San-Roque-Talsperre

San-Roque-Talsperre
Lage:Luzon, Philippinen
Abfluss:Agno
Größere Orte in der Nähe:San Manuel, San Nicolas
San-Roque-Talsperre (Philippinen)
Koordinaten16° 8′ 49″ N, 120° 41′ 4″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit:1994–2004
Höhe über Gründungssohle:210 m
Bauwerksvolumen:43,15 Mio. m³
Kronenlänge:1130 m
Kraftwerksleistung:345 MW
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel)280 m
Wasseroberfläche12,8 km²dep1
Speicherraum850 Mio. m³
Bemessungshochwasser:12.800 m³/s

Die San-Roque-Talsperre ist eine große Talsperre am Fluss Agno auf den Philippinen. Der Staudamm ist mit 210 m Höhe und 1130 m Länge der größte in Südostasien und ungefähr der zwölft-größte Steinschüttdamm der Welt.

Das Staudammprojekt in der Provinz Pangasinan auf Luzon wird San Roque Multi-Purpose Dam Project (SRMDP) genannt. Es dient der Bewässerung von 87.000 Hektar Landfläche, dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung. Der Stausee fasst etwa 850 Millionen Kubikmeter (eine andere Quelle gibt 990 Millionen an) und ist 12,8 Quadratkilometer groß. Er reicht bis nach Itogon in der Provinz Benguet. Mit dem gespeicherten Wasser wird eine Wasserkraftanlage mit 345 MW Leistung betrieben.

Der Staudamm, der nach anderen Quellen auch 200 m hoch sein kann, besteht aus Steinschüttmaterial. Er wurde in den Jahren 1994 bis 2004 bei San Manuel und San Nicolas 200 km (andere Quelle: 500 km) nördlich von Manila errichtet. Die eigentlichen Bauarbeiten haben im Mai 1998 begonnen. Das normale Stauziel liegt 280 Meter über Meereshöhe, aber bei einem Taifun kann die Stauanlage auch eine Stauhöhe von 290 Metern vertragen. Im August 2002 begann man bereits mit der Füllung des Stausees.

Die Talsperre verfügt über eine Hochwasserentlastung mit sechs voneinander unabhängigen Verschlüssen, um ein Überströmen des Dammes zu verhindern. Sie wurde für ein 100-jährliches Hochwasser mit einem Abfluss von 12.800 m³/s ausgelegt. Sie ist 800 Meter lang, 100 Meter breit und überwindet einen Höhenunterschied von 165 Metern. Von 1999 bis Mitte 2002 dauerte es, den dafür nötigen Boden bis zum tragfähigen Fels auszuheben. Zwei Jahre lang wurden danach 530.000 Kubikmeter Beton eingebaut.

Die beiden zugehörigen Stollen zur Wasserzu- und -ableitung sind jeweils über 1200 Meter lang.

Kritik am Projekt

Der Agno wurde schon immer von dem indigenen Volk der Ibaloi in Benguet als heilig angesehen. Das Flusstal ist ihr kulturelles Herzland und beherbergt ihre Bauernhöfe, Wohnhäuser und kleinen Minen seit mindestens 500 Jahren. Der San-Roque-Damm wird auf Dauer die Heimat, die Gemeinschaft und den Lebensunterhalt der Ibaloi zerstören. Deshalb sind die meisten der 35.000 Ibaloi, ebenso die Kankanaey und Kalanguya, die auch dort leben, schärfste Gegner des Staudamms. Sie sind auch besorgt, dass es im Einzugsgebiet verstärkt zu Hochwasser und Sedimenttransport wegen der Bergbautätigkeit kommen wird, wodurch ihre Häuser und Begräbnisstätten überflutet würden und dies einen negativen Einfluss auf die Wasserqualität haben würde.

Bisher sind mehr als 600 Familien ausgewiesen worden, um Platz für den Stausee zu machen. Viele kämpfen in den neuen Quartieren in den Neuansiedlungen ums Überleben und haben kein Land zu ihrer Versorgung. Weitere 200 Familien mussten dem Aushub an der Dammbaustelle weichen. Sie wurden gezwungen, ihr Land zu verlassen. Nach den Richtlinien des Projektanten, der japanischen Bank Japan Bank for International Cooperation (JBIC), müssen die Umgesiedelten zwar Mittel für ihren Lebensunterhalt bekommen, aber die von San Roque betroffenen haben es nicht. Die Talsperre soll in vielen Dingen auch nicht den Empfehlungen und Prinzipien der Weltkommission für Staudämme (World Commission on Dams, WCD) entsprechen.

Es ist geplant, dass die Talsperre nach dem Bau der San Roque Power Corporation (SRPC) zum Betrieb übergeben wird. Diese Gesellschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen hauptsächlich ausländischer Gesellschaften. Das ganze Projekt wird von japanischen Banken finanziert. Die Vertragsbedingungen sind angeblich so gestaltet, dass die Philippinische Regierung im Verhältnis zum Nutzen zu viel Risiken und Verantwortung trägt. Der Philippinische Stromabnehmer NPC muss, wie es heißt, einen festen Monatspreis von mehr als 10 Millionen Dollar für die Bereitstellungskapazität zahlen, egal ob Strom produziert wird oder nicht.

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