Caritas Salzburg

Caritas Salzburg
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Gründung27. Dezember 1919[1]
GründerIgnaz Rieder
SitzSalzburg, Österreich
SchwerpunktSoziale Arbeit, Humanitäre Hilfe
VorsitzJohannes Dines (Direktor)
Umsatz33.648.300 Euro (2017)
Websitewww.caritas-salzburg.at

Die Caritas Salzburg ist eine soziale Hilfsorganisation der römisch-katholischen Kirche im österreichischen Bundesland Salzburg. Sie ist Teil von Caritas Österreich, aber eine eigenständige Institution und untersteht dem Erzbischof der Erzdiözese Salzburg.

Organisation

BW

Direktor der Caritas Salzburg ist seit 2012 der Theologe, Pädagoge, Persönlichkeitstrainer und Unternehmensberater Johannes Dines.[2][3]

Die Caritas Salzburg ist in folgende Bereiche gegliedert:

  • Soziale Arbeit
  • Menschen mit Behinderungen
  • Betreuung und Pflege
  • Freiwilligenarbeit
  • Pfarrcaritas
  • YoungCaritas
  • Auslandshilfe
  • Ausbildungszentrum
  • Caritas-Zentren

Weiters gibt es die folgenden Stabsstellen:

  • Kommunikation (inklusive Fundraising) sowie
  • alle Aktivitäten der Bereiche allgemeiner Administration und Verwaltung[4]

Aufgaben

Die Caritas der Diözese Salzburg bietet Hilfe in folgenden Bereichen an:

Armut, Krisen und Prävention

Das Kernthema der Caritas ist die Hilfe in Notsituationen.

  • Regionale Caritas-Zentren: Regionale Caritas-Zentren in Salzburg und im Tiroler Unterland unterstützen in Krisen und Notsituationen.
  • Wohnungslosenhilfe: Beratung sowie Übernachtungsmöglichkeiten in Notschlafstellen für Männer, Frauen sowie Jugendliche.
  • Sozialberatung: Unterstützung bei Rechtsfragen, Arbeitslosigkeit und Hilfe in finanziellen oder persönlichen Notsituationen.
  • Regionale soziale Beratung: Regionale soziale Beratung im Tennengau (Caritas Streetwork) sowie im Bezirk Kufstein (Pfarre Kufstein).
  • Haus Elisabeth: Tageszentrum, Medizinische Notversorgung, Krisenintervention und Beratung sowie Notschlafstelle für rund 20 wohnungslose Menschen im Winter in Salzburger Bahnhofsnähe, kulturelle und soziale Begegnungsstätte.
  • Haus Franziskus: Winternothilfe wie Schlafplätze, Arbeitsplätze für Langzeitarbeitssuchende 50+ im Rahmen eines AMS-Projektes, Kleidung, Küche mit Frühstück und Abendessen für die Übernachtungsgäste, Duschmöglichkeiten und Wäscheraum, medizinische Versorgung.
  • Sozialpädagogische Familienhilfe in Tirol: Unterstützung von Familien in Belastungs- und Krisensituationen.[5]

Betreuung, Begleitung und Pflege

Pflegerin unterstützt eine alte Frau beim Spaziergang im Park
Besuchsdienst der Caritas in Salzburg

Die Caritas bietet Angebote für Betreuung und Pflege sowohl mobil als auch stationär an.[6]

Mobile Angebote:

  • Hauskrankenpflege
  • Haushaltshilfe
  • Familienhilfe
  • Langzeithilfe
  • 24-Stunden-Betreuung
  • Mobile Palliativ- und Hospizteams
  • Mobiles Kinderhospiz Papageno
  • Persönliche Assistenz
  • Calimero

Stationäre Angebote:

  • Albertus-Magnus-Haus: eine Einrichtung für Menschen mit chronisch-psychischen Erkrankungen und erhöhtem pflegerischen und psychosozialen Unterstützungsbedarf.
  • Altenpension: für Menschen mit psychiatrischen Beeinträchtigungen ab einem Alter von 45 Jahren.
  • SOALP: ein Wohnprojekt für Menschen mit Suchterkrankungen, die abstinent leben wollen.
  • Betreutes Wohnen: Betreutes Wohnen ermöglicht älteren Menschen mit Unterstützung durch eine soziale Fachkraft ein weitgehend selbständiges Leben in geförderten Mietwohnungen.[7]
  • Stützpunktwohnen Obermoos: Menschen mit psychischer Beeinträchtigung wird mit dem Projekt Stützpunktwohnungen ein selbstständiges Wohnen ermöglicht.[8]

