César 2006

Die 31. Verleihung der Césars fand am 25. Februar 2006 im Théâtre du Châtelet in Paris statt. Im Vorfeld wurde die Veranstaltung von Protesten von rund 200 Demonstranten begleitet, die für mehr Rechte der Kurzzeitarbeiter der Branche eintraten und den Start der Verleihungsgala um etwa 20 Minuten verzögerten. Präsidentin der Verleihung war die Schauspielerin Carole Bouquet.

Das Théâtre du Châtelet, der Veranstaltungsort der Verleihung

Favorisierte Filme

(c) Georges Biard, CC BY-SA 3.0
Ehrenpreisträger Pierre Richard

Bei der diesjährigen Verleihung der Césars dominierte Jacques Audiards Film Der wilde Schlag meines Herzens. Das Drama mit Romain Duris in der Hauptrolle hatte bei der Bekanntgabe der Nominierungen bereits das Favoritenfeld angeführt und konnte sich in acht von zehn Kategorien durchsetzen, darunter Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch sowie Niels Arestrup und Linh Dan Pham in den Darstellerkategorien. Bester Hauptdarsteller wurde Michel Bouquet, der für Robert Guédiguians Drama Letzte Tage im Elysée seinen Sieg aus dem Jahr 2002 wiederholen konnte. Beste Hauptdarstellerin wurde die Französin Nathalie Baye, die als alkoholkranke Kriminalbeamtin für Xavier Beauvois’ ebenfalls favorisiertes Polizeidrama Eine fatale Entscheidung u. a. die Schauspielerin und Regisseurin Valérie Lemercier (Palais Royal!) hinter sich lassen konnte, die die diesjährige Verleihung moderierte. Mit ihrem vierten Darstellerpreis (2× Beste Nebendarstellerin, 2× Beste Hauptdarstellerin) konnte Baye den Rekord von Isabelle Adjani (4× Beste Hauptdarstellerin) und Dominique Blanc (3× Beste Nebendarstellerin, 1× Beste Hauptdarstellerin) einstellen, die ebenfalls in der Vergangenheit mit vier Darstellerpreisen geehrt worden waren. Als beste Nebendarstellerin konnte die Belgierin Cécile de France für ihre Leistung in Cédric Klapischs L’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg triumphieren. De France war bereits drei Jahre zuvor für die gleiche Rolle im Vorgänger L’auberge espagnole als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet worden. Als bester ausländischer Film konnte sich der letztjährige Oscar-Gewinner Million Dollar Baby von Clint Eastwood gegen die Konkurrenz durchsetzen. Mit dem Ehrenpreis wurden die Schauspieler Hugh Grant und Pierre Richard gewürdigt.

Zu den Verlierern der Césars 2006 zählte Christian Carions Kriegsdrama Merry Christmas. Die bei der Oscarverleihung 2006 als bester ausländischer Film nominierte Produktion, mit den deutschen Schauspielerin Benno Fürmann, Diane Kruger und Daniel Brühl in den Hauptrollen, konnte sich bei sechs Nominierungen im Vorfeld ebenso wenig gegen die Konkurrenz durchsetzen wie der letztjährige Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, Das Kind, mit vier Nominierungen. Michael Hanekes hochgelobter Thriller Caché, 2005 mit fünf Europäischen Filmpreisen ausgezeichnet, war bereits im Vorfeld in der Kategorie Bester Film nicht berücksichtigt worden und konnte seine vier Nominierungen ebenfalls nicht in Siege umsetzen.

Gewinner und Nominierungen

Statistik
(Filme mit mehr als einer Nominierung)
N=Nominierung; A=Auszeichnung
FilmNA
Der wilde Schlag meines Herzens108
Gabrielle – Liebe meines Lebens62
Merry Christmas60
Eine fatale Entscheidung51
Die Reise der Pinguine41
Geh und lebe41
Caché40
Das Kind40
L’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg31
Entre ses mains30
Les Âmes grises30
Man muss mich nicht lieben30
Letzte Tage im Elysée21
Unruhestifter21
Die Axt20
Mein kleines Jerusalem20
Palais Royal!20

Bester Film (Meilleur film)

Der wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté) – Regie: Jacques Audiard

Beste Regie (Meilleur réalisateur)

Jacques AudiardDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Bester Hauptdarsteller (Meilleur acteur)

Michel BouquetLetzte Tage im Elysée (Le Promeneur du Champ de Mars)

Beste Hauptdarstellerin (Meilleure actrice)

Nathalie BayeEine fatale Entscheidung (Le Petit lieutenant)

Bester Nebendarsteller (Meilleur acteur dans un second rôle)

Niels ArestrupDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Beste Nebendarstellerin (Meilleure actrice dans un second rôle)

Cécile de FranceL’auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg (Les Poupées russes)

Bester Nachwuchsdarsteller (Meilleur jeune espoir masculin)

Louis GarrelUnruhestifter (Les amants réguliers)

Beste Nachwuchsdarstellerin (Meilleur jeune espoir féminin)

Linh Dan PhamDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Bestes Erstlingswerk (Meilleur premier film)

Darwin’s Nightmare – Regie: Hubert Sauper

Bestes Originaldrehbuch (Meilleur scénario original)

Radu Mihăileanu und Alain-Michel BlancGeh und lebe (Va, vis et deviens)

Bestes adaptiertes Drehbuch (Meilleur scénario adaptation)

Jacques Audiard und Tonino BenacquistaDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Beste Filmmusik (Meilleure musique écrite pour un film)

Alexandre DesplatDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Bestes Szenenbild (Meilleurs décors)

Olivier RadotGabrielle – Liebe meines Lebens (Gabrielle)

  • Loula MorinLes Âmes grises
  • Jean-Michel SimonetMerry Christmas (Joyeu× Noël)

Beste Kostüme (Meilleurs costumes)

Caroline de VivaiseGabrielle – Liebe meines Lebens (Gabrielle)

Beste Kamera (Meilleure photographie)

Stéphane FontaineDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Bester Ton (Meilleur son)

Laurent Quaglio und Gérard LampsDie Reise der Pinguine (La Marche de l’empereur)

Bester Schnitt (Meilleur montage)

Juliette WelflingDer wilde Schlag meines Herzens (De battre mon coeur s’est arrêté)

Bester Kurzfilm (Meilleur court métrage)

After shave – Regie: Hany Tamba

Bester ausländischer Film (Meilleur film étranger)

Million Dollar Baby, USA – Regie: Clint Eastwood

Ehrenpreis (César d’honneur)

Weblinks

Commons: César 2006 – Sammlung von Bildern

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(c) Georges Biard, CC BY-SA 3.0
Pierre Richard, avec son César d'honneur, lors de la 31e cérémonie des César en 2006.
Theatre du Chatelet 1.jpg
Autor/Urheber: Andreas Praefcke, Lizenz: CC BY 3.0
Théâtre du Châtelet, Paris