Herbert Knebel

Herbert Knebel ist eine Kunstfigur des Kabarettisten und Komikers Uwe Lyko, ein früh verrenteter ehemaliger Bergmann im Alter zwischen 60 und 70 Jahren.[1] Herbert Knebel ist Kopf der Gruppe Herbert Knebels Affentheater.

Herbert Knebel am 14. November 2015 in Velbert

(Pseudo)-Biographie 1954 bis heute

Der ehemalige Bergmann Herbert Knebel lebt mit seiner Frau Auguste „Guste“ in Essen-Altenessen. Herbert Knebel verbrachte seine Jugend in Duisburg-Neumühl und arbeitete Unter Tage auf einer Zeche in Essen-Altenessen, bis er 1988 wegen einer Staublunge in Frührente gehen musste. Über seine Kinder ist nicht viel bekannt, nur, dass er einen Sohn namens Peter hat, seine zwei Enkel „Marzel“ (Marcel) und „Jackeliene“ (Jacqueline) werden hingegen regelmäßig in seinen Geschichten thematisiert. Zu seinen besten Freunden gehören Ernst Pichel, Ozzy Ostermann und der „Trainer“, mit denen er die Rentnerband Herbert Knebels Affentheater im Jahr 1988 gründete. Die Band spielt hauptsächlich Coverversionen bekannter Klassiker der Rock- und Popmusik, versehen mit humoristischen Texten in deutscher Sprache. So wird z. B. der Beatles-Klassiker Lucy in the sky with diamonds zu Mutti macht Geschrei, wenne heim komms’ und Bob Dylans Knocking on Heaven’s Door zu Nackend am Baggerloch.

Herbert Knebel schreibt auch Bücher und veröffentlicht CDs, in denen er viele Freunde und Bekannte regelmäßig erwähnt und thematisiert, wie zum Beispiel Kurt Harras, Helmut Borsig, sein Nachbar (von oben drüber) Jens Pickermann, Familie Kotnick und „Mörtel“, einen eingefleischten Handwerker.

Boah, glaubse … ich sach’ Sie! ist der oftgebrauchte Einleitungssatz seiner langen Monologe in der Fernsehsendung Mitternachtsspitzen. Darin berichtet Knebel von seinem Leben als Rentner und den Alltäglichkeiten, die ihm im Leben begegnen und ihn immer wieder in Erstaunen versetzen. Seine Geschichten zeichnen sich zum einen durch inhaltlichen Witz, zum anderen auch durch Wortwitz aus, bedingt durch Knebels brillante und manchmal eigenwillige Verwendung des Ruhrpott-Dialekts.

Zum 20-jährigen Jubiläum Herbert Knebels erschien 2008 die Doppel-DVD Ich glaub, ich geh kaputt…!. Darauf enthalten sind Solostücke sowie Sketche zusammen mit dem Affentheater und der Kurzfilm Herbert’s Welt.

Auszeichnungen

  • 2020: Recklinghäuser Hurz, Ehren-Hurz[2]

Schriften

  • 1996: Boh glaubse … – Die Klassiker, Bottrop, Verlag Henselowsky Boschmann, ISBN 3-922750-26-5
  • 1997: Knapp vorbei, doch nie daneben – Zur Geschichte von die Gruppe, zusammengestellt von Sigi Domke, Bottrop, Verlag Henselowsky Boschmann, ISBN 3-922750-31-1
  • 2000: Meine Fresse, ISBN 3-462-02948-7
  • 2003: Ich glaub, mich holnse ab, ISBN 3-462-03334-4
  • 2006: Hauptsache Herz is gut!, ISBN 3-462-03750-1
  • 2010: Jetz is, wo früher inne Vergangenheit die Zukunft war, ISBN 978-3-499-62624-1
  • 2016: Im Liegen geht's!, ISBN 978-3-499-63157-3

Diskographie

Solo

  • 1997: Boh glaubse …
  • 1999: Live in Gelsenkirchen
  • 2002: Dat Beste von Mich!
  • 2003: Unser Mann im Pott – Das Beste von Herbert Knebel
  • 2005: Live und Zuhause
  • 2008: Ich glaub' ich geh kaputt!

Sonstige Medien

  • 1995: Getz' aber in Echt! (CD, mit dem Affentheater)
  • 1996: Da sind wir schon wieder (CD, mit dem Affentheater)
  • 1998: Knebel on the Rocks (CD, mit dem Affentheater)
  • 2001: Unter Strom (CD, mit dem Affentheater)
  • 2006: Nix wie weg! (CD, mit dem Affentheater)
  • 2008: Ich glaub, ich geh kaputt…! (Doppel-DVD); Kurzfilm: Herberts Welt
  • 2015: Männer ohne Nerven (DVD, mit dem Affentheater)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sabine Fringes: Hausbesuch bei Uwe Lyko: Auf ein Gedeck mit Herbert Knebel, deutschlandfunk.de, 12. April 2017
  2. Der Recklinghäuser Hurz – der schräge Comedy-Preis! Abgerufen am 16. August 2023 (deutsch).

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Autor/Urheber: Stefan Rittershaus, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Herbert Knebel am 14.November in Velbert (c) Stefan Rittershaus