Arusha (Region)

Arusha
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Lage
Basisdaten
StaatTansania
HauptstadtArusha
Fläche37.576 km²
Einwohner2.356.255 (2022)
Dichte63 Einwohner pro km²
ISO 3166-2TZ-01
Politik
RegionalkommissarMrisho Mashaka Gambo

Arusha ist eine der 31 Verwaltungsregionen Tansanias. Die Hauptstadt und die größte Stadt ist Arusha.

Geographie

Die Region ist 37.576 Quadratkilometer groß und hat rund 2,4 Millionen Einwohner (Zählung 2022), was einer Bevölkerungsdichte von 63 Personen je Quadratkilometer entspricht.[1][2]

Im Nordwesten liegt die Serengeti Ebene, im Süden die Massai-Steppe, die von einzelnen Gneishügeln unterbrochen wird. Durch den zentralen Teil zieht sich der Ostafrikanische Graben, wo Lavaebenen und Vulkane entstanden, wie auch der höchste Berg der Region, der Mount Meru mit einer Höhe von 4566 Meter und der aktive Vulkan Ol Doinyo Lengai.

Mount Meru

Dadurch ergeben sich unterschiedliche Vegetationsformen, von bewaldeten Savannen über Bergwälder zu alpinen Gebieten.

Klima

Der jährliche Niederschlag geht von 500 Millimeter in den semi-ariden Ebenen bis zu 1800 Millimeter auf dem Mount Meru.[3] Das Klima ist mild und gemäßigt, nach der effektiven Klimaklassifikation entspricht das Cw, einem subtropisches Gebirgsklima. Die Niederschläge sind sehr ungleich über das Jahr verteilt, im Jahresdurchschnitt fallen 1103 Millimeter in der Stadt Arusha.[4]

Klimatabelle Arusha
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Mittl. Temperatur (°C)20,220,820,920,218,817,416,517,318,419,920,420,2Ø19,2
Mittl. Tagesmax. (°C)27,22828,924,722,92221,222,524,426,426,326,4Ø25,1
Mittl. Tagesmin. (°C)13,313,61515,714,712,811,912,212,513,514,514Ø13,6
Niederschlag (mm)67731533311542712131434121104Σ1103
T
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u
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27,2
13,3
28
13,6
28,9
15
24,7
15,7
22,9
14,7
22
12,8
21,2
11,9
22,5
12,2
24,4
12,5
26,4
13,5
26,3
14,5
26,4
14
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
N
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13
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121
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Quelle: climate-data.org
Luftaufnahme der Olduvai-Schlucht

Nachbarregionen

Die Region grenzt im Norden an die Republik Kenia und im Uhrzeigersinn an die fünf Regionen Kilimandscharo, Manyara, Singida, Simiyu und Mara.[5]

MaraKenia
SimiyuKompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtKilimandscharo
SingidaManyara

Geschichte

In der Olduvai-Schlucht nahe dem Ngorongoro-Krater wurden frühmenschliche Schädelknochen gefunden. Nach dem Beginn der christlichen Zeitrechnung wanderten von Norden nilotische Stämme in das Gebiet ein.[6] Im Jahr 1900, als das Gebiet Teil von Deutsch-Ostafrika war, wurde die Stadt Arusha gegründet. Der Name geht auf den lokalen Stamm Wa-Arusha zurück.[7]

Verwaltungsgliederung

Die Region Arusha wird in sechs Distrikte untergliedert und beinhaltet sieben Wahlkreise (Councils):[8][9][10]

DistriktEinwohner

2002

Einwohner

2012

Fläche

km2

Arusha DC251.856323.1981.239
Arusha CC313.004415.442267
Karatu177.951230.1663.207
Monduli102.966158.9296.993
Meru231.399268.1441.266
Ngorongoro129.362174.27815.499
Longido81.550123.1537.885

Bevölkerung

Im Jahr 2012 waren 42 Prozent der Bevölkerung der Region unter 15 Jahre alt und nur drei Prozent waren älter als 65, im Jahr 1988 waren noch 47 Prozent jünger als 15. Das Geschlechterverhältnis war 94 Männer pro 100 Frauen (Stand 2012).[11]

Die meisten Bewohner sprechen Swahili, die Amtssprache Tansanias, und ihre eigene Stammessprache. Viele sprechen zusätzlich Englisch als Bildungs- und Verkehrssprache.

Die Massai sind ein einflussreicher Stamm der Region. Sie leben am Rande des Mount Meru, in Rwa, Mbulu, Iraqw, Temi, Mbugwe und weiteren kleineren Ortschaften.

Einrichtungen und Dienstleistungen

  • Bildung: Im Jahr 1996 gab es in der Region Arusha 608 Grundschulen und 50 weiterführende Schulen. Der Anteil der Bevölkerung, die lesen und schreiben konnte, stieg von 26 Prozent im Jahr 1967 auf 58 Prozent im Jahr 1988.[12]
  • Gesundheit: In der Region gab es 72 Apotheken, drei öffentliche und 69 private und 32 Krankenhäuser (Stand 2012).[13]
Kaffee-Plantage nahe Arusha

