zweiter Weltkrieg

Während Schießübungen im Kattegat sichtete sie am 20. Mai 1941 das deutsche Schlachtschiff Bismarck und den Schweren Kreuzer Prinz Eugen zu Beginn des Unternehmens Rheinübung. Die Gotland meldete die Sichtung routinemäßig an die schwedische Flotte, wodurch letztendlich die britische Admiralität davon erfuhr.[4][5]

Nachkriegszeit

Das Schiff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Schulschiff eingesetzt, 1956 außer Dienst gestellt und 1963 abgewrackt.

Literatur

  • Curt Borgenstam, Per Insulander, Bertil Åhlund: Kryssare: med svenska flottans kryssare under 75 år (1:a), CB Marinlitteratur, 1993, ISBN 91-970700-68.
  • Robert Gardiner / Roger Chesneau: Conway’s All the world’s fighting ships 1922–1946, Conway Maritime Press, London 1980, ISBN 0-8317-0303-2.
  • Siegfried Breyer: Flugzeugkreuzer Flugzeugmutterschiffe Flugzeugtender bis 1945, Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt, 1994, ISBN 3-7909-0509-7.
  • Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, Herausgegeben vom Arbeitskreis für Wehrforschung und von der Bibliothek für Zeitgeschichte, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, Herrsching o. J. [1968], ISBN 3-88199-0097, (erweiterte Online-Version).

Weblinks

Commons: HMS Gotland (ship, 1933) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Gardiner / Chesneau, S. 371
  2. Breyer, S. 42
  3. Borgenstam, S. 81
  4. Borgenstam, S. 93
  5. Chronik des Seekrieges: 18.–27.5.1941: Nordatlantik

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Naval Ensign of Sweden.svg
Autor/Urheber: User: David Newton, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Swedish war flag and naval ensign ↑

Adoption: Dates back to the mid-1600s. Described in law on November 6, 1663. Current design: June 22, 1906

Design: Blue with a yellow Scandinavian cross that extends to the edges of the flag. Overall ratio, including the tails, is 1:2
Hawker Osprey.jpeg
Hawker Osprey starting from Swedish aircraft crusier Gotland
HMS Gotland (cruiser), 1936.jpg
The Swedish airplane cruiser HMS Gotland in the Caribbean.
Cruiser Gotland Post Card.jpg
Swedish Airplane cruiser HMS Gotland, later rebuilt to a anti-aircraft cruiser.