Beratungsstellen:

Internationale Hilfe und Katastrophen

Der Schwerpunkt der Auslandshilfe der Caritas Salzburg liegt in den Nahost-Ländern Libanon, Syrien und Ägypten.[9] Die Zusammenarbeit vor Ort erfolgt mit lokalen Caritasorganisationen, anderen kirchlichen Partnern wie etwa Ordensgemeinschaften sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen. So wurden im Jahr 2016 für 25 Hilfsprojekte über eine Million Euro an Salzburger Spenden für Projekte im Nahen Osten aufgewendet, 400 Kinder wurden durch Salzburger Patinnen und Paten unterstützt.

Re-Integration und Nachhaltigkeit

  • Unter dem Titel „Carla“ bietet die Caritas Salzburg an 5 Standorten (Aigen, Lehen, Maxglan, St. Johann in Tirol und Neumarkt) Second-Hand-Waren an[10] und schafft damit 25 Arbeitsplätze (Frauen und Männer 50+). 1800 Menschen wurde so mittels Kleiderspenden geholfen.
  • Arbeitnehmer über 45 Jahren werden unterstützt, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden.
  • Das Beschäftigungsprojekt „carlavelorep“ ermöglicht es jungen Menschen zwischen 15 und 30 Jahren am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, indem gespendete gebrauchte Fahrräder repariert und wiederverkauft werden.[11]

Starthilfe und Bildung

Ausbildungszentren der Caritas Salzburg

  • Schule für Wirtschaft und Soziales (SWS): Eine 3-jährige Fachschule für Sozialberufe sowie eine 5-jährige Ausbildung „Sozialmanagement“ (mit Matura) werden angeboten.[12]
  • Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB): Ausbildung zum Fach- oder Diplomsozialbetreuer.
  • Kolleg für Sozialpädagogik: berufsbegleitendes Kolleg für Sozialpädagogik an der SOB für Berufstätige ab 19.[13]

Lerncafé

Das Angebot einer kostenlosen Lern- und Nachmittagsbetreuung für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren besteht an 3 Standorten in Salzburg.[14]

Jugend-Beschäftigungsprojekt easy

Das Projekt bietet 15 bis 18-jährigen eine niederschwellige, tagesstrukturierende Beschäftigungsmöglichkeit im Bereich Textil und Holz mit täglicher Auszahlung einer Leistungsentschädigung in der Stadt Salzburg.[15]

Streetwork

  • Beratung und Hilfe für Jugendliche bei Themen wie zum Beispiel Drogen, Gewalt, Sexualität, bei Problemen in der Schule oder mit den Eltern
  • Projekte wie ein Graffiti-Workshop oder Klettern.

Das Angebot gibt es in Hallein, Pinzgau sowie im Pongau.[16]

Jugend-Notschlafstelle Exit7

Für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren wird durch diese Einrichtung in der Siezenheimerstraẞe 7 in der Stadt Salzburg eine vorübergehende Übernachtungsmöglichkeit sowie eine Grundversorgung bis zu 14 Tage/Monat angeboten.[17]

Asyl und Integration

Folgende Leistungen stellt die Caritas Salzburg Flüchtlingen zur Verfügung:

  • Grundversorgung für Asylwerber: im Auftrag und finanziert vom Land Salzburg
  • Caritas-Flüchtlingshäuser: Während des Asylverfahrens können Asylwerber in Flüchtlingshäusern kostenfrei wohnen, essen und leben. In Salzburg gibt es die Standorte Flüchtlingshaus Plainstraße (Salzburg Stadt), Flüchtlingshaus Oberalm I (5411 Oberalm) sowie Flüchtlingshaus St. Anton (5671 Bruck an der Großglocknerstraße).
  • Rechtsberatung: Im Bedarfsfall werden für mittellose Klienten Hintergrundinformationen gesammelt, interveniert und gegebenenfalls Rechtsmittel verfasst.
  • Krisenintervention und Psychotherapie für Asylwerber (Projekt SOTIRIA)
  • Rückkehrhilfe: Abklärung asylrechtlicher und sozialer Aspekte, Hilfe bei Behördengängen, Beschaffung von Reisedokumenten und Tickets sowie Information an Angehörige in der Heimat
  • Projekt ProLehRe: Unterstützung asylberechtigter und subsidiär schutzberechtigter Lehrlinge zwischen 18 und 30 Jahren, die aus Wien auf eine Lehrstelle nach Salzburg (Innergebirg) vermittelt werden.
  • Projekt div-in-co (Diversität, Inklusion und Consulting) Pilotprojekt der Caritas in Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark. Frauen mit Fluchterfahrung werden bei der Inklusion in die Arbeitswelt begleitet. Gleichzeitig werden Unternehmen mit dem Fokus auf Gleichstellung, Diversität und Inklusion beraten.

