Doetinchem

Gemeinde Doetinchem
Flagge der Gemeinde Doetinchem
Flagge
Wappen der Gemeinde Doetinchem
Wappen
StaatNiederlande Niederlande

Provinz Gelderland
BürgermeisterMark Boumans (VVD)
Sitz der GemeindeDoetinchem
Fläche
 – Land
 – Wasser
79,66 km²
79,04 km²
0,62 km²
CBS-Code0222
Einwohner60.473 (1. Jan. 2026[1])
Bevölkerungsdichte759 Einwohner/km²
Koordinaten51° 58′ N, 6° 17′ O
Bedeutender VerkehrswegA18 N315 N316 N317 N813
Vorwahl0314, 0315
Postleitzahlen7001–7009, 7011, 7031
Websitedoetinchem.nl
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Die Oude IJssel bei Doetinchem
Die Oude IJssel bei Doetinchem
Die Oude IJssel bei DoetinchemVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Doetinchem ['dutɪŋxəm] (anhören) ist eine Gemeinde im Achterhoek-Liemers in der niederländischen Provinz Gelderland. Gemeinsam mit Winterswijk ist sie einer der größten Orte im Achterhoek, liegt aber zentraler und beherbergt unter anderem das Regionalarchiv.

Orte

Die Gemeinde Doetinchem besteht neben der namensgebenden Stadt Doetinchem aus den Dörfern Gaanderen und Wehl sowie den Weilern IJzenvoorde, Langerak, Wijnbergen und Nieuw-Wehl. Doetinchem liegt rund 20 km von Emmerich und 40 km von Bocholt entfernt, nahe der deutschen Grenze.

Lage

Doetinchem ist die wichtigste Stadt der Gelderse Achterhoek oder „Graafschap“. Doetinchem liegt 25 km östlich von Arnheim an der Oude IJssel.

Eine Autobahn und die Bahnstrecke Winterswijk–Zevenaar (Doetinchem hat zwei Stationen) verbinden es mit Arnheim.

Wirtschaft

Doetinchem ist ein regionales Versorgungszentrum (viele Geschäfte, Büros, Schulen, ein Krankenhaus, Altenheime usw.) und auch eine mittelgroße Industriestadt. Im Ortsteil Gaanderen, wo schon im 18. Jahrhundert Eisen aus eisenhaltigem Sand und Lehm gewonnen und verarbeitet wurde, und in Doetinchem selbst stehen Fabriken, in denen Öfen, Herde und andere Haushaltsgeräte erzeugt werden, und auch einige Druckereien und Zeitschriftenverlage.

Geschichte

Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers, das Regionalarchiv, hat seinen Sitz in Doetinchem im alten Schulgebäude ’t Brewinc. Hier der Lesesaal dieses Informationszentrums.

Die Stadt, die im 17. Jahrhundert auch wohl Dotecom oder Deutekom genannt wurde, ist 838 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Um 1100 wurde sie ummauert.

Graf Otto II. von Geldern verlieh dem Ort, der günstig an einer Brücke über die Oude IJssel liegt, 1236 das Stadtrecht. Die Stadt hatte in Kriegen immer viel zu leiden. Im Achtzigjährigen Krieg sowie 1672 wurde Doetinchem schwer getroffen und teilweise verwüstet.

Im Jahr 1580 starben zwei Drittel der Einwohner durch eine Pestepidemie. Auch im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt durch Bombardierungen solch schwere Schäden, dass die ganze Altstadt endgültig verloren ging. Nur die Sankt-Katharinen-Kirche wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut.

Siehe auch: Synagoge (Doetinchem)

Im Zuge einer Gemeindereform wurde am 1. Januar 2005 die Gemeinde Wehl Teil der Gemeinde Doetinchem. Im April 2012 gaben die Bürgermeister von Doetinchem und Oude IJsselstreek bekannt, dass eine Fusion beider Gemeinden untersucht werden soll. Allerdings beschlossen die Gemeinderäte im Februar 2013, die Kommunalwahlen – anders als geplant – 2014 stattfinden zu lassen und die Fusion auf Eis zu legen, nachdem man in Betracht gezogen hatte, die Wahlen in das Jahr 2015 zu verschieben, um eine Fusion zum Jahresbeginn 2016 anzustreben.[2]

Sehenswürdigkeiten

In der Stadt stehen einige Windmühlen. Eine davon beherbergt den VVV (Vereniging voor Vreemdelingenverkeer: Verkehrsverein).

