Operation Hurricane (1944)

Die Operation Hurricane war eine Serie strategischer Bombenangriffe des RAF Bomber Command am 14. und 15. Oktober 1944 mit dem Hauptziel Duisburg, die mit dem Ziel durchgeführt wurden, der deutschen Bevölkerung „die überwältigende Überlegenheit der alliierten Luftflotten“ vorzuführen. Die beiden Angriffe auf Duisburg gelten (nach der Bombenmasse) als die schwersten des Krieges gegen eine deutsche Stadt innerhalb eines Tages.

Anweisung vom 13. Oktober 1944

Am 13. Oktober erhielt das RAF Bomber Command die Anweisung zur Durchführung der „Operation Hurricane“. Zweck dieser Operation war die Demonstration der Zerstörungskraft der alliierten Bomberstreitkräfte und die Demonstration ihrer Luftüberlegenheit. Die Anweisung enthielt folgende Passage:

“In order to demonstrate to the enemy in Germany generally the overwhelming superiority of the Allied Air Forces in this theatre [...] the intention is to apply within the shortest practical period the maximum effort of the Royal Air Force Bomber Command and the 8th United States Bomber Command against objectives in the densely populated Ruhr.”

„Um dem Feind in Deutschland allgemein die überwältigende Überlegenheit der Alliierten Luftstreitkräfte auf diesem Kriegsschauplatz zu demonstrieren [...] ist beabsichtigt, in kürzest möglicher Zeit eine maximale Anstrengung sowohl des Royal Air Force Bomber Command als auch des 8. United States Bomber Command gegen Ziele im dicht bevölkerten Ruhrgebiet zu unternehmen.“

Die 8. US-Luftflotte war zwar nicht direkt beteiligt, führte jedoch begleitende Angriffe durch.

Ziele

Eine Lancaster wirft am 15. Oktober 1944 Stanniolstreifen zur Radartäuschung (links) bzw. Brandbomben und eine Luftmine (rechts) auf Duisburg ab.

Die Städte Duisburg, Köln, Braunschweig, Hamburg und Düsseldorf wurden getroffen. Duisburg war dabei für die RAF das Hauptziel und wurde sowohl am Tag des 14. Oktober als auch in der folgenden Nacht angegriffen. Wegen des konzentrierten Angriffs erlitt die Stadt schwere Verluste unter der Zivilbevölkerung, (über 2.500 Opfer) und es wurden enorme Sachschäden verursacht.

Die RAF setzte u. a. Großbomben des Typs Tallboy gegen die Sorpe-Talsperre ein, die dabei zwar getroffen, aber nicht zerstört wurde.

Braunschweig, das in der Nacht vom 14. auf dem 15. Oktober von 240 Maschinen der RAF angegriffen wurde, erlitt die schwersten Zerstörungen während des ganzen Krieges. Die Angriffe der 8. US-Luftflotte galten in erster Linie der Stadt Köln, wo ebenfalls großflächige Zerstörungen das Ergebnis waren.

Während der 24 Stunden der Operation Hurricane warf die RAF ca. 10.000 Tonnen Bomben ab, die höchste innerhalb von 24 Stunden abgeworfene Bombenlast des gesamten Zweiten Weltkrieges.

Siehe auch

Literatur

  • Harald Molder, Melanie Patten: Operation Hurricane: Duisburger Schreckenstage vom 14. bis 15. Oktober 1944 im Bombenkrieg. Klartext Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-369-0.

Weblinks

Auf dieser Seite verwendete Medien

Lancaster I NG128 Dropping Load - Duisburg - Oct 14 - 1944.jpg
A Royal Air Force Avro Lancaster I (s/n NG128, coded "SR-B") of No. 101 Sqn out of Ludford Magna and flown by Fg Off R.B. Tibbs as part of a thousand-bomber raid, dropping its load over Duisburg, Germany, on 14-15 October 1944. Note the large aerials on top of the Lancaster´s fuselage, indicating that the aricraft is carrying 'Airborne Cigar' (ABC), a jamming device which disrupted enemy radio telephone channels. Over 2,000 sorties were dispatched to the city of Duisburg during 14-15 October 1944, in order to to demonstrate the RAF Bomber Command's overwhelming superiority in German skies ("Operation Hurricane").
  • Left image: the Lancaster releases bundles of 'Window' over the target during a special daylight raid on Duisburg.
  • Right image: a fraction of a second later, the aircraft releases the main part of its load, a 4000lb HC "cookie" and 108 30lb "J" incendiaries.