Landkreis Weißenfels

WappenKarte
Wappen des Landkreises WeißenfelsLage des Landkreises Weißenfels in Deutschland
Basisdaten
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Sitz der Verwaltung:Weißenfels
Fläche:372,41 km²
Einwohner:73.074 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte:196 Einwohner je km²
Kreisschlüssel:15 2 68
Kfz-Kennzeichen:WSF
Kreisgliederung:33 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Stadtpark 6
06667 Weißenfels
Politik
Letzter Landrat:Bernd Grüneberger (SPD)
Karte
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Lage des Landkreises Weißenfels in Sachsen-Anhalt
Kreistagswahl 2004[2]
Wahlbeteiligung: 43,3 % (1999: 50,9 %)
 %
40
30
20
10
0
38,3 %
29,3 %
20,7 %
5,4 %
3,8 %
2,5 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1999
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   2
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  -4
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−1,1 %p
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Anmerkungen:
g 1999: Einzelbewerber Lutz Schuster
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Der Landkreis Weißenfels war ein Landkreis im Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt mit dem Burgenlandkreis zum neuen Burgenlandkreis fusioniert. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Merseburg-Querfurt, im Osten der sächsische Landkreis Leipziger Land und im Süden und Westen der Burgenlandkreis.

Geschichte

Preußen

Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Er umfasste ursprünglich den größten Teil der altsächsischen Ämter Weißenfels und Pforta sowie Teile der Ämter Eckartsberga, Freyburg und Zeitz.[3] Das Landratsamt befand sich in der Stadt Weißenfels.

Zum 1. Januar 1818 gab der Kreis Weißenfels eine größere Zahl von Gemeinden an den benachbarten Kreis Naumburg ab.[4]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 28. März 1878 wurden die Landgemeinden Gieckau, Pohlitz, Rathewitz und Scheiplitz aus dem Kreis Weißenfels in den Kreis Naumburg umgegliedert. Ab 1. April 1899 bildete die Stadt Weißenfels einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Weißenfels führte dementsprechend seitdem die Bezeichnung Landkreis. Nachdem die Stadt Weißenfels nicht mehr zum Landkreis Weißenfels gehörte, war Teuchern die größte Stadt im Landkreis. Aus diesem Grund wurde mehrmals von Teucherner Kreistagsabgeordneten versucht, das Kreisständehaus nach Teuchern zu verlagern. Damit wäre Teuchern Kreisstadt geworden. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch immer wieder an wenigen Stimmen.

Zum 30. September 1929 fand im Landkreis Weißenfels wie im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Mit dem 1. Oktober 1932 wurden die Landkreise Naumburg und Weißenfels zum neuen Landkreis Weißenfels mit dem Landratsamt in Weißenfels zusammengeschlossen.

Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Halle-Merseburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Streitkräfte besetzt.

DDR

1946 kam der Landkreis zum neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 1950 wurden die Landkreisgrenzen durch eine erste Verwaltungsreform geändert:

Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 wurde der Landkreis Weißenfels aufgeteilt:

Bundesrepublik Deutschland

Kurz vor der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das Land Sachsen-Anhalt wiedergegründet, der Kreis Weißenfels wurde als Landkreis Weißenfels Bestandteil des Regierungsbezirks Halle. Bei der ersten Kreisreform in Sachsen-Anhalt 1994 wurde der Landkreis Hohenmölsen mit dem Landkreis Weißenfels vereinigt. Die Regierungsbezirke in Sachsen-Anhalt wurden zum 1. Januar 2004 aufgelöst. Im Rahmen der zweiten Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis zum 1. Juli 2007 mit dem Burgenlandkreis (1994–2007) zum neuen Burgenlandkreis (zunächst als Landkreis Burgenland bezeichnet) zusammengelegt.

Einwohnerentwicklung

Der Umfang des Landkreises änderte sich mehrfach signifikant; 1899 durch das Ausscheiden der Stadt Weißenfels, 1932 durch die Eingliederung des Landkreises Naumburg, 1950/52 durch einen völligen Neuzuschnitt und 1994 durch die Eingliederung des Kreises Hohenmölsen.

JahrEinwohnerQuelle
181635.251[6]
184343.727[7]
187167.673[8]
189087.560[9]
190071.734[9]
191076.229[9]
192583.922[9]
1933101.581[9]
193999.786[9]
1946136.454[10]
195586.600[9]
196082.591[9]
197179.134[11]
198167.345[11]
199062.300[9]
200078.900[12]
200773.074[1]

Landräte

  • 1816–1828 August Heinrich Ferdinand von Funcke
  • 1828–1848 Georg von Stuckrad (1811–1893)
  • 1848–1857 Bernhard Ulrici (1824–1890)
  • 1857–1867 Lothar von Wurmb (1824–1890)
  • 1867–1868 Maximilian Senfft von Pilsach (1828–1903) (kommissarisch)
  • 1868–1903 Adolph von Richter (1839–1903)
  • 1903–1908
  • 1908–1917 Fritz von Richter (1879–1917)
  • 1917–1920 Busso Bartels (1880–1944)
  • 1920–1933 Arthur Zimmermann
  • 1933–1945 Alfred Pape (* 1903)