Sieben Kilometer östlich von Doetinchem steht, inmitten eines Waldes, das Schloss Slangenburg. Es wurde im späten Mittelalter gebaut und im 17. Jahrhundert im Barockstil renoviert. Da es 1945 einem Deutschen gehörte, wurde es nach der Befreiung durch die Alliierten von der niederländischen Regierung als Feindvermögen konfisziert. Es wurde 1945 an den Orden der Benediktiner verkauft. Mönche der Sint-Paulusabdij in Oosterhout gründeten 1945 im Schloss Slangenburg ein Kloster.[3] Als die Mönchsgemeinschaft wuchs, bauten sie Anfang der 1950er Jahre zwei Kilometer südöstlich das neue Kloster St. Willibrord. 1954 wurde es zur Abtei erhoben.[3] Die Sint-Willibrordsabdij ist die jüngste der niederländischen Benediktinerabteien.

Seitdem dient das Schloss als Unterkunft für jene, die für eine Retraite (Besinnungsperiode), zum Studium oder aus anderen Gründen bei den Mönchen zu Gast sind. Auch Protestanten sind dort willkommen. Der umliegende Wald ist frei zugänglich.

Politik

Die Lokalpartei GemeenteBelangen Doetinchem setzte sich bei der Kommunalwahl im Jahr 2026 erstmals durch und konnte rund 18 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen. Allerdings ist der Wahlsieger nicht Teil der Gemeindekoalition für die Legislaturperiode 2026–2030, die aus GroenLinks-PvdA, CDA, VVD und D66 besteht.[4]

Gemeinderat

Kommunalwahl am 18. März 2026[5]
Wahlbeteiligung: 54,87 %
 %
20
10
0
17,72
16,13
13,79
12,01
11,09
9,90
5,93
5,04
3,40
4,99
GBDa
PvLMg
LBDh
CU-SGP
Sonst.j
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+7,81
−4,35
−0,96
+7,71
−1,13
+1,45
−4,69
−1,43
−1,11
−3,28
GBD
PvLM
LBD
CU-SGP
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a GemeenteBelangen Doetinchem
b 2022 als eigenständige Wahllisten
g Partij voor Lokaal Maatwerk
h Lokaal Belang Doetinchem
j BBB 2,71 % (+2,71 %), Volt 2,28 % (+2,28 %), SP 0 % (–8,27 %)

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

ParteiSitze[5]
1982198619901994199820022004 a20102014201820222026
GemeenteBelangen Doetinchem2236
GroenLinks2344542326
PvdA812979899544
CDA9910879877755
FvD14
VVD643476654444
D66113411223433
Partij voor Lokaal Maatwerk2132
Lokaal Belang Doetinchem121
ChristenUnie1111111
SGP00011
RPF
BBB1
Volt0
SP3543
Partij voor Mens en Milieu0
Lijst Kuipers0
PPR11
PSP
Gesamt252727272929313131313133
Sitzverteilung im Gemeinderat Doetinchem 2026
Insgesamt 33 Sitze
Anmerkungen
a 
Aufgrund der Eingemeindung von Wehl zum 1. Januar 2005 fand eine außerplanmäßige Kommunalwahl im Jahre 2004 statt.

Bürgermeister

Seit dem 18. Mai 2017 ist Mark Boumans (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.[6]

College van B&W

Das College van B&W besteht für den Zeitraum von 2026 bis 2030 aus Mitgliedern der Koalitionsparteien GroenLinks-PvdA, CDA, VVD und D66. Folgende Personen gehören zum College van B&W und sind in folgenden Bereichen zuständig:[7]

NameParteiRessort
Maarten op de WeeghGroenLinks-PvdAGesundheit, Sport und Bewegung, Nachhaltigkeit – Energie, Freiwillige und Pflegekräfte, Inklusion und Barrierefreiheit, Tierwohl
Rens SteintjesCDAMobilität, Raumordnung fürs ländliche Gebiet, Nachhaltigkeit, Verwaltung öffentlichen Raumes, Natur und Landschaft, Rohstoffe, Klimaadaption
Robbert HummelinkVVDwirtschaftliche Angelegenheiten, Innenstadt Doetinchem, Veranstaltungen, Jugend(hilfe), Kulturgeschichte und Dorf-, Stadtteil- und Stadtviertelentwicklung
Jorik HuizingaD66Bildung, Arbeit und Einkommen, Einbürgerung, Existenzsicherheit, Kultur, Diversität, Volksgesundheit, Jugendkrankheitsprävention
Antoon PeppelmanGroenLinks-PvdAFinanzen, Dienstleistung und Geschäftsführung, Wohnen, Liegenschaftsangelegenheiten, Wohnungslosenhilfe

Das Amt der Gemeindesekretärin wird von Josien Wannink ausgeübt.

Städtepartnerschaften

Sport

Doetinchem hat einen Profi-Fußballverein (De Graafschap), im Volksmund „De Superboeren“ (Superbauern) genannt, dessen Stadion „De Vijverberg“ 12.600 Zuschauer fasst. In der Saison 2008/2009 stieg man nach zweijähriger Zugehörigkeit aus der Eredivisie in die zweite Liga ab. 2010 gelang aber der Wiederaufstieg.

