A Real Pain

Film
TitelA Real Pain
ProduktionslandUSA, Polen
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2024
Länge90 Minuten
Altersfreigabe
Stab
RegieJesse Eisenberg
DrehbuchJesse Eisenberg
Produktion
  • Dave McCary
  • Ali Herting
  • Emma Stone
  • Jesse Eisenberg
  • Jennifer Semler
  • Ewa Puszczyńska
KameraMichał Dymek
SchnittRobert Nassau
Besetzung

A Real Pain ist ein US-amerikanisch-polnischer Spielfilm von Jesse Eisenberg aus dem Jahr 2024. Die Hauptrollen spielen Eisenberg und Kieran Culkin. Der Titel trägt doppelte Bedeutung; einerseits bezieht er sich auf den „echten Schmerz“ über das Familientrauma der Shoa, andererseits verweist er umgangssprachlich auf Culkins Figur als „wahre Plage“.[3]

Handlung

Die Tragikomödie handelt von zwei ungleichen Cousins jüdischer Abstammung, die zum Gedenken an ihre geliebte, vor kurzem verstorbene Großmutter nach Polen reisen. Sie besuchen mit ihrer Reisegruppe zunächst Warschau und reisen dann weiter nach Lublin. Von Lublin aus besuchen sie das KZ Majdanek, was die ganze Reisegruppe sehr erschüttert. Die letzte Etappe führt sie zu dem Haus, in dem ihre Großmutter zuletzt gelebt hatte – vor ihrer Deportation in verschiedene Konzentrationslager. Sie fliegen von Warschau zurück nach New York, wo sich ihre Wege wieder trennen.

Auf der Reise treten alte Spannungen zwischen den beiden vor dem Hintergrund ihrer Familiengeschichte wieder auf. David empfindet Frustration und echte Liebe gegenüber Benji, während dieser versucht, mit respektlosem Charme seine tieferliegende Melancholie zu verstecken. Beide müssen feststellen, dass sich ihre Leben auseinanderentwickelt haben.[4]

Hintergrund

Dreharbeiten in Lublin

Es handelt sich um den zweiten Spielfilm als Drehbuchautor und Regisseur des vorrangig als Schauspieler bekannten Jesse Eisenberg. Dieser besitzt neben der US-amerikanischen auch die polnische Staatsbürgerschaft.[5] Für A Real Pain zeichnete er sich als Drehbuchautor, Regisseur, Co-Hauptdarsteller und Co-Produzent verantwortlich. Als weiterer Hauptdarsteller wurde Kieran Culkin verpflichtet. Weitere Produzenten waren die vor allem auch als Schauspielerin bekannte Emma Stone und ihr Mann Dave McCary. Die Kamera führte der preisgekrönte polnische Kameramann Michał Dymek. Für die Filmmusik wurden Stücke Frédéric Chopins verwendet.[4]

Synchronisation

Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Masen Abou-Dakn für die in Berlin ansässige Interopa Film GmbH.

RolleDarstellerSynchronsprecher
Benji KaplanKieran CulkinConstantin von Jascheroff
David KaplanJesse EisenbergKonrad Bösherz
MarciaJennifer GreyUlrike Stürzbecher
JamesWill SharpeNicolás Artajo
ElogeKurt EgyiawanSelam Tadese
MarkDaniel OreskesHanns-Jörg Krumpholz
DianeLiza SadovySabina Trooger

Rezeption

Veröffentlichung und Einspielergebnis

Die Uraufführung von A Real Pain fand am 20. Januar 2024 im Hauptwettbewerb des 40. Sundance Film Festivals statt. In den kommenden Monaten gelangte der Film ins Programm von mehr als zwei Dutzend internationalen Filmfestivals, darunter Rio de Janeiro, New York, Busan, Zürich (Europa-Premiere), London, Valladolid, Wien und Chicago (jeweils im Oktober) sowie Mannheim-Heidelberg, Taiwan, Stockholm und Mar del Plata (jeweils im November).[6]