Behinderung und Inklusion

Caritas-Dorf St. Anton

Das Ziel besteht darin, dass Menschen mit Behinderung weitestgehend selbst über ihr Leben bestimmen können. Zu diesem Zweck gibt es Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Beschäftigung, Ausbildung und Therapie.

Die Caritas Salzburg hat folgende Angebote für Menschen mit Behinderung:

  • Caritas-Dorf St. Anton: bietet individuell abgestimmte Therapie, Schulbesuch/Arbeit für bis zu 60 Menschen mit Behinderung. Sie leben im Dorf.
  • Tageszentrum Mittersill: Für Jugendliche mit Behinderung nach Beendigung ihrer Schulpflicht und Erwachsenen gibt es eine Tagesunterbringung und ein breites Angebot an Beschäftigung, Therapie und Freizeitaktivitäten.
  • Mathiashof: Der Mathiashof im Ellmautal ist ein naturverbundenes, landwirtschaftliches Projekt für Menschen mit Behinderung. Er bietet 20 jungen Menschen einen Arbeitsplatz. 15 von ihnen wohnen am Mathiashof.
  • Tageszentrum Elixhausen: Ganzheitliche Betreuung mit Therapie- und Förderangeboten für rund 15 Personen.

Katastrophenhilfe im Inland

Erster Ansprechpartner der Caritas im Katastrophenfall sind die regionalen Caritas-Zentren. Sie stehen in unmittelbarem Kontakt mit Ländern und Gemeinden und helfen mit finanziellen Unterstützungen, Notunterkünften, Verteilung von Essen sowie emotionaler Hilfe für betroffene Familien und Angehörige.[18]

Finanzen

Einnahmen von 33.648.300 Euro bestehen hauptsächlich aus betrieblichen Einnahmen (24,1 Mio. EUR), die Spenden betragen 4,2 Mio. EUR. Von den Ausgaben sind 4 % für die Administration und unter 1 % für die Spendenbeschaffung (Stand 2017).[19]

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Nach den Angaben des Bundesministeriums für Finanzen sind Spenden an die Caritas der Diözese Salzburg steuerlich als Sonderausgaben absetzbar.[20]

Literatur

  • Johannes Dines, Dietmar W. Winkler (Hrsg.): Wir schauen hin – und helfen: seit 100 Jahren. Caritas Salzburg 100 Jahre. Wagner-Verlag, Linz 2020, ISBN 978-3-903040-48-9.