Die Volleyball-Männer von Orion Doetinchem spielen in der ersten niederländischen Liga.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Carel Hendrik Verhuell (1764–1845), niederländisch-französischer Admiral und Diplomat
  • Laurens Straub (1944–2007), Drehbuchautor, Schauspieler, Dramaturg und Produzent
  • Thomas Rosenboom (* 1956), Schriftsteller
  • Desi Reijers (* 1964), Schwimmerin
  • Wouter Jurgens (* 1971), Diplomat
  • Michiel Lochtenbergh (* 1981), Handballspieler/-trainer
  • Arnoud Okken (* 1982), Mittelstreckenläufer
  • Sanne Keizer (* 1985), Beachvolleyball- und Volleyballspielerin
  • Marloes Wesselink (* 1987), Beachvolleyballspielerin
  • Jasper Heusinkveld (* 1988), Fußballtorhüter
  • Laura Bloem (* 1989), Beachvolleyballspielerin
  • Alexander Büttner (* 1989), Fußballspieler
  • Daan van Haarlem (* 1989), Volleyballnationalspieler
  • Jelle van Gorkom (* 1991), Radrennfahrer
  • Ted van de Pavert (* 1992), Fußballspieler
  • Başar Önal (* 2004), türkisch-niederländischer Fußballspieler

Literatur

Commons: Doetinchem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Doetinchem – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 27. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026 (niederländisch).
  2. Henny Haggeman: Fusie Doetinchem en Oude IJsselstreek in koelkast. In: de Gelderlander. Wegener, 5. Februar 2013, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch).
  3. a b Catalogus Monasteriorum O.S.B. Monachorum. Editio XIX. S. Anselmo, Rom 2000, S. 459.
  4. ‘Samen en met lef’: nieuwe coalitie presenteert agenda voor Doetinchem. In: doetinchem.nl. Gemeente Doetinchem, 26. Mai 2026, abgerufen am 6. Juni 2026 (niederländisch).
  5. a b Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2004 2010 2014 2018 2022 2026, abgerufen am 15. Mai 2026 (niederländisch).
  6. Nieuwe burgemeester Doetinchem: sportief en geen hekel aan bier. In: Omroep Gelderland. 10. Mai 2017, abgerufen am 7. Juli 2018 (niederländisch).
  7. Samenstelling college. In: doetinchem.nl. Gemeente Doetinchem, abgerufen am 6. Juni 2026 (niederländisch).

Auf dieser Seite verwendete Medien

NL-A18.svg
Sign of A18 in the Netherlands
2009-07 Oude IJssel bij Doetinchem.jpg
Autor/Urheber: Ziko, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Oude Ijssel bij Doetinchem
Doetinchem, kasteel Slangenburg RM527492 positie3 foto4 2012-07-22 13.02.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 3.0 nl
Doetinchem, castle: kasteel Slangenburg RM527492
2012-05-14 ECAL Doetinchem 04.JPG
Autor/Urheber: Ziko van Dijk, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers (ECAL), regional archives in Doetinchem.
Doetinchem, de Walmolen RM10388 IMG 4838 2020-04-19 15.27.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Doetinchem, windmill; the Walmolen
NLD-N317.svg
Netherlands provincial highway shield
NLD-N315.svg
Netherlands provincial highway shield
NLD-N813.svg
Netherlands provincial highway shield
Wijnbergen, de Sint-Martinuskerk RM468529 IMG 4857 2020-04-19 16.02.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wijnbergen, church: the Sint-Martinuskerk
NLD-N316.svg
Netherlands provincial highway shield
Wehl, de toren van de Sint Martinuskerk vanaf het Wilhelminaplein RM38665 IMG 3401 2020-03-22 12.19.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wehl, churchtower (the Sint Martinuskerk) from the Wilhelminaplein
Doetinchem, de D-toren foto4 2012-07-22 15.09.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Doetinchem, modern street art: de D-toren
Nl-Doetinchem.ogg
Autor/Urheber: GerardM, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Dutch pronunciation of "Doetinchem"
Flag of Doetinchem.svg
Flag of the Dutch municipality of Doetinchem.
Doetinchem, Sint Catharinakerk RM13084 in straatzicht foto7 2012-07-22 14.54.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 3.0 nl
Doetinchem, church (Sint Catharinakerk RM13084) in the street
Wehl, silogebouw bij het treinstation GM0222-WN124 IMG 4337 2023-04-03 14.02.jpg
Autor/Urheber: Michielverbeek, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Dieses Bild zeigt das Gemeindedenkmal in Doetinchem mit der Nummer
Flag of Gelderland.svg
Flag of the province of Gelderland in the Netherlands