Wirtschaft und Infrastruktur

Straße von Kilimandscharo nach Arusha
Von den über Zehn-Jährigen waren 57 Prozent beschäftigt, dreizehn Prozent im Haushalt tätig, 24 Prozent in Ausbildung und nur drei Prozent arbeitslos. Von den Beschäftigten arbeiteten 53 Prozent in der Landwirtschaft (Stand 2012).[14]
  • Landwirtschaft: Sie ist die Hauptwirtschaftsaktivität der Region und trägt mehr als 45 Prozent zum regionalen BIP bei. Drei Viertel der Exporterlöse kommen aus der Landwirtschaft.[15] Arusha ist ein wichtiges Kaffeeproduktionsgebiet, andere wichtige Kulturpflanzen sind Getreide, Gemüse, Baumwolle, Sisal und Sonnenblumenkerne.[3]
  • Bergbau: Die wichtigsten Abbauprodukte sind Magnesit und Meerschaum. Es gibt auch Vorkommen von Salzen, Glimmer, Salpeter und Ocker.[3] Eine Salzgewinnung in Salinen an den Natronseen Lake Eyasi und Lake Natron gab es bisher nur in geringem Umfang, überwiegend wurde Soda gewonnen.[16] Ein industrieller Abbau ist wegen des Ramsar-Status vom Lake Natron umstritten.[17]
  • Tourismus: Als Zentrum des Safari-Tourismus in Tansania ist die Region Arusha ein beliebtes Reiseziel. Im Jahr 2004 besuchten 250.000 Touristen die Ngorongoro Conservation Area im Westen der Region. Weitere Nationalparks der Region Arusha sind die Serengeti (ein Großteil liegt jedoch in der Region Mara), der Arusha-Nationalpark, der Tarangire-Nationalpark, der Lake Manyara National Park und das von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannte Kilimandscharo-Massiv. Im Great Rift Valley wurden in der Nähe der Ortschaft Engaruka Steinstrukturen gefunden, die mehrere tausende Jahre alt sind.
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  • Straßen: Nach Arusha führen drei befestigte Hauptverkehrsstraßen. Eine von Dodoma, eine von Daressalam und eine vom nördlichen Nachbarland Kenia. Eine vierte, teilweise unbefestigte Straße, führt nach Nordwesten zum Victoriasee. Von den 539 Kilometer Nationalstraßen sind 326 Kilometer asphaltiert (Stand 2018).[18][19]
  • Eisenbahn: Die im Jahr 2007 eingestellte Tanga Bahnlinie wurde 2019 wieder eröffnet. Sie verbindet Arusha über Moshi mit dem Hafen Tanga in der Region Tanga.[20]
Im Ngorongoro-Krater

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten

  • Ngorongoro-Naturschutzgebiet: Das 1979 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärte Gebiet des Kraters Ngorongoro ist die touristische Hauptattraktion der Region. Die seltenen Spitzmaulnashörner, Büffel, Elefanten, Löwen, verschiedene Arten von Antilopen, Zebras, Warzenschweine, Gnus und Schakale zählen zu den Bewohnern.[21]
  • Lake-Manyara-Nationalpark: Die Region hat Anteil an diesem tierreichen Nationalpark.[22]
  • Arusha-Nationalpark: Dieser kleine Park liegt 45 Autominuten von der Stadt Arusha entfernt rund um den Berg Mount Meru.[23]
  • Olduvai-Schlucht: Archäologische Fundstätte von Frühmenschen.
  • Laetoli: Fundstelle fossiler Fußspuren von Hominini.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tanzania in Figures 2018. (pdf) The United Republic of Tanzania, Juni 2019, S. 17, abgerufen am 24. Oktober 2019.
  2. Tanzania: Regions and Cities. Citypopulation, abgerufen am 18. Dezember 2022.
  3. a b c Britannica, Arusha. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  4. ClimateData, Arusha. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  5. Tanzania Regional profiles, 02 Arusha Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. i, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  6. Länder-Lexikon, Tansania Geschichte. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  7. History of Arusha City. United republic of Tanzania, archiviert vom Original am 13. November 2016; abgerufen am 20. Oktober 2019.
  8. Tanzania Regional Profiles, 02 Arusha Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 16, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  9. 2012 Population and Housing Census. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) National Bureau of Statistics Ministry of Finance, März 2013, S. 26, archiviert vom Original am 29. März 2018; abgerufen am 11. Januar 2020.
  10. CityPopulation, Tanzania, Northern Tanzania, District. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  11. Tanzania Regional Profiles, 02 Arusha Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 19, 24, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  12. Arusha Region, Socio-Economic Profile. (pdf) Republic of Tanzania, April 1998, S. 110, 134, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  13. Arusha Region, Socio-Economic Profile. (pdf) Republic of Tanzania, April 1998, S. 139, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  14. Tanzania Regional Profiles, 02 Arusha Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 85, 95, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  15. Arusha, Agriculture. United Republic of Tanzania, 27. Februar 2014, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  16. René A. Pelletier: Mineral Resources of South-Central Africa. Oxford University Press, Cape Town, London, New York, Toronto 1964, S. 258
  17. Venancia Ndoo: Soda ash mining at Lake Natron is not economically viable. Meldung vom 29. August 2012 auf www.birdlife.org (englisch) (Memento vom 24. Februar 2021 im Internet Archive)
  18. Arusha Region Roads Network. (PDF) März 2018, abgerufen am 28. Januar 2020.
  19. Trunk and Regional Roads Network. Tanzania, Ministry of Works, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  20. Daily News, Tanga-Moshi Railway Relaunched. (Nicht mehr online verfügbar.) 31. Oktober 2019, archiviert vom Original am 31. Oktober 2019; abgerufen am 31. Oktober 2019.
  21. Ngorongoro Conservation Area. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. Oktober 2019; abgerufen am 20. Oktober 2019.
  22. Lake Manyara Nationalpark. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  23. Arusha National Park. Abgerufen am 20. Oktober 2019.

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Coffee growing on Gibb's farm, in Karatu, Arusha, Tanzania
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Olduvai Gorge from the air looking south
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Road trip from Kilimanjaro, entering Arusha
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View of Ngorongoro from Inside the Crater
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