Marzili (Berner Quartier)

Wappen von Bern
Marzili
Gebräuchliches Quartier von Bern
Karte von Marzili
Koordinaten600260 / 199075
Höhenbereich500–539 m ü. M.
Fläche0,389 km²
Einwohner1499 (31. Dez. 2024)[1]
Ausländeranteil23.82 % (31. Dez. 2024)[2]
Arbeitsstätten230 (31. Dez. 2023)[3]
Quartiernummer301
Postleitzahl3005, 3007, 3011
Statistischer BezirkSandrain
StadtteilMattenhof-Weissenbühl
Das Berner Marziliquartier bei Dämmerung
Das Marzili mit separatem Flussarm im Gebiet des späteren Freibades (1777)

Das Marziliquartier, meist kurz Marzili genannt, liegt im Süden der Stadt Bern unterhalb des Stadtkerns an der Aare. Es ist ein Quartier der Stadt Bern und gehört zu den 2011 bernweit festgelegten 114 gebräuchlichen Quartieren. Es liegt im Stadtteil III Mattenhof-Weissenbühl, dort im statistischen Bezirk Sandrain.[4]

Im gebräuchlichen Quartier betrug die Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2024 insgesamt 1499 Personen. Davon waren 52,2 Prozent Männer und 47,8 Prozent Frauen. 2024 wurden 4 Personen eingebürgert. 15 Geburten standen 8 Todesfällen gegenüber. Es wurden 17 Ehen geschlossen und es gab 5 Scheidungen. 1142 Personen hatten die Schweizer Staatsbürgerschaft, 357 waren Ausländer (die Ausländerquote beträgt 23.82 %).[2]
Es befanden sich dort 230 Arbeitsstätten[3] (Stand:31. Dezember 2023)

Die Gesamtbevölkerung ist nach Altersklassen in Jahren wie folgt aufgeteilt:[1]

AltersklasseAnz. Einw.Anteil in %
0–6 (Vorschule)664.40
7–15 (Schule)946.27
16–19 (Ausbildung)422.80
20–64 (Berufsphase)111174.12
ab 65 (Rentner)18612.41

Der Name des Quartiers wird urkundlich erstmals 1328 als Marsili und 1383 als Marzihli erwähnt. Einer verbreiteten Legende gemäss leitet er sich von der Stadt Marseille (mittelalterlich: Marsica) her; aus Marseille vertriebene Hugenotten hätten den Namen mitgebracht. Wahrscheinlicher beruht der Name auf dem Personennamen Marsilius; Besitz einer Person dieses Namens in Bern ist urkundlich belegt. Im 19. Jahrhundert wurde der Name umgedeutet zu Aarziele, weil die Aare unmittelbar am Quartier vorbeifliesst. Dieser Name findet sich heute noch im Namen einer Häuserzeile.

Die Bernerinnen und Berner meinen meist das im Marzili gelegene Marzilibad, ein beliebtes Freibad an der Aare, wenn sie vom Marzili sprechen.

Die Marzilibahn und die Treppe vom Marzili zur Kleinen Schanze verbinden das Quartier mit dem Stadtzentrum.

Im Marzili befinden sich viele Treffpunkte für Kultur, wie die Dampfzentrale, der Gaskessel und früher auch der Fachbereich Theater der Hochschule der Künste Bern. Der Bildungssektor ist mit dem Departement Wirtschaft der Berner Fachhochschule (BFH-W) prominent vertreten.

Literatur

  • Peter Gygax: Marzili. Berner Welt am Aareufer. Münsingen 1991.
  • B. Mühlethaler: Marzili–Dalmazi–Leist 1877–1977. Bern 1977.
Commons: Marziliquartier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Polizeiinspektorat Stadt Bern, Einwohnerdatenbank; Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten, Ordipro (einige online)
  2. a b Schweizer und Ausländer gemäss Die Wohnbevölkerung der Stadt Bern 2024
  3. a b Bundesamt für Statistik, Statistik der Unternehmensstruktur STATENT
  4. Interaktiver Stadtplan der Stadt Bern (Auswahl unter «Themen»).

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Berner statistisches Quartier Marzili
CH-NB - Bern, Aussicht von Albrecht von Hallers Haus auf Aare und Gurten - Collection Gugelmann - GS-GUGE-SCHIEL-A-1.tif
Bern, Aussicht von Albrecht von Hallers Haus auf Aare und Gurten; Das Blatt zeigt die Ansicht des heutigen Marzili Quartiers mit der Aare und dem Gurten im Hintergrund.; Bern; Umrissradierung, koloriert
Bern Mattequartier abend.jpg
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Das Berner Mattequartier bei Dämmerung