Giese (Patriziergeschlecht)

Wappen der Familie Giese
Wappen der Familie Giese

Giese, auch von Giese, ist der Name eines alten Patriziergeschlechts in Danzig und Stettin, das als von Gyse zu Beginn des 17. Jahrhunderts auch der Ritterschaft der Mark Brandenburg angehörte.

Geschichte

Die Familie Giese stammt ursprünglich aus der Hansestadt Unna („die Herkunft der Giese aus dem Lande Cleven, in welchem ein Ort liegt, das Land zur Mark genannt, aus einer Stadt, Unna geheissen, nicht weit von Wesel gelegen, dabei auch ein Flecken ist, Giesen genannt“[1]). Tiedemann I. Giese kommt im Jahr 1430 nach Danzig. Als ein Domherr des ermländischen Domkapitels und königlicher Sekretär wurde Tiedemann III. Giese (1480–1550) und seine Brüder, Albrecht usw., von König Sigismund I. von Polen 1519 in den Adelsstand erhoben.[2] Seine Briefe an Albrecht von Preußen adressierte er mit: „dem Herzoge, meinem Herrn und Freunde“.[3] Im Jahr 1550 starb er als Bischof des Ermlandes.[4] Sein Bruder Georg Giese (1497–1562) war seit 1522 im Londoner Hanse-Kontor (dem sogenannten Stalhof) tätig und wurde 1532 durch Hans Holbein den Jüngeren gemalt.[5] Tiedemann Giese (1491–1556) war Danziger Schöffe, Ratsherr, Bürgermeister und königlicher Burggraf. Er besaß die Güter Rauden und Liebenau bei Dirschau sowie Wartsch, Langfuhr und Heiligenbrunn bei Danzig. Er war oftmals Gesandter bei preußischen Städte- und Handelstagen. Verheiratet war er mit Ursula (um 1505–1535[6]), einer Tochter des Heinrich von Süchten (von Suchten; 1475–1518[6]),[7] regierenden Bürgermeisters zu Danzig.[8] Ihre Kusine Anna von Suchten (1526–1584) war mit Bartholomäus Wagner verheiratet.[9] Albrecht Giese (1524–1580) war Danziger Ratsherr und Burggraf sowie Gesandter.

Paul Giese (1573–1630) war seit 1610 Ratsherr, seit 1626 Kämmerer und seit 1630 Bürgermeister in Stettin. Sein Sohn Georg Giese (1605–1650) kam während des Dreißigjährigen Krieges 1633 nach Rügen und übernahm das Amt Putbus als Amtshauptmann. Verheiratet war er mit Gertrud von Hoben.[10]

Wappen

  • Das Wappen der Patrizier zeigt im geteilten Schild oben in Silber einen wachsenden, doppelschwänzigen, roten Löwen, unten in Blau zwei silberne Balken. Auf dem gekrönten Helm mit rot–silbernen Helmdecken der wachsende Löwe.[11]
  • Das geteilte Wappen von 1519 zeigt oben in Gold den roten Löwen des Stammwappens, einen goldenen, aufwärtsgekehrten Federpfeil in den Vorderpranken haltend, unten in Blau zwei silberne Balken. Auf dem Helm mit rechts blau–goldenen, links blau–silbernen Decken der wachsende Löwe mit dem Pfeil.[12]

Bekannte Familienmitglieder

Literatur

  • Helmut Strehlau: Das Patriziergeschlecht Giese in Danzig, seine ältesten Generationen und Vorfahren. In: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, Band 53, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1987, S. 146 ff.
  • Artur Giese: Die Danziger Patrizierfamilie Giese. In: Danziger familiengeschichtliche Beiträge. Heft 2, S. 111ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Leopold Friedrich Prowe: Nicolaus Coppernicus: Das Leben: 1512–1543. 1883, S. 170 f.
  2. Acta Universitatis Nicolai Copernici: Geschichte, 1973, S. 144. Leopold Friedrich Prowe: Nicolaus Coppernicus: Das Leben: 1512–1543. 1883, S. 171.
  3. Paul Tschackert: Urkundenbuch zur Reformationsgeschichte des Herzogthums Preussen, Band 44, Leipzig 1890, S. 398.
  4. Vgl. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Leipzig 1861, S. 520.
  5. Artur Giese: Die Danziger Patrizierfamilie Giese. in: Danziger familiengeschichtliche Beiträge. Heft 2, S. 111ff.
  6. a b Lemmel-Archiv: Stammblatt Heinrich von Suchten (1475–1518); Stammtafel von Suchten (Abgerufen am 20. September 2022.)
  7. Helmut Strehlau: Das Patriziergeschlecht Giese in Danzig, seine ältesten Generationen und Vorfahren. In: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, Band 53, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1987, S. 147.
  8. Eduard Schnaase: Geschichte der evangelischen Kirche Danzigs actenmäßig dargestellt, Danzig 1863, S. 2 f. Theodor Hirsch: Die Ober-Pfarrkirche von St. Marien in Danzig in ihren Denkmälern, Danzig 1843, S. 229 f.
  9. Lemmel-Archiv: Stammblatt Cort von Suchten (1480–1538); Stammtafel von Suchten (Abgerufen am 20. September 2022.)
  10. Joachim Zdrenka: Die Inschriften des Landkreises Rügen, 2002, S. 185.
  11. Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, V. Band, 8. Abteilung; Fünfzehnhundert Acht und Zwanzig bürgerliche Wappen, 1909, S. 4.
  12. George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 2. Abteilung, 2. Band, 2. Teil; Der Preussische Adel: Nachträge u. Verbesserungen: Freiherren und Grafen, 1906, S. 81.

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Johann Siebmacher: New Wappenbuch ; eingescannt aus: Horst Appuhn (Hrsg.), Johann Siebmachers Wappenbuch. Die bibliophilen Taschenbücher 538, 2. verb. Aufl , Dortmund 1989. Brandenburger Blatt 176
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