Kommunalverfassung bis 1945

Der Landkreis Weißenfels gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Städte und Gemeinden vor 1950

Stand 1950

Der Landkreis Weißenfels umfasste am 1. Januar 1945 sechs Städte und 174 Gemeinden:[9]

Vor 1950 aufgelöste oder ausgeschiedene Gemeinden

  • Bösau, zu Großgrimma
  • Bröditz, 1928 zu Nonnewitz
  • Gaumnitz, 1931 zu Luckenau
  • Groitzschen, zu Kretzschau
  • Grunau, zu Großgrimma
  • Kleinkayna, zu Großkayna
  • Köpsen, 1930 zu Rössuln
  • Korseburg, 1932 zu Schleinitz
  • Kuhndorf, 1935 zu Runthal
  • Lissen, 1938 zu Osterfeld
  • Nixditz, 1928 zu Nonnewitz
  • Nödlitz, zu Wildschütz
  • Pitzschendorf, 1938 zu Osterfeld
  • Reußen b. Theißen, 1928 zu Theißen
  • Streckau, 1931 zu Luckenau
  • Tackau, 1939 zu Deuben
  • Unternessa-Dippelsdorf, 1929 zu Nessa
  • Weidau, 1931 zu Luckenau
  • Wernsdorf, 1929 zu Nessa
  • Zetzsch, 1931 zu Hohenmölsen
  • Zörbitz, zu Zorbau

Namensänderungen

In den 1920er/30er Jahren erfolgten einige kleinere Namensänderungen:

  • 1929 Schulpforta → Schulpforte
  • 1935 Kösen → Bad Kösen
  • 1937 Cämmeritz → Kämmeritz
  • 1937 Cleben → Kleben

Städte und Gemeinden 1990–2007

Verwaltungsgliederung 2007

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Einheitsgemeinden

  1. Hohenmölsen, Stadt (9.530)

Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft *

  1. Dehlitz (Saale) (574)
  2. Granschütz (1.146)
  3. Großgörschen (851)
  4. Lützen, Stadt * (3.629)
  5. Muschwitz (1.135)
  6. Poserna (384)
  7. Rippach (689)
  8. Röcken (610)
  9. Sössen (236)
  10. Starsiedel (692)
  11. Taucha (641)
  12. Zorbau (819)
  • 2. Verwaltungsgemeinschaft Saaletal
  1. Burgwerben (1.070)
  2. Goseck (1.106)
  3. Großkorbetha * (2.008)
  4. Reichardtswerben (1.266)
  5. Schkortleben (629)
  6. Storkau (601)
  7. Tagewerben (808)
  8. Uichteritz (1.417)
  9. Wengelsdorf (905)
  1. Gröben (715)
  2. Gröbitz (500)
  3. Krauschwitz (607)
  4. Langendorf (2.475)
  5. Leißling (1.568)
  6. Nessa (977)
  7. Prittitz (1.028)
  8. Teuchern, Stadt * (3.484)
  9. Trebnitz (880)
  1. Markwerben (698)
  2. Weißenfels, Stadt * (29.669)

Gebietsveränderungen seit 1995

Seit 1995 fanden im Landkreis Weißenfels viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich acht Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch vier Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 38 auf 33.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften

Änderungen auf Gemeindeebene

  • Auflösung der Gemeinde Borau – Eingemeindung nach Weißenfels (1. Januar 1995)
  • Auflösung der Gemeinde Zembschen – Eingemeindung nach Hohenmölsen (9. Mai 2002)
  • Auflösung der Gemeinden Webau und Werschen – Eingemeindung nach Hohenmölsen (1. Januar 2003)
  • Auflösung der Gemeinde Schelkau – Eingemeindung nach Teuchern (1. Januar 2004)

Kfz-Kennzeichen

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen WSF. Es wurde im Burgenlandkreis bis zum 15. August 2007 ausgegeben. Durch die Kennzeichenliberalisierung ist es seit dem 27. November 2012 im Burgenlandkreis erhältlich.

Weblinks

Commons: Landkreis Weißenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Monatsheft 11/2007
  2. stala.sachsen-anhalt.de
  3. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1816, S. 336.
  4. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1817, S. 655.
  5. a b c d Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaues und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Sachsen-Anhalt vom 25. Juli 1952
  6. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Merseburg, S. 349 (Digitalisat [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  7. Handbuch der Provinz Sachsen. Rubachsche Buchhandlung, Magdeburg 1843, Neustadt-Magdeburg, S. 263 (Digitalisat [abgerufen am 6. Juli 2016]).
  8. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Sachsen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band VI, 1873, ZDB-ID 1467440-3, S. 192 (Digitalisat).
  9. a b c d e f g h i j Michael Rademacher: Landkreis Weißenfels. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  10. Volkszählung 1946
  11. a b Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  12. Statistische Jahrbücher der Bundesrepublik Deutschland. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Juli 2016.

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