Weblinks

Commons: Caritas Salzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Caritas ist 100 Jahre alt auf ORF vom 27. Dezember 2019, abgerufen am 27. Dezember 2019.
  2. Dines wird neuer Chef der Caritas, salzburg.orf.at, abgerufen am 4. Januar 2021
  3. Zur Eröffnung überreichten Spar und SalzburgMilch € 2.500,- an die Caritas Salzburg (Memento vom 21. Januar 2021 im Internet Archive), Handelszeitung, abgerufen am 4. Januar 2021
  4. Organigramm der Caritas der Erzdiözese Salzburg (Stand November 2018). Caritas Salzburg, abgerufen am 5. Februar 2019.
  5. Armut, Krisen und Prävention. Caritas Salzburg, abgerufen am 27. März 2019.
  6. Betreuung und Pflege: Mobil und Stationär, Caritas Salzburg, abgerufen am 4. Januar 2021
  7. a b Betreuung, Begleitung und Pflege. Caritas Salzburg, abgerufen am 27. März 2019.
  8. Bericht des Sozialministeriums zur Entschließung des Nationalrates betreffend DeInstitutionalisierung im Bereich des Wohnens. (PDF) Österreichisches Parlament, 9. Oktober 2017, S. 26, abgerufen am 27. März 2019.
  9. Caritas schlägt Alarm: Hungerkrise und Bürgerkrieg drohen im Libanon, Der Standard, abgerufen am 4. Januar 2021
  10. Caritas: Neuer carla Second-Hand-Shop eröffnet in Salzburg Süd, katholisch.at, abgerufen am 4. Januar 2021
  11. Caritas-Projekt "carlavelorep": Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, katholisch.at, abgerufen am 4. Januar 2021
  12. Caritas Schule für Wirtschaft und Soziales. Caritas Salzburg, abgerufen am 12. Februar 2019.
  13. Schule für Sozialbetreuungsberufe & Kolleg für Sozialpädagogik. Caritas Salzburg, abgerufen am 12. Februar 2019.
  14. Jetzt drei Caritas Lerncafés. Stadt Salzburg, abgerufen am 12. Februar 2019.
  15. Jugend-Beschäftigungsprojekt easy. Caritas Salzburg, abgerufen am 12. Februar 2019.
  16. Streetwork. Caritas Salzburg, abgerufen am 12. Februar 2019.
  17. Jugendnotschlafstelle Exit7. Caritas Salzburg, abgerufen am 12. Februar 2019.
  18. Katastrophenhilfe im Inland. Caritas Salzburg, archiviert vom Original am 27. März 2019; abgerufen am 12. Februar 2019.
  19. Finanzbericht 2017 des Caritasverbandes der ED Salzburg. (PDF) Caritas Salzburg, abgerufen am 27. März 2019.
  20. Bundesministerium Finanzen, Liste begünstigter Einrichtungen. Abgerufen am 12. Dezember 2018.

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Austria Bundesadler.svg
Wappen der Republik Österreich: Nicht gesetzeskonforme Version des österreichischen Bundeswappens, umgangssprachlich „Bundesadler“, in Anlehnung an die heraldische Beschreibung des Art. 8a Abs. 3 Bundes-Verfassungsgesetz mit zwar nach Wappengesetz detailliertem, aber schwarzem statt grauem Gefieder, mit zu grellem Gelb sowie mit inkorrekter Darstellung des Bindenschilds, da die weiße Binde zu breit und der untere rote Balken zu schmal sowie der Spitz, statt halbrund zu sein, zu flach gerundet ist:

Das ursprüngliche Staatswappen wurde in der ersten Republik Österreich im Jahr 1919 eingeführt. Im austrofaschistischen Ständestaat wurde es im Jahr 1934 wieder abgeschafft und, im Rückgriff auf die österreichisch-ungarische Monarchie, durch einen Doppeladler ersetzt. In der wiedererstandenen (zweiten) Republik im Jahr 1945 wurde das Bundeswappen mit dem Wappengesetz in der Fassung StGBl. Nr. 7/1945 in modifizierter Form wieder eingeführt. Der Wappenadler versinnbildlicht, diesem Gesetzestext entsprechend (Art. 1 Abs. 1), „die Zusammenarbeit der wichtigsten werktätigen Schichten: der Arbeiterschaft durch das Symbol des Hammers, der Bauernschaft durch das Symbol der Sichel und des Bürgertums durch das Symbol der den Adlerkopf schmückenden Stadtmauerkrone […]. Dieses Wappen wird zur Erinnerung an die Wiedererringung der Unabhängigkeit Österreichs und den Wiederaufbau des Staatswesens im Jahre 1945 dadurch ergänzt, dass eine gesprengte Eisenkette die beiden Fänge des Adlers umschließt.“

Mit dem Bundesverfassungsgesetz vom 1. Juli 1981, mit dem das Bundes-Verfassungsgesetz in der Fassung von 1929 geändert wird, BGBl. Nr. 350/1981, wurden die Wappengesetze von 1919 und 1945 außer Kraft gesetzt und dem Text des Bundes-Verfassungsgesetzes mit Artikel 8a B-VG eine Verfassungsbestimmung über die Farben, die Flagge und das Wappen der Republik Österreich hinzugefügt. Mit der Neuverlautbarung des Wappengesetzes mit BGBl. Nr. 159/1984 in § 1 in der grafischen Umsetzung der Anlage 1 wurde das Bundeswappen in seiner aktuellen Version eingeführt.
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Caritas Dorf St. Anton in Bruck an der Großglocknerstraße, Land Salzburg, Österreich. Ansicht von Süden.
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Besuchsdienst der Caritas auf der Geriatrie des Uniklinikums Salzburg / Christian-Doppler-Klinik.