Am 1. November 2024 lief das Werk im Verleih von Searchlight Pictures in ausgewählten US-amerikanischen Kinos an. Bis Anfang Januar 2025 erzielte der Film international ein Einspielergebnis von 11,8 Millionen US-Dollar, davon entfielen 8 Millionen US-Dollar auf Einnahmen aus Nordamerika.[7] Die Produktionskosten beliefen sich auf 3 Millionen US-Dollar.[8]

Am 16. Januar 2025 startete der Film in Deutschland in den Kinos, während er in den USA am selben Tag auf Disney+ veröffentlicht wurde.

Kritiken

Im Online-Katalog des Sundance Film Festivals lobten die Veranstalter Eisenberg für sein „intimes, klangvolles Drehbuch“. Es ergänze „die Spannung und den Humor des turbulenten Roadtrips der beiden sehr unterschiedlichen Cousins mit einer einfühlsam gezeichneten Abrechnung über das Erbe des Zweiten Weltkriegs unter den Überlebenden der Überlebenden“. Hervorgehoben wurden auch die Schauspielleistungen von Eisenberg und Culkin sowie die Kamera und die Filmmusik.[4]

Die englischsprachige Filmkritik folgte der Einschätzung des Sundance Filmfestivals. Von den auf der Website Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 96 Prozent positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 8,4 von 10 möglichen Punkten. Der auf der Website erhobene Konsens der Kritiker pries A Real Pain als „witziges, emotionales Drama“ an. Auch die Leinwandpräsenz von Kieran Culkin sowie die Leistung von Drehbuchautor, Regisseur und Ko-Darsteller Jesse Eisenberg wurde gelobt.[9] Ein ähnliches Bild hinsichtlich der Bewertung ergibt sich auf der Website Metacritic. Dort erhielt A Real Pain 86 von 100 möglichen Punkten, basierend auf mehr als 50 ausgewerteten englischsprachigen Kritiken. Dies entspricht einhelligem Beifall („universal acclaim“) und es wurde eine eindeutige Filmempfehlung („must-see“) ausgesprochen.[10]

Auszeichnungen

A Real Pain wurde in der Filmpreissaison 2024/25 für mehr als 150 internationale Film- und Festivalpreise nominiert, von denen das Werk über 60 gewinnen konnte.[11] Vielfach preisgekrönt wurde die Schauspielleistung von Kieran Culkin. Für seine Nebenrolle des Benji Kaplan erhielt er u. a. einen Oscar, den Golden Globe Award sowie die Auszeichnungen der Filmkritikervereinigungen von New York, Los Angeles, des National Board of Review und der National Society of Film Critics. Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller Jesse Eisenberg wurde für zwei Golden Globe Awards nominiert (Hauptdarsteller, Drehbuch). Sein Filmskript brachte ihm außerdem ebenfalls eine Oscar-Nominierung, die Drehbuchpreise des Sundance Film Festivals, der Filmkritikervereinigung von Los Angeles und des National Society of Film Critics ein. Darüber hinaus wurde A Real Pain als beste Filmkomödie für den Golden Globe und den Critics’ Choice Movie Award nominiert und in die Bestenlisten des American Film Institutes (AFI) und des National Board of Review aufgenommen.

