Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ist eine unabhängige Forschungseinrichtung im schweizerischen Frick, die sich mit der Erforschung von Methoden und Anwendungen des biologischen Landbaus beschäftigt.

Es ist eines der führenden Forschungs- und Informationszentren für Biolandbau weltweit. Das FiBL Schweiz beschäftigt über 260 Mitarbeitende (2022). Im Jahr 2021 erwirtschaftete das Institut einen Ertrag von zirka 32 Millionen Franken.[1]

Geschichte

Das FiBL wurde 1973 als private Stiftung von Biobauern gemeinsam mit Wissenschaftlern gegründet. Es setzte sich zum Ziel, die Biobauern durch Forschungsprojekte und Beratung zu unterstützen. Das Institut war ab 1974 in Oberwil ansässig, seit 1997 in Frick. Durch das Institut erfolgte die Ausrichtung der 1. IFOAM-Konferenz 1977 in Sissach[2] und der 13. IFOAM-Konferenz in Basel, 2000.[3]

Mit dem DOK-Versuch startete das FiBL zusammen mit Agroscope im Jahr 1978 einen heute noch existierenden Langzeitversuch, welcher die Anbausysteme biologisch-dynamisch, organisch-biologisch und konventionell erstmals mit wissenschaftlichen Methoden vergleicht.[4]

Erster Direktor wurde Hartmut Vogtmann (1974–1981), gefolgt von Henri Suter (1981–1989).[5][6] Von 1990 bis Ende März 2020 wurde das Institut von Urs Niggli geleitet. Am 1. April 2020 haben Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm die Direktion von FiBL Schweiz übernommen.[7]

Kooperationen

Der FiBL Gruppe gehören derzeit neben dem FiBL Schweiz (gegründet 1973), FiBL Deutschland (2001), FiBL Österreich (2004), ÖMKi (Ungarisches Forschungsinstitut für biologischen Landbau) (2011), FiBL Frankreich (2017) und das gemeinsam von den fünf nationalen Instituten getragene FiBL Europe (2017) an.

Das FiBL ist Mitglied der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM – Organics International und hat die International Society of Organic Agriculture Research (deutsche Internationale Gesellschaft der Forschung im Ökologischen Landbau) ISOFAR mit aufgebaut. Es unterhält ein umfangreiches europäisches Forschungsnetzwerk. Zudem ist das FiBL in Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika aktiv.

2015 wurde das Schweizer Nationale Bioforschungsforum (NBFF) von Agroscope, Bio Suisse und dem FiBL gegründet.[8]

Finanzierung

Das Institut wird vom Bundesamt für Landwirtschaft, vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, vom Staatssekretariat für Wirtschaft, von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, von den Landwirtschaftsämtern der Kantone, von Gemeinden sowie von Coop, Bio Suisse, Migros und Einzelpersonen finanziert. Daneben finanziert sich das FiBL über zahlreiche Forschungsaufträge. Das Institut ist des Weiteren an zahlreichen EU-Forschungsprojekten beteiligt.

Stiftungsrat

Folgende Personen sind im Stiftungsrat von FiBL Schweiz vertreten: (Stand: September 2022)[9][10][11]

2021 wurde der FiBL-Stiftungsrat von neun auf zehn Personen aufgestockt.[10] 2022 wurde der langjährige Präsident Martin Ott von Bernard Lehmann abgelöst.[12] Von 1997 bis 2007 war alt Bundesrat Otto Stich Stiftungsratspräsident.[13] Seine Vorgänger waren Hans Schüpbach (1990–1997), Heinz Zumstein (1978–1990) und der erste FiBL-Präsident Nationalrat Heinrich Schalcher (1973–1978).

