Shūgiin-Wahl 2003

2000Wahlkreise 2003 (300 Mandate)2005
Stimmenanteil in %
 %
50
40
30
20
10
0
43,9
36,7
8,1
4,6
2,9
1,5
1,3
1,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2000
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,9
+5,7
−4,0
−0,4
−0,9
−0,5
−0,7
−2,0
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Die Liberale Partei schloss sich noch im November der DPJ an.
Verhältniswahl 2003 (180 Mandate)
Stimmenanteil in %
 %
40
30
20
10
0
37,4
35,0
14,8
7,8
5,1
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2000
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,2
+6,7
+1,8
−3,4
−4,3
−1,9
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Die Liberale Partei schloss sich noch im November der DPJ an.
Sitzverteilung 2003
Insgesamt 480 Sitze

Die Shūgiin-Wahl 2003 war die 43. Wahl zum Shūgiin, dem japanischen Unterhaus, und fand am 9. November 2003 statt. Premierminister Jun’ichirō Koizumi hatte – nach seiner Wiederwahl zum LDP-Vorsitzenden am 20. September 2003 – das Shūgiin am 10. Oktober aufgelöst.

Wahlkampf

Der Wahlkampf wurde von einer Polarisierung der beiden großen Parteien LDP und DPJ mit ihren populären Vorsitzenden Jun’ichirō Koizumi und Naoto Kan bestimmt. Die DPJ hatte konkrete politische Forderungen erstmals in einem Wahlprogramm (マニフェスト, Manifesuto) formuliert, was seither von den meisten Parteien praktiziert wird. Auch stellte die DPJ erstmals ein Schattenkabinett vor, wie es ursprünglich in Ländern mit einem Zweiparteiensystem üblich war. Im September 2003 waren die Abgeordneten der Liberalen Partei von Ichirō Ozawa der DPJ beigetreten.

Wahlkampfthemen waren Reformen der Sozialsysteme, vor allem des Rentensystems, die fortgesetzt schlechte Wirtschaftslage, die wachsende Kriminalitätsrate, die Beziehungen zu Nordkorea und die Beteiligung Japans am Irakeinsatz der USA. Hauptforderung der linken Parteien war, eine in diesem Zusammenhang von manchen LDP-Politikern geforderte Änderung der pazifistischen Nachkriegsverfassung zu verhindern.

Beteiligung und Ergebnis

Die Wahlbeteiligung betrug 59,86 % bei der Direktwahl und 59,81 % bei der Verhältniswahl und war damit die bis dahin zweitniedrigste in der Nachkriegsgeschichte.

ParteiWahlkreiseVerhältniswahlSitze gesamtÄnderung
StimmenAnteilSitzeStimmenAnteilSitzezur letzten Wahlzur Zusammensetzung vor der Wahl
Liberaldemokratische Partei (LDP)26.089.326,59743,85 %16820.660.18534,96 %69237+4−10
(Neue) Kōmeitō886.507,2021,49 %98.733.44414,78 %2534+3+3
Neue Konservative Partei791.588,0001,33 %4-4−3−5
Demokratische Partei (DPJ)21.814.154,23036,66 %10522.095.63637,39 %72177+50+40
Kommunistische Partei Japans (KPJ)4.837.952,8108,13 %04.586.1727,76 %99−11−11
Sozialdemokratische Partei (SDP)1.708.672,1302,87 %13.027.3905,12 %56−13−12
Mushozoku no Kai (無所属の会, „Versammlung der Unabhängigen“)497.108,0000,84 %1-1−4−4
Jiyū Rengō (自由連合, „Liberale Liga“)97.423,0000,16 %1-1±0±0
Sonstige51.524,0000,09 %0-0-22±0
Unabhängige2.728.118,0004,58 %11-11−4+6
Summe59.502.373,969100 %30059.102.827100 %180480±0+7 (Vakanzen)

34 der gewählten Abgeordneten waren Frauen, davon 9 bei der LDP und 15 bei der DPJ. Drei der sechs gewählten SDP-Abgeordneten waren Männer.

Regionale Übersicht

Übersicht über gewonnene Sitze nach Regionalblöcken
BlockWahlkreiseVerhältniswahlsitze
LDPDPJSonstigeDPJLDPKōmeiKPJSDP
Hokkaidō57043100
Tōhoku148Mushozoku no Kai 1, Unabh. 256111
Nord-Kantō239088310
Tokio1212Kōmei 186210
Süd-Kantō1617Kōmei 198311
Hokuriku-Shin’etsu136Unabh. 155100
Tōkai1515NKP 2, Unabh. 198310
Kinki1920Kōmei 6, NKP 2, Unabh. 1119531
Chūgoku172Unabh. 145200
Shikoku121023100
Kyūshū228Kōmei 1, SDP 1, Jiyū Rengō 1, Unabh. 578312
Summe1681052772692595

Auswirkungen

Die LDP verlor zwar die absolute Mehrheit der Sitze im Shūgiin, konnte aber vor allem dank der starken Unterstützung in der ländlichen Wählerschaft, die durch die Wahlkreisaufteilung ein höheres Gewicht hat, ihre Position als stärkste Partei behaupten. Zusammen mit den Koalitionspartnern Kōmeitō und Neuer Konservativer Partei konnte Premierminister Koizumi weiterregieren. Die DPJ konsolidierte ihre Position als stärkste Oppositionspartei aufgrund ihrer großen Unterstützung in den städtischen Ballungsräumen (Präfektur Tokio: 12 von 25 Direktmandaten, Kinki: 20 von 48, Tōkai: 15 von 33) und in Hokkaidō (7 von 12). Die ehemals stärkste Oppositionspartei SDP verlor weiter an Boden und konnte lediglich einen Wahlkreis in Okinawa für sich gewinnen. Ihr hatten unter anderem Äußerungen der Parteivorsitzenden Takako Doi zu Nordkorea geschadet. Auch die KPJ verlor angesichts der Zuspitzung auf die beiden großen Parteien Stimmen und Mandate. Beide linke Parteien SDP und KPJ blieben deutlich unter die Marke von zwanzig Abgeordneten; um einen Gesetzentwurf einzubringen, benötigt man im Shūgiin die Unterstützung von mindestens 20 Mitgliedern[1].

Die Neue Konservative Partei von Toshihiro Nikai verhandelte nach ihren Wahlverlusten über einen Beitritt zur LDP. Dieser wurde im November 2003 vollzogen, wodurch die LDP die absolute Mehrheit im Shūgiin wiedergewann.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Shūgiin: Legislative Proceedings

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