Gewonnene Preise und Nominierungen im Überblick:[11]

Filmpreis/Institution (Auswahl)KategorieResultatPreisträger / Nominierte
1) Filmpreise
Oscar (2025)Bestes OriginaldrehbuchNominiertJesse Eisenberg
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Golden Globe Awards (2025)Bester Film – Komödie oder MusicalNominiertk. A.
Bestes DrehbuchNominiertJesse Eisenberg
Bester Hauptdarsteller – Komödie oder MusicalNominiertJesse Eisenberg
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Critics’ Choice Movie Awards (2025)Beste FilmkomödieGewonnenk. A.
Bestes OriginaldrehbuchNominiertJesse Eisenberg
Beste NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Independent Spirit Awards (2025)Bestes DrehbuchGewonnenJesse Eisenberg
Beste NebenrolleGewonnenKieran Culkin
Gotham Awards (2024)Bester NebendarstellerNominiertKieran Culkin
AFI Award (2025)Bester Film des JahresGewonnenk. A.
2) Festivals
Sundance (2024)Bester SpielfilmNominiertJesse Eisenberg
Waldo Salt Screenwriting AwardGewonnenJesse Eisenberg
Palm Springs (2025)Bester NachwuchsdarstellerGewonnenKieran Culkin
Santa Barbara (2025)Virtuoso AwardGewonnenKieran Culkin
La Roche-sur-Yon (2024)Spezialpreis der JuryGewonnenJesse Eisenberg
3) Kritikervereinigungen
National Board of Review (2024)Aufnahme in die Top-Ten-FilmeGewonnenk. A.
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
New York Film Critics Circle (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Los Angeles Film Critics Association (2024)Bestes DrehbuchGewonnenJesse Eisenberg
Beste NebenrolleGewonnenKieran Culkin
National Society of Film Critics (2025)Bestes DrehbuchGewonnenJesse Eisenberg
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Chicago Film Critics Association (2024)Bestes OriginaldrehbuchGewonnenJesse Eisenberg
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Florida Film Critics Circle (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Kansas City Film Critics Circle (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
London Critics’ Circle (2025)Bestes DrehbuchGewonnenJesse Eisenberg
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
San Diego Film Critics Society (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Toronto Film Critics Association (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Phoenix Film Critics Society (2024)Aufnahme in die Top-Ten-FilmeGewonnenk. A.
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Washington DC Area Film Critics Association (2024)Bestes OriginaldrehbuchGewonnenJesse Eisenberg
Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Philadelphia Film Critics Circle (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Atlanta Film Critics Circle (2024)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
4) Gewerkschaftspreise
American Cinema Editors (2025)Bester Schnitt – Kinofilm (Komödie)NominiertRobert Nassau
Screen Actors Guild Awards (2025)Bester NebendarstellerGewonnenKieran Culkin
Casting Society of America (2025)Bestes Casting – Kinofilm (Studio- oder Independentfilm)NominiertJessica Kelly

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für A Real Pain. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 264353; abgerufen am 17. April 2026).
  2. Alterskennzeichnung für A Real Pain. Jugendmedien­kommission.
  3. Kermode and Mayo's Take: Review (ab 0:00:58) auf YouTube, 10. Januar 2025, abgerufen am 17. Januar 2025 (englisch).
  4. a b c A Real Pain. In: festival.sundance.org (abgerufen am 13. Dezember 2023).
  5. Chris Edwards: Jesse Eisenberg opens up about becoming a Polish citizen. In: NME. 7. November 2024, abgerufen am 8. Februar 2025 (britisches Englisch).
  6. A Real Pain – Informationen zur Veröffentlichung. In: imdb.com (abgerufen am 14. Januar 2025).
  7. A Real Pain. In: boxofficemojo.com (abgerufen am 14. Januar 2025).
  8. Tim Lammers: Kieran Culkin's A Real Pain Arrives On Digital Streaming This Week. In: Forbes. 29. Dezember 2024, abgerufen am 31. Dezember 2024: „Deadline reports that A Real Pain had a production budget of $3 million before prints and advertising.“
  9. A Real Pain. In: rottentomatoes.com (abgerufen am 14. Januar 2025).
  10. A Real Pain. In: Metacritic. Abgerufen am 14. Januar 2025 (englisch).
  11. a b A Real Pain. In: imdb.com (abgerufen am 7. März 2025).

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Autor/Urheber: Volodymyr D-k, Lizenz: CC BY-SA 4.0
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