Wissenschaftlicher Beirat

Folgende Personen sind im wissenschaftlichen Beirat von FiBL Schweiz vertreten: (Stand: März 2021)[14]

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Tätigkeitsbericht. FiBL, Frick. Abrufbar unter https://www.fibl.org/de/ueber-uns/taetigkeitsbericht.html
  2. Besson, J. M. & Vogtmann, H. (1978): Towards a Sustainable Agriculture. Conference proceedings of the first IFOAM conference, held in Sissach 1977. Verlag Wirz AG, Aarau, Switzerland
  3. Alföldi, Thomas, William Lockeretz, Urs Niggli (2000): Proceedings of the 13th International IFOAM Scientific Conference. Convention Center Basel, 28 to 31 August 2000. vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich. Information available at Archivierte Kopie (Memento desOriginals vom 2. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swissbib.ch
  4. Die Biolandwirtschaft in der Schweiz, 1990 – 2017. (PDF; 225 kB) Von der Nischenproduktion zur etablierten landwirtschaftlichen Produktion. Bundesamt für Statistik, Januar 2019, abgerufen am 9. Februar 2021.
  5. Archiv für Agrargeschichte: Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), AfA133. In: histoirerurale.ch. Abgerufen am 8. Januar 2023.
  6. FiBL: FiBL - Ehemaliger FiBL Direktor Henri Suter verstorben. In: fibl.org. Abgerufen am 28. Juni 2023.
  7. Das FiBL Schweiz geht mit neuer Direktion in die Zukunft. In: bioaktuell.ch. 2. April 2020, abgerufen am 5. April 2020.
  8. Neues Nationales Bioforschungsforum: Bio-Forschung und Praxis rücken zusammen. In: admin.ch. Agroscope, 30. November 2015, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  9. Stiftungsrat FiBL Schweiz. In: fibl.org. Abgerufen am 10. September 2022.
  10. a b Anne Challandes im FiBL-Stiftungsrat. Schweizer Bauer, 28. Mai 2021, abgerufen am 28. Mai 2021.
  11. FiBL: Nun auch Migros im Stiftungsrat. Schweizer Bauer, 24. August 2022, abgerufen am 24. August 2022.
  12. Erfolgreiche Stabsübergabe der Präsidentschaft des Stiftungsrates FiBL Schweiz. Medienmitteilung FiBL, 2. September 2022, abgerufen am 8. Januar 2023.
  13. Otto Stich: Realpolitiker und engagierter Visionär, Rede Urs Niggli, Direktor FiBL, anlässlich der Beerdigung von Otto Stich in Dornach am 21. September 2012. In: fibl.org. FiBL, 20. September 2012, abgerufen am 15. April 2023.
  14. Wissenschaftlicher Beirat FiBL Schweiz. In: fibl.org. Abgerufen am 28. März 2021.

Anmerkungen

  1. Steering Committee HLPE des CFS, ehem. ordentlicher Professor für Agrarökonomie an der ETH Zürich und ehem. Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft.
  2. Leiter Agronomie und Produktionssysteme beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB).
  3. Präsident Bio Suisse.
  4. Geschäftsführer Bauernverband Aargau, Grossrat Kanton Aargau.
  5. Bäuerin, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SBLV), Vizepräsidentin des Schweizer Bauernverbandes (SBV).
  6. Dozent für Markenführung, Berater, Unternehmer.
  7. Leiter Coop Marketing VRE Bern.
  8. Nationalrätin, Umweltnaturwissenschafterin.
  9. Landwirt, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft, Alt-Nationalrat.
  10. Rechtsanwältin, Mitbegründerin der Fondation Opaline.
  11. ETH Zürich und Kanton Waadt (Beratungs- und Bildungsforschung, Agrarpolitik).
  12. Rektor der Universität Hohenheim (Makroökonomie, Agrarpolitik, Sozioökonomie).
  13. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (Agrarökologie, Biolandbau, Bodenbewirtschaftung, Klimaforschung).
  14. Freie Universität Bozen (Tierwissenschaften).
  15. Julius-Kühn-Institut (Pflanzenschutz, Biodiversität).
  16. Universität Kassel-Witzenhausen (Entwicklungszusammenarbeit).
  17. ETH Zürich (Pflanzenbauwissenschaften).
  18. Universität Potsdam (Agrarsysteme, Biodiversität, Nachhaltigkeit).

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