Skulptur

David von Michelangelo, eine Skulptur aus Marmor

Eine Skulptur (von lateinisch sculpere „schnitzen, meißeln“) ist ein dreidimensionales Werk der bildenden Kunst, das durch Abtragen von Material wie Holz oder Stein (als Steinplastik) entsteht. In der Fachsprache werden die Begriffe Skulptur und Plastik abgegrenzt, in der Allgemeinsprache dagegen nicht.[1]

Begriff

Die Schwarze Madonna in der Gnadenkapelle Altötting (Holz)

Herkunft

Das Wort Skulptur ist seit dem 18. Jahrhundert als Lehnwort aus dem Lateinischen in Gebrauch. Lateinisch sculptura ist abgeleitet vom Verb sculpere, das „schnitzen“ oder „meißeln“ bedeutet,[2] also die Tätigkeit des Bildhauers bezeichnet, der mit Holz oder Stein arbeitet. Diese Bedeutung hatte das Wort zunächst auch im Deutschen: Bei einer Skulptur wird Material abgetragen, entweder mit Messer und Beitel (beim Schnitzen) oder mit dem Meißel (in der Steinbildhauerei). Das Kunstwerk wird aus dem Block herausgearbeitet („geschnitten“ oder „gehauen“).

Dem gegenüber steht die Plastik im ursprünglichen oder engeren Sinn. Der Begriff ist aus dem griechischen Wort plássein (πλάσσειν), d. h. eine weiche Masse kneten, bilden, formen, gestalten, abgeleitet. Mit metallischen Materialien wird eher aufgebaut und angearbeitet (modelliert, montiert, geschweißt) oder in Form gegossen (siehe Kunstguss).

Abgrenzung

Die Begriffe Skulptur und Plastik sind im allgemeinen Sprachgebrauch weitgehend deckungsgleich. Beide bezeichnen einerseits ein einzelnes Kunstwerk (auch Bildwerk genannt), andererseits werden sie auf die Bildhauerkunst insgesamt als Kunstgattung angewandt. Die ursprünglich differenzierte Bedeutung – eine Skulptur entsteht durch Hauen und Schnitzen, eine Plastik dagegen durch Auftragen von Material und Modellieren – ist zwar als kunstwissenschaftlicher Fachbegriff definiert, ist heute aber nur noch selten im allgemeinen Sprachgebrauch anzutreffen.

Heute unterscheiden nur noch wenige Fachautoren streng zwischen Plastik und Skulptur im ursprünglichen Sinne. Vor allem in der Gegenwartskunst (bei Assemblagen oder collageartigen Rauminstallationen) ist diese Differenzierung auf viele Bildwerke nicht anwendbar, so dass die beiden Begriffe kaum mehr im Sinne verschiedener Kunstgattungen verwendbar sind. Bei einzelnen Werken kann besser beurteilt werden, ob eher Plastik oder Skulptur der angemessene Ausdruck ist. Dennoch gelten die Begriffe heute auch mit Bezug auf einzelne Kunstwerke als weitgehend austauschbar.[3]

Formen von Skulpturen

In der Architektur wird der Begriff Großskulptur für Bauwerke verwendet, wenn diese als eigenständiges Kunstwerk angesehen werden.

Siehe auch

Literatur

  • Stefan Dürre: Seemanns Lexikon der Skulptur: Bildhauer, Epochen, Themen, Techniken. E. A. Seemann Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86502-101-4

Weblinks

Commons: Skulpturen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Skulptur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 2. November 2021.
  2. F. Kluge; E. Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Aufl. Berlin, New York 2002: de Gruyter, ISBN 3-11-017473-1, Stichwort Skulptur.
  3. Vgl. Duden online: Skulptur

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Gnadenbild, Gnadenkapelle Altötting.jpeg
Autor/Urheber: S. Finner: Siddhartha Finner, Dipl.Ing.-Architektur, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Gnadenbild der Gnadenkapelle in Altötting (Landkreis Altötting, Oberbayern). Die frühgotische Statue einer stehenden Muttergottes mit dem Jesus-Kind kam um 1330 nach Altötting. Die Fotografie wurde in der Altöttinger Stiftspfarrkirche aufgenommen, wohin das Gnadenbild am 23.02.2011 wegen Arbeiten in der Gnadenkapelle gebracht war. Dies bedeutete eine seltene Gelegenheit zur Bildaufnahme, da die Innenräume der Gnadenkapelle nicht fotografiert werden dürfen.