Ehrenhof (Schloss)

Der Ehrenhof (franz. Cour d’honneur) ist der vom Corps de Logis und den Seitenflügeln dreiseitig umschlossene Empfangshof, der im französischen Schlossbau der Renaissance entwickelt worden war und vor allem für symmetrische Schlossanlagen des Barock charakteristisch ist. Die vierte Hofseite wird häufig von einem Gitter oder einer Mauer mit Toreinfahrt in der Mittelachse begrenzt. Die Bezeichnung leitete sich von der Tatsache ab, dass der Zugang zum Schloss über den Hof in der Regel nur besonderen Würdenträgern gestattet war.

Ehrenhöfe wurden als Repräsentationselement später auch in weiteren Profanbauten realisiert. Die Marineschule Mürwik erhielt einen Ehrenhof zur Wasserseite,[1] auf dem ursprünglich eine Statue Kaiser Wilhelms II. stand, der 1910 den Bau im Stil der Ordensburg Marienburg für die Marine errichten ließ. Ein weiteres Beispiel ist die Neuen Reichskanzlei in Berlin, die in der Zeit des Nationalsozialismus gebaut worden war. Auch das neue Bundeskanzleramt in Berlin hat einen Ehrenhof zum Empfang von Staatsgästen.

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360°-Panorama des Ehrenhofs von Schloss Schönbrunn

Literatur

Einzelnachweise

  1. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 534.

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Das Schloss Versailles im Jahr 1722
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Schloss Mannheim, Ehrenhof
Rote Schloss, MSM zur Wasserseite (Flensburg-Mürwik 2014).JPG
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Rote Schloss, MSM zur Wasserseite (Flensburg-Mürwik 2014); Zwischen den Seitenflügeln und vor dem Hauptturm der Ehrenhof des Schlosses.