Ameis (Gemeinde Staatz)

Ameis (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Ameis
Ameis (Gemeinde Staatz) (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, BundeslandMistelbach (MI), Niederösterreich
GerichtsbezirkMistelbach
Pol. GemeindeStaatz
Koordinaten48° 40′ 15″ N, 16° 32′ 10″ Of1
Höhe235 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft326 (1. Jän. 2024)
Fläche d. KG7,97 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer05112
Katastralgemeinde-Nummer13057
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
f0
f0
326

BW

Ameis ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Staatz in Niederösterreich. Die Ortschaft hat 326 Einwohner (Stand 1. Jänner 2024).[1] Bis Ende 1965 war Ameis eine eigenständige Gemeinde.[2]

Geografie

Das Dorf zwischen Staatz und Kleinhadersdorf erstreckt sich längs der Poysdorfer Straße in Ost-West-Richtung und von einer in der Ortsmitte anzweigenden Straße nach Süden. Die historische Bedeutung des Ortes erkennt man an der dem heiligen Nikolaus geweihten Pfarrkirche Ameis mit einem massiven Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert. Die Außenwand der Apsis ziert ein kleines Relief mit figuralen Szenen aus der Bibel.[3] Im südöstlich außerhalb des Ortes liegenden Kellergassensystem stehen auf einer Strecke von etwa einem Kilometer 86 Gebäude dicht nebeneinander.

Geschichte

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 90 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Asparn besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Staatz, Hagenberg, Minoritenkloster und Asparn an der Zaya.[4]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Ameis ein Bäcker, ein Binder, ein Dachdecker, zwei Fleischer, ein Friseur, zwei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, zwei Landesproduktehändler, ein Schlosser, zwei Schmiede, zwei Schneider und drei Schneiderinnen, zwei Schuster, ein Tischler, ein Viehhändler und drei Weinhändler ansässig. Weiters gab es im Ort eine Ziegelei.[5]

Mit 1. Jänner 1966 wurden im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die bis dahin selbständigen Gemeinden Ameis, Enzersdorf bei Staatz, Ernsdorf bei Staatz, Waltersdorf bei Staatz und Wultendorf nach Staatz eingemeindet.[2]

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Ameis, hl. Nikolaus, gotischer, barockisierter Bau mit mächtigem Turm

Persönlichkeiten

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 36 (Ausgabe 1769; Ameis in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 1. Band: Absdorf bis Falkenstein. Mechitaristen, Wien 1833, S. 23 (AmeisInternet Archive).
Commons: Ameis (Staatz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2024 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2024), (ODS, 500 KB)
  2. a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 14. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 1. Februar 2025.
  3. Ameis auf staatz.at
  4. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 20 (Ameis in der Google-Buchsuche).
  5. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 188

Auf dieser Seite verwendete Medien

Austria adm location map.svg
(c) Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Positionskarte von Österreich
AUT Staatz COA.jpg
Wappen von Staatz