Das Licht in den Birkenwäldern

Film
Deutscher TitelDas Licht in den Birkenwäldern
OriginaltitelTermészetes fény
ProduktionslandUngarn, Lettland, Frankreich, Deutschland
OriginalspracheUngarisch, Russisch
Erscheinungsjahr2021
Länge103 Minuten
Stab
RegieDénes Nagy
DrehbuchDénes Nagy
ProduktionSára László
Marcell Gerő
MusikSanta Ratniece
KameraTamás Dobos
SchnittNicolas Rumpl
Besetzung
  • Ferenc Szabó: István Semetka
  • Tamás Garbacz: Szrnka
  • László Bajkó: Koleszár
  • Gyula Franczia: Major
  • Ernő Stuhl: Vucskán
  • Gyula Szilágyi: Csorin
  • Mareks Lapeskis: Mihail
  • Krisztián Kozó: Kozó
  • Csaba Nánási: Nánási
  • Zsolt Fodor: Fodor

Das Licht in den Birkenwäldern (Originaltitel: Természetes fény, internationaler Titel: Natural Light) ist ein Spielfilm von Dénes Nagy aus dem Jahr 2021. Die europäische Koproduktion wurde in den Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin eingeladen und dort mit dem Regiepreis ausgezeichnet. Der Kinostart in Deutschland ist für den 22. September 2022 geplant.[1]

Handlung

Die von NS-Deutschland besetzte Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg: Der einfache, ungarische Bauer István Semetka dient als Unterleutnant in der Spezialeinheit 44/23. Ihr Ziel ist es, gegen die Besatzungsmacht kämpfende Partisanengruppen aufzuspüren. In dem sumpfigen Gelände ist mit Männern, Pferden und Karren kaum voranzukommen. Die Mitglieder der Einheit übernachten in dem abgelegenen Dorf Saltanovka, greifen auf die Nahrungsvorräte der Bewohner zurück und nehmen auch Jägern Beute ab, um ihren Hunger zu stillen. Semetka ist in der Einheit für die Fotografien zuständig. Zwar gehorcht er den Befehlen seines Kommandanten, beteiligt sich aber nicht an den Schikanen und der Gewalt gegen die Dorfbewohner. Auch versorgt er die Frauen mit Wasser und behält Vorkommnisse unter der Zivilbevölkerung für sich, die ihm nicht verädchtig erscheinen.

Als Semetkas Einheit zu einer Patrouille aufbricht und unter feindlichen Beschuss gerät, kommt der Kommandant zu Tode. Daraufhin ist es an Semetka, dessen Platz einzunehmen. Die Soldaten kehren nach Saltanovka zurück und nehmen die Dorfbewohner gefangen, unter der sie Verräter vermuten. Als die von den Frauen und Kindern separat in einer Scheune eingesperrten Männer fliehen, wird der Großteil erschossen. Semetkas Einheit wird daraufhin für das Aufspüren nach Partisanen in die Sümpfe abberufen. Dabei entdeckt er eine sich versteckende, junge Frau, verrät diese aber nicht.

Bei der Rückkehr ins Dorf muss er feststellen, dass auf Befehl seines Vorgesetzten Koleszár eine Hütte mit gefangen genommenen Männern, Frauen und Kindern in Brand gesteckt wurde. Er wird Zeuge, wie die Menschen bei lebendigem Leib verbrennen. Tags darauf gesteht Koleszár ein, Semetka absichtlich fortgeschickt zu haben. Er warnt ihn davor, sich im Krieg zu versündigen und rät ihm, die Ereignisse zu vergessen. Semetka wird von Koleszár mit verwundeten Soldaten zu einem Krankenhaus nach Nawlja geschickt.

In Nawlja angekommen, erstattet Semetka dem dortigen Vorgesetzten über die Ereignisse in Saltanovka Bericht, verschweigt aber das Massaker an den Dorfbewohnern. Er erhält daraufhin zwei Wochen Heimaturlaub und darf zu seiner Familie zurückkehren, von der er acht Monate getrennt war. Nach dem Besuch der Krankenhauskapelle begibt er sich bei Sonnenuntergang auf die Heimreise.

Hintergrund

Für Dénes Nagy ist Das Licht in den Birkenwäldern sein Spielfilmdebüt. Der ungarische Dokumentarfilmer verfilmte dabei den gleichnamigen Roman von Pál Závada.[2]

Die Dreharbeiten fanden im Herbst 2019 in Ungarn und im Osten Lettlands statt. Nagy besetzte die Rollen mit Laiendarstellern. Erneut arbeitete er mit Kameramann Tamás Dobos zusammen. Für die Kostüme war Márton Ágh zuständig, während der Historiker Krisztián Ungváry die Produktion beriet.[3]

Auszeichnungen

Mit Das Licht in den Birkenwäldern konkurrierte Nagy erstmals um den Goldenen Bären, den Hauptpreis der Berlinale[4] und gewann den Silbernen Bären für die beste Regie.[5] Im selben Jahr folgte eine Auszeichnung als bester Film auf dem Fajr-Filmfestival sowie der Europäische Filmpreis für Szenenbildner Márton Ágh.[6]

Literatur

  • Pál Závada: Természetes fény. Magvető, Budapest 2016, ISBN 9789631431698.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Starttermine Deutschland. In: insidekino.de, abgerufen am 9. Februar 2022.
  2. Natural Light. In: campfilm.eu (abgerufen am 11. Februar 2021).
  3. Két magyar filmet hívtak meg a Berlinale versenyprogramjába. In: magyar.film.hu, 11. Februar 2021 (abgerufen am 13. Februar 2021).
  4. Wettbewerb – Neugestaltung filmischer Formen. In: berlinale.de, 11. Februar 2021 (abgerufen am 11. Februar 2021).
  5. Berlinale 2021: Bärengewinner*innen des Wettbewerbs stehen fest . In: berlinale.de, 5. März 2021 (abgerufen am 5. März 2021).
  6. Jury Unveils Eight Winners. In: europeanfilmacademy.org, 16. November 2021 (abgerufen am 16. November 2021).